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6 abgedrehte Animes für eure Watchliste [Sammlungssonntag]

Von den großen Anime Serien, die überall gehypt werden hört man immer wieder. Egal ob Attack On Titan, One Punch Man oder Tokyo Ghoul, es sind immer die gleichen Reihen, die genannt werden, wenn man jemanden fragt, welche Animes er gerade guckt. Genau um diese Serien soll es heute jedoch nicht gehen. Ich werfe einen Blick auf Serien, die zum einen sehr viel kürzer sind und die sich vermutlich nur mit den Worten „abgedreht“ und „verrückt“ beschreiben lassen.

Himouto! Umaru-chan

Umaru-chan ist sehr schnell einer meiner Lieblingsanimes geworden. Die bisher 12 Folgen umfassende Serie – Gerüchten zufolge erscheint 2017 eine neue Staffel – erzählt Episoden aus dem Leben von Umaru-chan. Die High School-Schülerin ist nahzu perfekt: hübsch, beliebt und natürlich mit perfekten Noten. Bis sie nach Hause kommt und zu einem winzigen Wesen zusammenschrumpft, welches seine tage damit zubringt Videospiele zu zocken und Animes zu gucken. Ganz zum Leidwesen ihres großen Bruders…

Die Serie ist unglaublich komisch und enthält viele Anspielungen an Videospiele und andere Animes. Ein Muss für alle Nerds!

No Game No Life

Auch No Game No Life thematisiert Nerds. Anders als bei Umaru-chan befasst sich diese Serie jedoch mehr mit den Schattenseiten des Geekdaseins, den sogenannten NEET’s, die sich weigern das Haus zu verlassen und zunehmend soziale Phobien entwickeln. Im Mittelpunkt dieses trotz allem sehr komischen Animes stehen der 18-Jährige Sora und seine 11-Jährige Schwester Shiro. Beide verbringen ihre Zeit damit Videospiele zu spielen und die Schule zu schwänzen, bis sie von der Göttin der Spiele in eine Welt gebracht werden, in denen alle Handlungen über Spiele entschieden werden. Selbst wer der nächste König eines Landes wird, entscheidet sich mit einer Reihe von Spielen und schnell ist für Sora klar, dass er endlich ein Ziel im Leben hat: Er will Herrscher werden.

Trotz der eher problematischen Grundstimmung ist dieser zwölf Folgen lange Anime sehr witzig und eher in den Bereich der Comedy einzuordnen. Er basiert auf einer Light Novel von Yuu Kamiya.

Re:zero

Im Grunde ist Re:zero das dramatische Gegenstück zu No Game no Life: Subaru Natsuki, der sein Haus nicht mehr verlässt, wird plötzlich in eine andere Welt gebracht. Als er kurz darauf umgebracht wird, stellt er fest, dass er von den Toten zurückkehren kann.

Auch dieser 25 Folgen lange Anime basiert auf einer Light Novel.

Kiss him, not me

„Abgedreht“ ist vermutlich das einzige Wort, welches diesen romantischen Comedy-Anime beschreiben kann. Kae Serinuma, ein dickliches Fangirl wie es im Buche steht, ist so schockiert, als ihre Lieblingsfigur aus einem Anime hinausgestrichen wird, dass sie sich tagelang in ihrem Zimmer einschließt. Als das Yaoi liebende Mädchen endlich wieder aus ihrem Zimmer kommt, hat sie durch den Schock so viel abgenommen, dass sie plötzlich bildhübsch ist. Zurück in der Schule fangen nun plötzlich vier der Jungs an um ihre Gunst zu kämpfen. Ganz zu Kaes Missfallen, den sie würde lieber sehen wie die vier miteinander zusammenkommen würden.

Auch dieser etwas andere High School-Anime basiert auf einem Manga und ist in zwölf Folgen abgeschlossen.

Non Non Biyori

Non Non Biyori begleitet vier Schülerinnen aus einem winzigen Ort in Japan. Da die vier die einzigen Kinder sind, die im Grund- und Mittelschulalter sind, werden sie gemeinsam unterrichtet. Eine Tatsache mit der Hotaru Ichijo, die gerade mit ihrer Familie von Tokyo in das Dorf gezogen ist, erst einmal versuchen muss klar zu kommen.

Im Grunde ist dieser zwölf Folgen umfassende Anime von 2013 – ja, er ist schon etwas älter – ein sehr gutes Beispiel für Schul-Animes, in denen der Alltag einiger Mädchen in Japan gezeigt wird.

Welcome to the N.H.K.

Zum Schluss kommt man nicht um Welcome to the N.H.K. herum, wenn man über abgedrehte Animes spricht. Dieser 24 Folgen umfassende Anime, der auf einem Roman von 2002 basiert, erzählt vom harten Leben des Hikikomori Tatsuhiro, der sich weigert sein Haus zu verlassen. Der Zustand, der zunächst mit einigen kleinen sozialen Problemen begonnen hat, steigert sich immer weiter, bis er fast vollkommen in einer Art paranoiden Wahn verschwindet, der ihn daran hindert mit anderen Menschen zu reden, bis er Misaki trifft…

Die Geschichte rund um Tatsuhiro ist keinesfalls witzig und weit, weit entfernt von der Leichtigkeit, die No Game No Life trotz allem verbreitet. Der Anime spricht über ein ernstes Problem, welches in Japan von immer größerer Wichtigkeit ist.

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Serienherbst: Von Hackern, glücklichen Familien und Abenteurern [SaSo]

Der Herbst ist da! Endlich, endlich, endlich bricht wieder die Zeit des Jahres an, in der man mit einer heißen Tasse Tee sich in eine Decke einkuscheln kann, während es draußen stürmt, dunkel und kalt wird. Es ist auch die Zeit zum lesen, für Videospiele und natürlich um Serien zu gucken. Traditionell bringt der Herbst viele neue Serienstaffeln und Neuerscheinungen mit. Und somit bringe ich heute sechs Serien für den Herbst 2016.

Was soll ich mir bloß anschauen? Wie wäre es mit Mr. Robot, Hold and Catch Fire, Modern Family, Gilmore Girls, Marco Polo oder Jessica Jones?

Bilder / Credits: amazon.de & netflix.com

Serien mit Hacker

Über Mr. Robot habe ich bereits eine lange Rezension geschrieben. Kurz gesagt geht es in dieser Amazon-Serie um Elliot, einen Hacker aus New York, der auf eine Gruppe von Hackern trift, die die Welt verändern wollen. Ihr radikaler Plan besteht unter anderem darin das Bankwesen der USA lahm zu legen. Dies ist definitiv ein komplett neues Level für Elliot, der bisher vor allem Menschen in seiner Umgebung gehackt hat um betrügerische Ehemänner zu entlaven. Die Serie ist sehr, sehr spannend, lebt von ihren Figuren und vor allem von den sehr realistischen Computerszenen. Toll! Gerade bringt Amazon im wöchentlichen Rhythmus die zweite Staffel auf Englisch raus. Die erste ist bereits auf Deutsch erschienen und kann auf Amazon angeguckt werden.

Ebenfalls fantastisch ist AMC’s Hold and Catch Fire. Sie begleitet in den 80er-Jahren eine Gruppe von Entwicklern und Programmierern, die versuchen eines der ersten Laptops zu entwickeln. Dabei müssen sie immer wieder gegen Vorurteile und voreingenommenen Meinungen kämpfen, denn ein Computer, der kleiner ist als ein Aktenkoffer scheint zu dem Zeitpunkt vollkommen undenkbar. Und dann soll das Betriebssystem auch noch von einer Frau geschrieben werden. Auch hier lebt die Serie zum großen Teil von ihren Figuren. Die Handlung selbst orientierte sich zum Teil an wirklichen Begebenheiten. Gerade erscheint die dritte Staffel auf Englisch – und kann wöchentlich auf Amazon angeguckt werden. Die ersten beiden Staffel sind auch auf Deutsch übersetzt worden und können auf Amazon gestreamt werden. Eines meiner Highlights dieser Serie ist ganz klar Lee Pace (Pushing Daisies / Der Hobbit).

Serien rund um glückliche Familien

Modern Family geht in wenigen Tagen bereits in die achte Staffel. Wenn ihr viele Folgen braucht, die ihr runtersuchten könnt, dann ist dies definitiv eure Serien. Die Handlung dreht sich um die Familie Pritchett. In einem pseudodukumentarischen Stil werden Claire, ihr Mann und ihre Teenager-Kinder, ihr Vater und dessen Frau Gloria und Claires Bruder und dessen Lebensgefährte begleitet. Die Serie ist unfassbar lustig, lebt von Wortwitzen und den fantastischen Schauspielern. Die komplette Geschichte besteht mehr oder weniger aus alltäglichen Situationen und genau dies macht ihren Charm aus. Bisher sind die ersten sechs Staffeln auch auf Deutsch erschienen, obwohl ich – gerade wegen der vielen Wortwitze – jedem nur die Originalfassung ans Herz legen kann. Alle Staffeln gibt es bei Amazon auf DVD.

Die Gilmore Girls dürften mittlerweile so gut wie jedem bekannt sein. Die Geschichte rund um das Mutter-Tochter-Gespann, die gemeinsam den Versuch unternehmen Rory (die Tochter) nach Harvard zu bringen, galt lange Zeit als abgeschlossen. Zur Freude aller Fans bringt Netflix diesen November eine achte Staffel raus, die die bisherige Handlung weitererzählt. Solltet ihr die Serie bisher nicht gesehen haben, dann guckt sie euch unbedingt an. Der Humor ist großartig und man muss alle Figuren in dieser Serie einfach lieb haben. Die wirklich erschwingliche DVD-Box gibt es für gut 45€ bei Amazon oder als Stream bei Netflix.

Serien mit Abenteurern

Die Abenteuer von Marco Polo gehören zu einem der bekanntesten Reiseberichte, die es jemals gab. Netflix hat aus deren Inhalt eine sich mehr oder weniger am Original orientierende Serie geschaffen. Marco Polo begleitet dabei den jungen Marco auf seiner ersten Reise über die Seidenstraße, die damit endet, dass sein Vater ihn in der Obhut des Kahns – dem Herrscher des mongolischen Reiches – zurücklässt. Durch seine Talente schafft er einen raschen Aufstieg am Hofe, wird jedoch immer wieder daran erinnert, dass er ein Fremder in einem weit entfernten Land ist. Marco Polo ist eine wirklich, wirklich spannende Serie mit imposanten Bildern und toller Musik. Staffel zwei ist dieses Jahr (2016) erschienen. Eine deutsche Fassung ist bereits vorhanden. Wer keinen Netflix-Account hat, kann die Serie auch auf Amazon ansehen.

Jessica Jones ist nicht unbedingt im traditionellen Sinn eine Abenteuerin. Sie hat unglaubliche Kräfte und Reflexe, die sie als Superheldin für die Menschheit einsetzen sollte. Doch dann geriet sie in die Fänge eines Fremden, der sie manipulierte und in seinem Auftrag morden ließ. Knapp ein Jahr ist vergangen, seit Jessica ihrem Peiniger entkommen konnte. Aus Angst vor ihren eigenen Fähigkeiten, arbeitet sie nun als Detektivin. Doch obgleich sie weiß, dass Kilgrave für immer verschwunden ist, wird sie das Gefühl nicht los, dass sie verfolgt wird. Bisher ist eine Staffel der Marvel-Verfilmung erschienen. Eine zweite Staffel soll, Gerüchten zufolge, noch dieses Jahr erscheinen. Erzählt wird die Serie übrigens in der Tradition von Film Noir-Filmen

Eure Tipps?

Von welcher Serie könnt ihr gerade nicht genug bekommen oder könntet ihr immer wieder anschauen? Hinterlasst in den Kommentaren eure Lieblingsserien.

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The man in the high castle [Review]

Was wäre wenn Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Was wäre, wenn er nicht durch die Atombombenabwürfe auf Japan, sondern auf die USA beendet worden wäre? Was wäre dann aus der Welt, Europa und den USA geworden? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich die Amazon Origins-Serie The man in the high castle.

Die bisher zehnteilige Serie folgt den Schicksalen mehrerer Amerikaner in den 60er Jahren. Der Zweite Weltkrieg ist mittlerweile beendet und die siegreichen Länder Japan und Deutschland haben die USA in zwei Teile aufgeteilt. Die Westküste gehört dabei nun Japan und die Ostküste Deutschland an. Unter anderem begleitet die erste Staffel Juliana, die in San Francisco lebt und ein relativ gutes Verhältnis zu den japanischen Besetzern hat. Alles ändert sich jedoch für sie, als ihre Schwester getötet wird, da sie einen verboten Film besitzt, der von dem sogenannten „Man in the high castle“ stammen soll. Er zeigt was hätte sein können, wenn die USA den Krieg gewonnen hätten. Um mehr über den sonderbaren Film und vor allem über die Gründe für den Tod ihrer Schwester zu erfahren, macht sie sich auf den Weg zu einem geheimen Treffpunkt des Widerstandes. Ein anderer ist der Widerstandskämpfer Joe aus New York, der sein Land befreien möchte. Sein erster Auftrag für den Widerstand führt ihn nach Canon City. Ausgerechnet in die Stadt, in der Juliana Antworten zu finden versucht…

Die sich von hier entwickelnde Handlung erinnert an frühe Agentenfilme der 50er, gepaart mit modernen Erzählmustern. Wie auch die Protagonisten, erfährt der Zuschauer keinerlei Informationen über den Man in the high castle. Viele haben bereits von den Filmen gehört, doch nur sehr wenige Menschen haben die Filme wirklich gesehen und keiner, nicht einmal Hauptpersonen des Widerstandes haben den Mann jemals kennengelernt. Die komplette Handlung entspinnt sich also um Gerüchte, die niemand zu bestätigen weiß. Und obwohl es noch nicht einmal klar ist, ob der Man in the high castle wirklich existiert, halten viele Amerikaner an der Hoffnung fest, dass es einen Ausweg aus der Besetzung gibt.

Was mich an der Serie wirklich fasziniert, ist dass zunächst ein relativ positiver Blick auf die Besetzung geworfen wird. Zwar ist die USA nicht frei, doch es mangelt an nichts. Die Technik hat sich viel schneller entwickelt, die Menschen sind gebildet und es gibt Nahrung und Wohlstand für alle. Doch mit jeder Entdeckung von Juliana und Joe, beginnt dieses Bild der „heilen Welt“ zu bröckeln. Gleichsam wird in dieser dystopischen Geschichte immer wieder gefragt was Freiheit wirklich bedeutet.

Es ist auch beeindruckend zu sehen, was für eine Vielschichtigkeit innerhalb der Geschichte aufgebaut wird. Seiten wie Gut und Böse scheint es Anfangs zu geben, doch Motive und Taten lassen schnell Ambivalenzen erkennen und wer zunächst als positive Figur eingeführt wird, kann schnell eine dunkele Seite hervorbringen.

Die Serie schafft es einen guten Spannungsbogen aufzubauen, der über sich über die komplette Staffel spannt, ohne dabei einzelnen Folgen zu produzieren, die uninteressant sind. Jede einzelne Folge für sich ist sehr spannend und verzichtet darauf nur einen spannenden Anfang und ein spannendes Ende mit einen Cliffhanger zu zeigen, zwischen denen nicht viel passiert, wie es heute leider viel zu oft bei Serien üblich ist.

Als Basis dient der Roman Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick, dessen Werke unter anderem als Vorlage für die Filme Blade Runner, Total Recall und Minority Report dienten.

Insgesamt handelt es sich bei The man in the high castle um eine sehr, sehr gute Serie, die zeigt, dass man sich auch anders an das Thema der NS-Zeit heranwagen kann. Habt ihr zwischen den Jahren nichts zu tun, solltet ihr unbedingt diese Serie bei Amazon angucken!

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Mr. Robot [Review]

Habt ihr schon was von Mr. Robot gehört? Nein? Dann seid ihr gerade dabei eine der großartigsten Serien seit langem zu verpassen. Ich weiß, in letzter Zeit werden immer wieder Serien gehypet und Kritiker werfen mit Superlativen um sich, aber eine Rotten Tomatos-Bewertung von 98% und 9/10 Sterne bei IMDB sind was ganz anders.

Aber gehen wir einmal zurück zum Anfang: Mr. Robot handelt von dem Programmierer Elliot, der für eine Internetsicherheitsfirma arbeitet. Seit seiner frühsten Kindheit hat er einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, den er immer dann in seiner Freizeit ausleben kann, wenn sich jemand auffällig verhält und er spielend leicht das Leben der jeweiligen Person durchleuchten kann. Denn Elliot ist nicht nur Programmierer, sondern auch ein begnadeter Hacker, der seine Fähigkeiten einsetzt um der Polizei anonyme Tipps zu ungelösten oder unbekannten Verbrechen zu geben.

Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig als er auf Mr. Robot den Anführer der anonymousartigen Hackervereinigung fsociety trifft. Er hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon wie weit jene gehen sollten, die die Macht haben alles zu hacken, doch mit den ethischen Vorstellungen von Elliot gehen diese nicht einher. Ihm reicht es nicht nur kleine Ganoven festzunehmen, er möchte Evil Corp – ein fiktives Unternehmen, welches stellvertretend für alle großen Unternehmen in unserer Welt steht, zu zerstören…

0815-Hackerserie?

Bei solchen Serien ist es immer sehr leicht, dass die Handlung sehr schnell vielen Klischees bedienen. Dies macht Mr. Robot sehr selten bzw. so gut wie nie. Natürlich werden Computer mit Computern gehackt – es geht schließlich um Hacker –, aber die Art wie dies porträtiert und vor allem technisch von den Figuren umgesetzt wird ist sehr, sehr realistisch. Elliot verhält sich wie sich Menschen verhalten, die nun einmal wissen, wie Computer funktionieren. Was vielleicht an der ein oder anderen Stelle für Verständnisschwierigkeiten sorgen kann, macht IT-ler weltweit sehr glücklich.

Dazu kommt, dass die komplette Serie mit einem wirklich fantastischen Soundtrack untermalt wird. Zu hören ist eine Mischung aus klassischer Musik und Synthesizer-Musik à la Tron: Legacy. Dies erzeugt zum einen den Eindruck von Größe, zum anderen gibt es dem Soundtrack eine feingeschliffene Elektronikkomponente, die sehr gut zum Computerthema passt. Natürlich ist es das naheliegendste bei diesem Thema elektronische Musik zu verwenden, aber gut umgesetzt ist sie eher eine Unterstützung, als ideenarme Untermalung. In diesem Fall handelt es sich definitiv um Ersteres.

Was mich ein wenig an der grundsätzlich guten Serien mit ihren starken Figuren, der realistischen Umsetzung und der tollen Musik – ganz zu schweigen von der tollen Kameraführung – stört, ist, dass die Handlung an vielen Stellen etwas zu vertraut wirkt. Viele Themen und Diskussionen kennt man beispielsweise aus Fightclub, Watchdogs (auch wenn Watchdogs bei weitem schlechter und platter umgesetzt ist) und der realen Vorlage anonymous. Dieses Manko wird jedoch jedes Medium aufweisen, welches zu weit in den Bereich der Anarchie begibt.

Auf die Watchlist mit Mr. Robot!

Um wieder auf den Anfang dieser kurze Rezension zurückzukommen: Die Bewertungen von Rotten Tomatos und der IMDB sind in diesem Fall nicht einfach nur Teil eines unverständlichen Hypes, sondern sind eine direkte Schauempfehlung, die dadurch zustande kommt, dass die dieses Jahr erschienene Serie Mr. Robot einfach eine sehr gut gemachte, geschriebene, untermalte und wunderbar umgesetzte Serie ist. Hut ab vor Sam Esmail, dem Kopf hinter der Serie!

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Düstere Serien [SaSo]

Leider beginnen im Sommer kaum neue Serien. Klar, das Wetter ist toll und man verbringt viel Zeit draußen, aber auch im Sommer gibt es kalte Tage und Gewitter. Und genau diese Tage sind dafür geeignet neue Serien zu entdecken. Heute habe ich sechs etwas düstere Serien zusammengestellt, die einen tollen Kontrast zu den hellen Sommertagen darstellen.

Orphan Black, The Following, 12 Monkeys, Daredevil, Orange is the new black, Dexter

Fotos: amazon.de, netflix.com

Orphan Black

Diese Serie von BBC America läuft momentan in ihrer dritten Staffel. Erzählt wird die Geschichte von Sarah, die mitansehen muss, wie eine Frau an einem Bahnhof Selbstmord begeht. Sonderbarerweise sieht diese Frau genauso aus wie Sarah. Da Sarah Waise ist geht sie davon aus, dass es sich um ihre Zwillingsschwester handeln muss. Um mehr über sie herauszufinden schlüpft sie kurzerhand in die Rolle ihrer Schwester. Schnell wird ihr jedoch klar, dass die Unbekannt und sie nicht Schwestern waren, sondern Klone und, dass sie nicht die einzigen beiden sind…

Diese Sci-Fi Serie klingt zunächst etwas trashig, schafft es jedoch schnell die Zuschauer in seinen Bann zu schlagen. Die Handlung entwickelt sich sehr schnell und schafft es immer wieder für Überraschungen zu sorgen.
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The Following

Auch The Following mit Kevin Bacon ist gerade in die dritte Runde gegangen. Diese Kriminalserie ist eine der spannensten, die ich seit langem gesehen habe. Bacon verkörpert in dieser Serie den ehemaligen FBI-Agenten Ryan Hardy, der nach dem Ergreifen des Serienmörders Joe Carroll für arbeitsunfähig erklärt wurde. Doch als Carroll, der für den Mord an 14 Frauen im Gefängnis saß, die Flucht gelingt und zusammen mit einigen Anhängern weitere Morde begeht, wird Hardy zurück in den Dienst gerufen um Carroll ein für alle mal zu stoppen.

Besonders aufregend an dieser Serie ist die Tatsache, dass man zu keinem Zeitpunkt abschätzen kann, wer zu Carrolls Anhängern gehört und wer nicht. Außerdem bezieht sich die Carroll-„Sekte“ auf Motive und Geschichten von Edgar Allan Poe, was den ganzen Morden noch einmal eine zusätzliche Ebene einhaucht.
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12 Monkeys

Die bisher aus einer Staffel bestehende Serie hat relativ wenig mit dem gleichnamigen Film von 1995 zu tun. Und das, obwohl sie auf jenem basiert. Grundsätzlich handelt die Serie von Cole, der in die Vergangenheit reist um eine Epidemie aufzuhalten, die 2017 fast die komplette Erdbevölkerung ausrotten wird. Im Jahre 2013 versucht er gemeinsam mit Dr. Railly, eine Ärztin, die sich unter anderem mit Katastrophenschutz auseinandersetzt, den Virus aufzuhalten, bevor sie jemals freigesetzt werden kann. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Auch hier entwickelt sich die Handlung recht schnell und wirft immer wieder die Frage auf: Kann man die Vergangenheit verändern oder führt jede scheinbare Änderung nur zu der Zukunft, die man bereits kennt?
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Daredevil

Nach der katastrophalen Daredevil-Verfilmung mit Ben Affleck, habe ich wirklich nicht viel von dieser Netflix-Original Serie erwartet. Allerdings hat diese bisher aus einer Staffel bestehende Comicverfilmungen meine Erwartungen um Längen übertroffen. Wie in den Comics geht es um Matt Murdock, der als Kind erblindet ist, jedoch gleichzeitig so stark erweiterte Sinne hat, dass er auch ohne seine Augen mehr ’sehen‘ kann, als alle anderen Menschen. Diese Fähigkeit nutzt er um als Daredevil durch die Straßen New Yorks zu ziehen und Verbrecher zu fangen. Dabei führen alle Spuren immer wieder zu einem Mann, der ein kompliziertes Mafianetz über die komplette Stadt gezogen hat.

Die Serie erinnert kaum an andere Comicverfilmungen. Was hier gezeigt wird ist eher eine klassische Mafiaserie, in der der Protagonist zufälligerweise über besonders gute Sinne verfügt. Überdies wurde größtenteils auf die Comicbezeichnungen wie Daredevil oder Kingpin verzichtet, so dass die Serie etwas seriöser wirkt.
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Orange is the new Black

Ist ebenfalls eine Netflix-Original Serie, die gerade mit der dritten Staffel begonnen hat. Die junge Hipster-Frau Piper muss für neun Monate ins Gefängnis, da sie ihrer ehemaligen Freundin geholfen hat Drogengeld zu schmuggeln. Etwas naiv tritt sie ihre Haftstrafe an und hofft ein neues Handwerk im Gefängnis zu lernen oder endlich ihre Bücherliste abarbeiten zu können. Schnell muss sie feststellen, dass das Leben im Gefängnis alles andere als einfach ist…

Orange is the new Black zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es versucht recht nah zu erzählen wie die Abläufe im Gefängnis aussehen. Es übertreibt selten und lebt von seinem sehr, sehr schwarzen Humor. Im Lauf jeder Folge wird kurz angedeutet, weshalb eine andere Mitgefangene mit Piper im Gefängnis sitzt. Dabei versucht die Serie zu zeigen, dass es bei Verbrechen keine einfache Schwarz-Weiß Zuteilung von Gut und Böse gibt.
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Dexter

Dexter zu guter Letzt ist bereits seit 2013 in acht Staffeln abgeschlossen. Die Geschichte dreht sich um den Serienmörder Dexter, der bei der Spurensicherung der Polizei arbeitet und Nachts Verbrecher jagt und umbringt, die aus irgendwelchen Gründen nicht ins Gefängnis geschickt wurden.

Das besondere an dieser Geschichte: Man baut Sympathien mit Dexter dem Serienmörder auf und weiß irgendwann nicht mehr recht ob man die Polizei oder Dexter anfeuern soll. Auch hier wird viel mit der Frage gestellt was eigentlich Gut und Böse ist und wie Recht und Unrecht aussehen.
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Boardwalk Empire: Das Buch [Review]

Boardwalk Empire dürfte einigen von euch als Serie bekannt sein. Was Viele nicht wissen: Passend zur Serie über die kriminellen Machenschaften in Atlantic City gibt es ein sehr spannendes Buch, welches die Hintergründe der Handlung verdeutlicht.

Boardwalk Empire - Aufstieg und Fall von Atlantic City

Bevor ich so richtig mit meiner Buchrezension loslege, macht es Sinn einen kurzen Blick auf die Serie von HBO zu werfen. Von 2010 bis 2014 veröffentlichte der Game-of-Thrones-Fernsehsender die 56-teilige Serie rund um Enoch Nucky Johnson, die Prohibition und den Aufstieg Atlantic Cities. Dabei Beginnt die Serie mit der Einführung der Prohibition und macht deutlich wie das Verbot von Alkohol Atlantic City mächtig und reich machte. Oder vielleicht nicht unbedingt Atlantic City, sondern vor allem Nucky Johnson, den Schatzmeister der Stadt, der durch Mafia-Strukturen die Stadt, die Polizei, die Politiker und die Zukunft der Stadt kontrolliert. Die Serie konzentriert sich vor allem auf die Zeit nachdem Nucky schon länger Zeit ‚an der Macht ist‘ und zeigt wie er regiert und gegen andere Mafia-Verbindung vorgeht. Gleichzeitig sieht man immer wieder wie das FBI versucht genug Beweise für eine Anklage gegen Nucky zu sammeln. Dabei weicht die Handlung immer wieder von den historischen Ereignissen ab, lässt offen wie Nucky wirklich zu seiner Macht kam und wie es später mit Atlantic City weiterging.

Das Buch

Wer wissen möchte was wirklich geschah und wie Atlantic City zu einer der wichtigsten Mafia-Städte wurde, der muss auf die Vorlage der Serie Boardwalk Empire: Aufstieg und Fall von Atlantic City von Nelson Johnson zurückgreifen. Das Buch aus dem Jahre 2002 beginnt dabei mit den ersten Anfängen der Stadt und endet mit der Gegenwart (2001). Dabei wählt Johnson einen dokumentarische Ton für seine Erzählung, die eine Biografie einer Stadt darstellt.

Fast zwanzig Jahre recherchierte der gelernte Jurist in den Aufzeichnungen Atlantic Cities um ein vollständiges und wahrheitsgetreues Bild der Stadt aufzeigen zu können. Und obwohl sich dieses Buch um einen Haufen Fakten handelt, ist seine Erzählstimme so gut gewählt, dass sich dieses Buch wie ein guter Kriminalroman lesen lässt.

Wie bereits gesagt beginnt seine Erzählung ganz an den Anfängen von Atlantic City, bzw vor den Anfängen der Stadt. Dort wo Atlantic City nur die Idee des Arztes Jonathan Pitney war, der einen Kurort im Norden-Osten Amerikas schaffen wollte. Er erzählt von der Grundsteinlegung dieser Planstadt, von den Eisenbahnlinien, die Atlantic City langsam größer werden ließen. Er schildert wie arme Familien aus Philadelphia anfingen nach Atlatic City zu reisen, da dies der einzige Urlaub war, den sie sich leisten konnten, und wie Männer anfingen Eintagesausflüge in die Stadt am Meer zu unternehmen. Und natürlich fragt sich Johnson immer wieder, wie die Mafia in dieser Stadt so groß werden, und die Polizei bei so vielen illegalen Machenschaften wegschauen konnte.

Hierbei zeigt er, dass es den Bewohner von Atlantic City immer nur darum ging ihre Stadt noch populärer werden zu lassen. Egal mit welchen Mitteln und egal zu welchem Preis. Oder wie es der Bewohner Murray Fredericks einmal sagt:

„Wären die Leute wegen Bibellesungen in die Stadt gekommen, hätten sie die bekommen. Aber keiner hat je nach einer Bibellesung gefragt. Sie wollten Schnaps, Bräute und Glücksspiel, und genau das haben wir ihnen gegeben.“

Die spannenden kriminellen Machenschaften der 20er Jahre fängt Johnson genauso gut ein, wie den danach einsetzenden Fall und die Entwicklung bis hin zur Gegenwart. Dabei formuliert er so spannend und fesselnd, dass es kein Wunder ist, dass aus dieser Vorlage eine Serie entstand.

Serie oder Buch: Das Dilemma mit den Vorlagen

Wie so oft kann man, nachdem man die Vorlage für eine Serie gelesen hat, anfangen die Serie zu kritisieren. In der Tat hätte man eine sehr gute Serie aus der kompletten Handlung des Buches machen können. Man hätte von der Gründung der Stadt, dem ersten Boss, dem Aufstieg Nuckys und dessen Fall und natürlich der Entwicklung bis zur Gegenwart erzählen können. Leider ist der Serienautor jedoch vollkommen auf den Klischee-Mafia-Zug aufgesprungen und dieser fährt natürlich durch die zwanziger Jahre, hält in Prohibition Town und bei den ersten Maschinengewehren, und fährt dann weiter zu Bandenkriegen.

Nichtsdestotrotz ist Boardwalk Empire eine sehr gute Serie, die jedoch stark von ihrer Vorlage abweicht. Wer also zunächst die Serie gesehen hat und dann das Buch liest, der wird sich auf den ersten hundert Seiten fragen, wann es denn nun endlich mit der Serienhandlung losgeht und der wird sich über Nuckys Ende wundern. Außerdem kommt es in dem dokumentarischen Buch natürlich zu weniger blutigen Schießereien und Wortgefechten. Nimmt man dies in kauf, bekommt man ein sehr gut geschriebenes Buch, welches einem Hilft viele Dinge in der Handlung der Serie zu verstehen.

Der wohl beste Weg diese beiden unterschiedlichen Medien zu konsumieren, ist, wie so oft, zunächst das Buch zu lesen und dann die Serie zu gucken, da diese mit den nötigen Hintergrundinformationen viel einfacher zu verstehen ist.

Das klassische Fazit

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich es wirklich genossen habe dieses Buch zu lesen. Ich finde Mafiastrukturen schon lange Zeit sehr spannend, und dieses Buch zeig sehr deutlich, wie sie entstehen, sich festigen und wachsen. Wer sich jemals gefragt hat, wieso ein Konzept wie die Mafia funktioniert, der muss Boardwalk Empire von Nelson Johnson lesen. Und für alle anderen gilt: Lest dieses Buch, es ist spannend und wird noch einmal spannender, wenn man sich bewusst macht, dass die geschilderten Vorgänge wahr sind.

Boardwalk Empire – Aufstieg und Fall von Atlantic City von Nelson Johnson ist auf Deutsch im Heyne Verlag erschienen

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Boardwalk Empire wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Psycho Pass [Watchlist]

Huch, es ist schon knapp ein Jahr her, dass ich das letzte Mal über einen Anime geschrieben habe und die letzte Anime-Rezension ist so weit entfernt, dass ich keine Lust mehr hatte zu recherchieren wann das war. Sagen wir einfach, dass es wieder Zeit wird um über einen Anime zu sprechen!

Psycho Pass

Quelle: Psycho Pass, KAZE

Psycho Pass ist gerade einer meiner absoluten Favoriten. Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich noch nicht vorher davon gehört habe, denn die Serie wurde bereits 2012 gestartet. Huch! Die Geschichte erzählt, wie so viele Serien / Filme / Bücher, eine düstere Zukunftsvision der Erde. Wissenschaftlern ist es gelungen ein gerät zu entwickeln mit dem die Psyche von Menschen untersucht und eingestuft werden kann. So kann man feststellen ob eine Person unter zu viel Stress leidet, zu Depressionen neigt, aber auch ob die Person ein hohes Gewaltpotenzial hat, welches eventuell dazu führen könnte, dass die Person Verbrechen begeht.

Bei wem der sogenannte Psycho Pass – Captain Obvious: „Daher der Titel der Serie!“ – hohe Stresswerte aufweist muss sich in Therapie begeben. Sind die Werte zu hoch und scheinen nie wieder zu sinken, so bleiben der Person eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Sie lassen sich in eine Psychiatrie einweisen oder beginnen für die Polizei zu arbeiten um Verbrecher zu fangen. Wer kann schließlich besser pathologische Verbrecher verstehen als diejenigen, die ihnen vom Geist her ähneln?

Aufgebaut ist die Handlung um die junge Inspektorin Akane, die zusammen mit einer Einheit von potenziellen Verbrechern Kriminalfälle aufklären soll. Dabei muss sie sich immer wieder die Frage stellen, ob das bestehende System wirklich ein Segen ist oder ob scheinbar vollkommen harmlose Menschen ein Leben am Rande der Gesellschaft aufgedrängt bekommen, weil sie nicht wie alle anderen sind.

Die Geschichte von Gen Urobuchi besteht mittlerweile aus zwei Staffel, einer Fortsetzung, einem angeknüpften Manga und einem Film. Immer steht die sehr japanische Frage im Mittelpunkt was wichtiger ist: Das Individuum in die Gesellschaft einzugliedern oder die Gesellschaft vor dem Individuum zu schützen. Eine Frage, die natürlich in Japan noch einmal besser funktioniert als im ohnehin schon sehr individuumszentrierten Westen.

Der Erzählstil des Anime ist zwar relativ simpel gehalten, ohne jedoch flach zu werden. Generell gefällt mir auch der Zeichenstil, auch wenn ich anmerken muss, dass mir die Protagonistin weniger gefällt. Durch ungünstig platzierte Linien an ihren Augen wirkt sie immer etwas naiv und dämlich, was Akane definitiv nicht ist.

Mittlerweile gibt es sogar eine deutsche Synchronfassung der ersten Staffel. Die durch ihre direct-to-DVD-Version jedoch nicht ganz preiswert ist. [Hier kann man die DVD trotz allem bei Amazon kaufen.]