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Serienherbst: Von Hackern, glücklichen Familien und Abenteurern [SaSo]

Der Herbst ist da! Endlich, endlich, endlich bricht wieder die Zeit des Jahres an, in der man mit einer heißen Tasse Tee sich in eine Decke einkuscheln kann, während es draußen stürmt, dunkel und kalt wird. Es ist auch die Zeit zum lesen, für Videospiele und natürlich um Serien zu gucken. Traditionell bringt der Herbst viele neue Serienstaffeln und Neuerscheinungen mit. Und somit bringe ich heute sechs Serien für den Herbst 2016.

Was soll ich mir bloß anschauen? Wie wäre es mit Mr. Robot, Hold and Catch Fire, Modern Family, Gilmore Girls, Marco Polo oder Jessica Jones?

Bilder / Credits: amazon.de & netflix.com

Serien mit Hacker

Über Mr. Robot habe ich bereits eine lange Rezension geschrieben. Kurz gesagt geht es in dieser Amazon-Serie um Elliot, einen Hacker aus New York, der auf eine Gruppe von Hackern trift, die die Welt verändern wollen. Ihr radikaler Plan besteht unter anderem darin das Bankwesen der USA lahm zu legen. Dies ist definitiv ein komplett neues Level für Elliot, der bisher vor allem Menschen in seiner Umgebung gehackt hat um betrügerische Ehemänner zu entlaven. Die Serie ist sehr, sehr spannend, lebt von ihren Figuren und vor allem von den sehr realistischen Computerszenen. Toll! Gerade bringt Amazon im wöchentlichen Rhythmus die zweite Staffel auf Englisch raus. Die erste ist bereits auf Deutsch erschienen und kann auf Amazon angeguckt werden.

Ebenfalls fantastisch ist AMC’s Hold and Catch Fire. Sie begleitet in den 80er-Jahren eine Gruppe von Entwicklern und Programmierern, die versuchen eines der ersten Laptops zu entwickeln. Dabei müssen sie immer wieder gegen Vorurteile und voreingenommenen Meinungen kämpfen, denn ein Computer, der kleiner ist als ein Aktenkoffer scheint zu dem Zeitpunkt vollkommen undenkbar. Und dann soll das Betriebssystem auch noch von einer Frau geschrieben werden. Auch hier lebt die Serie zum großen Teil von ihren Figuren. Die Handlung selbst orientierte sich zum Teil an wirklichen Begebenheiten. Gerade erscheint die dritte Staffel auf Englisch – und kann wöchentlich auf Amazon angeguckt werden. Die ersten beiden Staffel sind auch auf Deutsch übersetzt worden und können auf Amazon gestreamt werden. Eines meiner Highlights dieser Serie ist ganz klar Lee Pace (Pushing Daisies / Der Hobbit).

Serien rund um glückliche Familien

Modern Family geht in wenigen Tagen bereits in die achte Staffel. Wenn ihr viele Folgen braucht, die ihr runtersuchten könnt, dann ist dies definitiv eure Serien. Die Handlung dreht sich um die Familie Pritchett. In einem pseudodukumentarischen Stil werden Claire, ihr Mann und ihre Teenager-Kinder, ihr Vater und dessen Frau Gloria und Claires Bruder und dessen Lebensgefährte begleitet. Die Serie ist unfassbar lustig, lebt von Wortwitzen und den fantastischen Schauspielern. Die komplette Geschichte besteht mehr oder weniger aus alltäglichen Situationen und genau dies macht ihren Charm aus. Bisher sind die ersten sechs Staffeln auch auf Deutsch erschienen, obwohl ich – gerade wegen der vielen Wortwitze – jedem nur die Originalfassung ans Herz legen kann. Alle Staffeln gibt es bei Amazon auf DVD.

Die Gilmore Girls dürften mittlerweile so gut wie jedem bekannt sein. Die Geschichte rund um das Mutter-Tochter-Gespann, die gemeinsam den Versuch unternehmen Rory (die Tochter) nach Harvard zu bringen, galt lange Zeit als abgeschlossen. Zur Freude aller Fans bringt Netflix diesen November eine achte Staffel raus, die die bisherige Handlung weitererzählt. Solltet ihr die Serie bisher nicht gesehen haben, dann guckt sie euch unbedingt an. Der Humor ist großartig und man muss alle Figuren in dieser Serie einfach lieb haben. Die wirklich erschwingliche DVD-Box gibt es für gut 45€ bei Amazon oder als Stream bei Netflix.

Serien mit Abenteurern

Die Abenteuer von Marco Polo gehören zu einem der bekanntesten Reiseberichte, die es jemals gab. Netflix hat aus deren Inhalt eine sich mehr oder weniger am Original orientierende Serie geschaffen. Marco Polo begleitet dabei den jungen Marco auf seiner ersten Reise über die Seidenstraße, die damit endet, dass sein Vater ihn in der Obhut des Kahns – dem Herrscher des mongolischen Reiches – zurücklässt. Durch seine Talente schafft er einen raschen Aufstieg am Hofe, wird jedoch immer wieder daran erinnert, dass er ein Fremder in einem weit entfernten Land ist. Marco Polo ist eine wirklich, wirklich spannende Serie mit imposanten Bildern und toller Musik. Staffel zwei ist dieses Jahr (2016) erschienen. Eine deutsche Fassung ist bereits vorhanden. Wer keinen Netflix-Account hat, kann die Serie auch auf Amazon ansehen.

Jessica Jones ist nicht unbedingt im traditionellen Sinn eine Abenteuerin. Sie hat unglaubliche Kräfte und Reflexe, die sie als Superheldin für die Menschheit einsetzen sollte. Doch dann geriet sie in die Fänge eines Fremden, der sie manipulierte und in seinem Auftrag morden ließ. Knapp ein Jahr ist vergangen, seit Jessica ihrem Peiniger entkommen konnte. Aus Angst vor ihren eigenen Fähigkeiten, arbeitet sie nun als Detektivin. Doch obgleich sie weiß, dass Kilgrave für immer verschwunden ist, wird sie das Gefühl nicht los, dass sie verfolgt wird. Bisher ist eine Staffel der Marvel-Verfilmung erschienen. Eine zweite Staffel soll, Gerüchten zufolge, noch dieses Jahr erscheinen. Erzählt wird die Serie übrigens in der Tradition von Film Noir-Filmen

Eure Tipps?

Von welcher Serie könnt ihr gerade nicht genug bekommen oder könntet ihr immer wieder anschauen? Hinterlasst in den Kommentaren eure Lieblingsserien.

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The man in the high castle [Review]

Was wäre wenn Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Was wäre, wenn er nicht durch die Atombombenabwürfe auf Japan, sondern auf die USA beendet worden wäre? Was wäre dann aus der Welt, Europa und den USA geworden? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich die Amazon Origins-Serie The man in the high castle.

Die bisher zehnteilige Serie folgt den Schicksalen mehrerer Amerikaner in den 60er Jahren. Der Zweite Weltkrieg ist mittlerweile beendet und die siegreichen Länder Japan und Deutschland haben die USA in zwei Teile aufgeteilt. Die Westküste gehört dabei nun Japan und die Ostküste Deutschland an. Unter anderem begleitet die erste Staffel Juliana, die in San Francisco lebt und ein relativ gutes Verhältnis zu den japanischen Besetzern hat. Alles ändert sich jedoch für sie, als ihre Schwester getötet wird, da sie einen verboten Film besitzt, der von dem sogenannten „Man in the high castle“ stammen soll. Er zeigt was hätte sein können, wenn die USA den Krieg gewonnen hätten. Um mehr über den sonderbaren Film und vor allem über die Gründe für den Tod ihrer Schwester zu erfahren, macht sie sich auf den Weg zu einem geheimen Treffpunkt des Widerstandes. Ein anderer ist der Widerstandskämpfer Joe aus New York, der sein Land befreien möchte. Sein erster Auftrag für den Widerstand führt ihn nach Canon City. Ausgerechnet in die Stadt, in der Juliana Antworten zu finden versucht…

Die sich von hier entwickelnde Handlung erinnert an frühe Agentenfilme der 50er, gepaart mit modernen Erzählmustern. Wie auch die Protagonisten, erfährt der Zuschauer keinerlei Informationen über den Man in the high castle. Viele haben bereits von den Filmen gehört, doch nur sehr wenige Menschen haben die Filme wirklich gesehen und keiner, nicht einmal Hauptpersonen des Widerstandes haben den Mann jemals kennengelernt. Die komplette Handlung entspinnt sich also um Gerüchte, die niemand zu bestätigen weiß. Und obwohl es noch nicht einmal klar ist, ob der Man in the high castle wirklich existiert, halten viele Amerikaner an der Hoffnung fest, dass es einen Ausweg aus der Besetzung gibt.

Was mich an der Serie wirklich fasziniert, ist dass zunächst ein relativ positiver Blick auf die Besetzung geworfen wird. Zwar ist die USA nicht frei, doch es mangelt an nichts. Die Technik hat sich viel schneller entwickelt, die Menschen sind gebildet und es gibt Nahrung und Wohlstand für alle. Doch mit jeder Entdeckung von Juliana und Joe, beginnt dieses Bild der „heilen Welt“ zu bröckeln. Gleichsam wird in dieser dystopischen Geschichte immer wieder gefragt was Freiheit wirklich bedeutet.

Es ist auch beeindruckend zu sehen, was für eine Vielschichtigkeit innerhalb der Geschichte aufgebaut wird. Seiten wie Gut und Böse scheint es Anfangs zu geben, doch Motive und Taten lassen schnell Ambivalenzen erkennen und wer zunächst als positive Figur eingeführt wird, kann schnell eine dunkele Seite hervorbringen.

Die Serie schafft es einen guten Spannungsbogen aufzubauen, der über sich über die komplette Staffel spannt, ohne dabei einzelnen Folgen zu produzieren, die uninteressant sind. Jede einzelne Folge für sich ist sehr spannend und verzichtet darauf nur einen spannenden Anfang und ein spannendes Ende mit einen Cliffhanger zu zeigen, zwischen denen nicht viel passiert, wie es heute leider viel zu oft bei Serien üblich ist.

Als Basis dient der Roman Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick, dessen Werke unter anderem als Vorlage für die Filme Blade Runner, Total Recall und Minority Report dienten.

Insgesamt handelt es sich bei The man in the high castle um eine sehr, sehr gute Serie, die zeigt, dass man sich auch anders an das Thema der NS-Zeit heranwagen kann. Habt ihr zwischen den Jahren nichts zu tun, solltet ihr unbedingt diese Serie bei Amazon angucken!

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Mr. Robot [Review]

Habt ihr schon was von Mr. Robot gehört? Nein? Dann seid ihr gerade dabei eine der großartigsten Serien seit langem zu verpassen. Ich weiß, in letzter Zeit werden immer wieder Serien gehypet und Kritiker werfen mit Superlativen um sich, aber eine Rotten Tomatos-Bewertung von 98% und 9/10 Sterne bei IMDB sind was ganz anders.

Aber gehen wir einmal zurück zum Anfang: Mr. Robot handelt von dem Programmierer Elliot, der für eine Internetsicherheitsfirma arbeitet. Seit seiner frühsten Kindheit hat er einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, den er immer dann in seiner Freizeit ausleben kann, wenn sich jemand auffällig verhält und er spielend leicht das Leben der jeweiligen Person durchleuchten kann. Denn Elliot ist nicht nur Programmierer, sondern auch ein begnadeter Hacker, der seine Fähigkeiten einsetzt um der Polizei anonyme Tipps zu ungelösten oder unbekannten Verbrechen zu geben.

Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig als er auf Mr. Robot den Anführer der anonymousartigen Hackervereinigung fsociety trifft. Er hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon wie weit jene gehen sollten, die die Macht haben alles zu hacken, doch mit den ethischen Vorstellungen von Elliot gehen diese nicht einher. Ihm reicht es nicht nur kleine Ganoven festzunehmen, er möchte Evil Corp – ein fiktives Unternehmen, welches stellvertretend für alle großen Unternehmen in unserer Welt steht, zu zerstören…

0815-Hackerserie?

Bei solchen Serien ist es immer sehr leicht, dass die Handlung sehr schnell vielen Klischees bedienen. Dies macht Mr. Robot sehr selten bzw. so gut wie nie. Natürlich werden Computer mit Computern gehackt – es geht schließlich um Hacker –, aber die Art wie dies porträtiert und vor allem technisch von den Figuren umgesetzt wird ist sehr, sehr realistisch. Elliot verhält sich wie sich Menschen verhalten, die nun einmal wissen, wie Computer funktionieren. Was vielleicht an der ein oder anderen Stelle für Verständnisschwierigkeiten sorgen kann, macht IT-ler weltweit sehr glücklich.

Dazu kommt, dass die komplette Serie mit einem wirklich fantastischen Soundtrack untermalt wird. Zu hören ist eine Mischung aus klassischer Musik und Synthesizer-Musik à la Tron: Legacy. Dies erzeugt zum einen den Eindruck von Größe, zum anderen gibt es dem Soundtrack eine feingeschliffene Elektronikkomponente, die sehr gut zum Computerthema passt. Natürlich ist es das naheliegendste bei diesem Thema elektronische Musik zu verwenden, aber gut umgesetzt ist sie eher eine Unterstützung, als ideenarme Untermalung. In diesem Fall handelt es sich definitiv um Ersteres.

Was mich ein wenig an der grundsätzlich guten Serien mit ihren starken Figuren, der realistischen Umsetzung und der tollen Musik – ganz zu schweigen von der tollen Kameraführung – stört, ist, dass die Handlung an vielen Stellen etwas zu vertraut wirkt. Viele Themen und Diskussionen kennt man beispielsweise aus Fightclub, Watchdogs (auch wenn Watchdogs bei weitem schlechter und platter umgesetzt ist) und der realen Vorlage anonymous. Dieses Manko wird jedoch jedes Medium aufweisen, welches zu weit in den Bereich der Anarchie begibt.

Auf die Watchlist mit Mr. Robot!

Um wieder auf den Anfang dieser kurze Rezension zurückzukommen: Die Bewertungen von Rotten Tomatos und der IMDB sind in diesem Fall nicht einfach nur Teil eines unverständlichen Hypes, sondern sind eine direkte Schauempfehlung, die dadurch zustande kommt, dass die dieses Jahr erschienene Serie Mr. Robot einfach eine sehr gut gemachte, geschriebene, untermalte und wunderbar umgesetzte Serie ist. Hut ab vor Sam Esmail, dem Kopf hinter der Serie!

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Review: American Horror Storry

American Horror Story ist vermutlich eine der Serien, bei der ich am meisten Anläufe brauchte, um sie überhaupt zu gucken. Beim ersten Mal habe ich auf irgendeinem Privatsender die Vorschau gesehen und diese suggerierte, dass wahnsinnig viel nackte Haut gezeigt werden würde und die Serie sich in etwa auf dem Level von Spartacus bewegen würde. Also so gar nicht mein Fall.

Das zweite Mal habe ich ausversehen mitten in eine Folge hereingeschaltet. Ohne zu wissen, was da eigentlich lief, habe ich zwei Folgen hintereinander geguckt und war sehr gefesselt. Danach wollte ich mir die Serie auf DVD kaufen, nur wusste ich leider nicht genau was für eine Serie das überhaupt war. Die Internetrecherche schlug immer wieder AHS vor, aber das klang – mit der Vorschau im Hinterkopf – doch recht unrealistisch.

Schließlich habe ich dann doch mit der Serie angefangen und war direkt begeistert. Die Serie spielt im modernen Amerika in LA. Zu Beginn zieht eine Familie – Vater Psychologe, Mutter Hausfrau und Highschool-Tochter – in das sogenannte ‚Murder House‘ in dem, seit seiner Erbauung in den 1920er Jahren, immer wieder Menschen gestorben sind.

Die kleine Familie lässt sich davon nicht abschrecken, schließlich ist das Haus riesig und nach einer tiefen Ehekrise möchten sie hier neu anfangen. Der Vater eröffnet eine Praxis im Haus und beginnt Jugendliche zu behandeln, während er nicht bemerkt, dass seine Tochter immer depressiver wird.

Auch von den merkwürdigen Leuten, die immer wieder im Haus ein- und ausgehen bemerkt Dr. Harmon kaum etwas. Seine Frau und seine Tochter dafür um so mehr. Schnell steht für seine Tochter fest, dass es sich bei diesen Menschen um Geister handeln muss. Geister von Menschen, die in diesem Haus gestorben sind und die es nicht den Lebenden überlassen möchten…

Spannende Erzählweise und absurde Regisseure

Mit nur zwölf Folgen pro Staffel (von denen es mittlerweile drei gibt), ist American Horror Story eine recht kurze Serie, die an Lars von Triers Geister erinnert. Bis zur letzten Folge, weiß der Zuschauer nicht ob sich die Personen die Ereignisse nur einbilden oder bei wem es sich um Geister handelt und bei wem nicht.

Der Aufbau einer Folge bleibt dabei immer gleich: Zunächst wird beschrieben wie eine Person im Haus gestorben ist, danach springt die Handlung wieder zurück zur Haupterzählung in der Gegenwart und berichtet dort, wie die Hausbewohner mit den Geistern umgehen.

In Staffel zwei beginnt die Handlung wieder von vorne. Hier geht es nun nicht um das Murder-House, sondern um ein Asylum. In Staffel drei geht es sogar um ein komplettes Dorf. Faszinierend hierbei ist, dass die Idee, das Drehbuch und die Regiearbeit von den beiden Machern von Glee – eine Highschool-Serie mit Musicalcharakter – stammen. Der Bruch könnte kaum größer sein.

Während Glee überwiegend heiter erzählt wurde, ist American Horror Story mehr als nur düster. Für keinen Bewohner scheint es eine positive Zukunft geben zu können und die gräulichen Bilder unterstreichen diesen Eindruck noch.

Wer auf Horror-Geschichten steht, sollte unbedingt einmal mit der ersten Staffel beginnen!

Bei Amazon kaufen (deutsch + englisch): American Horror Story
Bei Myvideo gucken (nur deutsch): zu Myvideo

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„Your one and only source into the scandalous lives of Manhattan’s elite.“

Eine mysteriöse Bloggerin, die über Manhattans elitäre Highschool-Schüler schreibt, reist die Macht in New York an sich. Ohne, dass irgendwer weiß, wer sich hinter der Seite „Gossip Girl“ verbirgt, werden plötzlich die tiefsten und finstersten Geheimnisse geteilt. Hauptaugenmerk legt die Unbekannte dabei auf Serena van der Woodsen und ihren Freundeskreis…

Ein Jahr vor der Serienhandlung von Gossip Girl verschwand Serena – das Party-It-Girl – spurlos in ein Internat. Jetzt ist sie wieder da und erwartet, dass ihr Leben weitergeht wie zuvor nur, dass sich viel zu viel verändert hat, während sie weg war. Die sichere Beziehung ihrer besten Freundin – Blair – kriselt vor sich hin, ihre Mutter hat wieder einmal eine Scheidung hinter sich und ihr Bruder hat versucht sich umzubringen. Und dann tritt auch noch Dan in ihr Leben. Der Junge aus einfachen Verhältnissen, für den seine Eltern sämtliche Ersparnisse opfern, um ihn auf eine teure Privatschule zu schicken.

Es folgen nun sechs Staffel, in denen erzählt wird, wie die Clique und Serena erwachsen wird, einen Abschluss macht, zur Uni geht, Beziehungen auseinander gehen und wieder neu entstehen. Gespickt wird das Ganze mit Intrigen und Beziehungsdramen. Klingt wie jede andere High-School-Geschichte? Gut, hier kommen fünf gute Gründe warum ihr die Serie gucken MÜSST:

1. Das Setting in New York ist einfach wundervoll. Man hat das Gefühl nach und nach die Stadt zu entdecken und mehr und mehr dazu zu lernen.

2. Die Mode ist der Wahnsinn. Die Kostüme enthalten so viele großartige Details und ergeben ein sehr inspirierendes Gesamtbild.

3. Taylor Momsen, die Dans kleine Schwester spielt, ist einfach wundervoll. Sie ist hübsch, attraktiv und vor allem vollzieht sie eine der komplexesten Wandlungen, die ich jemals in einer Serie gesehene habe.

4. Die Idee einem Blogger so viel Macht zuzusprechen finde ich sehr, sehr krass!

5. Der Hauptgrund, der jedoch für die Serie spricht ist, dass ich bisher noch nie eine Protagonistin so sehr gehasst habe wie Serena. In der ersten Folge tat sie mir noch Leid, weil niemand mehr mit ihre reden wollte, danach kommt langsam heraus warum dies so ist. Und plötzlich findet man diese unfassbar naive, egoistische, selbstzentrierte, betrügerische, lügnerische Blondine einfach nur noch unsympathisch. Dass sie am Ende der Serie überhaupt noch Freunde hat, hat mich stark gewundert. Sie verletzt ohne auf Gefühle zu achten, jegliche Person in ihrer Nähe. An einer Stelle erzählt sie beispielsweise ihre Freund, dass sie ihn mehrere Male betrogen hat, nur damit er nicht mitbekommt, in welche Bredouille sie sich durch ihre Naivität hat bringen lassen. Hallo, geht’s noch? Später versucht sie die komplette Zukunft ihrer besten (!) Freundin zu ruinieren, nur weil sie eifersüchtig ist. Dazu kommt, dass die Schauspielerin – deren Rolle zu Beginn der Serie 17 ist – von Anfang an aussieht wie mindestens Mitte bis Ende 20. Mir gefällt auch nicht wie sie lacht, sich bewegt, redet, ihre Einstellung, ihr Charakter, ihr Umgang mit Menschen, wie sie einfach erwartet, dass jeder immer zu ihr hält, und, dass sie einfach keine Grenzen kennt. Man hofft ab einem Punkt der Serie, dass sie einfach scheitert. Dass sie nach der Highschool einfach keine Arbeit findet oder von der Uni fliegt. Oder vielleicht auch, dass sie an einen ganz schrecklichen Kerl gerät. Gleichzeitig beginnt man Blair – ihre beste Freundin – anzufeuern, die sich ihr Leben wirklich erarbeiten muss. Und dies macht einfach einen großen Reiz der Serie aus.

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Watchever

Watchever

Seit Jahren spreche ich mit U-kun darüber, dass es endlich eine Serienflatrate geben soll, die möglichst bezahlbar ist. Vielleicht noch ein paar Filme dazu und bitte, bitte nicht teurer als 10 Euro, dafür aber mit Originalton und HD-Qualität. Guess what, unser Traum hat sich endlich erfüllt. Das süße Portal Watchever hat eröffnet und bekommt von mir direkt ein großes Gefällt mir.

Auf der Seite lassen sich Serien und Filme in deutscher Sprache oder im Originalton angucken. Alles in HD-Qualität und wahlweise als Video-on-demand oder Stream. Und alles für 8,99 €/Monat. Jajaja, ich weiß was ihr denkt. Wo ist der Hacken und wie gut funktioniert das eigentlich. Also schwupps beginnen wir einmal einen seriösen Blick auf dieses Portal.

Wie auf dem Bild oben zu sehen ist das Layout der Seite recht simpel und übersichtlich gestaltet. Die Seite zeigt euch wahlweise eine Übersicht der neusten Serien & Filme, Empfehlungen von Freunden, alphabetische Auflistungen aller Inhalte oder eure persönliche Playlist.

Watchever - Gossip Girl

Tiefer in der Navigation: Gossip Girl

Geht man tiefer in die Navigation, so wird eine kurze Inhaltszusammenfassung, Informationen zum Genre und der Besetzung gegeben. Zusätzlich kann man sich die Nutzerbewertungen angucken und erhält einen Überblick über die verfügbaren Staffeln und Folgen. Und hier wird leider einer der ersten Hacken deutlich: oft sind nicht alle Folgen vorhanden. Im Gossip-Girl-Beispiel sind nur die ersten drei Staffeln in der Datenbank. In anderen Fällen sind es nur mittlere oder die letzten Staffeln. Vereinzelt gibt es auch nur eine Staffel. Leider ist dies besonders fies, wenn man die Serie weitergucken möchte. In diesen Fällen muss man wieder darauf zurückgreifen die Staffeln über einen anderen Anbieter zu kaufen.

Watchever der Player

Der Watchever-Player: Gossip Girl

Der Player selbst ist recht übersichtlich aufgebaut. Man kann leicht die Sprache wechseln, spulen und natürlich gibt es eine Pausenfunktion. Die Qualität der Videos ist wirklich äußerst gut und bisher hatte ich beim streamen in HD keinerlei Probleme. ABER ich habe auch eine sehr gute Internetleitung. Für alle, deren Leitung HD-Streams nicht packt, gibt es alternativ die Möglichkeit Serien und Filme als Video-on-demand Version zu downloaden. Die Video sollen nach 72 Stunden wieder verschwinden. Leider habe ich die Funktion noch nicht getestet, aber das die Funktion vorhanden ist wirklich ein großer Pluspunkt für das Portal.

Anhand des Playerbildes sieht man leider einen fiesen Fehlkonstruktionspunkt des Players, denn die Navigation zwischen Staffeln und Folgen ist nicht sehr elegant gelöst, aber okay. Was mach zusätzlich am Player stört ist, dass es keine durchlaufende Playlist gibt. Nach jeder Folge muss man wieder anklicken, dass man weitergucken möchte. Das nervt vor allem, weil mein PC am Fernseher hängt und ich dann jedes mal zum PC hinlaufen darf.

Man merkt noch an vielen Stellen, dass die Datenbank gerade aufgebaut wird. Es dürfte ruhig mehr Serien und Filme geben und vor allem vollständige Serien. Gerade bei HBO-Serien gibt es oft nur ein begrenzte Lizenzen, so dass die Serien nach einem Monat wieder aus der Datenbank verschwinden. Hm, das wird hoffentlich bald besser.

Ansonsten bin ich jedoch sehr begeistert. Die Auswahl ist bisher sehr gemischt. Die Serien und Filme stammen aus allen möglichen Zeiten, Ländern und Genres. Wer in den 90ern ein Kind war kann einen ganzen Haufen seiner liebsten Kinderserien nachgucken.

Kurz zusammengefasst lässt sich also sagen:

Pro Contra
Preis Fehlende Staffeln
Auswahl Auswahl
Qualität Keine Playlist
Sprachen Navigation der Folgen
Stream oder on-demand

Oder in einem kurzen Text: Wer viele Filme und Serien gucken möchte sollte sich das Abo definitiv holen. Es lohnt sich! Aaaber wenn ihr euch nicht durch zufällige Funde durchklicken wollt, sondern bestimmte Serien oder Filme sucht, dann solltet ihr weiter Filme und Serien (egal ob digital oder auf Datenträgern) kaufen/ leihen. Watchever rentiert sich eben eher, wenn man ungefähr alles guckt und vor allem viel davon. Und wenn ihr euch jetzt anmeldet bezahlt ihr für die ersten 30 Tage nichts.

Meine kleinen Highlights der Datenbank sind übrigens:

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Review: Pan Am

Pan Am

Picture by: nemecek.blogspot.de/

Aus irgendeinem Grund stehe ich vollkommen auf die alte Pan American World Airways. Mit ihr verbinde ich immer ein gewisses Zeitgefühl. Plötzlich hatten Menschen die Möglichkeit in bequemen Flugzeugen um die ganze Welt zu reisen. Die Outfits der Flugbegleiterinnen sind einfach fantastisch und ja, vermutlich bin ich durch Catch me if you can so stark geprägt worden, dass ich die Airline auch ein bisschen romantisiert habe.

Woran es auch immer liegt, dass ich auf die Pan Am stehe, ist im Endeffekt egal. Klar war nur, dass ich, nachdem ich die erste Vorschau für die Serie Pan Am gesehen hatte, wusste, dass ich die Serie sehen muss! Also schnappte ich mir die DVD-Box aus England und schaute alle Folgen hintereinander weg.

Am liebsten würde ich jetzt schreiben, dass ich eine neue Lieblingsserie gefunden habe und das die Handlung rund um die vier jungen Flugbegleiterinnen, die 1963 ihre Träume wahr werden lassen wollen, mich bewegt hat. Schön wäre es auch, wenn ich sagen könnte, dass mich die Bilder und die Städteaufnahmen in irgendeiner Art begeistert haben. Leider stimmt keine dieser Aussagen.

Aber, bevor ich zur Kritik übergehe, erst einmal ein paar Fakten rund um die Serie. Die us-amerikanische Fernsehserie von 2011 besteht bisher aus einer Staffel in 14 Episoden. Hauptdarsteller sind unter anderem Christina Ricci (Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen) und Kelli Garner (Aviator). Die Handlung beginnt 1963 und dreht sich hauptsächlich um vier Flugbegleiterinnen, die für Pan Am arbeiten. Jede von ihnen sieht den Beruf als eine Möglichkeit die Welt zu entdecken und gleichzeitig als Frau etwas zu erreichen.

Die einzelnen Episoden erzählen jeweils, wie die vier zusammen mit ihrem Kapitän in ein neues Land fliegen und dort Abenteuer erleben. Daneben entwickeln sich verschiedene Liebesgeschichten und Afairen – zum Teil unter den Crewmitgliedern. Nach und nach entrollt die Geschichte gewisse Motive für die Handlungen der Frauen. Maggie beispielsweise versucht die Welt zu verändern, Laura vor der Ehe zu fliehen, Colette eine Familie aufzubauen und Kate beginnt für die C.I.A. zu arbeiten.

Leider wird die Handlung etwas wirr geschildert. Es gibt ständig Sprünge in der Zeit, bei denen man nicht genau weiß ob man nun zurück- oder vorgesprungen ist. Dies passiert nicht nur innerhalb einer Folge recht häufig, sondern auch von Episode zu Episode, so dass plötzlich Figuren auftauchen oder wieder verschwinden und erst einige Folgen später klar wird, was mit ihnen passiert ist. Würde man dieses Mittel gezielt einsetzte, so könnte man sicherlich interessante Spannungsbögen aufbauen. Leider passiert dies nicht.

Während mir die Kostüme der Crewmitglieder sehr gut gefallen und auch ansonsten großer Wert auf Authentizität der Kleidung gelegt wird, scheint niemand sich wirklich mit den einzelnen Städten auseinander gesetzt zu haben. Es fällt direkt auf, dass die Crew niemals europäischen Boden betritt, sondern stattdessen alles in irgendwelchen Studios gedreht wurde. Abgesehen davon, dass man nahezu sieht wo die grüne Leinwand steht, werden daneben einige Kulissen einfach mehrfach verwendet. Die Bürgermeistervilla in Deutschland wird somit einfach zum chicen Casino.

Wenn nun die einzelnen Figuren irgendwie so etwas wie Tiefe entwickeln würden, könnte ich die Serie tatsächlich verteidigen. Leider scheitert auch dieser Versuch kläglich. Einzig Colette gebe ich eine Chance, dass sie sich irgendwie weiterentwickeln kann. Kate finde ich recht cool, aber ob da wirklich mehr Potenzial hinter der Fassade steckt, bleibt abzuwarten. Was Maggie und Laura angeht… Puh, sprechen wir nicht über die beiden.

Alles in allem gefallen mir die Kostüme, das Make-up und die Grundhandlung sehr. Leider fehlt es den Personen an Tiefgang. Bald soll eine Fortsetzung erscheinen und wahrscheinlich werde ich mir sie ansehen und hoffen, dass Laura nicht nur hübsch ist, sondern auch irgendetwas kann und Maggie endlich nicht nur von Taten spricht, sondern auch etwas tut!