Mr. Robot [Review]

Habt ihr schon was von Mr. Robot gehört? Nein? Dann seid ihr gerade dabei eine der großartigsten Serien seit langem zu verpassen. Ich weiß, in letzter Zeit werden immer wieder Serien gehypet und Kritiker werfen mit Superlativen um sich, aber eine Rotten Tomatos-Bewertung von 98% und 9/10 Sterne bei IMDB sind was ganz anders.

Aber gehen wir einmal zurück zum Anfang: Mr. Robot handelt von dem Programmierer Elliot, der für eine Internetsicherheitsfirma arbeitet. Seit seiner frühsten Kindheit hat er einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, den er immer dann in seiner Freizeit ausleben kann, wenn sich jemand auffällig verhält und er spielend leicht das Leben der jeweiligen Person durchleuchten kann. Denn Elliot ist nicht nur Programmierer, sondern auch ein begnadeter Hacker, der seine Fähigkeiten einsetzt um der Polizei anonyme Tipps zu ungelösten oder unbekannten Verbrechen zu geben.

Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig als er auf Mr. Robot den Anführer der anonymousartigen Hackervereinigung fsociety trifft. Er hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon wie weit jene gehen sollten, die die Macht haben alles zu hacken, doch mit den ethischen Vorstellungen von Elliot gehen diese nicht einher. Ihm reicht es nicht nur kleine Ganoven festzunehmen, er möchte Evil Corp – ein fiktives Unternehmen, welches stellvertretend für alle großen Unternehmen in unserer Welt steht, zu zerstören…

0815-Hackerserie?

Bei solchen Serien ist es immer sehr leicht, dass die Handlung sehr schnell vielen Klischees bedienen. Dies macht Mr. Robot sehr selten bzw. so gut wie nie. Natürlich werden Computer mit Computern gehackt – es geht schließlich um Hacker –, aber die Art wie dies porträtiert und vor allem technisch von den Figuren umgesetzt wird ist sehr, sehr realistisch. Elliot verhält sich wie sich Menschen verhalten, die nun einmal wissen, wie Computer funktionieren. Was vielleicht an der ein oder anderen Stelle für Verständnisschwierigkeiten sorgen kann, macht IT-ler weltweit sehr glücklich.

Dazu kommt, dass die komplette Serie mit einem wirklich fantastischen Soundtrack untermalt wird. Zu hören ist eine Mischung aus klassischer Musik und Synthesizer-Musik à la Tron: Legacy. Dies erzeugt zum einen den Eindruck von Größe, zum anderen gibt es dem Soundtrack eine feingeschliffene Elektronikkomponente, die sehr gut zum Computerthema passt. Natürlich ist es das naheliegendste bei diesem Thema elektronische Musik zu verwenden, aber gut umgesetzt ist sie eher eine Unterstützung, als ideenarme Untermalung. In diesem Fall handelt es sich definitiv um Ersteres.

Was mich ein wenig an der grundsätzlich guten Serien mit ihren starken Figuren, der realistischen Umsetzung und der tollen Musik – ganz zu schweigen von der tollen Kameraführung – stört, ist, dass die Handlung an vielen Stellen etwas zu vertraut wirkt. Viele Themen und Diskussionen kennt man beispielsweise aus Fightclub, Watchdogs (auch wenn Watchdogs bei weitem schlechter und platter umgesetzt ist) und der realen Vorlage anonymous. Dieses Manko wird jedoch jedes Medium aufweisen, welches zu weit in den Bereich der Anarchie begibt.

Auf die Watchlist mit Mr. Robot!

Um wieder auf den Anfang dieser kurze Rezension zurückzukommen: Die Bewertungen von Rotten Tomatos und der IMDB sind in diesem Fall nicht einfach nur Teil eines unverständlichen Hypes, sondern sind eine direkte Schauempfehlung, die dadurch zustande kommt, dass die dieses Jahr erschienene Serie Mr. Robot einfach eine sehr gut gemachte, geschriebene, untermalte und wunderbar umgesetzte Serie ist. Hut ab vor Sam Esmail, dem Kopf hinter der Serie!

Ein Gedanke zu “Mr. Robot [Review]

  1. Pingback: Serienherbst: Von Hackern, glücklichen Familien und Abenteurern [SaSo] | Chochi in Wonderland

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