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Everything, Everything: Ein Film über junge Liebe und das Gefühl zu Leben [Filmreview]

Everything, Everything oder im Deutschen besser bekannt als Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt ist ein Film basierend auf Jugendbuch-Bestseller von Nicola Yoon über Liebe, das Leben und eine Krankheit, die Maddy für immer in ihrem Haus gefangen halten wird.

Die Verfilmung des Young Adult-Romans Everything, Everything.

Maddy und Olly in Maddy’s Traum-Dinner
Quelle: Warner Bros.

Maddy leidet unter einer Immunkrankheit, die dafür sorgt, dass sie auf beinahe alles allergisch reagiert und selbst kleinste Infektionen nicht abwehren kann. Damit ihr nichts passiert lebt sie mit ihrer Mutter zusammen in einem Haus, dessen Luft gefiltert wird und welches nur durch eine Luftschleuse betreten werden kann. Nunja betreten werden kann von jedem außer Maddy, denn diese kann das Haus nicht verlassen. Zum Glück gibt es das Internet und mehr Bücher als Maddy jemals lesen kann.

Ihr Leben ändert sich um ihren achtzehnten Geburtstag rum, als Olly in das Nachbarhaus einzieht und ihr direkt den Kopf verdreht. Schnell werden die beiden mehr als nur Freunde, doch da Maddy das Haus nicht verlassen kann, scheint eine gemeinsame Zukunft mehr als nur unmöglich zu sein.

Eine Handlung, die Gemüter spaltet

Auch bei den Buchbewertungen von Everything, Everything – beispielsweise auf Goodreads – gehen die Meinungen weit auseinander. Und auch bei der Filmvariante wird dies nicht anders sein. Während das Buch entweder für seine fantastische, emotionale Handlung mit vier oder fünf Sternen bewertet wurde, fanden viele Kritiker es eher mäßig interessant und gaben dem Buch nur ein bis zwei Sterne. Das das Buch der The Sun is also a star-Autorin dennoch eine durchschnittliche Bewertung von vier Sternen erreicht sollte ein Zeichen für die Qualität des Romans – den ich leider immer noch nicht gelesen habe – sein.

Natürlich gibt es viele Romane und Filme, die ein ähnliches Thema aufgreifen: Bubbleboy (2001) als älteres Beispiel oder The Space between us (2016) als neuerer Film. Immer geht es dabei um Liebe die durch eine Krankheit unmöglich wird und die dennoch versucht wird zu überwinden, da ein gemeinsamer, perfekter Tag wichtiger ist als ein ganzes Leben in Einsamkeit. Das Motiv des Films ist also bekannt.

Auch die Art wie die Geschichte erzählt wird, bietet dabei nur spärlich neue Inhalte und wirft haufenweise Fragen auf, die bis zum Ende des Films nicht geklärt werden. Nur einige davon sind weshalb eine Krankenschwester und ihre Tochter täglich das Haus betreten können, andere Menschen jedoch ein tödliches Risiko darstellen würden. Oder auch was ist mit der restlichen Familie von Maddy? Warum wundert sich keiner der Nachbarn was mit dem komischen Haus los ist? Ist es wirklich in Ordnung, dass Maddy’s Mutter ihre Hauptärztin ist? Stellt dies nicht einen Interessenskonflikt dar? Und die Liste geht weiter und weiter und weiter und würde nur Anfangen die Geschichte zu spoilern. Dennoch bleiben viel zu viele Fragen offen, die einfach ignoriert oder als unwichtig erachtet werden.

Hauptschwierigkeit des Films sind jedoch nicht seine Erzählungslöcher, sondern seine Vorhersehbarkeit. Dies mag zum einen daran liegen, dass es schon viele ähnliche Filme und Bücher gibt, dennoch scheint der Film von Anfang an auf einen bestimmten Höhepunkt zuzulaufen, der dann auch noch bestätigt wird. Etwas mehr Mut hätte der Erzählung nicht geschadet.

Fantastische Effekte, Musik und wundervolle Schauspieler

Was diesen Film dennoch Bedeutung verleiht, sind die vielen kleinen filmischen Mittel und Details. Besonders schön ist die Verwendung von Medien und die Verdeutlichung von Vorstellungen. Während Maddy und Olly nur per Handy kommunizieren können und auch alle anderen Interaktionen von Maddy immer nur per Internet stattfinden, könnte dieser Film sehr schnell sehr langweilig werden. Zum einen wird daher das Mittel der Texteinblendungen benutzt um Nachrichten einzublenden, zum anderen – und hier wird der Film wirklich kreativ – finden die Messanger-Unterhaltungen in fiktiven Räumen statt. Dies ist besonders schön, da Maddy an einem Online-Architekturkurs teilnimmt und für diesen immer wieder sehr aufwendige Modelle von verschiedenen Orten erstellt. An diesen Orten trifft sie sich mit Olly, immer wenn die beiden per geschriebenen nachrichten miteinander kommunizieren. Sehr schön ist hierbei, dass Maddy in jedes Modell immer einen kleinen Astronauten setzt, der in den Gesprächszenen immer im Hintergrund zu sehen ist. Was besonders dann etwas absurd wirkt, wenn Maddy und Olly in einem Dinner sitzen und der Astronaut versucht mit einem Strohhalm zu trinken, während er seinen Helm auf hat.

Auch filmerisch ist der Film spannend gestaltet. Der Einsatz von Licht und Tiefenschärfe gibt dem Film einen klaren, aber vor allem fröhlichen Anblick, wodurch der komplette Film sehr lebensbejahend wirkt. Auch das Setdesign und die darauf abgestimmten Kostüme sind fantastisch. Everything, Everything benutzt vor allem sehr helle Pasteltöne in blau und grün, welche mit Holz und dunkelgrünen Hintergründen kombiniert werden, so dass das Innere des Hauses eher wie ein Ort am Meer oder in einem Wald wirkt. Besonders Maddys-Raum und der Sonnenraum sind sehr schön gestaltet.

Passend dazu trägt die Protagonistin vor allem weiße und pastelltonfarbende Kleidung, die mit Verlauf des Films immer kräftiger wird. Olly hingegen ist durchgehend – wie im Buch beschrieben – schwarz gekleidet, was einen krassen Kontrast zu Maddy darstellt.

Ein weiterer schöner Effekt sind die vorkommenden Illustrationen, die beispielsweise erklären wie Maddy’s Krankheit funktioniert. Leider werden diese besonders zu Beginn des Films verwendet und verschwinden dann komplett. Leider bin ich mir gerade nicht sicher ob die Zeichnungen innerhalb des Films ebenfalls von David Yoon, Ehemann der Autorin und Illustrator des Buches, stammen.

Natürlich gehört zu einem guten Film auch gute Musik. Diese wird im Fall von Everything, Everything durch aktuelle und klassische Pop- und Indiemusik geliefert.

Und der vierte Bestandteil eines Films – neben Handlung, Kamera und Musik – sind die Schauspieler, die wirklich phänomenal gecastet wurden. Amandla Stenberg (Hunger Games) ist als Maddy wirklich bezaubernd. Man merkt ihr an vielen Stellen eine gewisse Kindlichkeit an, die sich mit ihrer Entwicklung zur jungen Frau mischt und ihr einen ganz eigenen Zauber verlieht, der dafür sorgt, dass sich jeder Zuschauer direkt in sie verlieben muss.

Nick Robinson (Jurassic World) wirkt im ersten Moment wie das genaue Gegenteil von Stenberg. Er ist recht unscheinbar und unauffällig. Jedoch wirkt er durch seinen Humor, seine Bemerkungen und Handlungen schnell so sympathisch, dass man verstehen kann weshalb Maddy sich in ihn verliebt.

Was bei den beiden sehr schön ist, ist, dass man ihnen ihre Rollen abkauft. Sie wirken so, als würden sie sich wirklich mögen und als wären sie in vielen den Momenten selber aufgeregt. Diese Authentizität katapultiert den Film definitiv einige Ebenen nach oben.

Everything, Everything: Handlung ohne Tiefgang mit brillanten Schauspielern

Leider ist Everything, Everything ein sehr kurzweiliger Film ohne wirklichen Tiefgang. Die vielen Möglichkeiten, die sich ihm boten Tiefe zu entwickeln, wurden allesamt nicht genutzt und der Film endet wie er begonnen hat: seicht.

Dennoch handelt es sich nicht um einen schlechten Film: Die Kamera, die Effekte, die Art wie der Film technisch erzählt wird und vor allem die absolut unglaublichen Schauspieler, sorgen dafür, dass man sich diesen Film gerne noch einmal angucken möchte und sei es nur für die schönen Bilder. Auf der Handlungseben hoffe ich, dass viel der bestehenden Handlung aus dem Roman nicht übernommen wurde und er deshalb eventuell etwas flach und lückenhaft wirkt. Vor allem lässt einen der Film mit dem Wunsch zurück mehr von Amandla Stenberg zu sehen. Der nächste Film auf einer Watchlist ist definitiv As You Are.

Everything, Everything / Du neben mir | 22.06.2017 | Young Adult | Romanverfilmung

!!! Was auch immer ihr tut, guckt euch nicht den Trailer an, den dieser verrät das Ende des Films. !!!

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Mein Freund Pax: Ein Buch über Krieg, Hoffnung und Füchse [Buchrezension]

Peter und sein Fuchs Pax sind unzertrennlich. Bis der Krieg kommt und Peter gezwungen wird seinen Fuchs auszusetzen. Schnell wird ihm klar, dass dies der größte Fehle seines Lebens war. Und so macht er sich auf den Weg um seinen besten Freund zu retten.

Das Jugendbuch Mein Freund Pax überzeugt durch seine wundervolle Handlung und die liebevollen Illustrationen.

Es gibt kaum eine Liebe, die größer ist als die zwischen einem Kind und seinem Haustier. Auch für den zwölfjährigen Peter in Mein Freund Pax sieht dies nicht anders aus. Erst recht nicht, da er seinen Hausfuchs Pax als Welpen gerettet und selber aufgezogen hat.

Doch als sein Vater dazu aufgerufen wird als Soldat im Krieg zu dienen und Peter zu seinem Großvater ziehen soll, muss er Pax aussetzen. Noch am selben Abend wird ihm klar, dass dies das schlimmste ist, was er jemals getan hat und, dass er zurück zu seinem besten Freund muss. Jedoch ist der Wald indem der Fuchs ausgesetzt wurde fast 300 Kilometer entfernt und Peters Großvater wird ihm niemals helfen dorthin zu kommen.

Peter tut also das einzige, was ihm übrig bleibt: Er macht sich alleine auf den Weg. Eine beschwerliche Reise beginnt.

Zwei Perspektiven, ein Ziel

Was dieses Buch so grundlegend besonders macht ist, dass die Geschichte nicht nur von Peter erzählt wird, sondern auch aus der Sicht von Pax. Dem Fuchs, der seinen Menschen kennt und genau weiß, dass er zu ihm zurückkommen wird. Dem Fuchs, der noch nie auf sich alleine gestellt war und nun lernen muss zu jagen und sich gegen die anderen Füchse im Wald zu behaupten. Besonders gegen Bristle und ihren kleinen Brunder Runt.

Allein durch die Tatsache, dass Pax ein Fuchs ist und nicht immer begreift wie die Welt um ihn herum funktioniert, driftet seine Erzählstimme immer in eine Richtung ab, die beinah episch, poetisch erklärt was geschieht. Die seltsamen Gerüche, die plötzlich aus dem Boden dringen und die Erde, die von den Menschen zerfetzt wird. „Es ist der Krieg.“, erklärt der alte Fuchs, den Pax trift, während er am ausharrt. Der Krieg, den weder Pax noch Peter begreifen.

Wundervolle Handlung und liebevolle Fuchsillustrationen

Natürlich wird für viele das Cover mit dem sehr niedlichen Fuchs als Verkaufsargument ausreichen. Spätestens, wenn man das Buch aufschlägt und feststellt, dass auch innerhalb der Geschichte immer wieder sehr feine Illustrationen mit liebevollen Details auftauchen, ist man jedoch von diesem Buch überzeugt.

Doch, es ist nicht nur ein hübsch gestaltetes Jugendbuch, welches von dem äußerst talentierten Jonathan Klassen bestückt wurde, sondern vor allem eines, welches das Herz berührt und welches man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Geschichte über Freundschaft und die Auswirkungen des Krieges, ist fesselnd und beeindruckend umgesetzt. Ein solch schwieriges Thema in Worte zu fassen, die Kinder und Jugendliche nachvollziehen können, gehört zu einer der größten Herausforderungen, denen sich Sara Pennypacker in Mein Freund Pax stellen musste.

Sie schaft es durch Bilder, Gespräche und die naive, fast schon poetische Haltung des Fuchses, das Thema Krieg in ein für Kinder greifbares Ding zu verwandeln. Es ist nicht mehr nur ein abstrakter Gegenstand, über den man etwas gehört hat. Nein, er hat konkrete Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Beziehungen, Verhalten und die Natur. Wie diese aussehen können beschriebt sie in ausgewählten Worten.

Dabei werden ihre Bilder an manchen Stellen etwas zu plastisch, so dass man sich fragen kann ob das empfohlene Lesealter von mindestens zehn Jahren nicht etwas zu niedrig angesetzt ist. Alles in allem handelt es sich jedoch um ein Buch, welches nicht nur junge Kinder, sondern vor allem Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anspricht und verzaubert, eben weil es sich auf eine relativ simple, aber vor allem geschickte Art mit schwierigen Themen auseinandersetzt, die uns alle gleichermaßen berühren. Gerade in der heutigen Zeit, in der der Krieg, vor dem so viele Flüchtlinge fliehen, nur noch ein abstrakter Gegenstand ist, der immer wieder in den nachrichten angeschnitten wird, ist es wichtig, Kindern verdeutliche zu können, was es bedeutet, wenn Krieg herrscht.

Genau dies schaft Pennypacker und das auch noch mit zwei liebenswerten Protagonisten und vielen wunderbaren Füchsen.

Mein Freund Pax | Sara Pennypacker | 2017 | 304 Seiten | FISCHER Sauerländer Verlag | Bei Amazon kaufen


Mein Freund Pax wurde mir als Rezensionsexemplar von FISCHER Sauerländer zur Verfügung gestellt.

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Eden Summer: Ein Buch des Dramas [Buchreview]

Jess‘ Leben ist schon kompliziert genug, als ihre beste Freundin Eden plötzlich verschwindet und sie die einzige ist, die daran glaubt, dass Eden noch lebend gefunden werden kann. nach allem was mit Iona passiert ist kann Edens Familie wohl kaum noch ein weiteres Unglück überstehen.

Das Jugendbuch Eden Summer von Liz Flanagan.

Eden Summer ist der erste Roman von Liz Flanagan. Das Jugendbuch rund um die Oberschülerin Jess folgt den Ereignissen rund um Edens Verschwinden und Jess‘ verzweifelter Suche nach ihrer besten Freundin. Gleichzeitig erzählt Jess jedoch auch von den schlimmen Dingen, die ihr zugestoßen sind und dem zurückgliegenden Sommer, der Eden für immer geprägt hat.

Dabei schafft es Flanagan gleichzeitig eine gewisse Grundspannung aufzubauen und diese zugleich durch übertriebene Dramatik zu zerstören. Es reicht nicht aus, dass Jess ein Trauma hat, nein ihre beste Freundin braucht ein zusätzliches und mit Iona stimmt auch irgendwas nicht. Selbst Liam, Edens Freund, scheint irgendwie belastet zu sein. In dieses Mischmasch aus überdramatischen Ereignissen – die jeder Grey’s Anatomy-Folge Konkurrenz machen würden – wird dann auch noch eine sonderbare Liebesgeschichte und eine sehr merkwürdige Szene mit einer Wahrsagerin geworfen, die absolut unrelevant für die komplette restliche Handlung ist und niemals wirklich aufgeklärt wird. Zusätzlich gibt es Angststörungen, Menschen, die das Haus nicht verlassen, Berührungsängste, Alkoholmissbrauch und sonderbare Dokumente.

Solide geschriebenes Buch für alle, die auf Drama stehen

Bitte nicht falsch verstehen, dieses Buch ist immer noch sehr gut geschrieben und hat einen Spanungsbogen, der den Leser langsam in seinen Bann zieht und der immer wieder die Frage aufwirft, was denn nun eigentlich vorgefallen ist und ob Eden wieder auftauchen wird. Stellenweise fiebert man sogar mit den Figuren mit, bis einem klar wird, dass die komplette Handlung sich mehr oder weniger an einem Tag ereignet und an diesem nicht nur sämtliche schockierenden Familiengeheimnisse entlüftet werden, ein Mädchen verschwindet und Jess nebenbei ihr eigenes Trauma überwinden und sich über ihre romantischen Gefühle einig werden muss.

Wäre Eden verschwunden, nachdem Iona gestorben ist, wäre dies eine vollkommen ausreichende Handlung gewesen. Hätte Jess darüber hinaus ein Trauma gehabt, wäre dies vielleicht auch noch in Ordnung gewesen. Das Mädchen, dass trotz ihrer Angststörung hinausgeht in die Welt um ihre beste Freundin zu finden, während niemand mehr an sie glaubt.

Aber die komplette Hintergrundgeschichte zu Jess ist einfach etwas zu überdramatisch, die Liebesgeschichte ist vollkommen fehl am Platz und auch die Hintergrundgeschichte zu Iona wirkt eher etwas zu übertrieben. Manchmal ist weniger mehr und lässt einen beim Lesen nicht denken: „Nun lass es endlich vorbei sein.“

Dennoch möchte ich noch einmal betonen, dass es sich um ein Buch handelt, dem ich drei von fünf Sternen gebe, denn es ist eben nicht absurd schlecht geschrieben, sondern ganz im Gegenteil sogar recht gut. Auch ist das Buch interessant, wenn auch zu sehr angereichert mit dem kompletten Drama der ganzen Menschheit.

Eden Summer | Liz Flanagan | Aladin | 2017 | 368 Seiten | Bei Amazon kaufen


Dieses Buch wurde mir von Aladin (Carlsen) zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Bücher auf die wir uns 2017 freuen können [SaSo]

Für den Sammlungssonntag habe ich relativ lange keinen Blick mehr auf Bücher geworfen. Heute soll es um Buchneuerscheinungen gehen, auf die ich mich 2017 besonders freue.

2017 bringt neue Bände der pelican Shakespeare Edition, den vierten Band der Magisteriums Reihe und das finale Buch von To all the boys I loved before.

Buchcover: Amazon.de

Um ehrlich zu sein ist dies nur ein sehr, sehr, sehr kleiner Ausschnitt der Bücher auf die ich mich freue und eigentlich deckt die Liste vor allem Bücher ab, die bis Mai erscheinen. Es gibt einfach viel zu viele Bücher, die jedes Jahr herauskommen, als dass ich mich sinnvoll limitieren könnte. Aber nun gut dies sind meine sechs „Favoriten“:

Wires and Nerve

Im letzten jahr bin ich so ziemlich jedem Menschen mit meiner Obsession der Luna Chroniken auf die Nerven gegangen. Glücklicherweise kann ich diese mit Wires and Nerve nun auch ins Jahr 2017 retten. Wires and Nerve ist eine Graphic Novel, die gemeinsam mit Zeichner Douglas Holgate entstanden ist und von den Abenteuern des Roboters Iko berichtet. Die Geschichte ist dabei so angelegt, dass man sie als Fortsetzung der Luna Chroniken lesen kann, diese jedoch nicht gelesen haben muss um die Geschichte zu verstehen.

Die Englische Fassung ist bereits im Januar erschienen und kann bei Amazon gekauft werden. Eine Deutsche Fassung ist noch nicht angekündigt worden.

The Last of August

Band zwei der Charlotte Holmes-Reihe – The last of August – folgt den Holmes- und Watson-Nachfahren – Charlotte Holmes und Jamie Watson – nach Berlin wo sie gleichzeitig versuchen einen Kunstfälschungsring zu enttarnen und Charlottes Onkel wiederzufinden. Der zweite von drei Bänden ist im Februar erschienen und ist unglaublich spannend. Ein muss für alle Sherlock Holmes-Fans.

The last of August bei Amazon kaufen

As you like it / Pelican Edition Neuauflage

Die wirklich schönen neuen Ausgaben der Shakespeare Pelican Edition haben uns letztes Jahr schon einige von Shakespeares Klassikern – darunter Romeo & Julia und Hamlet – beschert. Dieses Jahr bringt Penguin Books einige der Komödien und Historien-Dramen neu heraus. Besonders freue ich mich hierbei auf As you like it, welches im Juni erscheinen wird.

As you like it bei Amazon vorbestellen

Magonia

Magonia rund um das kranke Mädchen, welches plötzlich in der Fremde Abenteuer erlebt, steht schon seit letztem Jahr auf meiner Leseliste. Anfang April erscheint nun endlich auch die deutsche Ausgabe dieser viel gelobten Fantasyreihe.

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Magisterium – Band 4

Leider, leider gibt es bisher noch keine Angabe wann die deutsche Fassung des vierten Bandes der Magisteriums-Reihe erscheinen wird. Wohl aber wird die englische Fassung spätestens im Herbst 2017 erscheinen. Zu meiner großen Freude, denn ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie die Geschichte um den Zauberlehrling Call und seine Freuden weitergeht.

Band vier von Magisterium vorbestellen

Always and forever Lara Jean

Ein wenig peinlich ist es mir ja schon, dass die Liebesgeschichte rund um Lara Jean es auf meine Vorfreudenliste geschafft hat. Der dritte und letzte Teil der Reihe um die Highschool-Schülerin Lara Jean, deren Leben aus den Fugen gerät nachdem ihre heimlichen Liebesbriefe verschickt werden, ist in der englischen Ausgabe für Mai 2017 angekündigt.

Always and forever Lara Jean vorbestellen

Ich freue mich darüber hinaus auch noch zusätzlich auf so ziemlich jedes Buch, welches 2017 im Mairisch-Verlag erscheint, hoffentlich eine Taschenbuchversion der Murakami Autobiografie, hoffentlich eine Buchfassung des zweiten Phantastische Tierwesen-Films und das gerade erst erschienene 100 Manga Artists aus dem Taschen Verlag.

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Magisterium: Willkommen in Cassandra Clares Zauberschule [Buchrezension]

Sein ganzes Leben ist Callum Hunt von seinem Vater vor der Zauberschule – dem magisterium &ndach; gewarnt worden. Dem Ort, der für den Tod seiner Mutter und vielen anderen Menschen verantwortlich ist. Nun soll Call selber dorthin gehen und es gibt kein Entkommen vor den Magiern…

Magisterium: Eine Fantasy-Reihe rund um den jungen Magier Callum Hunt.

Mit der Magisteriums-Reihe erscheint eine neuerliche Kooperation von Cassandra Clare (The Mortal Instruments), dieses Mal zusammen mit Holly Black (Die Spiderwick-Geheimnisse). Bereits 2014 wurde der erste Band Der Weg ins Labyrinth publiziert und ist nun auch als Taschenbuch in Deutschland erschienen.

Grundlegend erzählt die Reihe von Callum und seinen beiden Mitstreitern Aaron und Tamara, mit denen er gemeinsam von Master Rufus im Magisterium in Magie unterrichtet. Anders als von seinem Vater immer beschrieben, handelt es sich hierbei jedoch um eine recht friedliche Schule, die mit ihren Schülern sehr verantwortungsvoll umgeht, sie gleichsam aber auch darauf vorbereitet die nicht magische Bevölkerung vor gefährlichen Magiern, wie dem Feind des Todes, zu beschützen.

Jeder der einzelnen Bände erzählt dabei von den Abenteuern, die die drei innerhalb eines Schuljahrs erleben. Bisher sind bisher drei Bände erschienen. Zwei weitere sind angekündigt.

„Ist doch nur ein Harry Potter rip off

Den größten Vorwurf, den sich Clare und Black für ihre Magisteriums-Reihe anhören dürfen ist sicherlich, dass es ein rip off von Harry Potter ist, also die beiden lediglich von Rowlings Erfolg zu profitieren suchen, indem sie eine ähnliche Geschichte erzählen.

Und ja, es gibt gewaltige Parallelen zwischen den beiden Reihen. Eine Zauberschule, drei Lehrlinge, ein Feind, der den Tod zu überwinden sucht, Aufgaben, die nicht von Kindern erledigt werden sollten und Bücher, die jeweils die Ereignisse eines Schuljahres zusammenfassen. Ach und um ein Internat handelt es sich bei beiden Schulen dann auch noch.

Jedoch trift dies auf beinahe jede Geschichte zu, die in irgendeiner Form etwas über magische Schulen, Internate oder Magier erzählt. Gerade die Kombination einer Gruppe bestehend aus zwei Jungs und einem Mädchen ist dabei im gesamten Bereich der Jugendbücher sehr beliebt. Zudem wirft es die Grundlegende Frage auf, ob jemals wieder ein Zaubererbuch geschrieben werden kann, ohne, dass jemand den Vorwurf erhebt, dass die Geschichte nur auf Basis von Rowlings-Geschichten entstehen konnte.

Nein, diese Geschichte ist nicht einfach eine weitere Harry Potter-Geschichte, auch wenn man sich natürlich vorstellen kann, dass Clare und Black durchaus die Geschichten um den berühmten Zauberlehrling gelesen haben. Dennoch ist ihr Universum durchweg anders geartet. Magie wird hier viel klassischer praktiziert. Es gibt die vier klassischen Elemente und das Chaos, die eher unter einem Alchemistischen Blickwinkel betrachtet werden. Magier müssen keine komplizierten Zaubersprüche lernen, sondern die vier Elemente anrufen und diese benutzen, indem sie sie verändern.

Auch die Handlung hat abgesehen von dem Kampf von Gut und Böse – der immer wieder als ein Kampf mit vielen Grautönen beschrieben wird – nur sehr wenig von Rowlings Geschichte. Grundsätzlich werden klassische Fantasy-Motive aufgegriffen und in kreativer Weise in eine neue Welt eingebettet. Dabei geht es um Fragen von Loyalität, Freundschaft und Vertrauen. Über allem schwebt dabei die Frage warum ein Mensch auf die dunkle Seite wechselt. Welche Motive kann jemand haben um einen Krieg zu beginnen und die Welt ins wortwörtliche Chaos zu stürzen.

Tolle Erzählstimme mit sarkastischen Momenten

Besonders die Erzählstimme von Callum macht diese Buchreihe so interessant. Callum ist kein braver kleiner Zauberlehrling, der für das Wohl der Menschheit ein paar Regeln zurechtbiegt. Callum ist eine durchweg sarkastisch angelegte Figur, die seinen eigenen Ideen mit einbringt und durchaus dunkle Pläne hinterfragt. Um noch einmal zu dem Harry Potter-Vorwurf zurück zu kommen: Er hätte in Band eins bereits Dumbeldores Vorgehen hinterfragt und ihn darauf angesprochen, weshalb ausgerechnet er gegen Voldemort kämpfen muss.

Auch seine spitzen Bemerkungen und die Kriegstreiberpunkte, die ab Band zwei vergeben werden, sorgen dafür, dass es unglaublich viel Spaß macht der Handlung zu folgen und tragen mit dazu bei, dass diese Reihe nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene interessant ist.

Ich jedenfalls kann gar nicht genug von den Abenteuern im Magisterium bekommen und warte gespannt auf Band vier der Reihe.

Bisher in der Reihe Magisterium erschienen

Band vier und fünf werden vermutlich „Die silberne Maske“ und „Der goldene Junge“ heißen. Band vier erscheint noch 2017 auf Englisch. Eine Deutsche Ausgabe ist noch nicht angekündigt worden.


Magisterium: Der Weg ins Labyrinth wurde mir als Rezensionsexemplar von Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Lesechallenge 2016: 45 Bücher in 12 Monaten [SaSo]

2015 habe ich mir vorgenommen 2016 zwölf Bücher zu lesen. Zwölf Bücher haben sich recht schnell als relativ schlechte Challenge herausgestellt, denn bereits im März war ich mit meiner Challenge durch, so dass ich beschloss mir eine richtige Herausforderung zu suchen und stattdessen 45 Bücher zu lesen.

Von Jugendbuch bis Klassiker ist alles in meinem Bücherstapel vertreten.

Wenn ihr euch fragen solltet, wie ein Bücherstapel aus 40 Büchern aussieht, nun ja so. Nach der hälfte hatte er schon keine Lust mehr von alleine zu stehen und er reicht mir fast bis zur Brust. Leider habe ich fünf Bücher nur digital gelesen, so dass er nicht noch enormer ausgefallen ist.

Was ich 2016 gelesen habe

2016 habe ich tatsächlich 45 Bücher gelesen. Darunter fünf Manga und ein Sachbuch. Theoretisch hätte ich sogar einige weitere Bücher auf der Liste unterbringen können, aber alle Bücher, die ich nicht vollständig gelesen habe oder bei denen es sich um Bastelbücher handelten, sind hier natürlich nicht aufgelistet.

Hauptsächlich habe ich Bücher aus dem Bereich Jugendbuch / Young Adult gelesen. 32 von 45 Büchern (also über 70%) stammen aus diesem Genre. Darunter waren sieben Reihen, die ich entweder vollständig oder zum Teil gelesen habe. Die Außenseiter sind definitiv die Sachbücher, von denen ich einige angefangen, jedoch nur zwei beendet habe, und Theaterstücke von denen ich nur zwei – Harry Potter und das verwunschene Kind und King Lear – geschafft habe.

  • Love Letters to the Dead ★★★☆☆ [Young Adult, Liebe]
  • Nachtzug nach Lissabon ★★☆☆☆ [Fiktion, Philosophie]
  • The perks of being a Wallflower ★★★☆☆ [Young Adult, Coming of Age]
  • Die Luna Chroniken: Wie Mond so Silber ★★★★☆ [Fantasy, SciFi, Märchen, YA]
  • Die Luna Chroniken: Wie Blut so Rot ★★★★★ [Fantasy, SciFi, Märchen, YA]
  • Die Luna Chroniken: Wie Stern so Gold ★★★★☆ [Fantasy, SciFi, Märchen, YA]
  • Die Luna Chroniken: Wie Schnee so Weiß ★★★★☆ [Fantasy, SciFi, Märchen, YA]
  • Carry On ★★★★☆ [Young Adult, Fantasy]
  • Fangirl ★★★★☆ [Young Adult, Studentenleben]
  • Der Marsianer ★★★☆☆ [SciFi]
  • Aristotle and Dante discover the secrets of the universe ★★★☆☆ [Young Adult, Philosophie]
  • Hello Ruby ★★★★★ [Kinderbuch, IT]
  • Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki ★★★★☆ [Asiatische Literatur]
  • Afterdark ★★★★☆ [Asiatische Literatur, Mystery]
  • Disrupted ★★★★☆ [Biografie, Marketing / Journalismus]
  • Ich und Earl und das (sterbende) Mädchen ★★★★☆ [Young Adult, Humor]
  • To all the boys I loved before ★★★☆☆ [Young Adult, Liebe]
  • P.S. I Still love you ★★★★☆ [Young Adult, Liebe]
  • The love that Split the world ★★★★★ [Young Adult, Fantasy, Liebe]
  • Südlich der Grenze, westlich der Sonne ★★★★☆ [Asiatische Literatur, Liebe]
  • Everland ★★☆☆☆ [Young Adult, Sci-Fi]
  • Wenn der Sommer endet ★★★☆☆ [Horror, Mystery, Young Adult]
  • King Lear ★★★★☆ [Theaterstück, Klassiker, Drama]
  • Harry Potter und das verwunschene Kind ★★★☆☆ [Young Adult, Fantasy]
  • Orange ★★★★☆ [Manga, Liebe, Drama]
  • The Raven Cycle ★★★★★ [Young Adult, Fantasy]
  • Short Stories from Hogwarts of Power, Politics and Pesky Poltergeists ★★★★☆ [Young Adult, Fantasy]
  • Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen ★★★★☆ [Young Adult, Coming of Age]
  • Short Stories from Hogwarts of Heroism, Hardship and Dangerous Hobbies ★★★★☆ [Young Adult, Fantasy]
  • Hogwarts: An Incomplete and Unreliable Guide ★★★★☆ [Young Adult, Fantasy]
  • Nest ★★★☆☆ [Young Adult, Kinderbuch, Drama]
  • Blood & Ink: Die Bücher von Timbuktu ★★★★★ [Young Adult, Gegenwartsgeschichte]
  • London ★★★★★ [Fantasy]
  • Von Männern, die keine Frauen haben ★★★☆☆ [Asiatische Literatur, Liebe]
  • Das Buch von Kelanna, Band 1: Ein Meer aus Tinte und Gold ★★★★☆ [Young Adult, Fantasy]
  • A Study in Charlotte ★★★★☆ [Young Adult, Krimi]
  • Sieben Minuten nach Mitternacht ★★★☆☆ [Young Adult, Drama]
  • Kindred Spirits ★★★★★ [Young Adult, Nerdleben]

Meine Lieblingsbücher 2016

Da sind wirklich einige Bücher über das Jahr zusammengekommen, doch gerade neun Bücher und sieben Reihen habe ich besonders geliebt:

Ebenso spannend fand ich folgende sieben Reihen:

Welche Bücher waren dieses Jahr eure Favoriten und vor allem welches Buch mochtet ihr so gar nicht? Habt ihr fleißig alle Bücher bis zum Ende gelesen oder teilweise vorher aufgehört?

Danksagung

Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal bei allen Verlagen bedanken, die mich dieses Jahr mit Rezensionsexemplaren versorgt haben:
CBT & CBJ
Aladin & Carlsen
Heyne
BTB
Mairisch
EMF
DVA
Penguin Deutschland
Edition Text + Kritik

Vielen, vielen Dank für tolle Bucherlebnisse!

2017 habe ich mir übrigens vorgenommen nur 40 Bücher zu lesen.

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Ein Meer aus Tinte und Gold: Wo Schrift zu Magie wird [Buchrezension]

Stell dir vor, du lebst in einer Welt ohne Bücher. Geschichten können nur Jahrhunderte überdauern, wenn sie weitererzählt werden und wessen Leben keine spannende Geschichte beinhaltet, der gerät in Vergessenheit. Genau in dieser Welt lebt Sefia, doch sie hat ein Geheimnis. Das seltsame rechteckige Ding, was sie mit sich herumträgt, und welches nicht nur für den Tod ihrer Eltern verantwortlich ist, sondern ihre komplette Welt verändern könnte.

Ein Meer aus Tinte und Gold: Jugendbuch von Traci Chee über eine magische Welt ohne Bücher und eine Leserin mit einem magischen Buch.

Ein Meer aus Tinte und Gold ist der erste Band der Das Buch von Kelanna-Reihe, oder wie sie im Englischen heißt The Reader. In ihr Debüroman erdenkt Traci Chee eine Welt in der die weite Öffentlichkeit ohne Buchstaben und Wörter auskommen muss, während eine geheime Gesellschaft der Lesenden Schrift nicht nur verwenden könne um Geschichten niederzuschreiben, sondern mit ihr Magie bewirken kann.

Sefia hingegen weiß nichts von dieser Gesellschaft oder was es mit dem Buch, welches sie unter allen Umständen schützen soll auf sich hat. Ihre Eltern haben ihr zwar heimlich das Lesen beigebracht, doch seit sie vor einigen Jahren ermordet wurden, ist sie selbst auf der Flucht, ohne dass sie jemals erfahren hat wovor. Nur ihre Tante Nin steht ihr zur Seite, bis sie von unheimlichen Gestalten entführt wird und Sefia mit ihren 15 Jahren plötzlich auf sich alleine gestellt ist. Zumindest bis sie auf Archer, den stummen Jäger trift.

Gleichzeitig ist dies aber auch das Buch von Lon, der von seinen Eltern zurückgelassen wurde und nun zum Leser ausgebildet wird. Den Lesen bedeutet nicht die seltsamen Zeichen zu entziffern, sondern die Wörter zu verstehen und ihre Magie für sich selbst nutzbar zu machen.

Ein Liebesbrief an Bücher

Vor allem anderen ist Ein Meer aus Tinte und Gold jedoch ein Liebesbrief an Bücher und das Lesen selbst. Es spielt mit Worten, Formatierungen und dem Wechsel verschiedener Perspektiven. Überall verstecken sich kleine Rätsel im Buch. Buchstaben sind plötzlich gefettet oder es finden sich geheime Wörter, die über mehrere Seiten hinweg einen Text entstehen lassen.

Auch sind einige der Seiten so angefertigt worden, dass sie wirken als würden sie aus einem anderen, älteren Buch stammen. Oder die Protagonistin versucht Erinnerungen zu vergessen, so dass plötzlich Textpassagen geschwärzt werden und somit verschwinden.

Abgesehen von den Formatierungen, fragt Ein Meer aus Tinte und Gold immer wieder was für eine Bedeutung Bücher haben. Wozu sind sie da? Welche Auswirkungen haben sie auf eine Gesellschaft?

Wörter als Magie

Zeichen und Wörter mit Magie gleichzusetzen taucht mittlerweile in recht vielen Büchern auf. Eines der prominentesten Beispiele der jüngsten Jahre ist sicherlich Rainbow Rowells Carry On. Auch ein Buch im Buch, welches mit Formatierungen spielt ist vor kurzem mit S. von J.J. Abrams (ja, der Regisseur) erschienen. Auf dieser Ebene kann man Chee sicherlich vorwerfen, dass sie mit relativ bekannten Mitteln an das Thema herangeht.

Dennoch erfolgt ihre Umsetzung auf höchst beachtliche Art und Weise. Eigentlich müsste man das Buch nachdem man es ausgelesen hat, direkt wieder von vorne anfangen um alle Referenzen, die das Buch auf sich selbst setzt, zu verstehen. Auch die Welt von Sefia wirkt klug durchdacht und funktioniert anders als Beispielsweise Bradbury’s Welt in Fahrenheit 451 nicht nach der Prämisse der Auslöschung von Büchern, sondern einer in der nie die Schrift entwickelt wurde. Geschichten können in Bildern dargestellt werden oder in gesprochenen Wörtern. Es ist keine Dystopie die aufgezeigt wird und keine rein magische Welt, die wir betreten. Vielmehr entführt Chee den Leser in eine Welt in der eine neue Wertschöpfung für Bücher als gebundenes Werk in einer digitalen Welt entsteht. Es geh darum das Buch als solches zu feiern und nicht nur als zwingendes Medium für eine Geschichte zu präsentieren.

Zudem verbindet sie dies mit einer wirklich sehr gelungene Geschichte, die Lust auf mehr macht und den Leser mit der Frage zurücklässt: Wann erscheint endlich Band 2?

Ein Meer aus Tinte und Gold | Traci Chee | Carlsen Verlag | 496 Seiten | Bei Amazon kaufen


Ein Meer aus Tinte und Gold wurde mir von Carlsen zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinflusst.