Magisterium: Willkommen in Cassandra Clares Zauberschule [Buchrezension]

Sein ganzes Leben ist Callum Hunt von seinem Vater vor der Zauberschule – dem magisterium &ndach; gewarnt worden. Dem Ort, der für den Tod seiner Mutter und vielen anderen Menschen verantwortlich ist. Nun soll Call selber dorthin gehen und es gibt kein Entkommen vor den Magiern…

Magisterium: Eine Fantasy-Reihe rund um den jungen Magier Callum Hunt.

Mit der Magisteriums-Reihe erscheint eine neuerliche Kooperation von Cassandra Clare (The Mortal Instruments), dieses Mal zusammen mit Holly Black (Die Spiderwick-Geheimnisse). Bereits 2014 wurde der erste Band Der Weg ins Labyrinth publiziert und ist nun auch als Taschenbuch in Deutschland erschienen.

Grundlegend erzählt die Reihe von Callum und seinen beiden Mitstreitern Aaron und Tamara, mit denen er gemeinsam von Master Rufus im Magisterium in Magie unterrichtet. Anders als von seinem Vater immer beschrieben, handelt es sich hierbei jedoch um eine recht friedliche Schule, die mit ihren Schülern sehr verantwortungsvoll umgeht, sie gleichsam aber auch darauf vorbereitet die nicht magische Bevölkerung vor gefährlichen Magiern, wie dem Feind des Todes, zu beschützen.

Jeder der einzelnen Bände erzählt dabei von den Abenteuern, die die drei innerhalb eines Schuljahrs erleben. Bisher sind bisher drei Bände erschienen. Zwei weitere sind angekündigt.

„Ist doch nur ein Harry Potter rip off

Den größten Vorwurf, den sich Clare und Black für ihre Magisteriums-Reihe anhören dürfen ist sicherlich, dass es ein rip off von Harry Potter ist, also die beiden lediglich von Rowlings Erfolg zu profitieren suchen, indem sie eine ähnliche Geschichte erzählen.

Und ja, es gibt gewaltige Parallelen zwischen den beiden Reihen. Eine Zauberschule, drei Lehrlinge, ein Feind, der den Tod zu überwinden sucht, Aufgaben, die nicht von Kindern erledigt werden sollten und Bücher, die jeweils die Ereignisse eines Schuljahres zusammenfassen. Ach und um ein Internat handelt es sich bei beiden Schulen dann auch noch.

Jedoch trift dies auf beinahe jede Geschichte zu, die in irgendeiner Form etwas über magische Schulen, Internate oder Magier erzählt. Gerade die Kombination einer Gruppe bestehend aus zwei Jungs und einem Mädchen ist dabei im gesamten Bereich der Jugendbücher sehr beliebt. Zudem wirft es die Grundlegende Frage auf, ob jemals wieder ein Zaubererbuch geschrieben werden kann, ohne, dass jemand den Vorwurf erhebt, dass die Geschichte nur auf Basis von Rowlings-Geschichten entstehen konnte.

Nein, diese Geschichte ist nicht einfach eine weitere Harry Potter-Geschichte, auch wenn man sich natürlich vorstellen kann, dass Clare und Black durchaus die Geschichten um den berühmten Zauberlehrling gelesen haben. Dennoch ist ihr Universum durchweg anders geartet. Magie wird hier viel klassischer praktiziert. Es gibt die vier klassischen Elemente und das Chaos, die eher unter einem Alchemistischen Blickwinkel betrachtet werden. Magier müssen keine komplizierten Zaubersprüche lernen, sondern die vier Elemente anrufen und diese benutzen, indem sie sie verändern.

Auch die Handlung hat abgesehen von dem Kampf von Gut und Böse – der immer wieder als ein Kampf mit vielen Grautönen beschrieben wird – nur sehr wenig von Rowlings Geschichte. Grundsätzlich werden klassische Fantasy-Motive aufgegriffen und in kreativer Weise in eine neue Welt eingebettet. Dabei geht es um Fragen von Loyalität, Freundschaft und Vertrauen. Über allem schwebt dabei die Frage warum ein Mensch auf die dunkle Seite wechselt. Welche Motive kann jemand haben um einen Krieg zu beginnen und die Welt ins wortwörtliche Chaos zu stürzen.

Tolle Erzählstimme mit sarkastischen Momenten

Besonders die Erzählstimme von Callum macht diese Buchreihe so interessant. Callum ist kein braver kleiner Zauberlehrling, der für das Wohl der Menschheit ein paar Regeln zurechtbiegt. Callum ist eine durchweg sarkastisch angelegte Figur, die seinen eigenen Ideen mit einbringt und durchaus dunkle Pläne hinterfragt. Um noch einmal zu dem Harry Potter-Vorwurf zurück zu kommen: Er hätte in Band eins bereits Dumbeldores Vorgehen hinterfragt und ihn darauf angesprochen, weshalb ausgerechnet er gegen Voldemort kämpfen muss.

Auch seine spitzen Bemerkungen und die Kriegstreiberpunkte, die ab Band zwei vergeben werden, sorgen dafür, dass es unglaublich viel Spaß macht der Handlung zu folgen und tragen mit dazu bei, dass diese Reihe nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene interessant ist.

Ich jedenfalls kann gar nicht genug von den Abenteuern im Magisterium bekommen und warte gespannt auf Band vier der Reihe.

Bisher in der Reihe Magisterium erschienen

Band vier und fünf werden vermutlich „Die silberne Maske“ und „Der goldene Junge“ heißen. Band vier erscheint noch 2017 auf Englisch. Eine Deutsche Ausgabe ist noch nicht angekündigt worden.


Magisterium: Der Weg ins Labyrinth wurde mir als Rezensionsexemplar von Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

7 Gedanken zu “Magisterium: Willkommen in Cassandra Clares Zauberschule [Buchrezension]

  1. Oh, das klingt recht spannend! :)
    Vielleicht wär das ja eine Reihe für mich, wenn ich mal mit meinen ganzen anderen Büchern durch bin (komm zu selten zum Lesen x_x“).

    Liest du die Bücher auf deutsch oder eher auf englisch, weil die neuen Bände auch früher verfügbar sind? ^^

    • Meistens lese ich auf Englisch, weil ich Übersetzungen nicht mag und die Bücher, wie du schon gesagt hast, eher draußen sind. Allerdings habe ich Magisterium auf Deutsch angefangen und bleib dann auch bei der Deutschen Ausgabe. :)
      In der Regel lese ich Bücher auf Deutsch, wenn ich sie als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe.

      • Ich les sie meist auch auf deutsch, einfach weil sie mir damit eher in die Finger fallen, als auf englisch.. ^^
        Und wie du schon sagtest, wenn man mit einer Sprache anfängt, dann zieht man das auch durch :)

        Gibt aber auch Sachen, wo ich die englischen auch bevorzugen würde oder wenns gar nicht erst übersetzt wurde. :)

  2. Pingback: Bücher auf die wir uns 2017 freuen können [SaSo] | Chochi in Wonderland

  3. Genau dieses Buch (Als Taschenbuch obwohl das Hardcover ja doch deutlich schöner ist) ist mir letzte Woche in die Tasche gesprungen und wollte mit nach Hause genommen werden. Jetzt wartet es geduldig darauf, dass ich die Zeit finde es zu lesen.

    Ich finde es schön, dass du den Vergleich zu Harry Potter gezogen und im Grunde gleich wieder zerschmettert hast.

    Was mir in einigen Interviews aufgefallen ist wäre, dass viele Autoren nicht in dem Genre Lesen, in dem sie selbst schreiben. Teilweise wirklich, um sich nicht davon beeinflussen zu lassen. Wie dies bei den Beiden Autorinnen ist, kann ich dir jedoch nicht sagen.

    Alles Liebe.

    Kani

    • Hallo Kani, viel Spaß beim lesen! Als Autor kommt man sonst glaub ich schnell an den Punkt, an dem man zu viel – wenn auch nur unterbewusst – zitiert.

  4. Pingback: Ins Magisterium mit Charlotte Holmes mit Mangan im Gepäck: Meine Leseliste der ersten drei Monate [SaSo] | Chochi in Wonderland

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