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Eden Summer: Ein Buch des Dramas [Buchreview]

Jess‘ Leben ist schon kompliziert genug, als ihre beste Freundin Eden plötzlich verschwindet und sie die einzige ist, die daran glaubt, dass Eden noch lebend gefunden werden kann. nach allem was mit Iona passiert ist kann Edens Familie wohl kaum noch ein weiteres Unglück überstehen.

Das Jugendbuch Eden Summer von Liz Flanagan.

Eden Summer ist der erste Roman von Liz Flanagan. Das Jugendbuch rund um die Oberschülerin Jess folgt den Ereignissen rund um Edens Verschwinden und Jess‘ verzweifelter Suche nach ihrer besten Freundin. Gleichzeitig erzählt Jess jedoch auch von den schlimmen Dingen, die ihr zugestoßen sind und dem zurückgliegenden Sommer, der Eden für immer geprägt hat.

Dabei schafft es Flanagan gleichzeitig eine gewisse Grundspannung aufzubauen und diese zugleich durch übertriebene Dramatik zu zerstören. Es reicht nicht aus, dass Jess ein Trauma hat, nein ihre beste Freundin braucht ein zusätzliches und mit Iona stimmt auch irgendwas nicht. Selbst Liam, Edens Freund, scheint irgendwie belastet zu sein. In dieses Mischmasch aus überdramatischen Ereignissen – die jeder Grey’s Anatomy-Folge Konkurrenz machen würden – wird dann auch noch eine sonderbare Liebesgeschichte und eine sehr merkwürdige Szene mit einer Wahrsagerin geworfen, die absolut unrelevant für die komplette restliche Handlung ist und niemals wirklich aufgeklärt wird. Zusätzlich gibt es Angststörungen, Menschen, die das Haus nicht verlassen, Berührungsängste, Alkoholmissbrauch und sonderbare Dokumente.

Solide geschriebenes Buch für alle, die auf Drama stehen

Bitte nicht falsch verstehen, dieses Buch ist immer noch sehr gut geschrieben und hat einen Spanungsbogen, der den Leser langsam in seinen Bann zieht und der immer wieder die Frage aufwirft, was denn nun eigentlich vorgefallen ist und ob Eden wieder auftauchen wird. Stellenweise fiebert man sogar mit den Figuren mit, bis einem klar wird, dass die komplette Handlung sich mehr oder weniger an einem Tag ereignet und an diesem nicht nur sämtliche schockierenden Familiengeheimnisse entlüftet werden, ein Mädchen verschwindet und Jess nebenbei ihr eigenes Trauma überwinden und sich über ihre romantischen Gefühle einig werden muss.

Wäre Eden verschwunden, nachdem Iona gestorben ist, wäre dies eine vollkommen ausreichende Handlung gewesen. Hätte Jess darüber hinaus ein Trauma gehabt, wäre dies vielleicht auch noch in Ordnung gewesen. Das Mädchen, dass trotz ihrer Angststörung hinausgeht in die Welt um ihre beste Freundin zu finden, während niemand mehr an sie glaubt.

Aber die komplette Hintergrundgeschichte zu Jess ist einfach etwas zu überdramatisch, die Liebesgeschichte ist vollkommen fehl am Platz und auch die Hintergrundgeschichte zu Iona wirkt eher etwas zu übertrieben. Manchmal ist weniger mehr und lässt einen beim Lesen nicht denken: „Nun lass es endlich vorbei sein.“

Dennoch möchte ich noch einmal betonen, dass es sich um ein Buch handelt, dem ich drei von fünf Sternen gebe, denn es ist eben nicht absurd schlecht geschrieben, sondern ganz im Gegenteil sogar recht gut. Auch ist das Buch interessant, wenn auch zu sehr angereichert mit dem kompletten Drama der ganzen Menschheit.

Eden Summer | Liz Flanagan | Aladin | 2017 | 368 Seiten | Bei Amazon kaufen


Dieses Buch wurde mir von Aladin (Carlsen) zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Nerdification: Nendoroid-Liebe [SammlungsSonntag]

Zu einem guten Leben als Otaku (Anime Nerd) gehört natürlich auch immer eine Figuren-Sammlung mit lauter niedlichen Anime-Figuren. Egal ob aufwendig gearbeitet, wie diese Figur von Shiro aus No Game No Life, oder einfach nur niedlich, die meistens Anime Fans werden sich die ein oder andere Figur in ihre Wohnung stellen. Oder, wenn ihr mit mir befreundet seid, werdet ihr früher oder später mindestens eine Figur von mir erhalten haben / erhalten.

Besonders beliebt sind in den letzten Jahren die sogenannten Nendoroids von Good Smile Company. Diese sind anders als ihre statischen Counterparts veränderbar indem Gesichter, Gliedmaßen oder einzelne Accessoires ausgetauscht werden.

Jeden Monat bringt die japanische Good Smile Company einige neue Nendoroids auf den Markt, die direkt über die Seite gekauft werden können und zunächst nur in limitierter Stückzahl vorhanden sind. Wer etwas länger warten kann findet zwei bis drei Monate nach dem offiziellen Erscheinungsdatum Nendoroids in deutlich günstiger bei Aliexpress.com (quasi dem Chinesischen Amazon). Während die meisten Nendoroids zum Verkaufsstart gut 50€ kosten, findet man sie später auf Aliexpress für gut 10-20€.

Ich liebe diese kleinen Figuren, da sie wirklich sehr süß und wandelbar sind. Außerdem lassen sich alle Bestandteile mit allen anderen Figuren kombinieren, so dass man Link zum Beispiel als Pokémontrainer verkleiden kann.

Wo ihr die Nendoroids vom Bild findet:

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Breath of the Wild: 100% Liebe [Videospielrezension]

Breath of the wild ist eines der besten Videospiele, welches jemals gemacht wurde. Punkt. Geht es euch kaufen. Ausrufezeichen. Genau so klingt genau jede Rezension, die man zu Nintendos neuem Titel Breath of the Wild, der zeitgleich für die Wii U und die neu erschienen Nintendo Switch erschienen ist, liest. Aber ist das Spiel wirklich so fantastisch wie alle sagen? Ein Blick auf Breath of the Wild nach 80 Stunden Spielzeit.

Endlich geht es mit The Legend of Zelda auf der Nintendo Switch mit Breath of the Wild weiter.

Screenshot aus Breath of the Wild von Nintendo

Breath of the Wild beginnt in einem Schrein, indem der Held – Link – nach einem hundertjährigen Schlaf erwacht. Ohne Erinnerungen betritt er ein vollkommen zerstörtes Hyrule. Die Menschen haben dieses Gebiet fast vollständig verlassen, wenn sie das Glück hatten dem alles vernichtenden Krieg zu entgehen. Doch was ist vor hundert Jahren eigentlich geschehen?

Genau so ließe sich grob die Grundhandlung von The Legend of Zelda: Breath of the Wild zusammenfassen. Oder um es kurz zu machen: Link muss wieder einmal Zelda und Hyrule vor Ganon retten. Es ist die Handlung von ungefähr jedem Zelda-Spiel, welches jemals herausgebracht wurde und dennoch ist es nicht einfach ein Klon von Twilight Princess oder Ocarina of Time, sondern es entfaltet seine ganz eigene Welt.

Open World-Spiel mit phänomenalen Gameplay

Allein dadurch, dass das Spiel das erste Open World-Zelda ist, kann es nur anders sein als alle andere Teile. Der Spieler selbst kann bestimmen was er tun möchte. Direkt zum Schloss gehen und versuchen Ganon auszulöschen? Mit dem Pferd tagelang durch Hyrule reiten? Erinnerungen sammeln? Nebenquests erfüllen? Waldgeister unter Steinen hervorziehen? Dem Spieler stehen alle Türen offen und das kann schnell auf die Nerven gehen, den in vielen bereichen gibt es keinerlei Anleitung. Niemand nimmt einen an der Hand und sagt: „Zu diesen Orten musst du reisen um deine Erinnerungen zurück zu bekommen.“ oder gibt uns konkrete Hinweise. Alles muss selber erarbeitet werden. Wer Glück hat und den richtigen NPC zur richtigen Zeit trifft, erfährt wo man hin muss, wie man kocht oder ein Pferd reitet. Man kann natürlich auch einfach ausprobieren was man so alles mit den vielen Knöpfen des Controllers anstellen kann.

Genau dieses macht viele Spieler wahnsinnig, die dann doch daran gewöhnt sind, dass es irgendwo einen roten Pfaden – außerhalb der Haupthandlung, die man in beliebiger Reihenfolge durchlaufen kann – gibt. Es ist aber auch jene Sache, die Breath of the Wild auf eine Stufe zu Spielen wie Mordors Schatten bringt.

Vollkommene Freiheit bedeutet eben genau dies: Die Freiheit alles zu tun und zu erleben, wie es der Held von Hyrule erleben würde. Und dies bedeutet eben auch, dass man zufällig die richtigen Dinge in einen Kochtopf werfen muss um leckeres und vor allem heilendes Essen zu kochen, oder per Zufall einen Ort von einem Foto wiedererkennt. So funktioniert das richtige Leben und wer ein richtiges Abenteuer erleben möchte, der muss eben auch nach Schreinen suchen und bekommt nicht einfach einen fetten leuchtenden Punkt auf einer Karte angezeigt.

Obwohl, um fair zu sein, muss man natürlich zugeben, dass das Spiel die Spieler nicht vollkommen hilflos zurücklässt. Die bereiche der Haupthandlung werden auf der Karte angezeigt und in wenigen Gesprächen findet man zumindest heraus wie man sich gegen die Kält oder Hitze schützt. Ansonsten kann man sich darüber freuen auf wie viele verschiedene Arten man in Hyrule sterben kann und wie schnell man dazu lernt, dass alle Umwelteinflüsse potenziell tödlich sein können. Ob man beim Klettern abrutscht, ertrinkt, vom Blitz getroffen wird, erfriert, verbrennt oder einfach von einem Gegner – und sei er einfach eine Ziege, die man ärgert – besiegt wird, die ganze Welt kann eine potenzielle Todesfalle sein. Und ja, so ist das Leben nun einmal, wenn man versucht im Gewitter einen Berg zu erklimmen oder in einem dünnen Shirt durch den Schnee stapft.

Tolle Grafik, seltsam viele Tasten und atmosphärische Musik

Viele Menschen mögen den papierartigen look nicht, den die letzten Zelda-Titel und besonders Spiele wie Wind Waker hatten. Statt 3D-Animation, die „echte Welt“ schreit, spielt die Reihe schon seit längerem mit einem Stil, der eher versucht wie ein Bilderbuch zu wirken. Persönlich finde ich genau dies sehr, sehr schön, denn das Spiel erzählt eine Geschichte – ein Märchen, wenn man so möchte –, welches durch die gängige 3D-Animation mit highend-Texturen schnell wie jedes andere open World-Fantasy-Spiel wirken würde und nach wenigen Jahren veraltet wirkt.

Stattdessen wagt Nintendo etwas anderes und gibt Breath of the Wild einen Stil, der malerische Landschaften – nun ja – wie gemalt aussehen lässt. Dies erschafft wunderschöne Bildwelten, die man stundenlang betrachten möchte. Einziger Wermutstropfen: Manchmal sind die Animationen nicht ganz auf den Punkt. So greift Link beim Klettern in die Luft.

Auch an die vielen Tasten, die gleichzeitig im Kampf gedrückt werden müssen, wirken im ersten Moment etwas zu kompliziert. Ja, der neue Nintendo Switch Controller hat 18 Tasten, aber müssen sie wirklich alle bei einem Spiel eingesetzt werden? Zudem sind die beiden Joysticks, die auf unterschiedlichen Höhen des Controllers liegen, nicht ganz optimal platziert, aber dafür kann das Spiel ja nichts.

Wenn man sich auf etwas bei Zelda verlassen kann, dann sind es Hühner und Krüge. Und natürlich auch der wirklich sehr gute Soundtrack. In diesem Fall stammt die Musik von Manaka Kataoka, der auch schon den Soundtrack für The Legend of Zelda: Spirit Tracks und Animal Crossing: New Leaf lieferte. Egal in welcher Situation, die Geräusche und Lieder passen perfekt zur Stimmung. Mal schicken die Lieder den Spieler auf die Reise in eine friedlichere Zeit, mal warnen sie ihn vor drohender Gefahr. Dabei werden altbekannte Lieder wie Zeldas Wiegenlied wieder aufgegriffen und subtil erneuert.

Zu recht gehypt?

Es ist vollkommen verständlich, dass Breath of the Wild solch fantastische Rezensionen bekommen hat. Die Grafik und der Sound sind unglaublich beeindruckend. Die komplette Atmosphäre des Spiels ist einfach nur toll. Spieler, die die alten Spiele kennen, werden sich über kleine Details – Die Zitadelle der Zeit, Krogs, Impa – freuen können, während neue Spieler ein wirklich großartiges Spiel vorfinden.

Das Gameplay ist nicht unbedingt revolutionär, zeigt jedoch, dass Nintendo vollkommen in der Gegenwart angekommen ist und nicht nur Spiele für Kinder und casual gamer produziert. Persönlich hätte ich mir noch mehr Handlungsszenen gewünscht, aber da ist ja jeder Spieler anderes.

Nach gut 80 Stunden Spielzeit habe ich die Haupthandlung, 3/4 der Schreine, etwa die Hälfte aller Krogs, alle Erinnerungen und einen guten Teil der Nebenquests erledigt. Aber, nach so vielen Stunden ist eben noch genug in Hyrule übrig, was entdeckt werden kann und was ich entdecken möchte. Und im Zweifelsfall kann man einfach mit seinem Pferd in den Sonnenuntergang reiten und die wundervolle Atmosphäre genießen.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist für Wii U und Nintendo Switch erhältlich (Jetzt bei Amazon kaufen)

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Nach einer wahren Geschichte: Ein Hörbuch über die Wahrheit

Nach und nach fällt es der Autorin Delphine immer schwerer zu schreiben. Bis sie irgendwann nicht einmal mehr eine E-Mail verfassen kann. Nur ihre Freundin L. was von ihrem Geheimnis, ja, sie ist es sogar die Delphine deckt und ihre Texte verfasst, als jene nicht einmal mehr zwei Worte miteinander verbinden kann.

Nach einer wahren Geschichte vn Delphine De Vigan ist einer der besten Roman, die jemals geschrieben wurden und ein wunderbares Hörbuch, welches man lieben muss.

Delphine hat gerade ihren großen Roman veröffentlicht. Die Geschichte ihres Lebens, die sie schnell zu einer der meist gefeiertsten Autoren Frankreichs machst. Doch immer wieder muss sie sich die gleiche Frage anhören: Wie viel aus dem Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert, entspricht wirklich der Wahrheit und was wurde hinzugefügt? Gleichsam stellt sie sich die Frage, was sie überhaupt noch als nächstes schreiben soll oder vielmehr schreiben kann, denn im Schatten dieses Romans wird jedes andere Buch keine Chance mehr haben.

Mitten in dieser Sinnkrise trifft sie auf einer Party die überaus beeindruckende L., die schnell zu einem festen Bestandteil von Delphines Leben wird, sie als Freundin unterstützt und ihr gleichzeitig immer wieder die Frage stellt, wann sie denn endlich ein neues Buch verfassen wird.

Es ist auch L., die als erstes bemerkt, dass Delphine nicht mehr schreiben kann und nahe zu in Panik verfällt, wenn sie nur einen Brief beantworten soll. Und somit übernimmt L. nach und nach das Schreiben für Delphine. Und obwohl Delphine ihrer neuen Freundin kaum dankbarer sein könnt, kann sie doch nicht das Gefühl abschütteln, dass mit L. irgendetwas nicht stimmt.

Phänomenaler Roman mit unglaublich guter Erzählstimme

Mit Nach einer wahren Geschichte ist Delphine de Vigan ein wahres Meisterwerk gelungen, welches sich mit zwei großen Fragen der Literatur auseinandersetzt. Zum einen thematisiert der Roman den Roman als solches. Er fragt danach was ein Roman leisten kann, was er über einen Autoren aussagt und vor allem wie viel Wahrheit ein Roman enthalten kann. Selbst bei einem autobiographischen Roman schwingt immer die Perspektive des Autors mit und wird uns niemals ein objektives oder wahres Bild liefern können.

Zum anderen fragt Nach einer wahren Geschichte was überhaupt „wahr“ ist. Wann wird etwas zur Wahrheit oder Wirklichkeit? Wenn genug Menschen an etwas glauben, wird es dann wahr? Und wenn dieses Wahre von einem Autor festgehalten wird, entspricht es dann immer noch der Wahrheit oder wird es lediglich zu einer Geschichte, wie jede andere?

„Selbst wenn es geschehen ist, selbst wenn etwas geschehen ist, was dem gleicht, selbst wenn etwas nachprüfbare Fakten sind, bleibt es immer noch eine Geschichte, die man sich erzählt. Wir spielen uns gegenseitig etwas vor. Und im Grunde ist vielleicht das das Entscheidende.“
– Nach einer wahren Geschichte – Delphine de Vigan

Diese Frage nach der Wahrheit ist es, die die Protagonisten immer wieder in Gesprächen thematisieren. Auch sorgen sie dafür, dass Delphine jene Filme und Bücher, die sie sieht und liest, immer kritischer hinterfragt, denn viel zu viele basieren auf wahren Begebenheiten, ohne dass sie kennzeichnen würden, wo die Fantasie aufhört und die Wahrheit beginnt.

Und so ist es auch sie, die Erzählstimme des Romans – und somit des ungekürzten Hörbuchs –, die uns immer wieder darauf hinweist, dass das, was wir gerade lesen, nur ein Roman ist. Eine Geschichte, die zwar für sich beansprucht Nach einer wahren Geschichte entstanden zu sein und dennoch nur ein Roman ist. Dieser unzuverlässige Erzähler, der uns permanent eine Geschichte als autobiographisch verkaufen möchte nur um dann wieder zu sagen, dass wir ihm auf keinen Fall trauen dürfen, ist es, die diesen Roman zu einem der besten macht, den ich jemals gelesen habe.

Eine Stimme zum verlieben, eine Stimme, der man nicht trauen darf

In der ungekürzten Hörbuchfassung von Randomhouse Audio verleiht die Schauspielerin Martina Gedeck (Nachtzug nach Lissabon, Das Tagebuch der Anne Frank) Delphine ihre Stimme. Ihre sanfte, melancholisch und gleichzeitig kräftige Stimme, lässt direkt das Bild einer fröhlichen Französin entstehen, die durch die Straßen von Paris streift, mit ihren Freunden philosophiert und sich ihrer Macht als Frau durchaus bewusst ist.

Sie entführt den Zuhörer in ihre eigene Welt und dort bleibt ihm nichts anderes übrig, als gebannt an ihren Lippen zu hängen und jedem ihrer Wörter zu lauschen, bis sie ihre Erzählung beendet hat. Dabei bin ich sehr, sehr froh, dass sich der Verlag gegen eine gekürzte Fassung entschieden hat, denn Nach einer wahren Geschichte ist ein Roman, der von jedem noch so winzigen Detail lebt. Eine Geschichte über eine beiläufige Geschichte über einen Fantasiefreund kann schnell dafür sorgen, dass man das komplette Geschehen der Geschichte in Frage stellt. Und dieser eine Nebensatz, der viele Seiten später noch einmal aufgegriffen wird, bekommt plötzlich eine vollkommen neue Bedeutung, wenn man ihn in einem anderen Zusammenhang liest. Und genau diese Überraschungen, die der Roman beinhaltet, werden von Gedecke mal nachdenklich, mal voller Überzeugung nicht nur vorgelesen, sondern mit Leben versehen. Und immer ist es ihr leicht schelmischer Unterton, der uns fragt: „Ist dies alles wahr?“

Nach einer wahren Geschichte | Randomhouse Audio | Hörbuch | 9h 37min | 2016 | Bei Amazon kaufen


Dieses Hörbuch wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt. Es hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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6 abgedrehte Animes für eure Watchliste [Sammlungssonntag]

Von den großen Anime Serien, die überall gehypt werden hört man immer wieder. Egal ob Attack On Titan, One Punch Man oder Tokyo Ghoul, es sind immer die gleichen Reihen, die genannt werden, wenn man jemanden fragt, welche Animes er gerade guckt. Genau um diese Serien soll es heute jedoch nicht gehen. Ich werfe einen Blick auf Serien, die zum einen sehr viel kürzer sind und die sich vermutlich nur mit den Worten „abgedreht“ und „verrückt“ beschreiben lassen.

Himouto! Umaru-chan

Umaru-chan ist sehr schnell einer meiner Lieblingsanimes geworden. Die bisher 12 Folgen umfassende Serie – Gerüchten zufolge erscheint 2017 eine neue Staffel – erzählt Episoden aus dem Leben von Umaru-chan. Die High School-Schülerin ist nahzu perfekt: hübsch, beliebt und natürlich mit perfekten Noten. Bis sie nach Hause kommt und zu einem winzigen Wesen zusammenschrumpft, welches seine tage damit zubringt Videospiele zu zocken und Animes zu gucken. Ganz zum Leidwesen ihres großen Bruders…

Die Serie ist unglaublich komisch und enthält viele Anspielungen an Videospiele und andere Animes. Ein Muss für alle Nerds!

No Game No Life

Auch No Game No Life thematisiert Nerds. Anders als bei Umaru-chan befasst sich diese Serie jedoch mehr mit den Schattenseiten des Geekdaseins, den sogenannten NEET’s, die sich weigern das Haus zu verlassen und zunehmend soziale Phobien entwickeln. Im Mittelpunkt dieses trotz allem sehr komischen Animes stehen der 18-Jährige Sora und seine 11-Jährige Schwester Shiro. Beide verbringen ihre Zeit damit Videospiele zu spielen und die Schule zu schwänzen, bis sie von der Göttin der Spiele in eine Welt gebracht werden, in denen alle Handlungen über Spiele entschieden werden. Selbst wer der nächste König eines Landes wird, entscheidet sich mit einer Reihe von Spielen und schnell ist für Sora klar, dass er endlich ein Ziel im Leben hat: Er will Herrscher werden.

Trotz der eher problematischen Grundstimmung ist dieser zwölf Folgen lange Anime sehr witzig und eher in den Bereich der Comedy einzuordnen. Er basiert auf einer Light Novel von Yuu Kamiya.

Re:zero

Im Grunde ist Re:zero das dramatische Gegenstück zu No Game no Life: Subaru Natsuki, der sein Haus nicht mehr verlässt, wird plötzlich in eine andere Welt gebracht. Als er kurz darauf umgebracht wird, stellt er fest, dass er von den Toten zurückkehren kann.

Auch dieser 25 Folgen lange Anime basiert auf einer Light Novel.

Kiss him, not me

„Abgedreht“ ist vermutlich das einzige Wort, welches diesen romantischen Comedy-Anime beschreiben kann. Kae Serinuma, ein dickliches Fangirl wie es im Buche steht, ist so schockiert, als ihre Lieblingsfigur aus einem Anime hinausgestrichen wird, dass sie sich tagelang in ihrem Zimmer einschließt. Als das Yaoi liebende Mädchen endlich wieder aus ihrem Zimmer kommt, hat sie durch den Schock so viel abgenommen, dass sie plötzlich bildhübsch ist. Zurück in der Schule fangen nun plötzlich vier der Jungs an um ihre Gunst zu kämpfen. Ganz zu Kaes Missfallen, den sie würde lieber sehen wie die vier miteinander zusammenkommen würden.

Auch dieser etwas andere High School-Anime basiert auf einem Manga und ist in zwölf Folgen abgeschlossen.

Non Non Biyori

Non Non Biyori begleitet vier Schülerinnen aus einem winzigen Ort in Japan. Da die vier die einzigen Kinder sind, die im Grund- und Mittelschulalter sind, werden sie gemeinsam unterrichtet. Eine Tatsache mit der Hotaru Ichijo, die gerade mit ihrer Familie von Tokyo in das Dorf gezogen ist, erst einmal versuchen muss klar zu kommen.

Im Grunde ist dieser zwölf Folgen umfassende Anime von 2013 – ja, er ist schon etwas älter – ein sehr gutes Beispiel für Schul-Animes, in denen der Alltag einiger Mädchen in Japan gezeigt wird.

Welcome to the N.H.K.

Zum Schluss kommt man nicht um Welcome to the N.H.K. herum, wenn man über abgedrehte Animes spricht. Dieser 24 Folgen umfassende Anime, der auf einem Roman von 2002 basiert, erzählt vom harten Leben des Hikikomori Tatsuhiro, der sich weigert sein Haus zu verlassen. Der Zustand, der zunächst mit einigen kleinen sozialen Problemen begonnen hat, steigert sich immer weiter, bis er fast vollkommen in einer Art paranoiden Wahn verschwindet, der ihn daran hindert mit anderen Menschen zu reden, bis er Misaki trifft…

Die Geschichte rund um Tatsuhiro ist keinesfalls witzig und weit, weit entfernt von der Leichtigkeit, die No Game No Life trotz allem verbreitet. Der Anime spricht über ein ernstes Problem, welches in Japan von immer größerer Wichtigkeit ist.

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Das Buch der Wunder: Es gibt keinen Traum, nur unterschiedliche Frequenzen [Buchrezension]

„Es gibt keine Fantasie.
Es gibt keinen Traum.
Alles, was gedacht oder geträumt werden kann, existiert. Nur auf anderen Frequenzen. Du allein bestimmst was aus dem Nebel der Möglichkeiten wirklich auftaucht. […] Es gibt keine Grenzen.“
– Stefan Beuse – Das Buch der Wunder

Der neue Roman von Stefan Beuse Das Buch der Wunder.

Tom und Penny sind die wohl unterschiedlichsten Geschwister, die man sich vorstellen kann. Tom liebt die Wissenschaft und alles, was man durch sie erklären kann. Und in seinen Augen kann man alles durch Wissenschaft erklären. Penny hingegen hofft nicht nur auf Wundern, nein, sie ist überzeugt davon, dass sie sie selbst vollbringen kann. Doch während Tom an seiner Meinung festhält, wirft ihn das von Penny geschriebene Buch der Wunder vollkommen aus der Bahn. Kann das, was sie aufgeschrieben hat, wirklich der Wahrheit entsprechen?

Jahre später ist Tom bei einer Agentur angestellt und ist sich sicher, dass alles, was er als Kind erlebt hat, einem Fiebertraum zuzuschreiben sein muss. Denn das was er gesehen hat, kann niemals der Wirklichkeit entstammen. Auch nicht jener, die Penny für ihn beschrieben hat…

Feinfühlig geschriebener Roman auf der Suche nach der Wirklichkeit

Der Autor und Journalist Stefan Beuse befasst sich in seinem achten Roman hauptsächlich mit der Frage danach was Wirklichkeit eigentlich ist. Kann sie für jeden Menschen gleich sein und wenn nicht, welche Form der Realität entspricht dann der Wahrheit? In philosophischen Gespräche, die als harmloser Dialog zweier Kinder beginnt, versucht Penny ihrem Bruder immer wieder zu beweisen, dass es Wunder gibt, während er mit Hilfe von Wissenschaft Gegenargumente zu finden sucht.

Fein granuliert versucht er nicht nur seinen Protagonisten, sondern auch den Leser mit un erklärlichen Vorfällen zu konfrontieren nur um danach zu fragen: Und wo ist deine Wissenschaft jetzt?

„Und irgendwann hatte es eine Version der Geschichte gegeben, mit der sie zufrieden war. Das sei jetzt die Wahrheit, hatte sie gesagt, und die Wahrheit dürfe nicht verändert werden.“

Besonders faszinierend hierbei ist die Veränderung die Tom im Laufe des Romans erlebt. Er reift vom Kind zum Jugendlichen zum Erwachsenen heran. Durch Schicksalsschläge und Veränderungen entwickelt er sich weiter und gleichzeitig behält er immer Pennys Fragen im Hinterkopf und mit ihnen die alles umspannende Gewissheit, dass nichts, was im Buch der Wunder steht wahr sein kann und dennoch wahr sein muss. Schließlich hat er den Spiegelsee gesehen. Oder etwa nicht?

Wunderbar!

Der in vier Teile, vier Lebensabschnitte, vier Erkenntnisphasen gegliederte Roman Das Buch der Wunder ist eines der spannendes Werke des Jahres. Mal beschreibt er trocken humorvoll die Vorgänge in einer Werbeagentur – so nah an der Realität, dass viele die Beschreibung für vollkommen übertrieben hinnehmen werden –, dann wird das Innenleben zweier Kinder untersucht, die mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters überfordert sind. Immer ist es die gleiche Reflektierende Stimme, die die Handlung voran treibt und die Ereignisse und Vorhersagen miteinander verwebt, bis nicht mehr klar ist ob es sich um ein von langer Hand geplantes Geschehen oder eine zufällige Übereinstimmung handelt.

Wirklich sehr wunderbar ist auch die Gestaltung des Romans, welches den Omnipräsenten Dschungel auch auf dem Umschlag des Romans weiterleben lässt. Wer wirklich etwas finden möchte, was man an diesem Buch bemängeln kann, dann wohl nur, dass das Coverdesign, welches um den Umschlag herumläuft, durch einen sonderbaren blauen Buchrücken unterbrochen wird. Wenn man den unbedingt etwas bemängeln muss.

Das Buch der Wunder | Stefan Beuse | Mairisch Verlag | 2017 | 222 Seiten | Bei Amazon kaufen


Vielen Dank an den Mairisch Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Bücher auf die wir uns 2017 freuen können [SaSo]

Für den Sammlungssonntag habe ich relativ lange keinen Blick mehr auf Bücher geworfen. Heute soll es um Buchneuerscheinungen gehen, auf die ich mich 2017 besonders freue.

2017 bringt neue Bände der pelican Shakespeare Edition, den vierten Band der Magisteriums Reihe und das finale Buch von To all the boys I loved before.

Buchcover: Amazon.de

Um ehrlich zu sein ist dies nur ein sehr, sehr, sehr kleiner Ausschnitt der Bücher auf die ich mich freue und eigentlich deckt die Liste vor allem Bücher ab, die bis Mai erscheinen. Es gibt einfach viel zu viele Bücher, die jedes Jahr herauskommen, als dass ich mich sinnvoll limitieren könnte. Aber nun gut dies sind meine sechs „Favoriten“:

Wires and Nerve

Im letzten jahr bin ich so ziemlich jedem Menschen mit meiner Obsession der Luna Chroniken auf die Nerven gegangen. Glücklicherweise kann ich diese mit Wires and Nerve nun auch ins Jahr 2017 retten. Wires and Nerve ist eine Graphic Novel, die gemeinsam mit Zeichner Douglas Holgate entstanden ist und von den Abenteuern des Roboters Iko berichtet. Die Geschichte ist dabei so angelegt, dass man sie als Fortsetzung der Luna Chroniken lesen kann, diese jedoch nicht gelesen haben muss um die Geschichte zu verstehen.

Die Englische Fassung ist bereits im Januar erschienen und kann bei Amazon gekauft werden. Eine Deutsche Fassung ist noch nicht angekündigt worden.

The Last of August

Band zwei der Charlotte Holmes-Reihe – The last of August – folgt den Holmes- und Watson-Nachfahren – Charlotte Holmes und Jamie Watson – nach Berlin wo sie gleichzeitig versuchen einen Kunstfälschungsring zu enttarnen und Charlottes Onkel wiederzufinden. Der zweite von drei Bänden ist im Februar erschienen und ist unglaublich spannend. Ein muss für alle Sherlock Holmes-Fans.

The last of August bei Amazon kaufen

As you like it / Pelican Edition Neuauflage

Die wirklich schönen neuen Ausgaben der Shakespeare Pelican Edition haben uns letztes Jahr schon einige von Shakespeares Klassikern – darunter Romeo & Julia und Hamlet – beschert. Dieses Jahr bringt Penguin Books einige der Komödien und Historien-Dramen neu heraus. Besonders freue ich mich hierbei auf As you like it, welches im Juni erscheinen wird.

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Magonia

Magonia rund um das kranke Mädchen, welches plötzlich in der Fremde Abenteuer erlebt, steht schon seit letztem Jahr auf meiner Leseliste. Anfang April erscheint nun endlich auch die deutsche Ausgabe dieser viel gelobten Fantasyreihe.

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Magisterium – Band 4

Leider, leider gibt es bisher noch keine Angabe wann die deutsche Fassung des vierten Bandes der Magisteriums-Reihe erscheinen wird. Wohl aber wird die englische Fassung spätestens im Herbst 2017 erscheinen. Zu meiner großen Freude, denn ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie die Geschichte um den Zauberlehrling Call und seine Freuden weitergeht.

Band vier von Magisterium vorbestellen

Always and forever Lara Jean

Ein wenig peinlich ist es mir ja schon, dass die Liebesgeschichte rund um Lara Jean es auf meine Vorfreudenliste geschafft hat. Der dritte und letzte Teil der Reihe um die Highschool-Schülerin Lara Jean, deren Leben aus den Fugen gerät nachdem ihre heimlichen Liebesbriefe verschickt werden, ist in der englischen Ausgabe für Mai 2017 angekündigt.

Always and forever Lara Jean vorbestellen

Ich freue mich darüber hinaus auch noch zusätzlich auf so ziemlich jedes Buch, welches 2017 im Mairisch-Verlag erscheint, hoffentlich eine Taschenbuchversion der Murakami Autobiografie, hoffentlich eine Buchfassung des zweiten Phantastische Tierwesen-Films und das gerade erst erschienene 100 Manga Artists aus dem Taschen Verlag.