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Girls in the Moon: Auf der Suche nach der Vergangenheit [Buchreview]

Phoebe weiß alles und nichts über die Vergangenheit ihrer Eltern. Sie weiß, dass beide in einer der Bands der 90er Jahre waren und, dass das Ende ihrer Ehe auch das Ende von Shelter bedeutet hat. Sie weiß, dass ihre Mutter seitdem nicht mehr singt, aber die Musik ihre Familie niemals in Ruhe lassen wird. Das einzige was Phoebe nicht weiß ist, was wirklich passiert ist.

Das fantastische Buch Girls in the Moon von Janet McNally.

In ihrer äußert musikalischen Familie ist Phoebe die einzige, die weder singen noch irgendein Instrument spielen kann und wenn es nach ihrer Mutter, dem ehemaligen Rockstar, geht, dann ist das auch gut so, den das Showbusiness bringt nur Unheil mit sich. Wie dieses im Detail aussieht will sie Phoebe jedoch nicht verraten, denn alles was mit ihrer musikalischen Vergangenheit zu tun hat, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Selbst die Tatsache, dass ihr Name im gleichen Atemzug wie Kurt Cobains genannt wird, kann sie nicht umstimmen.

Doch die Ereignisse der Vergangenheit scheinen sich zu wiederholen, als Phoebes Schwester Luna beschließt ihr Studium zu unterbrechen um mit ihrer Band auf Amerika-Tournee zu gehen. Nun soll Phoebe nach New York reisen um ihre Schwester aufzuhalten. Eine Mission, die gar nicht so leicht ist, wenn man lieber auf der Suche nach dem eigenen Vater, der Wahrheit und der Liebe gehen möchte.

Viele tolle Worte, die mitten aus einem Songtext stammen könnten

Diese wirklich schöne Geschichte über die Frage nach der Wahrheit, wird auf vielen Ebenen ausgetragen. Da sind die Texte von Shelter, der imaginären Band in Girls in the Moon von Janet McNally, die von Phoebe immer wieder interpretiert werden, alte Zeitungsartikel und Gespräche mit diversen Personen, die unsere Protagonistin näher an eine Antwort heranführen sollen. Und da sind die immer wieder eingeschobenen Artikel, die aus Sicht von Phoebes Mutter achronologisch erzählt werden und uns zumindest langsam die Frage beantworten, wie sie sich gefühlt hat, während ihr Leben von musikalisch zu berühmt wechselte.

Vor allem anderen wird dieses Buch jedoch davon ausgezeichnet, dass es Wörter aneinanderreiht, die wie Lieder klingen. Einzelne Sätze werden sogar von der Protagonistin gesammelt um daraus ein imaginäres Album enstehen zu lassen.

„I’ll stich the words together, string them like pearls on thread, remember them out of order, and forget what it was you said“
Girls in the Moon – Janet McNally

Die eigentliche Handlung dieses Jugendbuchs spielt sich innerhalb von wenigen Tagen ab. Dabei werden zunächst Ereignisse verborgen, die der Protagonistin beispielsweise peinlich sind, um sie später – unter welchem Druck auch immer – doch noch zu erzählen und damit Klarheit zu schaffen. Viel ließt sich dabei wie Der Fänger im Roggen, was vielleicht daran liegen mag, dass der Roman ebenfalls in New York spielt oder auch daran, dass Phoebe das Buch gerade erst gelesen hat und bewusst einzelne Schauplätze aus Salingers Werk aufsucht. Vor allem ist es die Leichtigkeit, mit welcher diese komplexe Familiengeschichte aufgerollt wird, die diesen Roman auszeichnet.

Sämtliche der dargestellten Figuren wirken echt und lebendig. Keine ihrer Handlungen wirken übertrieben oder künstlich. Außerdem ist Phoebe eine solch sympatische Ich-Erzählerin, dass man fast schon enttäuscht ist, wenn man auf Seite 414 – der letzten Seite von Girls in the Moon – angekommen ist.

Ein toller Roman für jede Jahreszeit, der einen nicht nur nach New York, sondern auch in die Vergangenheit entführt und einem ein Gefühl dafür gibt jung zu sein, das Leben voller Möglichkeiten.

Girls in the Moon | Janet McNally | CBT | 2017 | Bei Amazon kaufen


Dieses Rezensionsexemplar wurde mir von CBT zur Verfügung gestellt, es hat meine Meinung als Rezensent nicht beeinflusst.

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Everything, Everything: Ein Film über junge Liebe und das Gefühl zu Leben [Filmreview]

Everything, Everything oder im Deutschen besser bekannt als Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt ist ein Film basierend auf Jugendbuch-Bestseller von Nicola Yoon über Liebe, das Leben und eine Krankheit, die Maddy für immer in ihrem Haus gefangen halten wird.

Die Verfilmung des Young Adult-Romans Everything, Everything.

Maddy und Olly in Maddy’s Traum-Dinner
Quelle: Warner Bros.

Maddy leidet unter einer Immunkrankheit, die dafür sorgt, dass sie auf beinahe alles allergisch reagiert und selbst kleinste Infektionen nicht abwehren kann. Damit ihr nichts passiert lebt sie mit ihrer Mutter zusammen in einem Haus, dessen Luft gefiltert wird und welches nur durch eine Luftschleuse betreten werden kann. Nunja betreten werden kann von jedem außer Maddy, denn diese kann das Haus nicht verlassen. Zum Glück gibt es das Internet und mehr Bücher als Maddy jemals lesen kann.

Ihr Leben ändert sich um ihren achtzehnten Geburtstag rum, als Olly in das Nachbarhaus einzieht und ihr direkt den Kopf verdreht. Schnell werden die beiden mehr als nur Freunde, doch da Maddy das Haus nicht verlassen kann, scheint eine gemeinsame Zukunft mehr als nur unmöglich zu sein.

Eine Handlung, die Gemüter spaltet

Auch bei den Buchbewertungen von Everything, Everything – beispielsweise auf Goodreads – gehen die Meinungen weit auseinander. Und auch bei der Filmvariante wird dies nicht anders sein. Während das Buch entweder für seine fantastische, emotionale Handlung mit vier oder fünf Sternen bewertet wurde, fanden viele Kritiker es eher mäßig interessant und gaben dem Buch nur ein bis zwei Sterne. Das das Buch der The Sun is also a star-Autorin dennoch eine durchschnittliche Bewertung von vier Sternen erreicht sollte ein Zeichen für die Qualität des Romans – den ich leider immer noch nicht gelesen habe – sein.

Natürlich gibt es viele Romane und Filme, die ein ähnliches Thema aufgreifen: Bubbleboy (2001) als älteres Beispiel oder The Space between us (2016) als neuerer Film. Immer geht es dabei um Liebe die durch eine Krankheit unmöglich wird und die dennoch versucht wird zu überwinden, da ein gemeinsamer, perfekter Tag wichtiger ist als ein ganzes Leben in Einsamkeit. Das Motiv des Films ist also bekannt.

Auch die Art wie die Geschichte erzählt wird, bietet dabei nur spärlich neue Inhalte und wirft haufenweise Fragen auf, die bis zum Ende des Films nicht geklärt werden. Nur einige davon sind weshalb eine Krankenschwester und ihre Tochter täglich das Haus betreten können, andere Menschen jedoch ein tödliches Risiko darstellen würden. Oder auch was ist mit der restlichen Familie von Maddy? Warum wundert sich keiner der Nachbarn was mit dem komischen Haus los ist? Ist es wirklich in Ordnung, dass Maddy’s Mutter ihre Hauptärztin ist? Stellt dies nicht einen Interessenskonflikt dar? Und die Liste geht weiter und weiter und weiter und würde nur Anfangen die Geschichte zu spoilern. Dennoch bleiben viel zu viele Fragen offen, die einfach ignoriert oder als unwichtig erachtet werden.

Hauptschwierigkeit des Films sind jedoch nicht seine Erzählungslöcher, sondern seine Vorhersehbarkeit. Dies mag zum einen daran liegen, dass es schon viele ähnliche Filme und Bücher gibt, dennoch scheint der Film von Anfang an auf einen bestimmten Höhepunkt zuzulaufen, der dann auch noch bestätigt wird. Etwas mehr Mut hätte der Erzählung nicht geschadet.

Fantastische Effekte, Musik und wundervolle Schauspieler

Was diesen Film dennoch Bedeutung verleiht, sind die vielen kleinen filmischen Mittel und Details. Besonders schön ist die Verwendung von Medien und die Verdeutlichung von Vorstellungen. Während Maddy und Olly nur per Handy kommunizieren können und auch alle anderen Interaktionen von Maddy immer nur per Internet stattfinden, könnte dieser Film sehr schnell sehr langweilig werden. Zum einen wird daher das Mittel der Texteinblendungen benutzt um Nachrichten einzublenden, zum anderen – und hier wird der Film wirklich kreativ – finden die Messanger-Unterhaltungen in fiktiven Räumen statt. Dies ist besonders schön, da Maddy an einem Online-Architekturkurs teilnimmt und für diesen immer wieder sehr aufwendige Modelle von verschiedenen Orten erstellt. An diesen Orten trifft sie sich mit Olly, immer wenn die beiden per geschriebenen nachrichten miteinander kommunizieren. Sehr schön ist hierbei, dass Maddy in jedes Modell immer einen kleinen Astronauten setzt, der in den Gesprächszenen immer im Hintergrund zu sehen ist. Was besonders dann etwas absurd wirkt, wenn Maddy und Olly in einem Dinner sitzen und der Astronaut versucht mit einem Strohhalm zu trinken, während er seinen Helm auf hat.

Auch filmerisch ist der Film spannend gestaltet. Der Einsatz von Licht und Tiefenschärfe gibt dem Film einen klaren, aber vor allem fröhlichen Anblick, wodurch der komplette Film sehr lebensbejahend wirkt. Auch das Setdesign und die darauf abgestimmten Kostüme sind fantastisch. Everything, Everything benutzt vor allem sehr helle Pasteltöne in blau und grün, welche mit Holz und dunkelgrünen Hintergründen kombiniert werden, so dass das Innere des Hauses eher wie ein Ort am Meer oder in einem Wald wirkt. Besonders Maddys-Raum und der Sonnenraum sind sehr schön gestaltet.

Passend dazu trägt die Protagonistin vor allem weiße und pastelltonfarbende Kleidung, die mit Verlauf des Films immer kräftiger wird. Olly hingegen ist durchgehend – wie im Buch beschrieben – schwarz gekleidet, was einen krassen Kontrast zu Maddy darstellt.

Ein weiterer schöner Effekt sind die vorkommenden Illustrationen, die beispielsweise erklären wie Maddy’s Krankheit funktioniert. Leider werden diese besonders zu Beginn des Films verwendet und verschwinden dann komplett. Leider bin ich mir gerade nicht sicher ob die Zeichnungen innerhalb des Films ebenfalls von David Yoon, Ehemann der Autorin und Illustrator des Buches, stammen.

Natürlich gehört zu einem guten Film auch gute Musik. Diese wird im Fall von Everything, Everything durch aktuelle und klassische Pop- und Indiemusik geliefert.

Und der vierte Bestandteil eines Films – neben Handlung, Kamera und Musik – sind die Schauspieler, die wirklich phänomenal gecastet wurden. Amandla Stenberg (Hunger Games) ist als Maddy wirklich bezaubernd. Man merkt ihr an vielen Stellen eine gewisse Kindlichkeit an, die sich mit ihrer Entwicklung zur jungen Frau mischt und ihr einen ganz eigenen Zauber verlieht, der dafür sorgt, dass sich jeder Zuschauer direkt in sie verlieben muss.

Nick Robinson (Jurassic World) wirkt im ersten Moment wie das genaue Gegenteil von Stenberg. Er ist recht unscheinbar und unauffällig. Jedoch wirkt er durch seinen Humor, seine Bemerkungen und Handlungen schnell so sympathisch, dass man verstehen kann weshalb Maddy sich in ihn verliebt.

Was bei den beiden sehr schön ist, ist, dass man ihnen ihre Rollen abkauft. Sie wirken so, als würden sie sich wirklich mögen und als wären sie in vielen den Momenten selber aufgeregt. Diese Authentizität katapultiert den Film definitiv einige Ebenen nach oben.

Everything, Everything: Handlung ohne Tiefgang mit brillanten Schauspielern

Leider ist Everything, Everything ein sehr kurzweiliger Film ohne wirklichen Tiefgang. Die vielen Möglichkeiten, die sich ihm boten Tiefe zu entwickeln, wurden allesamt nicht genutzt und der Film endet wie er begonnen hat: seicht.

Dennoch handelt es sich nicht um einen schlechten Film: Die Kamera, die Effekte, die Art wie der Film technisch erzählt wird und vor allem die absolut unglaublichen Schauspieler, sorgen dafür, dass man sich diesen Film gerne noch einmal angucken möchte und sei es nur für die schönen Bilder. Auf der Handlungseben hoffe ich, dass viel der bestehenden Handlung aus dem Roman nicht übernommen wurde und er deshalb eventuell etwas flach und lückenhaft wirkt. Vor allem lässt einen der Film mit dem Wunsch zurück mehr von Amandla Stenberg zu sehen. Der nächste Film auf einer Watchlist ist definitiv As You Are.

Everything, Everything / Du neben mir | 22.06.2017 | Young Adult | Romanverfilmung

!!! Was auch immer ihr tut, guckt euch nicht den Trailer an, den dieser verrät das Ende des Films. !!!

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Manga-Zeichenstudio: Mädchen in coolen Posen [Buchrezension]

Wie schön, wenn ein Buchtitel gleichzeitig auch einen tollen Titel für eine Rezension darstellt. Nachdem großen Erfolg der Reihe How to draw Manga aus dem Hause Carlsen, bringt es nun unter der Reihe Manga-Zeichenstudio weitere Zeichenkurse auf den Markt. Alle richten sich – laut Verlagsseite – sowohl an Anfänger, als auch Fortgeschrittene. Heute nehme ich den bereits sechsten Band dieser Reihe unter die Lupe: Mädchen in coolen Posen.

Mit Aida Maki lernen wie man Manga-Mädchen zeichnet.

Vorweg muss ich einmal anmerken, dass ich einen ziemlichen Haufen an Zeichenbüchern besitze. Egal ob für Anatomie, Perspektive, Mangazeichnungen, Gestik & Mimik oder grundsätzliche Zeichentechniken. Gerade wenn es zu einem Spezialgebiet wie Mangazeichnungen kommt, ist es sehr wichtig, dass der Zeichner weiß was er tut und wie er den Stil richtig einsetzt, gleichzeitig jedoch auch erklären kann, wie man den Stil verwendet um Anatomie zu verfälschen.

Eine Reihe, die dies bisher sehr gut getan hat ist How to draw Manga von der ich jedes Buch blind kaufen und empfehlen würde. Meine Erwartungen an die Manga-Zeichenstudio-Reihe war also entsprechend hoch.

Anatomische Erklärungen für perfekte Manga-Proportionen.

Anatomische Erklärungen für perfekte Manga-Proportionen.

Gute Erklärungen zum Mangazeichnen auf Basis von anatomischen Erläuterungen

Was mir vom ersten Moment an gut an Manga-Zeichenstudio: Mädchen in coolen Posen gefällt ist die Ableitung von Erklärungen anhand anatomischer Begebenheiten. Brüste fallen in gewisser Weise, wenn man sich nach vorne beugt, die muss natürlich in einer Zeichnung beachtet werden, wenn die Mangafigur später natürlich wirken soll. Gewisse Proportionen müssen eingehalten werden um später ein gutes Gesamtbild zu erhalten. All diese Tipps sind für jemanden, der ein Anatomiebuch schon einmal in der Hand gehalten hat, sicherlich nicht neu, jedoch für einen totalen Anfänger Gold wert. Oft sind es die kleinen Dinge, die später in einer Zeichnung dafür sorgen, dass die Figur irgendwie unnatürlich wirkt – und das nicht nur auf Grund des gewählten Stils.

Man merkt schnell, dass Aida Maki – die Autorin und Zeichnerin des Buches – weiß was sie tut und große Ahnung sowohl von der Theorie als auch von der Praxis hat.

Neben Grundsätzlichen Erklärungen zur Anatomie, befasst sich das Buch mit einzelnen Körperdetails (Hände, Füße,…), Schattierung und Colorationen, was einen umfassenden Überblick über Mangafähigkeiten vermittelt. Dabei geht sie nicht nur auf das Zeichnen mit Papier und Stift, sondern auch auf das Malen am Computer oder Tablett ein.

Schritt für Schritt Zeichenerklärungen um hübsche Manga-Posen zeichnen zu lernen.

Schritt für Schritt Zeichenerklärungen um hübsche Manga-Posen zeichnen zu lernen.

Was mich leider sehr an diesem Buch stört und ihm viele Punkte kostet, ist die absolute Verfehlung des Themas. In Mädchen in coolen Posen geht es nicht darum Mädchen in coolen Posen darzustellen, sondern um Mädchen, die im Bikini sich nach vorne Beugen oder in Unterwäsche auf dem Bett posieren. Es geht um knappe Röcke und wie man Panty-Shots zeichnet. Hätte das Buch irgendetwas mit Fanservice geheißen, dann wäre es vollkommen okay für mich, dass sowas dabei herumkommt, aber ich wollte starke Frauen, die cool von einer Frau in Szene gesetzt werden. Nicht Höschen und enge Blusen, die am besten durch Wasser unsichtbar geworden sind.

Ich wollte Kriegerinnen und starke Frauen, die für etwas eintreten. Vielleicht trift hier mein feministisches Bild von „cool“ auf ein Motiv, welches viele Mangazeichner nicht erwarten, aber Manga wie Attack on Titan oder Tokyo Ghoul haben uns gezeigt, dass Frauen nicht unbedingt in Unterwäsche und knappen Röcken auftreten müssen um cool zu wirken.

Zusätzlich erklärt Maki wie man Mangazeichnungen coloriert.

Zusätzlich erklärt Maki wie man Mangazeichnungen coloriert.

Das Fazit zu Mädchen in coolen Posen

Nichts desto trotz handelt es sich bei Manga-Zeichenstudio: Mädchen in coolen Posen um ein sehr gutes Zeichenbuch, welches perfekt für Anfänger geeignet ist. Die Erklärungen sind sehr detailliert und die Beispiele gut gewählt. Die angewendeten Techniken sind leicht nachahmbar und das Buch bietet einen guten Überblick über wichtige Aspekte der Mangakunst. Ich werde dennoch in Zukunft wieder auf die Bände der How to draw Manga-Reihe zurückgreifen.

Manga-Zeichenstudio: Mädchen in coolen Posen | Aida Maki | Carlsen | 2017 | Bei Amazon kaufen


Dieses Buch wurde mir vom Carlsen Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Und jetzt lass uns tanzen: Liebe ist zeitlos [Buchrezension]

Marguerite hat ihr Leben damit verbracht ihren Eltern und ihrem Mann zu gefallen ohne jemals an sich selbst zu denken. Nun, nach dem Tod ihres Mannes fährt sie zu einer Kur, die ihr Leben verändern wird.

Das Liebe zeitlos ist zeigt Karine Lamberts Roman Und jetzt lass uns tanzen. Ein Roman über die Liebe im Alter.

Karine Lamberts zweiter Roman Und jetzt lass uns tanzen handelt von der Liebe und wie Familien mit dieser umgehen, wenn es sich bei den Verliebten um die eigenen Eltern handelt. Was tun, wenn die 78jährige Mutter aus dem Kuraufenthalt einen neuen Liebhaber mitbringt?

Genau in diese Situation werden Frederic und Manou geworfen, nachdem ihre Eltern sich während eines Kuraufenthalts kennenlernen. Die kleine, zierliche Marguerite, die ihr Leben lang davon geträumt hat Abenteuer zu erleben, aber in einer Ehe gefangen war, die sie nicht wollte und in der sie ihren Mann siezen musste. Und Marcel, der seine Kindheitsliebe geheiratet hat, nachdem ihre Famlien gemeinsam von Algerien nach Frankreich geflohen sind.

Doch dieser Roman ist nicht in erster Linie über Frederic und Manou, nein, er wird aus der Sicht der beiden Liebenden erzählt, die sich langsam aneinander rantasten. Die selber unentschlossen sind, ob sie in ihrem Alter sich noch verlieben dürfen. Vor allem sind sie hin- und hergerissen zwischen der Vernunft und dem Wissen, dass ihnen vielleicht nur noch ein paar gute Jahre bleiben.

Holperig erzählte Geschichte, die einen Tief berührt

Was diesen Roman ausmacht ist das wirklich selten aufgegriffene Thema der Liebe im Alter. Lambert selber sagt, dass die Mutter ihrer besten Freundin sie zu dieser Geschichte inspiriert hat. Nach Jahren in einer unglücklichen Ehe, lernte sie einen Mann kennen, mit dem sie in der Küche tanzen konnte. Nach dieser rührenden Geschichte begann Lambert ihre Recherche um mehr über die Liebe und das Alter zu lernen.

In Altersheimen wurde ihr erzählt, dass Nachts die Zimmertüren der Bewohner verschlossen wurden, damit diese sich nicht heimlich Nachts besuchen konnten. Diese Aussagen machten für sie schnell klar, wie sehr ältere Menschen plötzlich wieder zu Kindern degradiert wurden, die selber nicht entschieden dürfen ob sie jemanden Lieben und mit ihm Zeit verbringen wollen.

All diese Themen finden sich eindrücklich in Und jetzt lass uns tanzen wieder. Vor allem Marguerite muss darum kämpfen, dass ihr Sohn sie nicht einfach als Dement abstempelt, als sie plötzlich anfängt ihre Gewohnheiten zu ändern.

Gleichzeitig erzählt der Roman auch von der Vergangenheit. Von Marguerites Schwester, die Abenteuerin, und über Marcels Liebesgeschichte mit Nora, die alleine einen ganzen Roman ausfüllen könnte.

All diese schönen Geschichten sind leider in einen etwas holperigen Erzählstil eingefasst, der Erzählungen und Gespräche nachahmen soll, gerade deswegen jedoch in der gelesenen Variante schnell grob wirkt. Die Perspektive und Erzählzeit springt innerhalb einzelner Kapitel von einem Abschnitt zum anderen und sorgt häufig dafür, dass der Leser nicht weiß wer gerade in welcher Zeit redet. Die Gespräche zwischen Marguerite und Marcel schwanken zwischen Erzählungen und wirklichen Ereignissen, bis man nicht mehr weiß, was gerade wirklich geschieht.

Lambert selbst erzählt in Interviews gerne, dass sie ihre Kapitel gerne laut vorliest um zu überprüfen ob sich die Dialoge und Erzählungen gut anhören. Und während dies während einer Lesung durchaus der Fall ist, macht der Roman es dem eigentlichen Leser dennoch schwer ihm zu folgen.

Daher empfehle ich eher die Hörbuchversion des Romans zu kaufen als den Roman an sich, der als Buch sehr viel seiner Farbigkeit und seines Temperaments verliert. An vielen Stellen wirkt Und jetzt lass uns tanzen eher so, als wäre an Lambert eine großartige Drehbuchautorin verloren gegangen.

Und jetzt lass uns tanzen | Karine Lambert | ★★★☆☆ | Diana Verlag | 2017 | Bei Amazon kaufen


Dieser Roman wurde mir vom Diana Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und er hat mich freundlicher Weise auch zu einer Lesung von Karine Lambert eingeladen. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Das Buch der Wunder: Es gibt keinen Traum, nur unterschiedliche Frequenzen [Buchrezension]

„Es gibt keine Fantasie.
Es gibt keinen Traum.
Alles, was gedacht oder geträumt werden kann, existiert. Nur auf anderen Frequenzen. Du allein bestimmst was aus dem Nebel der Möglichkeiten wirklich auftaucht. […] Es gibt keine Grenzen.“
– Stefan Beuse – Das Buch der Wunder

Der neue Roman von Stefan Beuse Das Buch der Wunder.

Tom und Penny sind die wohl unterschiedlichsten Geschwister, die man sich vorstellen kann. Tom liebt die Wissenschaft und alles, was man durch sie erklären kann. Und in seinen Augen kann man alles durch Wissenschaft erklären. Penny hingegen hofft nicht nur auf Wundern, nein, sie ist überzeugt davon, dass sie sie selbst vollbringen kann. Doch während Tom an seiner Meinung festhält, wirft ihn das von Penny geschriebene Buch der Wunder vollkommen aus der Bahn. Kann das, was sie aufgeschrieben hat, wirklich der Wahrheit entsprechen?

Jahre später ist Tom bei einer Agentur angestellt und ist sich sicher, dass alles, was er als Kind erlebt hat, einem Fiebertraum zuzuschreiben sein muss. Denn das was er gesehen hat, kann niemals der Wirklichkeit entstammen. Auch nicht jener, die Penny für ihn beschrieben hat…

Feinfühlig geschriebener Roman auf der Suche nach der Wirklichkeit

Der Autor und Journalist Stefan Beuse befasst sich in seinem achten Roman hauptsächlich mit der Frage danach was Wirklichkeit eigentlich ist. Kann sie für jeden Menschen gleich sein und wenn nicht, welche Form der Realität entspricht dann der Wahrheit? In philosophischen Gespräche, die als harmloser Dialog zweier Kinder beginnt, versucht Penny ihrem Bruder immer wieder zu beweisen, dass es Wunder gibt, während er mit Hilfe von Wissenschaft Gegenargumente zu finden sucht.

Fein granuliert versucht er nicht nur seinen Protagonisten, sondern auch den Leser mit un erklärlichen Vorfällen zu konfrontieren nur um danach zu fragen: Und wo ist deine Wissenschaft jetzt?

„Und irgendwann hatte es eine Version der Geschichte gegeben, mit der sie zufrieden war. Das sei jetzt die Wahrheit, hatte sie gesagt, und die Wahrheit dürfe nicht verändert werden.“

Besonders faszinierend hierbei ist die Veränderung die Tom im Laufe des Romans erlebt. Er reift vom Kind zum Jugendlichen zum Erwachsenen heran. Durch Schicksalsschläge und Veränderungen entwickelt er sich weiter und gleichzeitig behält er immer Pennys Fragen im Hinterkopf und mit ihnen die alles umspannende Gewissheit, dass nichts, was im Buch der Wunder steht wahr sein kann und dennoch wahr sein muss. Schließlich hat er den Spiegelsee gesehen. Oder etwa nicht?

Wunderbar!

Der in vier Teile, vier Lebensabschnitte, vier Erkenntnisphasen gegliederte Roman Das Buch der Wunder ist eines der spannendes Werke des Jahres. Mal beschreibt er trocken humorvoll die Vorgänge in einer Werbeagentur – so nah an der Realität, dass viele die Beschreibung für vollkommen übertrieben hinnehmen werden –, dann wird das Innenleben zweier Kinder untersucht, die mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters überfordert sind. Immer ist es die gleiche Reflektierende Stimme, die die Handlung voran treibt und die Ereignisse und Vorhersagen miteinander verwebt, bis nicht mehr klar ist ob es sich um ein von langer Hand geplantes Geschehen oder eine zufällige Übereinstimmung handelt.

Wirklich sehr wunderbar ist auch die Gestaltung des Romans, welches den Omnipräsenten Dschungel auch auf dem Umschlag des Romans weiterleben lässt. Wer wirklich etwas finden möchte, was man an diesem Buch bemängeln kann, dann wohl nur, dass das Coverdesign, welches um den Umschlag herumläuft, durch einen sonderbaren blauen Buchrücken unterbrochen wird. Wenn man den unbedingt etwas bemängeln muss.

Das Buch der Wunder | Stefan Beuse | Mairisch Verlag | 2017 | 222 Seiten | Bei Amazon kaufen


Vielen Dank an den Mairisch Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Angstmädchen: Du kannst ihr nicht entkommen [Buchrezension]

Was wäre, wenn du wüsstest, dass in deiner Badewanne ein Mensch gestorben ist? Nicht vor Wochen, Monaten, Jahren, sondern gerade erst, vor ein paar Tagen? Und wie würdest du dich verhalten, wenn dieser Mensch dich plötzlich heimsuchen würde?

Genau mit diesem Gedanken spielt Angstmädchen der schwedischen Autorin Jenny Milewski. In ihrem Buch zieht Malin in ihr erstes Zimmer im Studentenwohnheim, nur um schnell zu bemerken, dass irgendetwas nicht stimmt. Vermutlich hätte sie Verdacht schöpfen sollen als plötzlich Mitten im Semester ein Zimmer frei wurde und dann auch noch eines mit Badewanne, doch im ersten Moment freut sie sich einfach nur darauf endlich ihre eigenen vier Wände zu bewohnen.

Doch dann häufen sich die sonderbaren Ereignisse: In ihrer Badewanne erscheinen sonderbare schwarze Haare und ständig bilden sich überall Fützen mit Wasser. Als dann auch noch die Küche verwüstet wird, wendet sie sich hilfesuchend an ihre Mitbewohner. Und diese wissen genau, wer hinter dahinter stecken könnte.

Klassische Horrorgeschichte mit guter Erzählstimme

Im Grunde handelt es sich bei Angstmädchen um eine klassische Horrorgeschichte. Ein sonderbarer Ort, merkwürdige Ereignisse, eine Tote, die Rache nehmen möchte und ein Haufen junger Menschen, die versuchen das Probleme alleine zu lösen.

Etwas nervend ist hierbei die Rahmenhandlung, die etwa zehn Jahre nach den Ereignissen spielt und uns verrät, dass Malin definitiv überleben wird, was auch immer passiert. Dies nimmt der Handlung von Anfang an etwas Schwung. Bis auf ein paar Wendungen in der Handlung, mit denen man vielleicht nicht unbedingt rechnen würde, geschieht dann doch einfach das was in jedem Horrorfilm passieren würde: die Ereignisse werden schlimmer, Menschen fangen an der Protagonistin zu glauben, Menschen sterben, zusammen wird versucht auf Geisterjagd zu gehen, der Geist wird wütender, etc.

Dabei beginnt die Handlung relativ vielversprechend und steigert sich nach und nach in einem Maße, bei dem man sich fragen kann ob Malin sich nicht einfach nur ein bisschen zu viele Sorgen macht. Dass danach ungefähr jedes Horror-Klischee erfüllt wird, bedeutet jedoch nicht, dass das Buch nicht spannend ist. Spannend bleibt es bis zum Schluss, denn schließlich lässt uns die Rahmenhandlung darauf hoffen, dass wir hier sehen wie eine gelungene Geisterjagd aussehen kann.

Sonderbare Verkaufsstrategie

Was mich an diesem Buch richtig ärgert ist die Strategie des Heyne Verlags, den ich an sich wirklich sehr sehr gerne mag, dieses Buch offensichtlich nicht verkaufen zu wollen. Warum der Titel von Yuko – dem namen des Geistes – auf so etwas plumpes wie Angstmädchen geändert wurde, kann ich nicht ganz nachvollziehen. „Vorsicht, hier passiert was gruseliges!“, wäre sicherlich weniger offensichtlich gewesen.

Doch das schlimmste ist das Cover, welches so gar nicht in das Programm des Verlags passen möchte, der sonst wirklich sehr schöne Cover hervorbringt. Komplett schwarz gehalten sehen wir nur eine Strähne goldenes Haares. Sowohl inhaltlich macht es keinen Sinn – es tauchen schließlich immer wieder schwarze Haare auf –, als auch äußerlich, den kurzgesagt ist es einfach hässlich. Die lieblose Umschlaggestaltung lässt das Buch billig wirken und setzt den Inhalt auf „irgendwas mit Angst“ herab. Dass es sich hierbei um eine gut erzählte Geschichte handeln könnte, lässt sich nicht aus der Umschlaggestaltung erschließen.

Hätte ich dieses Buch im Laden gesehen, hätte ich es niemals gekauft. Was wirklich Schade ist, denn dieses Buch erzählt eine wirklich bis zur letzten Seite spannende Geschichte, die ich zum Schluss gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Angstmädchen | Jenny Milewski | 336 Seiten | 2017 | Bei Amazon bestellen


Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt. Nein, es hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Special: Oscarvorhersage [SaSo]

Die „Sammlung“ um die es heute geht, ist eine Sammlung von Filmen. Nämlich den Filmen, die in den wichtigsten Oscar-Kategorien nominiert sind. Dabei sind vor allem La La Land (14 Nominierungen), Arrival (8 Nominierungen) und Moonlight (8 Nominierungen) die Anwärter mit den größten Chancen.

Oscarnominierungen für den Besten Film

  • Arrival
  • Fences
  • Hacksaw Ridge
  • Hell or High Water
  • Hidden Figures
  • La La Land
  • Lion
  • Manchester by the Sea
  • Moonlight

Für viele Kritiker steht fest, dass sich dieses Rennen zwischen dem Drama Fences, dem Musicalfilm La La Land und Moonlight entscheiden wird. Alle drei Filme konnten bereits einige wichtige Preise abräumen und traten dabei immer wieder gegeneinander an. Fences konnte dabei eher mit seinen Darstellern punkten und gewann bisher keinen Preis für den Besten Film. Anders sieht es da bei La La Land aus, der gleich acht der wichtigsten Preise für den Besten Film gewann. Darunter einen Golden Globe und den AACTA Award. Beide gelten als Hinweis darauf, welcher Film einen Oscar gewinnen wird. Moonlight ist mit einer Art Außenseiterrolle ins Rennen gegangen. Dabei enthält er sehr viele Elemente, die sich bei vielen oscarprämierten Filmen wiederfinden: Drama, basierend auf einem Buch und dann auch noch eine Geschichte, die über mehrere Jahre hinweg gefilmt wurde. Hiermit konnten bereits vier wichtige Filmpreise für den Besten Film gewonnen werden.

Dennoch denke ich, dass sich die Jury für La La Land entscheiden wird, welches Hollywood als solches feiert.

„And the Oscar for Best Director goes to…“

  • Damien Chazelle – La La Land
  • Mel Gibson – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge)
  • Barry Jenkins – Moonlight
  • Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea
  • Denis Villeneuve – Arrival

Auch im Kampf um den Oscar für die Beste Regie hat Damie Chazelle (Whiplash) mit La La Land gute Karten. Bisher gingen zumindest schon drei dieser Preise für diesen Film an ihn. Vor ihm liegt Moonlight mit vier Preisen. Auf dem dritten Platz, mit zwei Preisen, landet Mel Gibsons Kriegsfilm Hacksaw Ridge.

In dieser Kategorie kann ich mir gut vorstellen, dass Moonlight mit seinem extremen Regieaufwand gewinnen wird.

Bester Hauptdarsteller

  • Casey Affleck – Manchester by the Sea
  • Andrew Garfield – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge)
  • Ryan Gosling – La La Land
  • Viggo Mortensen – Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (Captain Fantastic)
  • Denzel Washington – Fences

Casey Affleckt wurde für seine Darstellung in dem relativ langweilig aussehenden Film Manchester at the Sea sehr von den Kritikern gelobt und zeigt wieder einmal, dass er keinesfalls im Schatten seines Bruders verschwindet. Natürlich gab es auch viel Lob für Ryan Gossling in La La Land, obwohl ich dies nicht so wirklich nachvollziehen kann.

Bei dieser Auswahl würde es mich wundern, wenn der Oscar nicht an Denzel Washington in Fances gehen würde.

Die Beste Hauptdarstellerin 2017

  • Isabelle Huppert – Elle
  • Ruth Negga – Loving
  • Natalie Portman – Jackie: Die First Lady
  • Emma Stone – La La Land
  • Meryl Streep – Florence Foster Jenkins

15 Auszeichnungen gingen bisher an Isabelle Huppert in Elle, von dem ich bis eben absolut nichts gehört habe. Auch Natalie Portman hat vier Auszeichnungen für Jackie gewonnen. Doch der Favorit in dieser Kategorie ist vermutlich klar Emma Stone, die zwar nur vier Preise als Beste Hauptdarstellerin gewonnen hat, dafür aber vor allem bei der Verleihung des ACCTA und Golden Globe überzeugen konnte.

Beste Hauptdarstellerin wird also vermutlich an Emma Stone gehen, die in La La Land wirklich sehr phantastisch war.

Der große Rest der Nominierungen

Ähm ja, der Favorit von oben Arrival fehlt in meiner Prognose fast vollständig. Dies liegt vor allem daran, dass er vor allem in Kategorien wie Bester Schnitt, Ton und in ähnlichen Postproduktionskategorien nominiert ist. Dies sind auch die Kategorien, in denen er bei anderen Verleihungen glänzen konnte. Dennoch muss man ehrlich zugeben, dass Arrival nicht unbedingt mit Preisen überschüttet wurde und vermutlich auch bei den Oscars gegen La La Land kaum eine Chance haben wird.

Gerade in den Produktionskategorien wünsche ich Jackie und Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind viel Erfolg in der Kostümkategorie, da dort der Sieg von La La Land – Entschuldigung, aber die Protagonisten tragen normale Kleidung! – recht unverdient wäre.

Auch Rogue One darf gerne für die Besten visuellen Effekte ausgezeichnet werden. Hail, Caesar! hat ein tolles Szenenbild, welches einen Preis verdient hat, und I Am Not Your Negro drücke ich alle Daumen für den Oscar als Beste Dokumentation.

Dennoch rechne ich fest damit, dass La La Land die meisten Preise abräumen wird. Vermutlich so ziemlich jeden Preis, der etwas mit Ton zu tun hat, der Oscar für den Besten Schnitt und das Beste Drehbuch.

Die eindeutigen Gewinner werden wir jedenfalls in dieser Nacht erfahren.