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Der Riss: Was wenn dein Leben nie wieder deines ist? [Rezension]

Der Universitätsprofessor Ogi verliert bei einem Verkehrsunfall nicht nur sein Frau, sondern auch seine Freiheit. Gelähmt und ohne Möglichkeit zu sprechen ist er seinem Vormund hilflos ausgeliefert.

Der Riss ist der neuste Roman der koreanischen Autorin Hye-Young Pyun.

Es ging alles so schnell. Plötzlich tauchte der Laster wie aus dem nichts auf und dann erinnert sich Ogi nur noch an das Gefühl zu fallen. Schwerelosigkeit, bis sein Wagen auf dem Boden aufschlägt und zerschält.

Tage später wacht er aus dem Koma auf um zu erfahren, dass seine Frau den Unfall nicht überlebt hat, er eventuell nie wieder laufen, seine Arme nicht benutzen und seinen Kiefer nicht benutzen kann. Aber, versichern ihm seine Ärzte, mit regelmäßigem Training und nach wenigen Operationen, sollte Ogi wieder ganz der Alte sein. Für die Zwischenzeit ist seine Schwiegermutter, seine einzige lebende Verwandte, sein gesetzlicher Vormund und damit für seine Pflege zuständig.

Schnell treibt sie eine Pflegekraft auf und setzt sich dafür ein, dass Ogi wieder nach Hause kommen kann. Doch wie er schnell bemerkt scheint seine Schwiegermutter ihre eigenen Ziele zu verfolgen und diese sehen nicht vor, dass Ogi wieder das Haus verlässt.

Koreanischer Roman mit düsterer Note

Der Riss ist bereits Hye-Young Pyuns neunter Roman. In seinem Mittelpunkt steht Ogi, der abwechselnd davon berichtet, wie es ihm in der Gegenwart, nach seinem Unfall ergeht, und wie er vorher sein Leben gelebt hat.

Dabei inszeniert Pyun die beiden Handlungsstränge parallel. Während Ogi aus dem Koma erwacht und voller Hoffnung ist, beschreibt sie gleichzeitig wie er seine Frau kennengelernt hat und die beiden ihre gemeinsame Zukunft begonnen haben.

Von dort an beginnt der Roman immer mehr abzutauchen in die Geheimnisse, die Ogi und seine Frau umgeben haben. All die kleinen Probleme, über die sie nicht sprachen und die vielen unerfüllten Träume, die sie in ihrem Garten vergraben haben.

Und so wie Ogis Gedanken immer düsterer werden, wird auch seine Gegenwart schleichend erfüllt von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, welches durch das seltsame Verhalten der Schwiegermutter noch unterstreicht wird.

Dir beiden Handlungen kommen dabei an einen Punkt, wo unklar ist ob die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst, oder die Gegenwart dafür sorgt, dass Ogi beginnt an die dunklen Ereignisse seines Lebens zu denken.

Eindringliche Erzählung

Der Roman, in seiner eindringlichen und plastischen Erzählweise, ist definitiv nichts für schwache Nerven und hinterlässt den Leser nach jedem Kapitel mit einer gewissen Rastlosigkeit und der Frage, was denn nun noch an Aufdeckungen folgen können.

Dabei sind es die kleinen Gesten und Worte, die Pyuns Figuren so intensiv wirken lassen und in ihrer Erzählweise an Filme wie Requiem for a Dream erinnern.

Ein wirklich gelungener Roman, das hohe Niveau der koreanischen Literatur einmal mehr beweist.

Der Riss | Hye-Young Pyun | btb Verlag | 2019 | 221 Seiten | Bei Amazon bestellen

Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar von btb zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Lit Blog Con 2019

Bereits zum vierten Mal fand an diesem Wochenende die Lit Blog Con in Köln im Bastei Lübbe-Haus statt. Die Veranstaltung für Literaturblogger versucht dabei Blogger, Autoren und Verlage zusammenzubringen.

Das Event ist jedoch mehr als nur ein reiner Ort für Networking und Marketing. Vor allem versucht es Einblicke in die Verlagsarbeit zu geben, Diskussionen anzuregen und Tipps für junge Autoren zu geben.

Mit von der Partie – wie in jedem Jahr – mein Gryffindor-Schal und natürlich Kuchen.

Los ging es bereits um 10 Uhr im Forum des Bastei Lübbe-Hauses, welches für die Lit Blog Con kurzerhand zur Mini-Messe mit Verlagsständen – dieses Jahr vertreten: Bastei Lübbe, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Diogenes und Dumont -, Fotobus und Snackbereich umfunktioniert wurde.

Am Diogenes-Stand gab es nicht nur die Programmvorschau für den Herbst, sondern weitere zwei Leseexemplare. Miffy-Produkte gab es dieses Mal nicht in der Goodie-Bag, dafür konnte man sie beim Glücksrad gewinnen.

Die Panel’s der Lit Blog Con

In diesem Jahr gab es wieder einmal fünf verschiedene Termine mit jeweils fünf unterschiedlichen Vorträgen, aus denen die Besucher wählen konnten. Wie immer fanden entweder direkt mehrere interessante Vorträge gleichzeitig statt, oder gar keiner. Neben dem „heimlichen“ vorstellen der Programmvorschauen, lag der Schwerpunkt dieses Jahr eher darauf die Marketing- und Vertriebsaktivitäten der Verlage zu erklären.

Themen zu Blogs, Social Media und Influencern wurden – bis auf einen Vortrag – vollständig weggelassen. Eine seltsame Entscheidung, da die Lit Blog Con vor allem dafür kritisiert wurde, dass es zu wenige Diskussionen zu den Themen gab und die Vorträge aus den letzten Jahren immer massiv überlaufen waren. Gleichzeitig waren die Vorträge jeweils so oberflächlich, dass es vielleicht besser ist sie komplett auszulassen, als noch einmal den Unterschied zwischen Instagram und Twitter zu erklären.

Testdrucke für KiWis “ Poe: Unheimliche Geschichten“ aus der Kat Menschik-Reihe.

Für den ersten Vortrag ging es für mich zu Kiepenheuer & Witsch zu „Blackbox Herstellung“, in der vorgestellt wurde, wie aus einem fertigen Manuskript ein physisches Buch entsteht. Vom Auswählen der Schrift, der Farbe, des Papiers und Lesebändchens, zum Setzen und veredeln besonderer Szenen. Spannend wurde es vor allem dann, als erklärt wurde, wie viele Überlegungen alleine in die verwendeten Schriften gesteckt wurden. Für eines der Beispielbücher sollten beispielsweise fiktive Stasi-Akten eingebunden werden, für die extra eine Schriftart gesucht wurde, die der der alten DDR-Schreibmaschinen entspricht.

Talk zwei stellte die Arbeit vor, die hinter einer Buchmesse steckt. Wirklich überraschend hier war lediglich, dass die Anfragen für Autoreninterviews stark rückläufig sind, und Diskussionen sich eher zum Stand der Buchbrache und der Daseinsberechtigung von Verlagen gewandelt haben.

Links: Anna von Planta stellt ihre Liebe für Joey Goebel vor. | Rechts: Katja Boehnet erklärt den Aufbau von klassischen Heldengeschichten.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es direkt weiter mit Anna von Planta, Lektorin bei Diogenes, die den Autor Joey Goebel vorstellte. Um ehrlich zu sein hatte ich seinen Namen vorher nur in der Programmvorschau von Diogenes gelesen, mich jedoch noch nie mit seinen Werken beschäftigt und war nur beim Vortrag weil Anna von Buchstabenträumerei meinte, dass sich die Talks von von Planta immer lohnen.

Und ja, der Vortag wurde schnell zum Tageshighlight. Ihre Begeisterung für Autoren ist beinahe schon spürbar und ihre vielen kleinen Anekdoten rund um den Goebel sorgten beinah schon dafür, dass man ihn besser kennenlernte als seine Bücher. Die Begeisterung, mit der sie dann jedoch anfing über seine Romane zu sprechen, sorgte schnell dafür, dass alle Menschen im Raum direkt eine seiner Geschichten lesen wollten. Praktischer Weise hatte Diogenes einen ganzen Haufen Leseexemplare dabei, so dass ich vor dem nächsten Vortrag bereits anfangen konnte Irgendwann wird es gut zu lesen.

Kurz zur Einordnung: Goebel schreibt Romane über Außenseiter, die versuchen ihre eigene Träume zu verfolgen und dabei immer wieder Scheitern. Besonders spannend ist dabei, dass Goebel sowohl in Europa, als auch Japan als erfolgreicher Autor gilt, in seinem Heimatland – den USA – jedoch vollkommen unbekannt ist und nicht einmal mehr einen Verlag hat.

Panel vier war definitiv das kurioseste des Tages. Katja Boehnet, Autorin bei Droemer Knauer, stellte in ihrem Vortrag „Am Ende war’s immer der Gärtner“ vor, was gute Handlungen ausmachen und wie sich diese entwickeln lassen. Viele ihrer Hinweise waren dabei wirklich hilfreich – zum Beispiel, dass eine Geschichte immer aus starken Figuren mit einer klaren Aufgabe bestehen müssen. ABER – und hier ist ein aber in Großbuchstaben angemessen – gleichzeitig wirkte sie schnell abgelenkt, begann Fragen zu beantworten, nur um sich dann selbst zu unterbrechen und über ein anderes Thema zu sprechen, gab Fragen, die an sie gestellt wurden, an die Moderatorin weiter – die natürlich nicht beantworten konnte, worin die Motivation der Autorin bestand – und krönte den Vortrag damit, dass sie beim Lesen einer Szene aus ihrem eigenen Roman anfing zu weinen und danach nur noch schluchzend weitersprach.

Illustrationsworkshop und mein Gewinn beim Glücksrad.

Ein wenig enttäuschend war der letzte Termin des Tages. Im Illustrationsworkshop des 100 starke Frauen-Projekts, sollten wir Selbstportraits malen. Leider gab es relativ wenig Anleitung, keine Einführung zu den Materialien – an denen einige der Teilnehmer ziemlich scheiterten – und Hilfe gab es nur für diejenigen, die selbst so gar nicht vorankamen. Mehr Tipps und Hilfestellungen wären hier wirklich toll gewesen oder zumindest eine Erklärung dazu, wie die Kursleitenden Illustratoren selber arbeiten.

Zum Ausklang des Tages hatte ich tatsächlich noch Glück beim Glücksrad und durfte die letzte Miffytasse mit nach Hause nehmen.

Ausbeute der diesjährigen Lit Blog Con

Nicht nur die Tasse durfte mit heim, sondern gleich neun neue Bücher, ein Kalender, Hörspiel und Notizbuch. Alle Bücher in der oberen Reihe gab es an den Verlagsständen oder in Vorträgen. Alles in der unteren Reihe war in der Goodie Bag. 😊😊😊

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Japansticker zum herunterladen

Das Japan-Stickerset beinhaltet unter anderem Koi-Nobori-Flaggen, Onsen-Sticker, den Shinkansen, ein Wetterpüppchen, Kraniche und Totoro.

Ich bin so froh, dass ich dieses Stickerset endlich fertige habe. Um ehrlich zu sein, bin ich auch ein kleines bisschen Stolz auf mich selbst. Haha. Alle Sticker innerhalb des Sets zeigen unterschiedliche Aspekte Japans in pastelligen Tönen.

Es gibt Darumas und Koi-Nobori-Flaggen. Ihr findet unterschiedliche Speisen wie Matcha-Latte, Kuchen und Reisbällchen im Set. Der Bogen beinhaltet Pop-Culture-Referenzen, Sehenswürdigkeiten und ein paar Reise-Accessoires wie Koffer, Kameras oder auch eine Nintendo Switch.

Neben den eigentlichen Japanstickern gibt es ein paar Sticker die Rund um das Thema Reisen, wie eine Kamera, einen Koffer oder auch eine Nintendo Switch. Alles in Pastellfarben.

Insgesamt gibt es 35 verschiedene Sticker, die jeweils gut 3cm – bzw. genauer 1,25″ – groß sind.

Ihr könnt aus dem Bogen ganz einfach selber Sticker herstellen:

Mit einer Stanze lassen sich die Sticker innerhalb weniger Minuten schnell zurechtschneiden.
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Stickervorbereitungen: Ein Ausflug in die Welt von Illustrator

Ich kann nicht fassen, wie lange mein letzter Eintrag her ist. Um ehrlich zu sein, brauchte ich einfach eine kleine Pause vom Schreiben. Im letzten Jahr ist das Bloggen leider mehr Arbeit als Vergnügen gewesen, so dass ich einen Gang runterschalten musste um mich zu sammeln.

Wird es jetzt wieder mehr Inhalte geben? Ja und nein. Ja, ich werde wieder regelmäßiger schreiben, aber ich werde nicht mehr versuchen drei Artikel pro Woche zu schreiben, sondern mich lieber auf einen – oder mal zwei ;) – gute Artikel konzentrieren, damit ich nicht einfach nur „irgendwas“ geschrieben habe, sondern einen Text, auf den ich zumindest ein bisschen stolz sein kann.

Ich bin so unglaublich froh über jeden von euch und immer wieder beeindruckt wie viele von euch diesen kleinen Blog und mich begleiten. Dafür bin ich super dankbar und ich möchte, dass ihr in der Zeit, die ihr mir zur Verfügung stellt, nicht das Gefühl habt eure Zeit zu verschwenden.

Außerdem möchte ich euch wieder mehr abwechslungsreiche Artikel geben, nicht nur Rezensionen, weil ich eben noch ein Buch rezensieren muss, sondern Inhalte, auf die ich – und hoffentlich auch ihr – Lust habt.

Wieso ich Illustrator noch eine Chance gegeben habe…

Los geht es mit einem kleinen Rückblick darauf, was ich die letzten Monate getrieben habe. Oder zumindest einen kleinen Ausschnitt daraus.

Seit einigen Jahren steht immer wieder auf meiner To Do- Liste Illustrator (ein Programm von Adobe, mit dem sich Grafiken erstellen lassen, die sich unendlich vergrößern und verkleinern lassen) zu lernen um noch bessere Illustrationen, Sticker und Printables zu erstellen. Aber die Komplexität hat mich jedes Mal wieder zu Photoshop zurückkehren lassen – hat ja schließlich immer irgendwie gereicht…

Dieses Mal habe ich die Zähne zusammengebissen und mich durchgekämpft und nunja, einen ganzen Haufen Illustrationen erstellt, aus denen ich gerade Sticker erstelle, die ihr herunterladen und online verwenden oder drucken könnt.

Ein kleiner Ausblick auf die Sticker, die es bald für euch zum Download geben wird.
Ein bisschen work in progress: die ersten Skizzen, Sticker und ein Vorschau auf einen der Stickerbögen.

Bisher habe ich einen Bogen zum Thema „Japan & Reisen“ beinahe fertige und ein zweiter mit alltäglichen Gegenständen in der Vorbereitung. Es war sehr entspannend zur Abwechslung sich voll aufs Malen zu konzentrieren und dadurch neue Energie zu sammeln.

Die Japan-Sticker sind natürlich kein Zufall, denn ich werde bald noch einmal nach Japan reisen und ihr könnt euch schon auf allerhand Berichte und eine zweite Staffel – haha klingt das offiziell xD“ – von Abenteuer Japan freuen.

Mehr Einblicke und kurze Videos zu meiner Lesechallenge findet ihr übrigens auf meinem Instagram und IGTV-Kanal: @chochi_rain

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Die störrische Braut: Eine Interpretation der Widerspenstigen Zähmung [Rezension]

Der Widerspenstigen Zähmung von Shakespeare ist sicherlich eines seiner am häufigsten reinterpretierten Stücke. Die bekannteste Fassung – 10 Dinge, die ich an dir hasse – konzentriert sich vor allem auf den RomCom-Aspekt der Geschichte, während die Filmversion von Elisabeth Taylor sich vor allem – nunja, besser kann man es nicht sagen – auf die zickigen Ausraster von Elisabeth Taylor selbst konzentriert.

Die störrische Braut von Anne Tyler wählt einen dritten Weg: Eine vollkommen uninteressante Protagonistin, die von ihrem Vater zu einer seltsam motivierten Ehe gezwungen werden soll.

Die Rolle der Kathrine ist seit jeher als Beruhigung für Eltern angelegt worden. „Selbst die störrische Kate findet zum Schluss einen Mann.“ Dabei ist es egal, dass sie zu ihrem „Glück“ gezwungen werden muss. Hauptsache sie stirbt nicht als alte Jungfer. Und genau diese Motivation wird immer wieder in modernisierten Versionen aufgegriffen und versucht mit unserem modernen Denken zu verbinden. Natürlich ist Kate einfach nur eine Feministin, der noch nicht der richtige Mann begegnet ist und deshalb ist sie single, egal ob das ihrem traditionellen Vater gefällt oder nicht.

Ähnliches könnte ein Leser auch von Anne Tyler erwarten. Sie begleitet in ihrer Geschichte Kate, eine junge Frau, die voller Selbstzweifel geplagt ist. Ihre Arbeit als Erzieherin ist zwar nicht ihr Traumjob, aber immerhin hat sie Spaß an der Arbeit mit Kindern. Sie würde gerne von zu Hause ausziehen, aber eigentlich stört es sie auch nicht sich um ihren Vater zu kümmern, der als Wissenschaftler mit allem anderen beschäftigt ist, außer mit dem Haushalt. Und dann ist da noch ihre Schwester Bunny, die vor allem mit ihrem Aussehen beschäftigt ist, wenn sie nicht gerade mit allem flirtet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Ja, Kate könnte sich ein besseres Leben vorstellen, aber ihre Motivation irgendwas zu ändern ist dann doch nicht hoch genug. Auch wenn sie manchmal darüber nachdenkt, dass sie vielleicht nicht der höfflichste Mensch ist. Aber auch das stört sie nicht so richtig.

Und genau dies ist das Problem des Romans: Irgendwie ist er unzufrieden, aber eigentlich auch unmotiviert. So liest er sich und so wird er erzählt. Seltsam kurze Satzkonstruktionen, die scheinbar eine Grundmotivation haben zu einen Satz zu werden, dann aber mittendrin aufgeben.

Eine Protagonistin, die von ihrem eigenen Roman gelangweilt ist, aber auch nicht die Motivation aufbringt die Handlung voranzutreiben und nicht einmal, wie es der Titel vermuten würde, auf irgendeine Art störrisch ist.

Die Handlung scheint für einen Moment Fahrt aufzunehmen, als Pjotr eingeführt wird. Er ist der wissenschaftliche Assistenz des Vaters und soll bald in sein Heimatland zurückkehren, da sein Visum abläuft. Kurzerhand schlägt Kates Vater vor, dass sie Pjotr heiraten könnte, damit er seinen Assistenten nicht verliert. Kate sagt nein, da sie den Mann nicht kennt und nicht heiraten möchte nur um ihm ein Visum zu verschaffen.

Ihre Vater sagt zwei drei Mal bitte, Pjotr sagt, dass er Kate hübsch findet und damit könnte die ganze Sache vorbei sein. Nur geht es in Der Widerspenstigen Zähmung eigentlich darum, dass sie Kate schließlich doch noch verliebt, also wird diese seltsam unmotivierte Handlung über die nächsten Seiten gestreckt und irgendwie so etwas wie eine romantische Geschichte beschrieben, die sich in etwa wie folgt liest:

Vater: Bitte heirate ihn.

Kate: Nein.

Vater: Bitte.

Kate: Nein.

Vater: Aber er ist nett.

Kate: Ich will keinen Fremden heiraten.

Vater: Aber er ist der beste Assistent, den ich je hatte.

Kate: Nein.

Pjotr: Küss mich, Kate.

Kate: Hm, was auch immer. Okay.

Ende des Romans.

Schlechtester Roman der Hogarth Shakepeare-Reihe

Und genau diese Handlung, mit ihren seltsamen uninteressanten Figuren macht Die störrische Braut zum schlechtesten Roman der Hogarth Shakespeare-Reihe.

Weder ist die Handlung auf irgendeine neue Weise interpretiert worden, noch wird die Motivation der Figuren hinterfragt. Die Handlung des Shakespeare Stücks nimmt ihren Lauf, weil sie ihren Lauf nehmen muss. Macht es Sinn, dass Kate nicht einfach einen Fremden heiraten möchte: Absolut. Muss sie es trotzdem machen, weil dies zur Handlung gehrt: Natürlich. Gibt es eine Erklärung wie es dazu kommt: Nein.

Hinzu kommt, dass der Roman noch nicht einmal sonderlich gut geschrieben ist, so dass man sich als Leser durch 219 Seiten kämpft und dabei zunehmen das Gefühl hat, dass sich Tyler verpflichtet hat eine Interpretation Der Widerspenstigen Zähmung zu schreiben, keine Idee hatte und eine Woche vor Abgabe einfach irgendwas aufgeschrieben hat, um überhaupt einen Roman abgeben zu können.

Ich vergebe selten nur einen Stern als Bewertung, aber Die störrische Braut hat diese Bewertung deutlich gewonnen.

Die störrische Braut | Anne Tyler | 2016 | Penguin Deutschland | Bei Amazon kaufen

Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar von Penguin Deutschland zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten [Rezension]

Unerwartet wird Comissaire Le Floch zu dem Selbstmord eines jungen Aristokraten hinzugezogen. Doch schnell entpuppt sich der scheinbare Selbstmord als grausamer Mord. Nur die Frage wie der Täter den Leichnam in einem hermetisch verriegelten Raum platziert haben kann, scheint noch offen zu sein, als Le Floch weiter und weiter in Intrigen verwickelt wird, die bis zum Hof von Versailles selber zu reichen scheinen.

Dramatischer Mord in 1761

Wie schon der erste Band aus Jean-François Parot historischem Kriminalroman, entführt uns auch Band zwei in das Paris des 18. Jahrhunderts. Nicolas Le Floch hat nun erste Erfahrungen als Comissaire gesammelt und ermittelt als dieser in etlichen Mordfällen. Der neuste dreht sich um den jungen Vicomte de Ruissec, der scheinbar Selbstmord begannen hat. Kurz darauf stirbt die Mutter des Verstorbene auf ebenso mysteriöse Weise und beide Toten sind direkt verbunden mit dem Kreis um die junge Prinzessin Adélaide.

Wie es sich für einen historischen Roman gehört, erfahren wir allerlei kleine Details über die Zeit und Welt in welcher Nicolas Le Floch lebt. Kurz vor der Französischen Revolution ist die Unzufriedenheit im Volk spürbar, wenn auch noch ein Funken von allgemeiner Euphorie besteht. Noch ist das Königshaus nicht der vollkommen Verschwendung bezichtigt worden, der Krieg in Amerika hat die Staatskassen noch nicht geleert und das Volk hat genug Nahrung.

Doch in kleinen Gesprächen und Andeutungen wird klar, dass die Gedanken der Aufklärung langsam ihren Einzug halten und das Volk bewegen.

Abgelenkt durch Details

Leider sind es genau diese Details, die immer wieder von der eigentlichen Handlung ablenken und in denen sich Parot immer wieder soweit verstrickt, dass man fragen muss was diese Informationen zum Roman beitragen. In den meisten Fällen ist die Antwort leider: Nicht allzu viel.

Dennoch sind die Ausschweifungen wesentlich angenehmer geworden, als sie noch in Band 1 waren. Auch der Schreibstil hat sich erheblich gebessert und schafft ein kohärenteres Bild, welches tatsächlich Lust auf mehr macht.

Trotz aller Kritik muss man festhalten, dass die Le Floch-Reihe eine wirklich inspirierende Rolle einnimmt und den Kriminalroman spannend neu interpretiert. Weshalb es so viele Jahre gebraucht hat, bis die Reihe endlich im Deutschen Raum erschienen ist, ist mir weiterhin ein Rätsel, welches auch der kluge Nicolas Le Floch nicht zu lösen vermag.

Comissaire Le Floch und der Brunnen der Toten | Jean-François Parot | 2018 | Blessing Verlag | Bei Amazon bestellen

Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar von Blessing zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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2019 Lesevorsätze [SaSo]

Last uns das Jahr mit einem Blick auf die Buchneuerscheinungen dieses Jahres beginnen, bzw. die sechs – äääähm, zehn (?!) – Bücher, die ich unbedingt in diesem Jahr lesen möchte.

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Allein die Buchfortsetzungen, zu Reihen, die ich in den letzten Jahren angefangen habe, machen einen Großteil meiner Lesewünsche für dieses Jahr aus, denn netterweise bekommt jede Reihe bereits in diesem Jahr eine Fortsetzung und nicht erst in einem zweijährigen Rhythmus.

A Question of Holmes: Band 4 von Charlotte Holmes

Überraschender Weise erscheint in diesem Jahr der vierte Band der Charlotte Holmes Trilogie. Die Reihe erzählt eine moderne Fassung der Sherlock Holmes-Geschichten, welche die Ur-Ur-Enkel von Sherlock Holmes und John Watson – Charlotte und Jamie – in den Mittelpunkt der Handlung setzt.

Die Reihe war mit Abstand eines der besten Dinge, die ich in den letzten Jahren lesen durfte und orientiert sich stark an den Erzählstrukturen der alten Sherlock Holmes-Romane. Was mich überrascht ist, dass es nach dem dritten Band weitergeht, da diese Reihe zunächst als Trilogie angekündigt wurde. Naja, so gibt es eben mehr Lesestoff für alle Fans.

A Question of Holmes erscheint am 5.3.2019 und kann bereits jetzt bei Amazon vorbestellt werden.

Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe: Band 4 von Comissaire Le Floch

Die zweite und letzte Kriminalroman-Reihe in dieser Liste ist die Fortsetzung der Comissaire Le Floch-Reihe. In dieser begibt sich der gleichnamige Titelheld im Paris des 18. Jahrhunderts auf die Suche nach Verbrechern und wird dabei immer weiter in die Intrigen bei Hofe hineingezogen.

Besonders faszinierend an dem Setting dieser Reihe ist, dass die Handlung kurz vor Beginn der Französischen Revolution angesiedelt ist und sich mit jedem Band dieser weiter nähert. Mit jedem Roman ist die Aufgeregtheit und Unzufriedenheit des Volkes weiter zu spüren, während die Adeligen immer mehr mit sich selbst beschäftigt sind.

Eine wirklich sehr gute historische Kriminalreihe zu dessen ersten Band ihr HIER meine Rezension lesen könnt.

Der vierte von bereits 14 im Französischen Raum erschienene Romanen erscheint in seiner Deutschen Übersetzung am 24.6.2019 und kann bereits vorbestellt werden.

Der goldene Turm: Magisterium Band 5

Kehren wir zurück zu meinem Lieblingsgenre: Young Adult Fantasy. Auch in diesem Jahr erscheint ein weiterer Band der Magisteriums-Reihe von Holly Black und Cassandra Clare und ich bin bereits jetzt schon so aufgeregt, dass ich kurzerhand alle Hörbücher durchgehört habe.

Die Reihe begleitet Callum während seiner Ausbildung zum Magier, der in einer Welt des Scheinfriedens aufwächst, in welcher „Der Feind des Todes“ jederzeit zuschlagen kann.

Die wirklich wundervoll beschriebene Welt mit ihren herrlich sarkastischen Figuren hat mich von Band 1 an begeistert und ich kann kaum abwarten endlich den fünften Band in Händen zu halten.

Bereits am 28.2.2019 wird der fünfte Band von Magisterium erscheinen (bei Amazon vorbestellen).

Lock Every Door

Lock Every Door von Riley Sager ist erstaunlicherweise der einzige Einzelroman in dieser Auflistung. Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, wenn ihr mir bei Instagram folgt, war ich letztes Jahr vollkommen besessen von seinen ersten beiden Romanen – Final Girls und The last Time I lied. Beide Psychothriller waren so gut, dass ich Lock Every Door vorbestellt habe, ohne mir auch nur durchzulesen worum es geht, denn der Roman kann gar nicht schlecht werden.

Der Roman begleitet Jules, welche als Appartmentsitter auf ein Luxusappartment aufpasst. Einzige Regel: Keine Gäste. Klingt nach dem perfekten Job für Jules, doch dann hört sie seltsame Gerüchte über das Gebäude und am nächsten Tag verschwindet ausgerechnet das Mädchen, welches ihr von den seltsamen Vorgehen bereichtet hat. Ist an den Geschichten mehr dran, als Jules zunächst vermutet hat?

Whaaaaaa, ich kann gar nicht warten, bis ich diesen Roman endlich in Händen halte und es wurde bereits angekündigt, dass Sager mindestens einen vierten Roman auf den Markt bringen wird.

Lock every door wird am 2.7.2019 erscheinen und kann bereits vorbestellt werden.

Die Schlacht um Wörter und Blut: Das Buch von Kelanna

Die Schlacht um Wörter und Blut ist bereits der dritte Band der Das Buch von Kelanna-Reihe. Der Young Adult Fantasy-Roman führt den Leser in eine Welt in der Lesen bedeutet Magie zu verwenden und Bücher nicht nur selten sondern sogar gejagt sind.

Die ersten beiden Bände haben mich bereits mit ihrer packenden Handlung und ihrem wirklich tollen Design – mehr dazu gibt es in meiner Rezension zu Band 1 – verzaubert.

Band 3 erscheint am 25.4.2019 und kann natürlich schon vorbestellt werden.

Heroes of Olympus

Der letzte Punkt auf meiner 2019-Leseliste ist keine Neuerscheinung für dieses Jahr, sondern eine Reihe, die ich mir vorgenommen habe in diesem Jahr zu lesen. Heroes of Olympus ist dabei die Fortsetzung der Percy Jackson-Reihe. In der Welt der Helden des Olymps leben die Griechischen Götter unter uns und einige ihrer Kinder werden zu den Helden unserer Zeit. Heroes of Olympus begleitet vollkommen neue Helden auf ihrem Weg die Große Prophezeiung zu erfüllen.

Die Percy Jackson-Reihe habe ich im letzten Jahr gelesen und ich kann es kaum erwarten diese Fantasie-Jugendbuchreihe zu lesen, die unsere moderne Welt mit griechischer Mythologie verbindet.

Gerade habe ich mein Auge auf die Komplettbox geworfen.