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Und jetzt lass uns tanzen: Liebe ist zeitlos [Buchrezension]

Marguerite hat ihr Leben damit verbracht ihren Eltern und ihrem Mann zu gefallen ohne jemals an sich selbst zu denken. Nun, nach dem Tod ihres Mannes fährt sie zu einer Kur, die ihr Leben verändern wird.

Das Liebe zeitlos ist zeigt Karine Lamberts Roman Und jetzt lass uns tanzen. Ein Roman über die Liebe im Alter.

Karine Lamberts zweiter Roman Und jetzt lass uns tanzen handelt von der Liebe und wie Familien mit dieser umgehen, wenn es sich bei den Verliebten um die eigenen Eltern handelt. Was tun, wenn die 78jährige Mutter aus dem Kuraufenthalt einen neuen Liebhaber mitbringt?

Genau in diese Situation werden Frederic und Manou geworfen, nachdem ihre Eltern sich während eines Kuraufenthalts kennenlernen. Die kleine, zierliche Marguerite, die ihr Leben lang davon geträumt hat Abenteuer zu erleben, aber in einer Ehe gefangen war, die sie nicht wollte und in der sie ihren Mann siezen musste. Und Marcel, der seine Kindheitsliebe geheiratet hat, nachdem ihre Famlien gemeinsam von Algerien nach Frankreich geflohen sind.

Doch dieser Roman ist nicht in erster Linie über Frederic und Manou, nein, er wird aus der Sicht der beiden Liebenden erzählt, die sich langsam aneinander rantasten. Die selber unentschlossen sind, ob sie in ihrem Alter sich noch verlieben dürfen. Vor allem sind sie hin- und hergerissen zwischen der Vernunft und dem Wissen, dass ihnen vielleicht nur noch ein paar gute Jahre bleiben.

Holperig erzählte Geschichte, die einen Tief berührt

Was diesen Roman ausmacht ist das wirklich selten aufgegriffene Thema der Liebe im Alter. Lambert selber sagt, dass die Mutter ihrer besten Freundin sie zu dieser Geschichte inspiriert hat. Nach Jahren in einer unglücklichen Ehe, lernte sie einen Mann kennen, mit dem sie in der Küche tanzen konnte. Nach dieser rührenden Geschichte begann Lambert ihre Recherche um mehr über die Liebe und das Alter zu lernen.

In Altersheimen wurde ihr erzählt, dass Nachts die Zimmertüren der Bewohner verschlossen wurden, damit diese sich nicht heimlich Nachts besuchen konnten. Diese Aussagen machten für sie schnell klar, wie sehr ältere Menschen plötzlich wieder zu Kindern degradiert wurden, die selber nicht entschieden dürfen ob sie jemanden Lieben und mit ihm Zeit verbringen wollen.

All diese Themen finden sich eindrücklich in Und jetzt lass uns tanzen wieder. Vor allem Marguerite muss darum kämpfen, dass ihr Sohn sie nicht einfach als Dement abstempelt, als sie plötzlich anfängt ihre Gewohnheiten zu ändern.

Gleichzeitig erzählt der Roman auch von der Vergangenheit. Von Marguerites Schwester, die Abenteuerin, und über Marcels Liebesgeschichte mit Nora, die alleine einen ganzen Roman ausfüllen könnte.

All diese schönen Geschichten sind leider in einen etwas holperigen Erzählstil eingefasst, der Erzählungen und Gespräche nachahmen soll, gerade deswegen jedoch in der gelesenen Variante schnell grob wirkt. Die Perspektive und Erzählzeit springt innerhalb einzelner Kapitel von einem Abschnitt zum anderen und sorgt häufig dafür, dass der Leser nicht weiß wer gerade in welcher Zeit redet. Die Gespräche zwischen Marguerite und Marcel schwanken zwischen Erzählungen und wirklichen Ereignissen, bis man nicht mehr weiß, was gerade wirklich geschieht.

Lambert selbst erzählt in Interviews gerne, dass sie ihre Kapitel gerne laut vorliest um zu überprüfen ob sich die Dialoge und Erzählungen gut anhören. Und während dies während einer Lesung durchaus der Fall ist, macht der Roman es dem eigentlichen Leser dennoch schwer ihm zu folgen.

Daher empfehle ich eher die Hörbuchversion des Romans zu kaufen als den Roman an sich, der als Buch sehr viel seiner Farbigkeit und seines Temperaments verliert. An vielen Stellen wirkt Und jetzt lass uns tanzen eher so, als wäre an Lambert eine großartige Drehbuchautorin verloren gegangen.

Und jetzt lass uns tanzen | Karine Lambert | ★★★☆☆ | Diana Verlag | 2017 | Bei Amazon kaufen


Dieser Roman wurde mir vom Diana Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und er hat mich freundlicher Weise auch zu einer Lesung von Karine Lambert eingeladen. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Ich packe meine Tasche: Festival-Edition

Spätestens wenn H&M seine Coachella-Collection in die Läden bringt kann man sich sicher sein, dass die Festival Seasion wieder vor der Tür steht. Und was gehört zu einem Festival? Natürlich eine gut gepackte Festivaltasche.

Seit ich diesen Artikel 2011 für mein erstes großes Festival verfasst habe, ist einiges an Zeit vergangen und vor allem habe ich viel dazugelernt. Vor allem weiß ich mittlerweile welche Dinge absolut unverzichtbar sind und was zu Hause belieben kann.

Festival-Tasche

Meine erste Festival-Tasche sah übrigens damals so aus

Festival Basics

  • Ticket: !!! Lieber auch mehrmals checken ob man die dabei hat!
  • Personalauswahl
  • Geld (für Essen auf dem Festival Gelände, Getränke, Festival-Merchandise Treibstoff für das Auto…)
  • EC-Karte (auf dem Festivalgelände oder auf dem Zeltplatz gibt es EC-Automaten für mehr Geld)
  • Führerschein / Zug- oder Flugzeugticket
  • Handy und Ladekabel: auf dem Festivalgelände gibt es Ladestationen für Handys

Für viele ist die Kombination aus Festival und Zug noch immer etwas abwegig, aber mit einem gut gepackten Wanderrucksack ist die Anreise per Zug tatsächlich sehr entspannt. Vor allem weil ihr um den großen Stau vor dem Festivalgelände – und seien wir einmal ehrlich, jedes große Festival hat seinen eigenen Stau – herumkommt. Nachteil der Anreise per Zug: Wenn es regnet könnt ihr nicht in euer Auto fliehen.

Camping

  • Zelt: immer ein bisschen größer als die Anzahl der Personen, die mitfährt. Für 2 Personen also am besten ein Dreierzelt
  • Schlafsack: ergänzend vielleicht noch eine dünne Decke. In der Nach ist es kalt
  • Luftmatratze: am besten selbstaufblasend, damit ihr mit ihr wenig Arbeit habt
  • Geschirr und Besteck: meistens nehme ich ein Brettchen und ein Messer für das Frühstück mit
  • Toilettenpapier: zum einen gibt es nicht immer Toilettenpapier an den Festivaltoiletten, zum anderen eignet es sich super um Dinge abzuwischen, trocken zu legen und zu reinigen
  • Tape: zum reparieren von Dingen und um eine Haltevorrichtung für das Wasserpaket zu basteln. Hä? Auf dem Festivalgelände sind meist nur Tetrapaks erlaubt. Mit Tape kann man dafür dann einen Haltegurt basteln.
  • Taschenlampe: Schließlich zeltet ihr!
  • Batterien: für die Taschenlampe!
  • Campingstühle: ernsthaft, den ganzen Tag auf dem Boden zu sitzen wird irgendwann anstrengend. Außerdem könnt ihr die Stühle auch in den Matsch stellen und immer noch einigermaßen gemütlich sitzen
  • Kleines Kissen: Wirklich, euer Nacken dankt es euch, wenn ihr euren Kopf irgendwo drauflegen könnt, während ihr schlaft
  • Kartenspiele: Ihr wisst nie wann ihr plötzlich dazu gezwungen seid auf Grund von schlechtem Wetter längere Zeit in eurem Zelt zu verbringen. Eine gute Ablenkung ist dann plötzlich essentiell.
  • Powerbank: Auch wenn es auf vielen Festivals mittlerweile Steckdosen gibt, ist eine Powerbank für euer handy immer sehr praktisch
  • Schloss: zum abschließen des Zeltes. Am besten so anbringen, dass man es nicht sieht. Wenn man nicht sieht, dass ihr das Zelt abschließt sieht es auch nicht so aus als wolltet ihr irgendwas aufbewahren…

Camping Basics erweitert für Frostbeulen und Köche

Zusätzlich empfiehlt beispielsweise die Liste von ringrocker.com einen ganzen Haufen weiteren Kram, der eher euer Zelt zumüllt als wirklich hilfreich ist. Natürlich, wenn euch schnell kalt wird solltet ihr vielleicht eine weitere Decke oder eine zusätzliche Isomatte mitnehmen.

Wenn ihr vorhabt nicht auf dem Festival-Gelände zu essen, sondern selber Nahrung zuzubereiten kann es auch sinnvoll sein einen Grill, Grillanzünder, Grillkohlen, ein Feuerzeug, einen Gaskocher + Kartusche, eine Kühlbox, einen Dosenöffner, Korkenzieher und Küchenrolle mitzunehmen.

Ich empfehle jedoch jedem Essen auf dem Festivalgelände zu kaufen. In der Regel bezahlt ihr gut 3-6 € für eine Mahlzeit und sparrt ungeheuer viel Zeit, denn schließlich müsst ihr ansonsten das Essen zubereiten. Gerade wenn es dann noch anfängt zu regnen sind ein Grill oder ein Gaskocher die letzten Geräte, die ihr bedienen wollt.

Auch ein Taschenmesser wird von Ringrocker empfohlen, ist jedoch auf vielen Festivals verboten.

Festivalkleidung

Den größten Fehler, den ihr auf Festivals begehen könnt, ist das Wetter zu unterschätzen. Mal ist es heiß, mal kalt und dann ist da auch noch der Regen. Setzt also auf Schichten, eine gute Menge an Wechselkleidung, Kleidung die Matschspritzer abbekommen darf und euch vor allem warm hält.

  • Lange Hosen: Jeans für Männer, Leggings für Frauen (trocknen schnell und lassen sich mit Overknees schnell in ein warmes Outfit verwandeln)
  • kurze Hosen / Rock: Falls das Wetter doch aufklart. Außerdem können Frauen Shorts oder einen Rock einfach über die Leggings ziehen.
  • T-shirts: auch zum zwiebeln geeignet
  • Pullover: Strickjacken und Sweatshirts eignen sich gut zum zwiebeln. Am besten irgendwas mit Kapuze, falls es kalt wird…
  • Unterwäsche
  • Socken: auch dicke, welche man in den Gummistiefeln tragen kann und am besten Overknees für kalte Tage
  • feste Schuhe
  • Gummistiefel: Auch an Nicht-Regentagen zu empfehlen. Der Boden ist dreckig und möglicherweise matschig.
  • Regenjacke (!!!): Mittlerweile tragen mein Freund und ich beide an Regentagen sowohl eine Regenjacke, als auch einen Regenponcho um möglichst trocken zu bleiben
  • Jacke: Wobei ihr auf diese verzichten könnt, wenn ihr eine gute Regenjacke dabei habt
  • Schal: auch ein guter Ersatz für eine Mütze
  • Mütze: vor allem wenn es regnet oder spät ist ist es kalt!
  • Sonnenbrille: immer mitnehmen… man weiß nie wie das Wetter wird. Am besten keine teure… im Gemenge kann die auch gerne kaputt gehen.
  • Caps, Hüte: das letzte was ihr auf einem Festival wollt ist ein Sonnenstich
  • Flip-Flops: Zum Duschen und falls es warm wird zum rummgammeln vor dem Zelt. Nicht für das Festivalgelände geeignet!
  • Badesachen: zum Duschen
  • Rucksack / Taschen: Turnbeutel, Brustbeutel oder Hüftbeutel sind sehr praktisch
  • Haargummis

Festival-Verpflegung

In den ersten Jahren hatte ich immer viel zu viel Nahrung dabei. Im Grunde recht es, wenn ihr Nahrung für das Frühstück, Wasser und Snacks dabei habt. Kauft nichts was schnell verderblich ist oder in der Sonne schmelzen könnte.

Neben dem Essen, was ihr auf dem Festivalgelände kaufen könnt, gibt es auf einigen großen Festivals mittlerweile Supermarkt-Zelte, so dass ihr auch vor Ort noch Nahrungsmittel kaufen könnt, falls es knapp werden sollte.

  • Wasser in Paketen: auf viele Festivalgelände dürfen nur Päckchen mitgenommen werden, die vor Ort immer wieder aufgefüllt werden können. Also denkt dran einen Trichter mitzunehmen. Auch die Pfandbecher, die ihr auf dem Gelände erhaltet, können immer wieder mit Wasser aufgefüllt werden.
  • Alkoholfreies: Irgendwann geht euch Wasser auf die Nerven. Wer keine zusätzlichen getränke schleppen möchte, kauft einfach Getränke auf dem Festivalgelände.
  • Brot / Brötchen: Frühstück :3
  • Aufschnitt: Am besten Scheiblettenkäse, da dieser lange hält oder auch Marmelade und Nutella
  • Obst / Gemüse: zur Stärkung zwischendurch
  • Chips / Süßigkeiten: für Abends oder die Zeit, in welcher keine Bands spielen…
  • Kaugummis
  • Müsliriegel: Immer praktisch, wenn man längere Zeit an einer Bühne steht und seinen Platz nicht verlassen möchte

Wer selber Nahrung zubereiten möchte sollte Grillgut und Saucen, Essen aus Dosen und Nudeln einpacken. Auch Kaffee (Milch und Zucker?) kann man entweder selber zubereiten oder auf dem Zeltplatz und Festivalgelände kaufen. Gleiches gilt für Bier und Wein.

Festival-Apotheke

  • Ohrenstöpsel: !!! wichtig! die Boxen sind sehr, sehr, sehr laut. Schützt euer Gehör!
  • Sonnencreme
  • Aspirin oder Ibuprofen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Durchfalltabletten: Haben wir bisher noch nie benötigt und daher immer zu Hause gelassen
  • Pflaster
  • Tampons
  • Kondom / Pille
  • Erste-Hilfe-Set
  • Fenistil-Gel: gegen Mückenstiche
  • Voltarengel: falls man mit dem Fuß umknickt…
  • Franz-Brand-Wein / Tigerbalsam: Weil man vom vielen stehen sehr schnell Muskelkater im Rücken bekommt

Haltet euch sauber

  • Badetuch zum Duschen: Am besten eines, welches schnell trocknet
  • Duschzeug
  • Deo
  • Zahnbürste
  • Zahnpaste
  • Taschentücher
  • Rasierzeug: naja… geht auch drei Tage ohne…
  • Bürste
  • Brille / Kontaktlinsen
  • Feuchte Tücher: damit kann man alles sauber machen!!!
  • Hygienegel: damit bleibt man Keimfrei

Der-Ganze-Rest oder auch „Sachen auf die ihr am verzichten könnt“

Wie gesagt ist die Grundbasis meiner Liste eine Liste, die ich auf ringrocker 2010 gefunden habe. Viele Dinge, die empfohlen werden habe ich immer mehr als Dinge wahrgenommen, die euer Zelt vollmüllen und die ihr ebenfalls schleppen müsst. Je weniger ihr mitnehmt, desto besser. Empfohlen werden trotzdem zusätzlich:

  • Digicam: Wird durch Smartphone überflüssig
  • MP3-Player: Wird durch Smartphone überflüssig
  • Stereoanlage: Wird durch Smartphone und Bluetooth-Lautsprecher überflüssig
  • Kotztüten: kann auch mit Müllbeuteln improvisiert werden…
  • Kippen / Tabak & Papers: nur für Raucher…
  • Fahne: Um euer Zelt schneller wiederzufinden
  • Werkzeug
  • Klappspaten: gegen Schlamm… vielleicht… wir hatten noch nie einen dabei
  • Navi/ Karte
  • Autoersatzschlüssel: am besten hat nicht eine Person beide Schlüsse
  • Schirm: nicht notwendig wenn man eine Regenjacke hat… eher störend
  • Extra-Heringe
  • Kabelbinder
  • Sackkarre: irgendwie muss man den Kram zum Zeltplatz bekommen. Eine Sackkarre kann da sehr hilfreich sein und nimmt zusammengefalltet nicht all zu viel Platz weg…

Und weil es das schon so lange nicht mehr gab… Die Fotos der Kleidung, die ich in den letzten Tagen getragen hab:

Tag 344: Kleidung H&M

Tag 344: Kleidung H&M

Tag 345 (16.06.2011): Bluse und Tasche Pimkie, Jeans H&M, Uhr Fossil

Tag 345 (16.06.2011): Bluse und Tasche Pimkie, Jeans H&M, Uhr Fossil

Tag 346: Strickjacke und Jeans H&M, T-shirt Mango

Tag 346: Strickjacke und Jeans H&M, T-shirt Mango

Tag 347: Strickjacke, Jeans und Sonnebrille H&M; T-shirt Primark; Schal Ostermarkt (im Zelt...)

Tag 347: Strickjacke, Jeans und Sonnebrille H&M; T-shirt Primark; Schal Ostermarkt (im Zelt...)

Tag 348: Strickjacke und Jeans H&M, T-shirt Avanti, Schal (aka improvisierte Mütze) Ostermarkt (nach der Heimkunft...)

Tag 348: Strickjacke und Jeans H&M, T-shirt Avanti, Schal (aka improvisierte Mütze) Ostermarkt (nach der Heimkunft...)

Tag 349: Sweatshirtjacke unbekannt, T-shirt Hurricane-Festival, Jeans Mister*Lady

Tag 349: Sweatshirtjacke unbekannt, T-shirt Hurricane-Festival, Jeans Mister*Lady

Tag 350 (22.06.2011): Strickjacke unbekannt, T-shirt H&M, Jeans Mister*Lady

Tag 350 (22.06.2011): Strickjacke unbekannt, T-shirt H&M, Jeans Mister*Lady

Tag 351: Kleidung H&M, Uhr Fossil, Kette KoolKatKustom

Tag 351: Kleidung H&M, Uhr Fossil, Kette KoolKatKustom

Nur noch VIERZEHN Tage!!! Fast fertig!

Dieser Artikel wurde zunächst 22. Jun 2011 veröffentlicht

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Hundert Stunden Nacht: Hurricane Sandy trift auf Fänger im Roggen [Buchrezension]

Stell dir vor dein Vater wird über Nacht zur Berühmtheit, weil herauskommt, dass er, Schulleiter, eine Affaire mit einer seiner Schülerinnen hat. Wie würdest du dich verhalten? Für Emilia kommt nur eine Reaktion in Frage: Sie muss weg. So weit weg wie eben nötig. Also schnappt sie sich die Kreditkarte ihres Vaters und macht sich auf den Weg nach New York.

Hundert Stunden Nacht überzeugt nicht nur durch sein sehr hübsches Buchcover.

Was es mit dem Hygienegel und den Kerzen auf sich hat erfahrt ihr in Hundert Stunden Nacht

Hundert Stunden Nacht der niederländischen Autorin Anna Woltz beschäftigt sich in großen Teilen mit der Frage welche Auswirkungen das Internet auf Jugendliche hat und wie sie damit umgehen, wenn sie plötzlich ohne jenes auskommen müssen. Gleichzeitig verwendet der Roman eine Sprache und Metaphorik, die stark an Der Fänger im Roggen erinnert, was auch der Thematik eines Jugendlichen, der vor seinen Problemen flüchtet, geschuldet sein dürfte.

Der Roman beginnt mit Emila, die beschließt sich alleine auf den Weg nach New York zu machen. Und bis sie dort ankommt, scheint ihre Flucht sehr gut geplant zu sein. Bis sie vor dem Apartment, welches sie vermeintlich gebucht hat, steht und feststellt, dass sie einem Schwindler zum Opfer gefallen ist. Zumindest sind die Jugendlichen Seth und seine kleine Schwester Abby bereit Emila Unterschlupf zu gewähren, denn Hurricane Sandy ist bereits kurz vor New York angekommen.

Der größte Teil des Roman beschreibt nun die Zeit in New York während des großen Stromausfalls und welche Auswirkungen, abgesehen von nicht mehr funktionierenden Beleuchtungen, dieser mit sich brachte. Dabei muss Emila sich über sich selbst und ihre Beziehung zu ihren Eltern klar werden, während sie von einem Ozean und einer nicht funktionierenden Internetverbindung getrennt werden.

Sensible Geschichte über das Erwachsen werden

Hundert Stunden Nacht ist allem voran eine Geschichte über das Erwachsen werden. Woltz fragt was passiert, wenn man Eltern plötzlich nicht mehr nur als „Eltern“ wahrnimmt, sondern auch als Menschen. Sie thematisiert die Auswirkungen von Twitter und Co auf unsere Kommunikation und wie schnell aus Gerüchten „Tatsachen“ werden können, wenn sie nur oft genug wiederholt werden.

Aber es geht auch um Emila, Abby, Seth und Jim, vier Jugendliche, die in der Not zu Freunden werden, und die durch das plötzliche Wegbrechen des medialen Dauerrauschens, dazu gezwungen werden sich mit sich selbst und ihrer jeweiligen Zukunft auseinanderzusetzen. Beginnend bei der Einsicht, dass die Kindheit bald vorbei ist und der „Ernst des Lebens“ auf jeden Wartet.

Besonders schön ist hierbei, dass Woltz ihrer Protagonistin zwar eine gewisse kindliche Naivität mitgibt, sie dennoch wie eine Erwachsene behandelt, deren Sorgen und Ängste genauso tiefgehend und genauso berechtigt sind. Dies macht einen großen Teil von Hundert Stunden Nacht aus, denn es wird nicht eine Kinder- oder Jugendgeschichte erzählt sondern eine, in der sich jeder Mensch auf mindestens einer Ebene wiederfinden kann.

Ergänzt wird die Erzählung zusätzlich mit einem fast schon schwarzen Humor und einer großen Menge spitzer Bemerkungen, die dafür sorgen, dass man immer wieder während des Lesens laut loslachen muss.

Hundert Stunden Nacht | Anna Woltz | 2016 | Carlsen | ★★★★☆ | Bei Amazon kaufen


Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar von Carlsen zur Verfügung gestellt.

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Sieben Minuten nach Mitternacht: Von Monstern und Geschichten [Buchrezension]

Ein Knacken durchfährt die Nacht und ganz plötzlich steht vor Conor ein gewaltiges Monster. Halb Baum, halb Mensch reckt es sich empor und greift nach dem dreizehnjährigen Jungen. „Ich werde dir drei Wahrheiten erzählen.“, droht es mit seiner gewaltigen Stimme, die die Nacht durchschneitet. „Und dann erzählst du mir eine Wahrheit.“, fährt es fort, bevor es zu erzählen beginnt.

Eines der schönsten Jugendbücher unseres Jahrhunderts: Sieben Minuten nach Mitternacht.

Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein Jugendbuch, welches von Siobhan Dowd begonnen wurde zu schreiben und nach ihrem Tod von Patrick Ness fertiggestellt wurde. Der 2011 unter dem Titel A Monsters Call veröffentlichte Roman verarbeitet zu weiten Teilen Dowds eigene Erfahrungen mit Brustkrebs und die Auswirkungen auf ihre Kinder.

Drei Geschichten und eine verdrängte Wahrheit

Ebenso wie Dowds Familie mit ihrer Erkrankung umgehen musste, geht es in Sieben Minuten nach Mitternacht um Conor, der gemeinsam mit seiner krebskranken Mutter in einem abgelegenen Haus lebt. Und obwohl Conor merkt, dass es seiner Mutter immer schlechter geht, versucht er dennoch daran zu glauben, dass sie wieder gesund wird. is plötzlich ein Monster vor ihm auftaucht und ihm märchenartige Geschichten über das Leben und den Tod erzählt und Conors Mutter so krank wird, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden und er zu seiner Großmutter ziehen muss.

Gleichsam versucht Conor eine Art von Normalität in seinem Schulalltag aufrecht zu erhalten, der plötzlich durchbrochen wird, als seine beste Freundin erzählt, dass seine Mutter schwer erkrankt ist, seine Mitschüler beginnen sich von ihm zu distanzieren – als wäre er der erkrankte – und das Monster ihn plötzlich auch dorthin verfolgt.

Im Grunde wird die ganze Handlung aus Conors Sicht erzählt. Dabei geht es vor allem um alles, was um ihn herum geschieht und weniger um seine wirklichen Gefühle, die er gleichermaßen vor dem Monster und dem Leser zu verstecken sucht. Unterbrochen wird diese recht realistische Erzählung immer wieder durch das Auftauchen des Monsters, welches Conor drei Geschichten darüber erzählt, dass es nicht immer ein Gut gegen Böse gibt, sondern viele Graustufen dazwischen oder unterschiedliche Motivationen. Immer wenn das Monster wieder verschwindet, lässt es dabei etwas zurück, welches auf seine wirkliche Existenz zurückschließen lässt.

Fantastische Metapher für unterdrückte Gefühle macht den Roman auch für Erwachsene lesenswert

Obwohl es sich bei Sieben Minuten nach Mitternacht um einen recht klassisch erzählten Kinder- oder Jugendroman handelt – der immer wieder durch wundervolle Illustrationen unterbrochen wird –, enthält die Geschichte so viel Tiefe, dass sie auch für Erwachsene sehr spannend ist. Das Monster als Metapher für unterdrückte Gefühle, welches immer wieder in Momenten auftaucht, in denen Conor es eigentlich nicht gebrauchen kann, ist ein solch starkes Bild für Trauer und Hilflosigkeit, dass es fast schon wieder zu naheliegend ist und gleichzeitig auf sehr geniale Weise beschreibt wie sich solche Gefühle anfühlen.

Es ist ein sensibler und für Kinder angemessener Umgang mit dem sehr schwierigen Thema eines erkrankten Elternteils, der die Gefühlsebene auf eine Art beschreibt, die alle Menschen gleichermaßen erreichen kann. Genau dies ist es, was das Buch zu einem solch besondern macht, denn jeder Mensch, der eine geliebte Person an eine Krankheit verloren hat, kann sich direkt in Conor hineinversetzen, mit ihm fühlen und verstehen was in ihm vorgehen muss. Gleichzeitig geben Dowd und Ness so wenig wie möglich über Conors Gefühlsleben preis, so dass der Leser nie genau weiß, was in ihm vorgeht und seinen eigenen Erfahrungen auf Conor projektieren kann.

Nur eine Warnung vor dem lesen dieses Romans, der seine fünf von fünf Sternen redlich verdient hat: Dieses Buch wird euch mit einem gebrochenen Herzen zurücklassen.

Sieben Minuten nach Mitternacht | Siobhan Dowd & Patrick Ness | CBJ | 2011 | Roman bei Amazon kaufen

-> Sieben Minuten nach Mitternacht ist mittlerweile verfilmt worden. Auch hierzu könnt ihr meine Rezension lesen.

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Sieben Minuten nach Mitternacht: Wundervolle Verfilmung eines großartigen Buches [Review]

Endlich, endlich, endlich darf ich darüber sprechen wie fantastisch die Verfilmung von Sieben Minuten nach Mitternacht – dem gleichnamigen Roman von Patrick Ness und Siobhan Dowd – ist. Vermutlich war es sogar der beste Film, den ich 2016 gesehen habe und das ich bis heute schweigen musste, hat mich ganz schön fertig gemacht, denn der Film ist soooooo gut. Ähm, nun ja, nun geht es dann auch mit meiner seriösen Rezension los. Ganz ohne Erwartungen…

Der 13jährige Conor kommt nur schwer mit der Krankheit seiner Mutter zu recht. Immer weiter zieht er sich in seine eigenen Gedanken zurück. Bis eines Tages, um sieben Minuten nach Mitternacht, ein Monster vor seinem Fenster erscheint, welches ihm nacheinander drei Geschichten erzählt. Drei Geschichten, die Conors Weltsicht für immer verändern werden.

Erzählt wird der Film in einem relativ nüchternen Ton. Dabei wirkt die Kamera zurückhaltend, beinahe dokumentarisch und führt uns langsam durch den Alltag von Conor (Lewis MacDougall [Pan]) und seiner Mutter (Felicity Jones [Rogue One: A Star Wars Story]). Unterbrochen wird dieses filmische Mittel, bei dem die Kamera manchmal ein wenig zu lange auf den Schmerz gerichtet ist, durch das erscheinen des Baumartigen, animierten Monsters, welches dazu auffordert die eigenen Kreativität zu nutzen. Und somit wirken seine Geschichten, die als animierte Aquarelle dargestellt werden, wie ein natürlicher Teil des zeichenbegeisterten Jungen. Das Animationsteam von Félix Bergés und Pau Costa hat hier ganze Arbeit geleistet. Der Effekt erinnert stark an die Geschichte der Heiligtümer des Todes aus dem siebten Harry Potter-Film und greift damit gleichsam Conors Hobby und die Zeichnungen der Romanvorlage auf.

Natürlich lebt ein solcher Film nicht nur alleine von der optischen Darstellung, sondern basiert hauptsächlich auf der wirklich überragenden schauspielerischen Leistung. Lewis MacDougall zeigt eine wirklich breite Palette an Emotionen, die häufig über die eines Kindes hinausgehen. Besonders die Stellen, in denen er dann doch in kindliche Muster zurückfällt, betonen dieses Können. Auch Felicity Jones ist eine fantastische Darstellerin, die einen großen Teil der Emotionalität des Films trägt. Auch Sigourney Weaver als Großmutter ist wirklich gut besetzt. Lediglich Liam Neeson fällt eher durch eine weniger überzeigende Leistung auf, was auch an dem sonderbar 3D-animierten Monster liegen mag, welches er verkörpert.

Musikalisch unterlegt ist die Geschichte vor allem von einem Streichorchester, welches sich eher im Hintergrund hält und nur wenn es sein muss die Handlung mitträgt. Dieses Vorgehen, welches häufiger in modernen Filmen angewandt wird, hilft die Emotionen auf eine Ebene zu bewegen, auf der sie echt wirken. Fernando Velázquez hat in dieser Hinsicht ganze Arbeit geleistet.

Neuerungen fallen leider negativ auf

Natürlich dürfen Juan Antonio Bayona, Regie, und Patrick Ness, Drehbuch, nicht vergessen werden, denn durch sie würde es diesen Film nicht geben. Gleichzeitig bringen sie mich zu dem Punkt, an dem etwas Kritik angebracht ist. Besonders die Tatsache, dass der Autor des Buches auch gleichzeitig des Drehbuch geschrieben hat, sorgt in den meisten Fällen dafür, dass ein Film entsteht, der sich nah an der Handlung des Buches orientiert. Und obwohl dies über weite Strecken des Films der Fall ist, gibt es dennoch teilweise sonderbare Brüche, die den Film unnötig verlangsamen.

So wird ein großer Teil von Conors Persönlichkeit darüber geprägt, dass sowohl seine Mutter, als auch er selbst künstlerische tätig sind. Etwas, was überhaupt nicht im Buch vorkommt. Auch die Szenen, in denen Conor immer wieder gemobbt wird, und die im Film wirkten, als müsste man eine zusätzliche emotionale Ebene für Conor einbauen, kommen im Buch nicht vor. Was auch erklärt, weshalb sie nicht so wirklich zur Handlung zu passen scheinen. Sie fallen selbst jenen auf, die das Buch nicht gelesen haben.

Am absurdesten finde ich jedoch, dass es eine Hintergrundgeschichte zum Monster gibt, welche das Ende des Films gleich auf zwei Ebenen zerstört: Zum einen braucht das Monster keine Hintergrundgeschichte. Sie ist überflüssig und wirkt wie ein sonderbar spontaner, nicht ganz durchdachter Einfall. Zum anderen ist das Ende des Buches einfach perfekt und genau auf den Punkt erzählt. Danach einfach die Handlung fortzuführen und dann auch noch um eine seltsame zusätzliche Geschichte zu erzählen, macht einfach keinen Sinn und schadet dem Film mehr, als das jener davon profitiert.

Ich selbst habe erst nach dem Film das Buch gelesen und mich danach nur noch stärker gefragt, weshalb Ness jene neuen Szenen eingebunden hat, den ohne sie wäre das Tempo des Films angenehmer gewesen und gerade das Ende hätte einen viel besserer Abschluss dargestellt.

Jammern auf hohem Niveau: Sieben Minuten nach Mitternacht ist einer der besten Filme des Jahres

Natürlich ist der Abschnitt über die Veränderungen unerlässlich, wenn man über eine Verfilmung spricht, dennoch ist dies durch und durch ein überragender Film, der einen von Anfang bis Ende fesselt. Die Schauspieler, die Kamera und die Musik sind alle samt wirklich fantastisch. Die Aquarellszenen sind wirklich schön gewählt und obwohl es sich lediglich um einen „Kinderfilm“ handelt, berührt die Handlung jeden Zuschauer auf einer tiefen emotionalen Ebene.

Ich kann diesen Film, der ab heute in den deutschen Kinos läuft, nur jedem wärmstens Empfehlen. Die zauberhaften Bilder mischen sich mit der wirklich traurigen Geschichte zu einem Gesamtkunstwerk. Großes Kino aus Spanien.

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6 Literaturverfilmungen auf die wir uns 2017 freuen können [SaSo]

2017 wird ein gutes Jahr für alle, die auf Literaturverfilmungen stehen, denn nicht nur kommen einige auf die große Leinwand, nein, auch Streamingdienste wie Amazon Prime oder Netflix haben das Potenzial von Buchvorlagen erkannt. Hier sind sechs meiner Favoriten:

Tote Mädchen lügen nicht, Sieben Minuten nach Mitternacht, The Circle, Girlboss, Lion und Die Taschendiebin sind nur sechs der vielen Literaturverfilmungen die dieses Jahr ins Kino oder zu Netflix kommen.

Bilder: Amazon.de

Tote Mädchen lügen nicht / 13 Reasons Why (Serie)

Die Netflix-Serie Tote Mädchen lügen nicht ist definitiv jetzt schon eine meiner Lieblingsserien. Basierend auf dem gleichnamigen Roman (im Original 13 Reasons Why), erzählt die Serie in 13 Folgen warum die Highschoolschülerin Hanna Selbstmord begannen hat. Jede Folge ist dabei eine Kassettenseite, auf welcher Hanna einen Grund beschreibt.

Die Art der Erzählung ist wirklich sehr besonders und ich finde es faszinierend, wie sensibel mit solch einem Thema umgegangen wird. Hinzu kommt ein wundervoller Soundtrack voller 80er-Jahre Indiepop.

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Sieben Minuten nach Mitternacht / A Monsters Call (Film)

Ich hatte das Glück die Verfilmung von Sieben Minuten nach Mitternacht, der im Mai in die Deutschen Kinos kommen wird, schon vorab zu sehen, und auch wenn ich jetzt noch nicht viel zum Film sagen darf, kann ich euch versprechen, dass dies eine wirklich sehr schöne Verfilmung des Romans von Patrick Ness ist.

In der Geschichte geht es Conor, dessen Mutter an Krebs leidet. Während er nicht weiß wie er mit der Situation umgehen soll, erscheint im immer wieder ein Monster, welches versucht ihm zu helfen. Sowohl der Roman als auch das Buch versuchen diese Ereignisse möglichst fließend ineinander übergehen zu lassen, so dass es nicht wie ein Fantasyroman / -film wirkt.

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The Circle (Film)

Um ehrlich zu sein fand ich den Roman The Circle ziemlich schlecht. Die Idee eines Konzerns, der all unsere Daten überwacht und dadurch weiß wie sich Menschen verhalten und wie man sie beeinflussen kann, ist in unseren Zeiten aktueller als es zur Erscheinung 2013 war. Jedoch fehlte dem Roman etwas Entscheidendes: Eine Handlung. Dennoch sieht der Trailer mit Emma Watson und Tom Hanks für die Verfilmung, die im September in die Deutschen Kinos kommen wird, wirklich interessant aus:

[https://www.youtube.com/watch?v=-tIpycyJAVo]

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#Girlboss (Serie)

#Girlboss steht auf der Leseliste so ziemlich jeder emanzipierten Frau aus der Generation Y. Die Biographie von Sophia Amoruso, die mit Verkaufen auf eBay begann und daraus die Marke Nasty Gal erschuf, wurde nun von Netflix grob verfilmt. Hier geht es weniger um das Erschaffen eines Geschäfts, sondern vielmehr um das Lebensgefühl der überaus anstrengenden Sophia. Witzig anzuschauen ist die Serie dennoch.

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LION: Der lange Weg nach Hause (Film)

Lion läuft bereits seit Februar in den deutschen Kinos. Im Film geht es um einen kleinen Jungen, der im Zug einschläft und nicht mehr nach Hause zurück findet. Schließlich wird er von einer amerikanischen Familie adoptiert. Jahre später macht er sich auf den Weg um seine eigentliche Familie wieder zu finden. Eine sehr schöne Geschichte voller großer Emotionen, die mit sechs Oscarnominierungen belohnt wurde.

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Solange du lügst: Fingersmith / Die Taschendiebin (Film)

Auch diese Verfilmung ist bereits seit Anfang des Jahres in den Deutschen Kinos zu sehen. Der Film Die Taschendiebin basierend auf dem Roman Solange du lügst, erzählt in großen Bildern die Geschichte der Taschendiebin Sookee, die für die reiche Erbin Hideko als Dienstmädchen arbeitet. Sookees Plan: Zusammen mit einem Heiratsschwindler wird sie die naive Hideko um ihr Vermögen erleichtern. Doch dann beginnen die beiden Frauen sich zueinander hingezogen zu fühlen und das ausgerechnet in den 1930er Jahren in Korea…

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Ins Magisterium mit Charlotte Holmes mit Mangan im Gepäck: Meine Leseliste der ersten drei Monate [SaSo]

Kaum zu glauben, aber das erste Quartal 2017 ist schon wieder um. Es ist schon April und damit Zeit um einen Blick auf die Bücher zu werfen, die ich bisher gelesen habe. Obwohl ich mir vorgenommen habe, dieses Jahr wieder deutlich mehr Literatur für die Zielgruppe „Erwachsene“ und Klassiker zu lesen, habe ich bisher fast nur Jugendbücher und ein paar Manga gelesen. Hoppala!

Bisherige Buchfavoriten: Magisterium, Das Buch der Wunder, The Last of August, Mein Freund Pax, Ano Hana und Eden Summer.

Bilder: Amazon.de

Moonatics

★★☆☆☆ [Sci-Fi] – Arne Ahlert | 2016 | Heyne – Im Grunde geht es um Hipster, die auf dem Mond Leben und frei nach dem Motto YOLO ihr Leben verschwenden. Die Handlung war mir viel zu dünn. – Ganze Rezension zu Moonatics lesen | Moonatics bei Amazon kaufen

Magisterium Band 1-3

★★★★☆ [Young Adult, Fantasy] – Cassandra Clare & Holly Black | 2014 | ONE – Zauberer-Internat mit sarkastischem Erzähler. Sehr tolle Fantasy-Reihe, die ich innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Band vier folgt in diesem Jahr. – Rezension zu Magisterium lesen | Band 1 der Magisteriums-Reihe bei Amazon kaufen

Angstmädchen

★★★☆☆ [Horror, Thriller] – Jenny Milewski | 2017 | Heyne – Sonderbare Ereignisse passieren in einem Studentenwohnheim und niemand glaubt der Protagonistin, bis es fast zu spät ist… Schöne Geistergeschichte ohne große Überraschungen. – Vollständige Rezension von Angstmädchen | Angstmädchen auf Amazon kaufen

Das Buch der Wunder

★★★★☆ [Indie Literatur, Philosophie, Coming of Age] – Stefan Beuse | 2017 | Mairisch Verlag – Tom und Penny sind zwei gegensätzliche Kindern, die an Vernunft und Gefühle glauben. Immer wieder nimmt Penny Tom auf fantastische Reisen in fremde Welten mit, bis sie plötzlich verschwindet und nur noch das Buch der Wunder übrig bleibt. – Vollständige Rezension des Buch der Wunder | Das Buch der Wunder bei Amazon kaufen

The Last of August

★★★★☆ [Krimi, Young Adult] – Brittany Cavallaro | 2017 | Katherine Tegen Books – Die Ur-Ur-Ur-Enkel von Sherlock Holmes und John Watson stürzen sich in ein neues Abenteuer. Sehr guter zweiter Teil der Charlotte-Holmes-Reihe! – The Last of August bei Amazon kaufen

Zelda: Ocarina of Time Band 1+2

★★★☆☆ [Manga, Fantasy] – Akira Himekawa | 2009 | TOKYOPOP – Ocarina of Time als Manga: Link muss Prinzesin Zelda retten und reist dabei ausversehen durch die Zeit… Der Zeichenstil gefiehl mir nicht sonderlich und es gab einige Abweichungen zum Spiel. – Zelda: Ocarina of Time Band 1 bei Amazon bestellen

Eden Summer

★★★☆☆ [Jugendbuch, Young Adult, Thriller] – Liz Flanagan | 2017 | Aladin – Jess beste Freundin verschwindet und nur Jess glaubt daran, dass sie Eden, die beliebte Highschoolschülerin, wiederfinden wird. Gut geschriebenes Jugendbuch. Punktabzug gibt es für übertriebene Dramatik. – Vollständige Rezension von Eden Summer lesen | Eden Summer bei Amazon bestellen

Ano Hana

★★★★★ [Manga, Romance, Drama] – Mitsu Izumi | 2016 | TOKYOPOP – Nach dem Tod von Menma haben sich die fünf übrigen Freunde immer weiter voneinander entfernt. Mit sechzehn haben sie gast alle keinen Kontakt mehr zueinander und besonders Jinta leidet sehr darunter. Bis Menma plötzlich als Geist vor ihm erscheint und ihn bittet ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Nur blöd, dass nur Jintan sie sehen kann… Vermutlich der perfekte Manga: Gleichzeitig super witzig und unfassbar traurig. Eine sehr schöne Liebesgeschichte, die selbst den Tod überdauert. – Ano Hana bei Amazon bestellen

Mein Freund Pax

★★★★☆ [Jugendbuch, Kinderbuch] – Sara Pennypacker | 2017 | FISCHER Sauerländer Verlag – Peter und sein Fuchs Pax sind beste Freunde. Bis der Krieg kommt und beide getrennt werden. Nun gibt es nur noch ein Ziel für die beiden: Wieder zusammen sein. Ein nachdenkliches und sehr schönes Buch über Krieg, Frieden und Füchse. – Vollständige Rezension von Mein Freund Pax lesen | Mein Freund Pax bei Amazon bestellen

Bisherige Lieblingsbücher 2017

Im Durchschnitt habe ich bisher 3,6 Sterne verteilt, was entweder zeigt, dass ich zu unkritisch bin, oder wirklich sehr viele gute Bücher gelesen habe. Besonders die Magisteriums-Reihe, The Last of August und Ano Hana kann ich wirklich jedem empfehlen. Gerade lese ich Hundert Stunden Nacht, von dem ich auch sehr begeistert bin!

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Mein Freund Pax: Ein Buch über Krieg, Hoffnung und Füchse [Buchrezension]

Peter und sein Fuchs Pax sind unzertrennlich. Bis der Krieg kommt und Peter gezwungen wird seinen Fuchs auszusetzen. Schnell wird ihm klar, dass dies der größte Fehle seines Lebens war. Und so macht er sich auf den Weg um seinen besten Freund zu retten.

Das Jugendbuch Mein Freund Pax überzeugt durch seine wundervolle Handlung und die liebevollen Illustrationen.

Es gibt kaum eine Liebe, die größer ist als die zwischen einem Kind und seinem Haustier. Auch für den zwölfjährigen Peter in Mein Freund Pax sieht dies nicht anders aus. Erst recht nicht, da er seinen Hausfuchs Pax als Welpen gerettet und selber aufgezogen hat.

Doch als sein Vater dazu aufgerufen wird als Soldat im Krieg zu dienen und Peter zu seinem Großvater ziehen soll, muss er Pax aussetzen. Noch am selben Abend wird ihm klar, dass dies das schlimmste ist, was er jemals getan hat und, dass er zurück zu seinem besten Freund muss. Jedoch ist der Wald indem der Fuchs ausgesetzt wurde fast 300 Kilometer entfernt und Peters Großvater wird ihm niemals helfen dorthin zu kommen.

Peter tut also das einzige, was ihm übrig bleibt: Er macht sich alleine auf den Weg. Eine beschwerliche Reise beginnt.

Zwei Perspektiven, ein Ziel

Was dieses Buch so grundlegend besonders macht ist, dass die Geschichte nicht nur von Peter erzählt wird, sondern auch aus der Sicht von Pax. Dem Fuchs, der seinen Menschen kennt und genau weiß, dass er zu ihm zurückkommen wird. Dem Fuchs, der noch nie auf sich alleine gestellt war und nun lernen muss zu jagen und sich gegen die anderen Füchse im Wald zu behaupten. Besonders gegen Bristle und ihren kleinen Brunder Runt.

Allein durch die Tatsache, dass Pax ein Fuchs ist und nicht immer begreift wie die Welt um ihn herum funktioniert, driftet seine Erzählstimme immer in eine Richtung ab, die beinah episch, poetisch erklärt was geschieht. Die seltsamen Gerüche, die plötzlich aus dem Boden dringen und die Erde, die von den Menschen zerfetzt wird. „Es ist der Krieg.“, erklärt der alte Fuchs, den Pax trift, während er am ausharrt. Der Krieg, den weder Pax noch Peter begreifen.

Wundervolle Handlung und liebevolle Fuchsillustrationen

Natürlich wird für viele das Cover mit dem sehr niedlichen Fuchs als Verkaufsargument ausreichen. Spätestens, wenn man das Buch aufschlägt und feststellt, dass auch innerhalb der Geschichte immer wieder sehr feine Illustrationen mit liebevollen Details auftauchen, ist man jedoch von diesem Buch überzeugt.

Doch, es ist nicht nur ein hübsch gestaltetes Jugendbuch, welches von dem äußerst talentierten Jonathan Klassen bestückt wurde, sondern vor allem eines, welches das Herz berührt und welches man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Geschichte über Freundschaft und die Auswirkungen des Krieges, ist fesselnd und beeindruckend umgesetzt. Ein solch schwieriges Thema in Worte zu fassen, die Kinder und Jugendliche nachvollziehen können, gehört zu einer der größten Herausforderungen, denen sich Sara Pennypacker in Mein Freund Pax stellen musste.

Sie schaft es durch Bilder, Gespräche und die naive, fast schon poetische Haltung des Fuchses, das Thema Krieg in ein für Kinder greifbares Ding zu verwandeln. Es ist nicht mehr nur ein abstrakter Gegenstand, über den man etwas gehört hat. Nein, er hat konkrete Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Beziehungen, Verhalten und die Natur. Wie diese aussehen können beschriebt sie in ausgewählten Worten.

Dabei werden ihre Bilder an manchen Stellen etwas zu plastisch, so dass man sich fragen kann ob das empfohlene Lesealter von mindestens zehn Jahren nicht etwas zu niedrig angesetzt ist. Alles in allem handelt es sich jedoch um ein Buch, welches nicht nur junge Kinder, sondern vor allem Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anspricht und verzaubert, eben weil es sich auf eine relativ simple, aber vor allem geschickte Art mit schwierigen Themen auseinandersetzt, die uns alle gleichermaßen berühren. Gerade in der heutigen Zeit, in der der Krieg, vor dem so viele Flüchtlinge fliehen, nur noch ein abstrakter Gegenstand ist, der immer wieder in den nachrichten angeschnitten wird, ist es wichtig, Kindern verdeutliche zu können, was es bedeutet, wenn Krieg herrscht.

Genau dies schaft Pennypacker und das auch noch mit zwei liebenswerten Protagonisten und vielen wunderbaren Füchsen.

Mein Freund Pax | Sara Pennypacker | 2017 | 304 Seiten | FISCHER Sauerländer Verlag | Bei Amazon kaufen


Mein Freund Pax wurde mir als Rezensionsexemplar von FISCHER Sauerländer zur Verfügung gestellt.

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Mini-Japan: Die besten japanischen Läden in Düsseldorf [SaSo]

Der heutige Sammlungssonntag ist ein wenig anders als sonst, denn es geht um eine Stadt: Düsseldorf. Seit Jahren reise ich immer wieder nach Düsseldorf um in den sehr schönen japanischen Geschäften, Restaurants und anderen Einrichtungen Zeit zu verbringen und ein wenig Japan zu tanken. Heute soll es um all diese Orte gehen, die ihr dank der größten japanischen Gemeinschaft Deutschlands in Düsseldorf entdecken könnt.

Immermannstraße und Umgebung: Japanische Supermärkte, japanische Restaurants und Merchandise Shops

Egal wen man fragt wo man in Düsseldorf japanische Geschäfte findet, die Antwort wird immer lauten: „Immermannstraße!“ Diese Straße befindet sich wenige Gehminuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt. Auf ihr gibt es einige japanische Supermärkte, Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen und Restaurants. Doch auch abseits der Hauptstraße lassen sich in den kleinen Seitengassen Merchandise Shops und japanische Bäckereien finden.

Supermärkte

Sowohl der Dae-Yang-Supermarkt (Immermannstraße 21), Shochiku (Immermannstraße 15) als auch der Hanaro Markt (Immermannstraße 45C) bieten eine sehr große Auswahl an japanischen Lebensmitteln und Getränken. Egal ob man nach Zutaten für Nudelsuppen, Sushi oder japanischen Süßigkeiten sucht, ist man hier gut aufgehoben. Jeder der Märkte hat dabei einen leicht anderen Fokus.

Snacks und japanische Nahrungsmittel gibt es in diversen japanischen Supermärkten.

Egal ob Süßigkeiten und Gewürze für japanisches Essen: Auf der Immermannstraße findet man es.

Im Dae-Yang findet man eine riesige Auswahl an Süßigkeiten und Nudelsuppen, zudem sehr schöne Schalen und Tassen. Shochiku bietet neben Süßigkeiten und abgedrehten Getränken vor allem frische Lebensmittel (zum Beispiel Fisch), Haushaltsgegenstände und Gewürze. Der Hanaro Markt ist eher auf die allgemeine japanische Küche ausgelegt, hier findet man jedoch auch Zutaten für koreanische und thailändische Gerichte.

Restaurants und Cafés

Ihr wolltet schon immer die japanischen Brötchen probieren, die man in Animes immer sieht? Euch durch haufenweise Sushi, Ramen oder Reisbällchen kämpfen? Dann werdet ihr auf der Immermannstraße definitiv fündig werden.

Die Bakery My Heart (Marienstraße 26 – gleich hinter dem Shochiku-Supermarkt) bietet vom Melonenbrötchen, bis zum verrückten gedrehten Schokobrot ungefähr alle japanischen Brötchenspezialitäten, die ihr euch vorstellen könnt. Neben der eigentlichen Bäckerei bietet das Geschäft auch einen gemütlichen Café-Bereich indem die Brötchen direkt verputzt werden können.

Gehobenes japanisches Essen bietet das Okinii (Immermannstraße 35), welches mittlerweile in diversen Deutschen Städten Ableger hat. Hier kann man Sushi, japanische Salate, Grillspieße und andere typische Speisen genießen. Besonders das All You Can Eat (circa 20€) lohnt sich sehr, bei dem man die Speisen, die man gerne essen möchte von einer Karte immer wieder in kleinen Portionen nachbestellen kann und diese frisch zubereitet bekommt. Auch hier lohnt sich eine Reservierung, denn meist sind alle Tische ausgebucht. Übrigens ist das Eis (unter anderem in den Sorten Grüner Tee und Schwarzer Sesam) ein Gedicht.

Edeles Sushi und Onigiri als Zwischenmahlzeit.

Links zwei Sushiplatten aus dem Okinii und rechts das Menü aus Onigiri und Miso-Suppe vom Wakaru.

Im Waraku (Immermannstraße 27) findet ihr eine große Auswahl verschiedener Onigiri (Reisbällchen) mit diversen Füllungen (auch für Vegetarier und Veganer geeignet) und Bentoboxen. Diese können mitgenommen oder mit einer kleinen Miso-Suppe direkt im Laden gegessen werden. Da dieser Laden eher dafür ausgelegt ist die Speisen mitzunehmen, findet man hier lediglich zwei Tische für zwei bis drei Personen.

Nudelsuppen isst man in Düsseldorf entweder im Takumi (Immermannstraße 28) oder Naniwa (Oststraße 55). Beide Restaurants bieten extrem gute Gerichte an (auch für Vegetarier). Leider sind sie deswegen auch immer voll, so dass man schon mal eine halbe Stunde vor dem Laden auf einen Tisch warten muss. Während des Japantages kann die Wartezeit sogar mehrere Stunden betragen. Aber, ein Besuch lohnt sich immer!

Merchandise und Schreibwaren

Machen wir uns nichts vor, wer in japanischen Geschäften einkaufen geht, möchte auch Dinge finden die kawaii (niedlich) oder Animebezogen sind. In den japanischen Supermärkten Dae-Yang und Shochiku findet ihr neben Lebensmitteln auch vereinzelte niedliche Gegenstände (Bentoboxen, Stäbchen, Dekorationen für Bentoboxen, Schlüsselanhänger). Daneben gibt es jedoch auch einen sehr großen Schreibwarenladen, das Takagi (Immermannstraße 31), indem ihr Japanische Manga, Bücher und Magazine, aber auch Schreibwaren aller Art und Merchandise findet.

Manga und Merchandise findet man in vielen Geschäften auf der Immermannstraße.

Das Takagi ist die perfekte Anlaufstelle für Schreibwaren und Manga.

Der BOOKstore NIPPON (Immermannstraße 53) bietet lediglich einige wenige Manga, dafür aber häufig sehr ausgefallene Figuren und vor allem japanische Bücher und Magazine an. Wenn ihr nach einem Buch sucht um japanisch zu lernen, dann seid ihr hier richtig.

Etwas über Japan lernen: Japanisches Filmfestival, Tempel und das EKO-Haus

Wer nicht nur zum Essen und für Merchandise nach Düsseldorf fährt, der kann abseits der Immermannstraße allerhand Kulturangebote entdecken. Einmal jährlich lädt das Filmmuseum zu den Japanischen Filmtagen ein. In dieser Zeit zeigt das Filmmuseum diverse japanische Filme. Der Eintritt ist kostenlos, dafür sind die Plätze jedoch begrenzt. In der Regel finden die Filmvorführungen im Januar in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen statt.

Zudem lädt das EKO-Haus ein ein klassisches japanisches Haus, den angrenzenden Park und sogar einen Buddhistischen Tempel mitten in Düsseldorf zu entdecken. Neben Führungen finden hier Zeremonien und Workshops zum Thema Japan statt.

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Otago: Spaceman Spiff in Englisch? [Musikrezension]

Hannes Wittmer, besser bekannt als Spaceman Spiff, verzaubert seit 2009 mit poetischen Texten und melancholischen Gitarren-Klängen. Nun wechselt er mit seiner Band Otago vom Singer-Songwriter zur experimentellen Indieband und vom Deutschen ins Englische. Der Versuch eine Rezension zu schreiben.

Otago, das neue Bandprojekt von Hannes Wittmer - Spacemann Spiff.

Ab hier hört dieser Text auf auch nur zu versuchen journalistisch zu sein. Musik ist ein Herzensthema von mir, dass genau deswegen so wenig von mir behandelt wird, weil ich selten Worte finde, die ausdrücken wie ich mich fühle, wenn ich Musik höre. Ich kann nicht ohne sie. Gute Musik ist wie Luft zum Atmen. Punkt.

Und gerade die Alben von Spaceman Spiff gehören seit Jahren mit zu meinen festen Begleitern. Sie laufen irgendwo im Hintergrund, werden lauthals mitgesungen und von mir immer wieder in den Raum geworfen, wenn Menschen behaupten, dass es keine gute Deutsche Musik mehr gibt.

Dabei zeigt Hannes Wittmer besonders schön wie facettenreich die Deutsche Sprache klingen kann. Wie viel Wortwitz in kleinen Silben liegen kann und wie man mit winzigen Bemerkungen ganze Geschichten erzählen kann. Immer unterlegt mit wunderbarer Gitarrenmusik oder minimalistischen Instrumenten, die den Text tragen ohne ihn übertrumpfen zu müssen. Nachdem es seit 2015 eher still um Wittmer geworden ist, kann man sich vorstellen wie sehr ich mich freute, als der Mairisch Verlag ankündigte, dass ein neues Album erscheinen würde. Zwar mit neuer Band und in einer anderen Sprache, aber immerhin ein neues Album.

Wortspiele funktionieren in der eigenen Sprache einfach besser

Und dann hielt ich endlich das Album Otago, was genauso heißt wie die Band dahinter, in der Hand und hörte es zum ersten Mal. Dann zum zweiten Mal. Beim dritten Mal stellte sich bei mir langsam das Gefühl ein, dass sich bei mir kein Gefühl einstellen würde. Mit Wörtern elegant zu spielen funktioniert nun einmal in der eigenen Sprache sehr viel besser als in einer, in der man fremd ist.

i go too slow when i walk
i’m way too fast when i run
i get so cold in the night
but i’m always hot in the sun
– Otago – A silent Smile

Mit Wörtern wird auf diesem Album sehr wenig gespielt. Wenn dann eher mit Phrasen, die man in amerikanischen Liedern immer und immer wieder gehört hat, die neu zusammengewürfelt und kombiniert wurden. „I’ll be honest if you let me but if you need me to lie I’ll try“ aus Battles ist mit Abstand die schönste Strophe des Albums, aber damit noch meilenweit von „schon das xte mal / die Hacken meiner roten Schuhe / dreimal zusammengeschlagen / und ich bin immer noch hier“ (Yellow Brick Road) entfernt.

Stattdessen gibt es immer wieder Wiederholungen der gleichen Worte, ein paar unschöne Reime und relativ kurze Texte, die relativ wenig sagen. Leider, den dass Hannes Wittmer wirklich gelungene Texte formulieren kann hat er bereits auf drei Alben bewiesen.

Vermutlich könnte ich über die seichten Lyrics hinwegsehen, wenn da nicht die sonderbar oberflächlichen Melodien wären, die zwar versuchen mit Instrumenten und Geräuschen zu spielen, sich dann jedoch in recht simplen Musikstücken verlieren, die man irgendwie schon mal gehört hat.

Die Stimme wird mit Echos und elektronischen Geräuschen unterlegt, die diese sonderbar flach wirken lässt. Auch scheint Otago bemüht zu sein möglichst glatt zu singen. Dabei sind es genau die Ecken und Kannten in Wittmers Stimme, die seine Musik bisher so spannend gemacht haben. Da werden Töne mal nicht perfekt getroffen oder etwas zu sehr hinausgepresst, aber eben weil sie mit Wut oder Fraglosigkeit untermalt sind. Weil er fragt was wird, wenn nichts mehr übrig ist und ob man dann einfach weitermachen kann. Seine Lieder funktionieren, da man ihm diese Emotionen abnimmt.

Otago hingegen wirkt von allen Emotionen befreit. Es geht viel mehr darum mit Musik zu experimentieren und zu gucken was passiert, wenn man nur Perkussions für eine Minute im Hintergrund hört, wie in A Silent Smile, die nur durch wenige Instrumente nach und nach ergänzt werden. Es geht darum wenig Text in viel Musik zu hüllen und über die Gitarre hinaus Lieder zu erschaffen. Und vor allem geht es darum sich von Spaceman Spiff zu trennen und etwas neues zu schaffen.

Anders als das Erwartete und damit schlechter?

Ist Otago im Vergleich zu gängiger Popmusik ein schlechtes Album? Nein, auf keinen Fall, dafür wagt es zu viel. Trotz allem versucht es mit Melodien und Instrumentzusammenstellungen zu spielen und etwas neues zu schaffen. Das komplette Album ruft laut: „Ich bin anders.“ Es ist anders als andere Deutsche Musik und anders als viele andere Indiebands. Otago ist aber auch anders als Spaceman Spiff. Es ist musikalisch etwas neues und auch textlich geht es in eine andere Richtung.

Komm ich mit diesem Album nicht zurecht, weil ich Spaceman Spiff in Englisch erwartet habe? Das mag auf einer Ebene stimmen, aber darüber hinaus finde ich auch keinen anderen Zugang zu dieser Musik. Sie berührt mich nicht und über alles andere hinaus müssen Lieder dies für mich leisten, damit ich sie wieder anhören möchte. Ja, auch die Alben von Spaceman Spiff sind schwer zugänglich, aber schon beim ersten hören nehmen sie einen mit auf eine emotionale Reise, die bei jedem hören tiefer geht. Dies schaft Otago leider nicht und auch wenn ich das Album sicherlich häufiger im Hintergrund laufen lassen werde, ist es doch keines, welches ich aktiv hören will, weil ich mitsingen / mitleiden / mithoffen will.

Otago | Otago | Mairisch | 2017 | Album bei Amazon kaufen


Dieses Album wurde mir von Mairisch zur Verfügung gestellt, es hat meine Meinung nicht beeinflusst.