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Anime Season Winter 2021: Was soll ich gucken?

Der Beginn des Jahres markiert auch immer den Start der neuen Anime-Winter-Season. Wie so oft habe ich das Gefühl, dass die Winter-Season einen Ticken besser ist, als die Sommer-Season. Zumindest kann man dies bei dem diesjährigen Lineup durchaus vermuten. Heute gibt es eine Liste mit den sechs Anime der aktuellen Season, denen ihr eine Chance geben solltet.

Bilder von: https://myanimelist.net/ (alle Rechte liegen bei den zugehörigen Studios)

The Promised Neverland Season 2

The Promised Neverland ist einer dieser Anime, der einen packt und nicht mehr loslässt. Der Anime erzählt von drei Kindern, die abgeschlossen von der Außenwelt wohlbehütet aufwachsen, bis sie merken, dass ihre Welt nicht so ist, wie sie scheint. Bereits Staffel eins war bis zur letzten Minute Spannung pure. Dieses Jahr geht das Studio Cloverworks in die zweite Staffel, welche direkt am Ende der ersten ansetzt. Es warten also 12 Folgen der ersten Staffel, die es aufzuholen gilt.

In Deutschland guckbar bei Crunchyroll. Erscheint jeden Freitag.

Horimiya

Horimiya oder Hori-san to Miyamura-kun ist einer dieser Manga, der das Herz berührt. Nicht nur, weil er im Genre der Romance-Manga angesiedelt ist, sondern weil jede Figur und ihr Gefühlsleben auf eine solch filigrane Weise beschrieben werden, dass man kaum umher kommt sich in diese Welt und ein bisschen zu verlieben.

Erzählt wird die Geschichte der Highschoolschüler Hori-san und Miyamura-kun. Während sie „das hübsche Mädchen der Klasse ist“, wird er als „der Otaku“ abgestempelt und ausgegrenzt. Durch einen Zufall lernen sich die beiden außerhalb der Schule kennen und müssen schnell feststellen, dass hinter diesen Stereotypen nicht nur sehr viel mehr steckt, sondern sie endlich jemand gefunden haben, bei dem sie so sein können, wie sie wollen.

Der Anime wird ebenfalls von Cloverworks produziert und überzeugt auf allen wichtigen ebenen: Animation, Musik, Synchronisation und Handlung. Eine Warnung: Auch wenn der Anime auf den ersten Blick recht oberflächlich wirkt, erreicht er schnell eine Tiefe, die fast ein bisschen wehtut, und sich dabei mit Themen wie Mobbing und Suizidgedanken beschäftigt. Für mich gehört die Serie jetzt schon zu einer meiner absoluten Favoriten, auch wenn er nicht alle Fassetten des Manga von HERO aufgreifen kann.

In Deutschland guckbar bei Wakanim. Erscheint jeden Samstag.

Yuru Camp Season 2

Auch Yuru Camp geht dieses Jahr in die zweite Staffel. Der Anime rund um fünf Mädchen, die gemeinsam Campen bringt eine neue Staffel voller bildgewaltiger Japaneindrücke und entspannter Momente. Dieser Anime eignet sich für jeden, der einfach abschalten möchte. Die erste Staffel umfasst 12 Folgen, die schnell aufgeholt werden können. Mit einem Anilist-Score von 8,27 gehört dieser Anime zu einem der meistempfehlten der letzten Jahre.

In Deutschland guckbar bei Crunchyroll. Erscheint jeden Donnerstag.

Jobless Reincarnation

Jobless Reincarnation fällt auf dieser Liste gleich doppelt auf. Zum einen ist es ein Isekai auf einem Blog einer Person, die immer wieder betont, dass sie Isekai nicht mag. Zum anderen ist dieser Anime etwas … speziell. Dazu aber gleich mehr.

Jobless Reincarnation begleitet einen 34-jährigen Otaku und Hikikomori, der in den ersten Minuten der Geschichte stirbt und als Rudeus in einer Fantasy-Welt wiedergeboren wird. In dieser kann er sich an alles aus seinem alten Leben erinnern. Die Handlung folgt ihm dabei, wie er von Babyalter an größer wird, Magie und Schwertkampf lernt. Dabei sehen wir zwischendurch Einblicke in sein altes Leben und sehen wie er seine bisherigen Lebenserfahrungen nutzt. Gleichzeitig wird immer wieder klar, dass er ein Leben voller Ängsten geführt hat, von denen er sich auch als Rudeus nicht ganz befreien kann.

Was diesen Anime auszeichnet neben seiner unglaublichen Bildgewalt – jede Folge könnte ohne Schwierigkeiten aus einem Kinofilm stammen – die Art wie eine Geschichte in einem relativ ausgelutschten Genre erzählt wird und damit das Gefühl gibt, dass Isekai so viel mehr sein könnte, als immer wieder aus ihm gemacht wird.

Leider hat der Anime auch ein paar schwierige Momente. Immer dann, wenn Rudeus aka. der Otaku versucht sich Frauen zu nähern und ausnutzt, dass er ein „unschuldiges Kind“ ist. Auch wenn dies immer wieder auf sein Gewissen schlägt und er versucht sich nach und nach zu ändern, so hält dies den Zuschauer davon ab, wirklich mit ihm mitfühlen zu können.

In Deutschland guckbar bei Wakanim. Erscheint jeden Sonntag.

Wonder Egg Priority

Obwohl die aktuelle Season sich fast ihrem Ende zuneigt, ist Wonder Egg Priority immer noch ein Rätsel für mich. Der von Cloverworks – ja, alle drei aktuellen Anime des Studios haben es auf meine Liste geschafft – produzierte Anime fokussiert sich auf die Protagonistin Ai, welche seit dem Tod ihrer besten Freundin nicht mehr in die Schule geht. Als sie ein Insekt beerdigt ertönt plötzlich eine sonderbare Stimme, die ihr zur Belohnung ein sonderbares Ei gibt. Aus diesem schlüpft kurz darauf ein Mädchen, welches von sonderbaren Wesen gejagt wird. Ausgerechnet diese soll Ai aufhalten. Schon bald muss sie merken, dass sie mit dieser Aufgabe nicht allein ist…

Wonder Egg Priority ist genauso schön, wie mysteriös. Müsste man ihn mit einem anderen Anime vergleichen, so fällt einem direkt Puella Magi Madoka Magica ein. Ansonsten wirkt dieser psychologische Fantasy-Anime als müsste man für ihn ein neues Genre entwickeln, in welches sich Werke wie ID: Invaded einordnen ließen.

In Deutschland guckbar bei Wakanim. Erscheint jeden Dienstag.

Bottom-Tier Character Tomozaki

Zum Schluss noch eine etwas eigenwillige Empfehlung: Bottom-Tier Character Tomozaki. Der Rom-Com-Anime erinnert an einen Harem-Anime mit einer wirklich sonderbaren Handlungsprämisse: Tomozaki ist der beste Spieler eines Smash-Bros.-artigen-Videospiels. Als er eines Tages auf den zweitplatzierten Spieler trifft, muss er feststellen, dass es sich bei ihm um seine attraktive Klassenkameradin Hinami handelt. Diese nimmt ihn kurzerhand unter ihre Fittiche, damit er nicht nur in Videospielen, sondern auch im Spiel des Lebens einer der besten Spieler wird. Mit unterschiedlichen Aufgaben versucht sie ihm dabei zu helfen in der sozialen Hierarchie der Schule aufzusteigen und das ultimative Ziel eines jeden Highschool-Schülers zu erreichen: eine Freundin zu finden.

Die Grundhandlung ist etwas einfach und fällt definitiv in das Klischee „der unscheinbare Held ist überraschend beliebt bei allen Mädchen in seiner Nähe“. Dennoch ist die Serie mit sehr viel Humor geschrieben und nimmt sich selber nicht zu ernst, was diesen Comedy-Anime zu einem netten Teil der diesjährigen Season macht.

In Deutschland guckbar bei Wakanim. Erscheint jeden Freitag.

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Digimon Adventure 2020: Seelenlose Kindheitserinnerungsverwertung

Als nach dem Ende von Digimon Adventure: Tri eine neue Digimon-Serie angekündigt wurde, war ich sehr, sehr aufgeregt. Ich dachte, dass es ein Remake der ersten Staffel mit dem neuen Animationsstil geben würde. Ich freute mich darauf die Folgen, die ich als Kind geliebt hatte noch einmal zu sehen. Die Realität hätte kaum weiter davon entfernt sein können.

Soweit ich es beurteilen kann – leider habe ich den Manga vor etwa 20 Jahren gelesen – orientiert sich Digimon Adventure (2020) stärker an der Handlung des Manga. Die Geschichte folgt dem Grundschüler Taichi Kamiya, der eines Tages zufällig in der Digitalen Welt landet, einer Welt die von kleinen Monstern, den Digimon, bevölkert wird. Da die Digitale Welt mit unserer Welt verbunden ist, haben Ereignisse in der einen, Auswirkungen auf die andere Welt.

Schnell trifft Taichi auf Agumon, an dessen Seite er gemeinsam ein Digimon besiegt, welches in Tokyo das Zugnetzwerk verrückt spielen lässt. Kaum ist diese Krise überstanden droht schon der nächste Kampf und er entdeckt, dass es noch andere Kinder gibt, die es in die Digitale Welt verschlagen hat.

In wenigen Folgen nimmt das Tempo der Serie immer weiter zu. Omegamon erscheint, immer neue Gegner sorgen für immer größere Krisen und in den ersten zehn Folgen haben wir bereits die sechs auserwählten Kinder und ihre Digimon in mindestens einer Digitation kennengelernt.

Dies wäre der Punkt wo die alte Serie den Kindern und somit Zuschauern eine Verschnaufpause verschafft. In denen wir sehen wie Agumon mit Taichi zusammen Burger essen geht oder alle zusammen eine Heiße Quelle finden. Wir lernen die Figuren und ihre Motivationen kennen und beim nächsten Kampf fiebern wir umso gebannter mit.

Doch diese Serie hat ein ähnliches Problem, wie viele der aktuellen Shonen Serien: Sie fokussiert sich auf Kämpfe und Abenteuer und vergisst dabei, dass diese uninteressant werden, wenn es keinen Grund gibt mit den Helden mitzufiebern. Noch stärker tritt diese Problematik zu Tage, wenn man im Vergleich auf Digimon Adventure: Final Evolution Kizuna gucken. Der Film aus dem letzten Jahr erzählt das finale Kapitel der bisherigen Digimon Adventures-Serie. Es zeigt wie Taichi, Yamato und Co. Erwachsen werden und langsam feststellen müssen, dass sie nicht für immer mit ihren Digi-Partnern zusammenbleiben können.

Die Geschichte greift dabei einzelne Momente aus den bisherigen Serien und Verfilmungen auf und zeigt uns wie jeder einzelne Digiritter mit seinem Partner zusammen gewachsen ist. Die Szenen die dabei hochkommen sind nicht di großen Kämpfe, sondern die kleinen Momente. Sie zeigen, dass der geborene Anführer selber nicht weiß, was er tun soll. Oder den Musiker, der versucht hat „vernünftig“ zu werden, obwohl sein Digimon sein Harmonikaspiel doch so sehr liebt.

Diese kleinen Moment, die am Ende des Films jedem Zuschauer die Tränen in die Augen treiben dürften, halten Digimon Adventure (2020) den Spiegel vor und enthüllen wie Seelenlos diese Verfilmung in Wirklichkeit ist. Sie bietet keinen Raum dafür, dass die Figuren sich entwickeln können oder wir verstehen, was sie antreibt. Wenn Angemon endlich auftaucht ist dies nur ein Vehikel in der Geschichte, da wir nicht gesehen haben, wie Takeru und er gemeinsam gebannt auf eine Entwicklung gewartet und gehofft haben und diese Hoffnung sich direkt in Trauer verwandelt. In der neuen Verfilmung ist dies nur ein kleiner Meilenstein in einem nie endenden Kampf gegen einen unbekannten Gegner.

Man mag die Frage aufwerfen weshalb überhaupt irgendwer irgendetwas tut, denn am Ende wissen wir nichts über die einzelnen Figuren. Und man mag die Vermutung äußern, dass den Serienmachen die wirkliche Handlung auch nicht wirklich wichtig ist, so lange immer wieder unterschiedliche Digimonnamen genannt werden, welche dann als Spielzeug an eine neue Generation von Kindern verkauft werden können.

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Download: Adventskalender Zahlen

Der November neigt sich dem Ende zu und damit steht die Adventszeit kurz bevor. Für alle von euch, die gerade dabei sind einen Adventskalender zu erstellen, gibt es heute ein Set von Zahlen / Labeln für die einzelnen Törchen.

Adventskalender Zahlen als .pdf herunterladen
download

Tipp: Die Zahlen können auf Stickerpapier gedruckt und einfach mit einer Stanze ausgestanzt werden. Die Kreise haben eine Größe von 1 1/4 Zoll bzw. gut 3cm. 😉

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Koi, Evoli & Pikachu und Frappuccino Mini-Poster / Postkarten [Printables]

Heute gibt es wieder etwas für euch zum Ausdrucken. Gleich drei Postkarten im A6-Format, bzw. drei Miniposter.

Vorschau von drei Postkarten. Links werden drei Koi-Flaggen untereinander angezeigt. In der Mitte sitzen die Pokémon Evoli und Pikachu nebeneinander. Rechts wird ein Frappuccino in einem Plastikbecher angezeigt.

Mittlerweile bin ich für Illustrationen auf Illustrator umgestiegen. Seid ihr an einem kleinen Anfängertutorial interessiert?

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DIY: Ausdruckbare Kalender für Bullet Journal (deutsch & englisch)

Ein neues Jahr, ein neues Bullet Journal. Um nicht nur mir, sondern auch euch journalen zu vereinfachen gibt es heute Minikalender, die sich für Übersichtseiten oder Monatsseiten benutzen lassen. Natürlich könnt ihr die kleinen Kalender auch für andere Zwecke verwenden, wie Notizbücher, Tagebücher, uvm.

Tipp: Um die Kalender noch einfacher nutzen zu können, druckt sie direkt auf Stickerpapier (wie dieses) und klebt sie an der passenden Stelle in euer Bullet Journal ein.

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Der Riss: Was wenn dein Leben nie wieder deines ist? [Rezension]

Der Universitätsprofessor Ogi verliert bei einem Verkehrsunfall nicht nur sein Frau, sondern auch seine Freiheit. Gelähmt und ohne Möglichkeit zu sprechen ist er seinem Vormund hilflos ausgeliefert.

Der Riss ist der neuste Roman der koreanischen Autorin Hye-Young Pyun.

Es ging alles so schnell. Plötzlich tauchte der Laster wie aus dem nichts auf und dann erinnert sich Ogi nur noch an das Gefühl zu fallen. Schwerelosigkeit, bis sein Wagen auf dem Boden aufschlägt und zerschält.

Tage später wacht er aus dem Koma auf um zu erfahren, dass seine Frau den Unfall nicht überlebt hat, er eventuell nie wieder laufen, seine Arme nicht benutzen und seinen Kiefer nicht benutzen kann. Aber, versichern ihm seine Ärzte, mit regelmäßigem Training und nach wenigen Operationen, sollte Ogi wieder ganz der Alte sein. Für die Zwischenzeit ist seine Schwiegermutter, seine einzige lebende Verwandte, sein gesetzlicher Vormund und damit für seine Pflege zuständig.

Schnell treibt sie eine Pflegekraft auf und setzt sich dafür ein, dass Ogi wieder nach Hause kommen kann. Doch wie er schnell bemerkt scheint seine Schwiegermutter ihre eigenen Ziele zu verfolgen und diese sehen nicht vor, dass Ogi wieder das Haus verlässt.

Koreanischer Roman mit düsterer Note

Der Riss ist bereits Hye-Young Pyuns neunter Roman. In seinem Mittelpunkt steht Ogi, der abwechselnd davon berichtet, wie es ihm in der Gegenwart, nach seinem Unfall ergeht, und wie er vorher sein Leben gelebt hat.

Dabei inszeniert Pyun die beiden Handlungsstränge parallel. Während Ogi aus dem Koma erwacht und voller Hoffnung ist, beschreibt sie gleichzeitig wie er seine Frau kennengelernt hat und die beiden ihre gemeinsame Zukunft begonnen haben.

Von dort an beginnt der Roman immer mehr abzutauchen in die Geheimnisse, die Ogi und seine Frau umgeben haben. All die kleinen Probleme, über die sie nicht sprachen und die vielen unerfüllten Träume, die sie in ihrem Garten vergraben haben.

Und so wie Ogis Gedanken immer düsterer werden, wird auch seine Gegenwart schleichend erfüllt von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, welches durch das seltsame Verhalten der Schwiegermutter noch unterstreicht wird.

Dir beiden Handlungen kommen dabei an einen Punkt, wo unklar ist ob die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst, oder die Gegenwart dafür sorgt, dass Ogi beginnt an die dunklen Ereignisse seines Lebens zu denken.

Eindringliche Erzählung

Der Roman, in seiner eindringlichen und plastischen Erzählweise, ist definitiv nichts für schwache Nerven und hinterlässt den Leser nach jedem Kapitel mit einer gewissen Rastlosigkeit und der Frage, was denn nun noch an Aufdeckungen folgen können.

Dabei sind es die kleinen Gesten und Worte, die Pyuns Figuren so intensiv wirken lassen und in ihrer Erzählweise an Filme wie Requiem for a Dream erinnern.

Ein wirklich gelungener Roman, das hohe Niveau der koreanischen Literatur einmal mehr beweist.

Der Riss | Hye-Young Pyun | btb Verlag | 2019 | 221 Seiten | Bei Amazon bestellen

Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar von btb zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Lit Blog Con 2019

Bereits zum vierten Mal fand an diesem Wochenende die Lit Blog Con in Köln im Bastei Lübbe-Haus statt. Die Veranstaltung für Literaturblogger versucht dabei Blogger, Autoren und Verlage zusammenzubringen.

Das Event ist jedoch mehr als nur ein reiner Ort für Networking und Marketing. Vor allem versucht es Einblicke in die Verlagsarbeit zu geben, Diskussionen anzuregen und Tipps für junge Autoren zu geben.

Mit von der Partie – wie in jedem Jahr – mein Gryffindor-Schal und natürlich Kuchen.

Los ging es bereits um 10 Uhr im Forum des Bastei Lübbe-Hauses, welches für die Lit Blog Con kurzerhand zur Mini-Messe mit Verlagsständen – dieses Jahr vertreten: Bastei Lübbe, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Diogenes und Dumont -, Fotobus und Snackbereich umfunktioniert wurde.

Am Diogenes-Stand gab es nicht nur die Programmvorschau für den Herbst, sondern weitere zwei Leseexemplare. Miffy-Produkte gab es dieses Mal nicht in der Goodie-Bag, dafür konnte man sie beim Glücksrad gewinnen.

Die Panel’s der Lit Blog Con

In diesem Jahr gab es wieder einmal fünf verschiedene Termine mit jeweils fünf unterschiedlichen Vorträgen, aus denen die Besucher wählen konnten. Wie immer fanden entweder direkt mehrere interessante Vorträge gleichzeitig statt, oder gar keiner. Neben dem „heimlichen“ vorstellen der Programmvorschauen, lag der Schwerpunkt dieses Jahr eher darauf die Marketing- und Vertriebsaktivitäten der Verlage zu erklären.

Themen zu Blogs, Social Media und Influencern wurden – bis auf einen Vortrag – vollständig weggelassen. Eine seltsame Entscheidung, da die Lit Blog Con vor allem dafür kritisiert wurde, dass es zu wenige Diskussionen zu den Themen gab und die Vorträge aus den letzten Jahren immer massiv überlaufen waren. Gleichzeitig waren die Vorträge jeweils so oberflächlich, dass es vielleicht besser ist sie komplett auszulassen, als noch einmal den Unterschied zwischen Instagram und Twitter zu erklären.

Testdrucke für KiWis “ Poe: Unheimliche Geschichten“ aus der Kat Menschik-Reihe.

Für den ersten Vortrag ging es für mich zu Kiepenheuer & Witsch zu „Blackbox Herstellung“, in der vorgestellt wurde, wie aus einem fertigen Manuskript ein physisches Buch entsteht. Vom Auswählen der Schrift, der Farbe, des Papiers und Lesebändchens, zum Setzen und veredeln besonderer Szenen. Spannend wurde es vor allem dann, als erklärt wurde, wie viele Überlegungen alleine in die verwendeten Schriften gesteckt wurden. Für eines der Beispielbücher sollten beispielsweise fiktive Stasi-Akten eingebunden werden, für die extra eine Schriftart gesucht wurde, die der der alten DDR-Schreibmaschinen entspricht.

Talk zwei stellte die Arbeit vor, die hinter einer Buchmesse steckt. Wirklich überraschend hier war lediglich, dass die Anfragen für Autoreninterviews stark rückläufig sind, und Diskussionen sich eher zum Stand der Buchbrache und der Daseinsberechtigung von Verlagen gewandelt haben.

Links: Anna von Planta stellt ihre Liebe für Joey Goebel vor. | Rechts: Katja Boehnet erklärt den Aufbau von klassischen Heldengeschichten.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es direkt weiter mit Anna von Planta, Lektorin bei Diogenes, die den Autor Joey Goebel vorstellte. Um ehrlich zu sein hatte ich seinen Namen vorher nur in der Programmvorschau von Diogenes gelesen, mich jedoch noch nie mit seinen Werken beschäftigt und war nur beim Vortrag weil Anna von Buchstabenträumerei meinte, dass sich die Talks von von Planta immer lohnen.

Und ja, der Vortag wurde schnell zum Tageshighlight. Ihre Begeisterung für Autoren ist beinahe schon spürbar und ihre vielen kleinen Anekdoten rund um den Goebel sorgten beinah schon dafür, dass man ihn besser kennenlernte als seine Bücher. Die Begeisterung, mit der sie dann jedoch anfing über seine Romane zu sprechen, sorgte schnell dafür, dass alle Menschen im Raum direkt eine seiner Geschichten lesen wollten. Praktischer Weise hatte Diogenes einen ganzen Haufen Leseexemplare dabei, so dass ich vor dem nächsten Vortrag bereits anfangen konnte Irgendwann wird es gut zu lesen.

Kurz zur Einordnung: Goebel schreibt Romane über Außenseiter, die versuchen ihre eigene Träume zu verfolgen und dabei immer wieder Scheitern. Besonders spannend ist dabei, dass Goebel sowohl in Europa, als auch Japan als erfolgreicher Autor gilt, in seinem Heimatland – den USA – jedoch vollkommen unbekannt ist und nicht einmal mehr einen Verlag hat.

Panel vier war definitiv das kurioseste des Tages. Katja Boehnet, Autorin bei Droemer Knauer, stellte in ihrem Vortrag „Am Ende war’s immer der Gärtner“ vor, was gute Handlungen ausmachen und wie sich diese entwickeln lassen. Viele ihrer Hinweise waren dabei wirklich hilfreich – zum Beispiel, dass eine Geschichte immer aus starken Figuren mit einer klaren Aufgabe bestehen müssen. ABER – und hier ist ein aber in Großbuchstaben angemessen – gleichzeitig wirkte sie schnell abgelenkt, begann Fragen zu beantworten, nur um sich dann selbst zu unterbrechen und über ein anderes Thema zu sprechen, gab Fragen, die an sie gestellt wurden, an die Moderatorin weiter – die natürlich nicht beantworten konnte, worin die Motivation der Autorin bestand – und krönte den Vortrag damit, dass sie beim Lesen einer Szene aus ihrem eigenen Roman anfing zu weinen und danach nur noch schluchzend weitersprach.

Illustrationsworkshop und mein Gewinn beim Glücksrad.

Ein wenig enttäuschend war der letzte Termin des Tages. Im Illustrationsworkshop des 100 starke Frauen-Projekts, sollten wir Selbstportraits malen. Leider gab es relativ wenig Anleitung, keine Einführung zu den Materialien – an denen einige der Teilnehmer ziemlich scheiterten – und Hilfe gab es nur für diejenigen, die selbst so gar nicht vorankamen. Mehr Tipps und Hilfestellungen wären hier wirklich toll gewesen oder zumindest eine Erklärung dazu, wie die Kursleitenden Illustratoren selber arbeiten.

Zum Ausklang des Tages hatte ich tatsächlich noch Glück beim Glücksrad und durfte die letzte Miffytasse mit nach Hause nehmen.

Ausbeute der diesjährigen Lit Blog Con

Nicht nur die Tasse durfte mit heim, sondern gleich neun neue Bücher, ein Kalender, Hörspiel und Notizbuch. Alle Bücher in der oberen Reihe gab es an den Verlagsständen oder in Vorträgen. Alles in der unteren Reihe war in der Goodie Bag. 😊😊😊

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Japansticker zum herunterladen

Das Japan-Stickerset beinhaltet unter anderem Koi-Nobori-Flaggen, Onsen-Sticker, den Shinkansen, ein Wetterpüppchen, Kraniche und Totoro.

Ich bin so froh, dass ich dieses Stickerset endlich fertige habe. Um ehrlich zu sein, bin ich auch ein kleines bisschen Stolz auf mich selbst. Haha. Alle Sticker innerhalb des Sets zeigen unterschiedliche Aspekte Japans in pastelligen Tönen.

Es gibt Darumas und Koi-Nobori-Flaggen. Ihr findet unterschiedliche Speisen wie Matcha-Latte, Kuchen und Reisbällchen im Set. Der Bogen beinhaltet Pop-Culture-Referenzen, Sehenswürdigkeiten und ein paar Reise-Accessoires wie Koffer, Kameras oder auch eine Nintendo Switch.

Neben den eigentlichen Japanstickern gibt es ein paar Sticker die Rund um das Thema Reisen, wie eine Kamera, einen Koffer oder auch eine Nintendo Switch. Alles in Pastellfarben.

Insgesamt gibt es 35 verschiedene Sticker, die jeweils gut 3cm – bzw. genauer 1,25″ – groß sind.

Ihr könnt aus dem Bogen ganz einfach selber Sticker herstellen:

Mit einer Stanze lassen sich die Sticker innerhalb weniger Minuten schnell zurechtschneiden.
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Stickervorbereitungen: Ein Ausflug in die Welt von Illustrator

Ich kann nicht fassen, wie lange mein letzter Eintrag her ist. Um ehrlich zu sein, brauchte ich einfach eine kleine Pause vom Schreiben. Im letzten Jahr ist das Bloggen leider mehr Arbeit als Vergnügen gewesen, so dass ich einen Gang runterschalten musste um mich zu sammeln.

Wird es jetzt wieder mehr Inhalte geben? Ja und nein. Ja, ich werde wieder regelmäßiger schreiben, aber ich werde nicht mehr versuchen drei Artikel pro Woche zu schreiben, sondern mich lieber auf einen – oder mal zwei ;) – gute Artikel konzentrieren, damit ich nicht einfach nur „irgendwas“ geschrieben habe, sondern einen Text, auf den ich zumindest ein bisschen stolz sein kann.

Ich bin so unglaublich froh über jeden von euch und immer wieder beeindruckt wie viele von euch diesen kleinen Blog und mich begleiten. Dafür bin ich super dankbar und ich möchte, dass ihr in der Zeit, die ihr mir zur Verfügung stellt, nicht das Gefühl habt eure Zeit zu verschwenden.

Außerdem möchte ich euch wieder mehr abwechslungsreiche Artikel geben, nicht nur Rezensionen, weil ich eben noch ein Buch rezensieren muss, sondern Inhalte, auf die ich – und hoffentlich auch ihr – Lust habt.

Wieso ich Illustrator noch eine Chance gegeben habe…

Los geht es mit einem kleinen Rückblick darauf, was ich die letzten Monate getrieben habe. Oder zumindest einen kleinen Ausschnitt daraus.

Seit einigen Jahren steht immer wieder auf meiner To Do- Liste Illustrator (ein Programm von Adobe, mit dem sich Grafiken erstellen lassen, die sich unendlich vergrößern und verkleinern lassen) zu lernen um noch bessere Illustrationen, Sticker und Printables zu erstellen. Aber die Komplexität hat mich jedes Mal wieder zu Photoshop zurückkehren lassen – hat ja schließlich immer irgendwie gereicht…

Dieses Mal habe ich die Zähne zusammengebissen und mich durchgekämpft und nunja, einen ganzen Haufen Illustrationen erstellt, aus denen ich gerade Sticker erstelle, die ihr herunterladen und online verwenden oder drucken könnt.

Ein kleiner Ausblick auf die Sticker, die es bald für euch zum Download geben wird.
Ein bisschen work in progress: die ersten Skizzen, Sticker und ein Vorschau auf einen der Stickerbögen.

Bisher habe ich einen Bogen zum Thema „Japan & Reisen“ beinahe fertige und ein zweiter mit alltäglichen Gegenständen in der Vorbereitung. Es war sehr entspannend zur Abwechslung sich voll aufs Malen zu konzentrieren und dadurch neue Energie zu sammeln.

Die Japan-Sticker sind natürlich kein Zufall, denn ich werde bald noch einmal nach Japan reisen und ihr könnt euch schon auf allerhand Berichte und eine zweite Staffel – haha klingt das offiziell xD“ – von Abenteuer Japan freuen.

Mehr Einblicke und kurze Videos zu meiner Lesechallenge findet ihr übrigens auf meinem Instagram und IGTV-Kanal: @chochi_rain

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Die störrische Braut: Eine Interpretation der Widerspenstigen Zähmung [Rezension]

Der Widerspenstigen Zähmung von Shakespeare ist sicherlich eines seiner am häufigsten reinterpretierten Stücke. Die bekannteste Fassung – 10 Dinge, die ich an dir hasse – konzentriert sich vor allem auf den RomCom-Aspekt der Geschichte, während die Filmversion von Elisabeth Taylor sich vor allem – nunja, besser kann man es nicht sagen – auf die zickigen Ausraster von Elisabeth Taylor selbst konzentriert.

Die störrische Braut von Anne Tyler wählt einen dritten Weg: Eine vollkommen uninteressante Protagonistin, die von ihrem Vater zu einer seltsam motivierten Ehe gezwungen werden soll.

Die Rolle der Kathrine ist seit jeher als Beruhigung für Eltern angelegt worden. „Selbst die störrische Kate findet zum Schluss einen Mann.“ Dabei ist es egal, dass sie zu ihrem „Glück“ gezwungen werden muss. Hauptsache sie stirbt nicht als alte Jungfer. Und genau diese Motivation wird immer wieder in modernisierten Versionen aufgegriffen und versucht mit unserem modernen Denken zu verbinden. Natürlich ist Kate einfach nur eine Feministin, der noch nicht der richtige Mann begegnet ist und deshalb ist sie single, egal ob das ihrem traditionellen Vater gefällt oder nicht.

Ähnliches könnte ein Leser auch von Anne Tyler erwarten. Sie begleitet in ihrer Geschichte Kate, eine junge Frau, die voller Selbstzweifel geplagt ist. Ihre Arbeit als Erzieherin ist zwar nicht ihr Traumjob, aber immerhin hat sie Spaß an der Arbeit mit Kindern. Sie würde gerne von zu Hause ausziehen, aber eigentlich stört es sie auch nicht sich um ihren Vater zu kümmern, der als Wissenschaftler mit allem anderen beschäftigt ist, außer mit dem Haushalt. Und dann ist da noch ihre Schwester Bunny, die vor allem mit ihrem Aussehen beschäftigt ist, wenn sie nicht gerade mit allem flirtet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Ja, Kate könnte sich ein besseres Leben vorstellen, aber ihre Motivation irgendwas zu ändern ist dann doch nicht hoch genug. Auch wenn sie manchmal darüber nachdenkt, dass sie vielleicht nicht der höfflichste Mensch ist. Aber auch das stört sie nicht so richtig.

Und genau dies ist das Problem des Romans: Irgendwie ist er unzufrieden, aber eigentlich auch unmotiviert. So liest er sich und so wird er erzählt. Seltsam kurze Satzkonstruktionen, die scheinbar eine Grundmotivation haben zu einen Satz zu werden, dann aber mittendrin aufgeben.

Eine Protagonistin, die von ihrem eigenen Roman gelangweilt ist, aber auch nicht die Motivation aufbringt die Handlung voranzutreiben und nicht einmal, wie es der Titel vermuten würde, auf irgendeine Art störrisch ist.

Die Handlung scheint für einen Moment Fahrt aufzunehmen, als Pjotr eingeführt wird. Er ist der wissenschaftliche Assistenz des Vaters und soll bald in sein Heimatland zurückkehren, da sein Visum abläuft. Kurzerhand schlägt Kates Vater vor, dass sie Pjotr heiraten könnte, damit er seinen Assistenten nicht verliert. Kate sagt nein, da sie den Mann nicht kennt und nicht heiraten möchte nur um ihm ein Visum zu verschaffen.

Ihre Vater sagt zwei drei Mal bitte, Pjotr sagt, dass er Kate hübsch findet und damit könnte die ganze Sache vorbei sein. Nur geht es in Der Widerspenstigen Zähmung eigentlich darum, dass sie Kate schließlich doch noch verliebt, also wird diese seltsam unmotivierte Handlung über die nächsten Seiten gestreckt und irgendwie so etwas wie eine romantische Geschichte beschrieben, die sich in etwa wie folgt liest:

Vater: Bitte heirate ihn.

Kate: Nein.

Vater: Bitte.

Kate: Nein.

Vater: Aber er ist nett.

Kate: Ich will keinen Fremden heiraten.

Vater: Aber er ist der beste Assistent, den ich je hatte.

Kate: Nein.

Pjotr: Küss mich, Kate.

Kate: Hm, was auch immer. Okay.

Ende des Romans.

Schlechtester Roman der Hogarth Shakepeare-Reihe

Und genau diese Handlung, mit ihren seltsamen uninteressanten Figuren macht Die störrische Braut zum schlechtesten Roman der Hogarth Shakespeare-Reihe.

Weder ist die Handlung auf irgendeine neue Weise interpretiert worden, noch wird die Motivation der Figuren hinterfragt. Die Handlung des Shakespeare Stücks nimmt ihren Lauf, weil sie ihren Lauf nehmen muss. Macht es Sinn, dass Kate nicht einfach einen Fremden heiraten möchte: Absolut. Muss sie es trotzdem machen, weil dies zur Handlung gehrt: Natürlich. Gibt es eine Erklärung wie es dazu kommt: Nein.

Hinzu kommt, dass der Roman noch nicht einmal sonderlich gut geschrieben ist, so dass man sich als Leser durch 219 Seiten kämpft und dabei zunehmen das Gefühl hat, dass sich Tyler verpflichtet hat eine Interpretation Der Widerspenstigen Zähmung zu schreiben, keine Idee hatte und eine Woche vor Abgabe einfach irgendwas aufgeschrieben hat, um überhaupt einen Roman abgeben zu können.

Ich vergebe selten nur einen Stern als Bewertung, aber Die störrische Braut hat diese Bewertung deutlich gewonnen.

Die störrische Braut | Anne Tyler | 2016 | Penguin Deutschland | Bei Amazon kaufen

Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar von Penguin Deutschland zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.