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„Indian summer“

Erst einmal möchte ich euch lieben Lesern danken, dass ihr so treu jeden Tag hierher kommt. Wonderland gibt es nun seit sechs Jahren. Dass ich so lange durchhalte hätte ich am Anfang niemals gedacht und ihr tragt ein ganzen Stück dazu bei. Also noch einmal ein großes Dank!

Schon in den letzten Jahren zogen langsam Federohrringe und Indianerschmuck (oder Schmuck, der an Native Americans erinnert ö_ö) in die Welt der Mode ein. Dieses Jahr breitet sich das Phänomen noch weiter aus, nimmt alte mexikanische Symbole und Muster mit und macht daraus einen bunten Mix aus Formen, Federn und Materialien.

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Federschmuck finde ich grundsätzlich erst einmal sehr süß. In vielen Läden findet sich dazu jedoch ein grausamer Farbenmix, der mich schrecklich an die 90er erinnert. Hoffentlich wird es zum Sommer hin nicht noch schlimmer.

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Wer auf den neuen Trend steht, wird sicherlich in der neuen „Fashion against Aids“ Kollektion von H&M fündig. Daraus stammt unter anderem auch die Federkrone auf dem oberen Foto. Die Kollektion selber findet ihr auf H&M.com und in ausgewählten Geschäften.

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Oreo Cupcakes

Oreos sind lecker. Cupcakes sind lecker. Warum sollte man also nicht zwei leckere Dinge kombinieren und dadurch etwas noch viel bessere bekommen?

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Der Teig

Was man brauch:

  • 18 Oreo Kekse (oder nachgemachte Oreos)
  • 3 Eier
  • Salz
  • 160g Zucker
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • 160g Butter oder Margarine
  • 100g Mehl
  • 30g Kakaopulver
  • 1/2 TL Backpulver
  • 70ml Milch

12 der Oreos auseinanderdrehen (oder mit einem Messer auseinanderhebeln). Die weiße Füllung abkratzen und in eine Schalle füllen (daraus wird später das Topping). Die Hälfte der Kekse werden nun grob zerkrümmelt. Der Rest kommt zur Seite (kommt auch ins Topping).
Verrührt nun 160g Butter, 160g Zucker und ein Päckchen Vanillezucker, bis es cremig ist. Gebt die 3 Eier dazu und verrührt alles.
Mischt nun 100g Mehl, eine Prise Salz, 30g Kakaopulver und 1/2 Teelöffel Backpulver in einer zweiten Schüssel zusammen. Abschließend gebt ihr abwechselnd das Mehlgemisch, die Kekskrümmel und die 70ml Milch zum Zucker-Butter-Gemisch.

Den Teig füllt ihr nun in Muffinförmchen (Papier, Blech oder Silikonformen) und gebt sie für 25-30 Minuten bei 160°C in den Backofen.

Das Topping

Was ihr dafür benötigt:

  • Die Oreokekscream, die ihr für den Teig herausgekratzt habt
  • Die restlichen „leeren“ Kekse
  • 200g Frischkäse
  • 1 EL Milch
  • 100-150g Puderzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Mischt 200g Frischkäse, einen Esslöffel Milch und die Oreokekscream zusammen. Rührt nun 100-150g Puderzucker und ein Päckchen Vanillezucker gut unter.
Erinnert ihr euch noch an die Kekse von oben, die ihr nicht zerkrümmelt habt, die aber schon keine Cream mehr haben? Nehmt sie und zermahlt sie klein. Nun mischt ihr sie zum restlichen Topping.

Wenn die Cupcakes aus dem Ofen kommen lasst ihr sie etwas auskühlen. Gebt dann etwas Topping auf jeden Kuchen (bei einem Spritzbeutel können die Kekskrümmel die Tülle verstopfen. Ich empfehle daher einen Löffel zum Verteilen zu benutzen). Schneidet nun die übrigen sechs Kekse in der Mitte durch und setzt sie auf die Cupcakes (wie oben auf dem Foto).

Das leicht abgewandelte Rezept stammt von amerikanisch-kochen.de.

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Im Gespräch mit Satsuki

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Seit einigen Jahren ist Satsuki nun schon im Internet unterwegs. Durch ihre Anime-Graphics-Seite Erdbeerkirsch konnte sie bereits ein gutes Netzwerk aufbauen. Nun zeigt sie als Food-Bloggerin mit Spezialisierung auf Japanisches-Essen, dass sie mehr kann, als „nur“ Bildbearbeitung. Ihre leckeren Gerichte könnt ihr auf Kirschkuchen nachlesen. Für Wonderland hat sie nun über ihren Blog geredet.

Chochi: Du kommst eigentlich aus dem GFX-Bereich, bist nun aber auch als Food-Bloggerin unterwegs und verzauberst deine Leser mit japanischen Spezialitäten. Warum hast du dich gerade für das Food-Bloggen entschieden?

Satsuki: Es ist interessant, dass du „Foodblog“ sagst. Ich glaube, ich wäre selbst gar nicht unbedingt darauf gekommen, Kirschkuchen so zu bezeichnen. Allerdings hast du schon Recht, ich poste zu einem großen Teil meine Bento und (japanische) Rezepte. Das kommt jedoch ganz einfach daher, wie bei meiner Homepage Erdbeerkirsch auch, dass ich immer gerne verschiedenes ausprobiere und genau das machen möchte, was mir Spaß macht. Momentan ist das eben vor allem das japanische Kochen. Im eigenen Haushalt ist dies ja Pflicht, also warum nicht das Interesse an einem Land mit der Pflicht verbinden und Spaß beim Essen machen haben?

Die Bentos (jap. Lunchboxen), die du vorstellst, sehen immer recht aufwendig aus. Wie lange brauchst du durchschnittlich für eins?

Das aufwendige an den Bento ist bei mir vor allem der Stil! Ich mache bevorzugt Charaben (Character Bento) und bei den kleinen Figuren und Charakteren sind manchmal ganz schön viele Kleinarbeiten zu machen. Da sitzt man schon mal gern 1-2 Stunden dran. Mein aufwändigstes Bento hat mich ungefähr acht bis zehn Stunden gekostet, auf zwei Tage verteilt. Trotzdem gibt es auch Bento, die schneller gemacht und weniger aufwendig sind.

Das ist schon alles recht aufwendig. Hast du schon Mal darüber nachgedacht über etwas „Einfacheres“ zu schreiben?

Es ist ja nicht so, dass ich nicht über „Einfaches“ schreibe. Ich mache, wie gesagt, nun mal das, worauf ich gerade Lust habe und da vergeht die Zeit schneller als gedacht. Ein Blog sollte Spaß machen, also zwinge ich mich natürlich nicht dazu.

Versuchst du eher eigene Rezepte zu entwickeln oder hältst du dich fest an Vorgaben?

Ich glaube für eigene Rezepte bin ich noch nicht erfahren genug. ^^ Ich versuche allerdings schon eigene Kombinationen und Abwandlungen zu entwickeln. Richtig fest an Vorgaben halte ich mich aber auch dennoch nicht. *lach*

Woher nimmst du deine Inspirationen?

Manchmal sitze ich stundenlang im Internet und schaue mir beispielsweise andere Bento an. Dann sehe ich ein Thema, das mir gefällt, denke drüber nach und entwickle meine eigene Kreation. ;3 Es kommt auch vor, dass ich einfach ein neues Gericht ausprobieren möchte und mir dann überlege wie ich es am besten zu einem Bento mache.

Wo bekommst du eigentlich deine Zutaten her? Die sind ja schon immer eher exotisch.

Viele Zutaten bekommt man ganz einfach in einem gut sortierten Asiamarkt. Ich fahre zudem noch sehr oft nach Düsseldorf ins Japanviertel. Es gibt allerdings auch viele gute Online-Shops wie zum Beispiel:
www.dae-yang.de
shochiku-online.com
www.asianbrand.de
www.asiafoodland.de

Worauf sollte man achten, wenn man über Essen schreibt?

Ich versuche immer möglichst alles gut erkennbar aufs Foto zu bekommen und Details vergrößert darzustellen. Zudem denke ich, dass das Foto auch ansprechend sein muss, damit es das Interesse von anderen weckt. Ein gutes Foto zu machen ist aber auch nicht so leicht, von daher muss man viel üben. Außerdem sollten Rezepte und Anleitungen möglichst genau und gut verständlich geschrieben werden. Auch Übersichtlichkeit, vor allem bei der Auflistung von Zutaten, sollte gegeben sein.

Welche Tipps würdest du Menschen gerne mitgeben, die sich kreativ im Internet ausleben wollen?

Versucht auf jeden Fall immer eure eigenen Ideen umzusetzen und traut euch ruhig eure Ergebnisse zu zeigen! Übung macht den Meister. Ganz wichtig ist auch nie den Spaß an der Sache zu verlieren und sich zum bloggen (oder ähnlichem) zu zwingen!

Und was empfiehlst du speziell food-Bloggern?

Wenn man über Essen bloggt, sollte man auch das machen, was einem persönlich schmeckt und woran man Spaß hat. Macht nicht, was andere wollen, sondern was ihr wollt. Bei Essen kommt es auch viel auf die Präsentation an, also gebt euch Mühe beim Anrichten und Fotografieren, damit es appetitlich aussieht.

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Tagliatelle mit Hähnchen und Spinat

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Dieses Rezept ist wahrscheinlich von allen, die ich bisher vorgestellt habe, dass unprofessionellste. Dafür haben es Katerboy und ich zusammen entwickelt, was auch viel wert ist.

Was ihr brauch:

  • 100g Tagliatelle pro Person (für den großen Hunger ca. 150g)
  • 50-100g Hähnchenbrust oder -geschnetzeltes pro Person
  • ca. 60g Spinat pro Person
  • Und hier kommt der unprofessionelle Teil: eine halbe Tüte Knorr Putengeschnetzelte pro Person

Wasser zum kochen bringe und die Tagliatelle darin zubereiten. Währenddessen in einer Pfanne die kleingeschnittene Hähnchenbrust oder das -geschnetzelte anbraten. Sobald alles gut durchgebraten ist gebt ihr Wasser hinzu und rührt die Saucenpackung ein. Lasst das ganz wie auf der Tüte angegeben kurz kochen. Gleichzeitig kocht ihr den Spinat (wir haben gefrorenen genommen, der geht schnell und schmeckt in der Sauce ganz gut). Sobald dieser fertig ist gebt ihr ihn zur restlichen Sauce hinzu.
Sobald die Nudeln fertig sind könnt ihr die Sauce mit ihnen servieren.

Schmeckt sahnig, cremig und vor allem sehr lecker.

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Inst-was?

Seit einiger Zeit wird die Blogerwelt von seltsamen, viereckigen, retro-Fotos heimgesucht. Gab es die Instgram-App bisher nur für iPhone und co., können sich nun auch Android-Nutzer über diese Fotoanwendung freuen. Also habe ich auch sie nun einmal für euch getestet.

Was ist Instgram eigentlich? Es ist eine kleine App, welche auf dem Handy installiert wird. Mit ihr lassen sich Handyfotos mit verschiedenen Filtern bearbeiten. Diese geben den Bildern den Eindruck aus der Analogfotografiezeit zu stammen.

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Die bearbeiteten Fotos werden in der Instgramcommunity hochgeladen. Dort könnt ihr Freunden folgen oder euch – ganz in Tumblr-Manier – verfolgen lassen. Zusätzlich könnt ihr die Bilder in diversen sozialen Netzwerken teilen.

Bisher finde ich es ganz gut. Die Effekte und Rahmen gefallen mir und die App lässt sich leicht bedienen. Einzig bei den Profileinstellungen treten ab und zu Fehler auf. Ansonsten macht es Spaß und wertet die qualitativ nicht wirklich hochwertigen Handyfotos etwas auf.

Mein Name lautet chochi_rain.


Wusch, jetzt geht es zur Geschichte hinter den Fotos. Wie letztens schon berichtet ist endlich das neue Album der Ärzte erschienen. Nun steht die CD auch bei mir zu Hause. Die Aufmachung des Albums gefällt mir sehr. Die Verpackung sieht aus wie ein Brettspiel, die Texte stehen auf einem Spielplan und die CD dient als Würfel/ Drehrad für das Spiel. Dazu gibt es drei Spielfiguren um nicht nur die Musik hören zu können, sondern auch das passende Spiel spielen zu können.

Für die Uni gibt es wieder einen ganzen Haufen Bücher. Intertextualität, Mafia und Programmierung. Was sind wohl die Themen in diesem Semester? ;3

Das Essen sieht leider auf dem Foto nicht so großartig aus, wie es geschmeckt hat. Die Tagliatelle mit Huhn und Spinat waren aber sehr gelungen.

Und gestern Abend ging es in die Klangfabrik. Der Geburtstag unseres kleinen DJs musste gefeiert werden. Und das sogar im VIP Bereich. War cool, auch wenn der dortige DJ Daft Punk und einige anderen Bands kaputtgemixt hat >_<

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CFF: Scarface

CFF

Nein, es geht hier nicht um das Remake von 1983 mit Al Pacino, sondern um das Original von 1932. Der Film ist gleich aus mehreren gründen interessant für die Filmgeschichte. Zum einen ist es einer der ersten Gangster-Ton-Filme. Zum anderen – und das bedingt sich aus Punkt eins – ist er einer der brutalsten Filme der Zeit und soll daher mitverantwortlich für die Einführung des Production Codes, der Gewalt, Sex und andere Dinge in Filmen verbietet, sein.

Bereits 1930 stellten Hawks und Howards Hughes, ja, genau der Mann um den es in Aviator geht, Scarface fertig. Auf Grund seiner gewalttätigen Szenen kam es zu Verhandlungen mit der Zensurbehörde. Nach langem hin-und-her erschien der Film in gekürzter Fassung und mit einer zusätzlichen Szene, welche noch einmal verdeutlichen sollte, dass amoralisches Verhalten schlecht sei.
Dabei bietet der Film so viel mehr als „nur“ Schießereien und wirkt aus heutiger Sicht recht harmlos.

Picture from jaredmobarak.com. I don't own this picture

Der Film erzählt die Geschichte des Gangsters Tony Camonte, der im Laufe der Handlung immer weiter in den Kreisen des organisierten Verbrechens aufsteigt. Dabei gewinnt er nicht nur Macht, sondern auch allerhand Feinde. Verfeindete Banden greifen ihn und seine Gefolgsleute immer wieder an und es beginnt eine Art „Krieg“ in Chicago zu toben. Doch nicht nur die dunklen Seiten des Verbrechens werden dem Zuschauer vor Augen geführt. Auch die ausschweifenden Partys, der Ruhm, das Geld und die Frauen, werden inszeniert. Wie der Film immer wieder erahnen lässt, kann es mit Tony kein gutes Ende nehmen. Und so kann der Zuschauer beobachten wie sich die Schlinge um ihn immer enger zieht.

Im Vergleich zum Remake lässt sich der Film wesentlich besser gucken, da er nur knapp halb so lang ist. Die knapp 90 Minuten verfliegen dabei recht schnell. Die Handlung ist recht linear erzählt, es gibt einige kleinere Höhepunkte und einen großen Show-down zum Schluss. Paul Muni mimt Scarface recht überzeugend und schafft es im Verlauf des Films allein durch sein Pfeifen Spannung aufzubauen.

Was mich sehr fasziniert hat, an diesem Film, ist, wie er mit der Geschichte umgeht. Das vermehrte aufkommen von Verbrecherbanden während der Prohibition – dem Verbot von Alkohol in den 1920er Jahren in den USA – wird genauso fließend in den Film integriert, wie die frei nacherzählte Geschichte von Al Capone aka. Scarface. Ein Teil der Angst und des Schreckens, die im Chicago der 20er Jahre geherrscht haben müssen, werden gut transportiert und bringen ein Stück Geschichte näher. Unterlegt wird dies mit dunklem Humor, flotten Sprüchen und vielen Männern in Anzügen mit Maschinengewehren.

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Ein Ausflug zum Rande der Zeit [Review]

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Der Roman Die Villa am Rande der Zeit von Goran Petrovic, wird auf seiner Rückseite beschrieben als „eine Liebeserklärung an das Lesen“. Als Zusammenfassung des Romans kann ich die Aussage nur unterstreichen, denn genau das ist der Roman.

In acht Abschnitten erzählt der Serbe Petrovic von Menschen, die in Büchern herumlaufen können und deren Schicksal durch das mysteriöse Buch „Mein Vermächtnis“ verwoben sind. Protagonist der Geschichte ist der Student Adam, der den Auftrag bekommt Änderungen in einem seltsamen, in Saffianleder gebundenes Buch vorzunehmen. Sowohl das Werk als auch der Autor, ein gewisser Anastas S. Branica, scheinen dabei vollkommen unbekannt zu sein. Doch das Seltsamste ist der Inhalt des Buches. Dieser besteht aus einer detaillierten Beschreibung einer Villa und ihres Umlandes. Daneben gibt es keine Personen, keine Handlung, nichts.
Während er sich daran macht das Werk zu ändern, begegnen ihm nach und nach andere Leser, die, wie sonst nicht üblich, ihn sehen können. Auch sie verfügen über die Gabe des vollständigen Lesens – also des Eintauchens in Romane.
Von hier an weicht der Roman immer wieder von der Haupthandlung um Adam und die Änderungen ab und geht hin zu den anderen Figuren, die er in der Villa trifft.

Da wäre unter anderem das Mädchen Jelena, die als Gesellschafterin bei einer alten Dame arbeitet und von ihr die Kunst des vollständigen Lesens lernt. Ausgerechnet auf sie trifft Adam dann auch noch in der Realität, so dass ihre Wege vollkommen verwoben sind.
Aber auch die alte Dame, Natalija, ist stärker mit dem Roman verbunden, als es auf den ersten Moment scheint. Und was ist eigentlich mit dem sonderbaren Gärtner und dem Professor los?
Je weiter der Roman voranschreitet, desto mehr erfährt nicht nur der Leser über die Figuren, sondern auch Adam. Gleichzeitig wird Adam jedoch auch immer stärker bewusst, dass es sich bei dem Roman nicht nur um ein gewöhnliches Buch handelt sondern, dass es eine besondere Bewandtnis damit haben muss.

„Wie sehr sich Bücher auch voneinander unterscheiden mögen, irgendwo hinter dem Horizont treffen sie sich.“ – Petrovic

Der Roman erschien bereits 2000 in Serbien, wo er ein großer Erfolg war, und erst 2010 in Deutschland. Es ist recht Schade, dass er erst so spät hier erschienen ist. Viel mehr bedaure ich, dass er hier so wenig Beachtung genießt, denn es ist einer der besten Romane, die ich seit langem gelesen habe. Die Art, wie er Bücher beschreibt, als wären sie lebendige Geschöpfe, ist erstaunlich. Viele seiner Beschreibungen des Lesens treffen die Gefühle, die man hat, wenn man sich ganz in einen Roman vertieft, so gut, dass ich des Öfteren dachte „Genauso ist es“.
Die Handlung dazu ist sehr gelungen und windet sich sehr dynamisch durch das Buch. Gleichzeitig wurde man also ‚Zeuge‘ einer wirklich spannenden und lebendigen Geschichte, während mein eine Ode auf das Lesen selbst las. Ich bin immer noch vollkommen begeistert von dem Gelesenen und werde das Buch definitiv noch einmal lesen. Was mich leider ein wenig enttäuscht hat, war das Ende. Man hätte die Geschichte sehr gut weiterentwickeln oder zumindest einige der offenen Fragen auflösen können. Stattdessen endet es ein wenig abrupt.

„Vielleicht lag es an dem Licht, das im Übermaß hereinströmte, und daran, dass die grobmaschigen Gardinen offenbar noch nie zugezogen worden waren. Das Zimmer schien den Glanz gewissermaßen zu speichern; an der Ostseite befand sich ein beeindruckend großes Sprossenfenster, dessen fünf Flügel in jeweils neun Felder unterteilt waren, so dass es mit seinen zahlreichen Scheiben an ein Gewächshaus im Botanischen Garten denken ließ, mit dem Unterschied, dass hier anstelle von Pflanzen Bücher gediehen.“
– Petrovic – Die Villa am Rande der Zeit

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Pseudo-Türkisch

Letztens habe ich euch ja schon mit Pseudo-Mexikanischen Kochkünsten überrascht. Heute geht es um Türkische Speisen. Also im weitesten Sinn xD

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Was ihr braucht
– Hühnchenbrustfilet (Menge könnt ihr anpassen)
– Paprikaedelsüß
– Ayran (türkischer salziger „Joghurt“)
– Gemischter, grüner Salat
– Pfeffer
– Fladenbrot

Hühnchenbrustfilet in der Pfanne anbraten. Sobald es vollkommen durch ist wird es mit Paprikaedelsüß bestreut und von beiden Seiten leicht weitergebraten. Nun gebt etwas Ayran (ca 50-100ml für zwei normalgroße Stücke) dazu. Würzt die Sauce nach Geschmack mit dem Paprikagewürz.

Der Salat dazu wird einfach gewaschen und dann mit Pfeffer gewürzt. Als Sauce benutzt ihr etwas Ayran. Auch hier gilt: Würzt nach Geschmack! Serviert dazu Fladenbrot!

Das Rezept geht super schnell und schmeckt sehr lecker.

Ayran schmeckt übrigens auch sehr gut als Getränk. Ist aber im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, da er eben recht salzig ist.

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„Wie oft hast du dich heute schon gefragt: warum klingt dein Radio wie ‘ne Liveschaltung zum Supermarkt?“

Lang ist es her, dass Die Ärzte ihr letztes Album herausbrachten. 2007, um genau zu sein. Nach Jazz ist anders erscheint morgen ihr zwölftes Studioalbum, mit dem Titel Auch.
Damit man sich schon vorher einen ersten Eindruck verschaffen konnte, finden sich die Lieder schon seit Tagen im Netz und seit heute Nachmittag gibt es zu jedem Song auch noch ein passendes Video. Damit zeigen Die Ärzte wieder einmal, dass sie sich gerne über die regeln der Musikwelt hinwegsetzen.

Bei einer Band, die schon seit Jahren immer wieder neue Erfolge feiert und seit den 80ern begeistert, erwartet man schon fast, dass ihr neues Album ein kompletter Reinfall wird. Haben sie nachgelassen? Klingt es wie immer? Oder noch schlimmer: sind sie in der Masse verschwunden, die versucht ewig jung zu bleiben?
Gott sei Dank, haben sie nicht versucht den Weg der Madonna einzuschlagen und junge Musiker imitiert. Sie bleiben sich stattdessen treu und machen das, was sie am besten können: guten, deutschen Punk produzieren.

In der Tat klingen die Lieder nicht vollkommen neu, sondern sehr vertraut. Aber ist das bei einer Band, wie den Ärzten schlimm? Ich finde nicht! Die Lieder reichen an Altes heran und spielen mit Neuem. Die Texte gefallen mir fast alle sehr und sind recht lustig!

Im Detail?

Ist das noch Punkrock?
Stellt die alles entscheidende Frage, ob man noch Punk Rocker ist, wenn man bei IKEA einkaufen geht und die Lieblingsmusik es in die Charts schafft.

Bettmagnet
Beschreibt, warum Fernseher im Schlafzimmer schlecht sind. Ein sehr solides Bela B. Lied!

Sohn der Leere
Eine sehr schöne Beschreibung der Leere von Rod, auch wenn es nicht mein Lieblingslied des Albums ist.

TCR
Die Ärzte beschreiben ihre eigene Funktion: nämlich einen guten Soundtrack fürs Leben zu liefern. Farin Urlaub ist als Hauptstimme natürlich auch wieder sehr gut!

Das darfst du
Bela B singt davon, dass man nicht in der Masse untergehen soll. Im Video versumpfen die Ärzte dazu vor dem PC.
Textmäßig ist der Text einer der anspruchsvolleren des Albums, mit Aufforderungen wie: „Komm setz‘ dich zur wehr“

Tamagotchi
Stellt die Frage danach, was eigentlich heute aus Tamagotchis geworden ist? Wo ist das groß gezogene Wesen hin? Was treibt es und wie geht es ihm wohl? Ein Frage, die sich wohl viele Kinder der 90er stellen können.

M&F
Farin Urlaub besingt das Dateverhalten der Deutschen und macht recht deutlich klar, wie lächerlich er so manche Menschen findet. Dazu sein spöttischer Blick auf Männer-Frauen-Beziehungen, macht dieses Lied zu einem meiner Lieblingslieder des Albums. Allein schon der Refrain ist sehr gelungen:

„Männer und Frauen sind das nackte Grauen
Wie sie sich stundelang tief in die Augen schauen
Und die Frauen anderen Frauen ihre Männer klauen
Und die Männer an den Frauen ihren Frust abbauen
Denn Männern und Frauen ist zuzutrauen
Dass sie sich gegenseitig gerne die Nacht versauen
Wenn sie schmachten bis zum Morgengrauen
Und dann doch wieder allein nach Haus‘ abhauen“

Das Video dazu auch:

Freundschaft ist Kunst
Ein „Lobgesang“ darauf, warum Bela B. gerne mit abgedrehten Künstlern herumhängt. Nicht so mein ganz mein Geschmack, weil es ein bisschen monoton ist.

Angekumpelt
Oooooh ja, es gibt sie wirklich, diese Menschen, die unbedingt mit einem befreundet sein wollen, obwohl man sie nicht ausstehen kann. Das Lied trifft den Nagel auf den Kopf. Rods Stimme gefällt mir hier besonders gut. Lieblingslied Nummer 2! Die Melodie kommt mir total bekannt vor o_O

Waldspaziergang mit Folgen
Wahrscheinlich einer der abgedrehtesten Texte des Albums. Der musikalische Erzähler findet ein Stück Holz, schnitzt sich daraus einen Gott und stellt ihn ins Regal. Daraufhin passieren ihm allerhand seltsame Dinge. Oh ja, so etwas hört man ja immer wieder xD
Noch eines meiner Favoritenlieder! Farin Urlaub singt gut und mit Humor in der Stimme. Beim Text lach ich mich fast die ganze Zeit kaputt und das Video dazu ist wundervoll lächerlich:

Da hab ich meinen Gott ins Regal gestellt
Da hat er einen schönen Ausblick über die Welt
Und solang er Nichts verspricht, was er später nicht hält
Muss ich sagen, dass mir Gott ziemlich gut gefällt

Fiasko
Beschreibt, wie ein Mann eine Frau nicht ansprechen kann. Bzw. vor Nervosität alles vergisst, sobald er vor ihr steht. Ist eher okay, alles so ganz überzeugend, aber zumindest ganz lustig.

Miststück
Der Protagonist des Liedes wurde von seiner Freundin verlassen und listet jetzt auf, warum sie ein Miststück ist. Ist vom Text her eher okay – so kreativ ist es eben nicht -. lässt sich aber gut hören. Noch ein weiteres Bela B. Lied.

Das finde ich gut
Hm… es scheint um den Tod zu gehen. Recht düster, mit einer eingängigen Melodie und Rod als Sänger.

Cpt. Metal
Sehr, sehr, sehr lustiges Lied! Die Welt ist dem Untergang geweiht, da die Popmusik über die Lebenden siegt. Und nur noch ein Superheld kann es mit diesem Grauen aufnehmen: Captain Metal!
Eine hübsche Geschichte, aus der auch das Zitat zu diesem Artikel stammt. Gehört auch zu meinen Favoriten:

Die Hard
Klingt zunächst wie ein Stirb langsam Film als Lied, macht dann eine Ärzte-typische Wendung hin zu Wattebällchen. Unterhaltsam, aber auch das Lied, welches ich als erstes wieder vergessen habe ._.“
Rod singt auch hier wieder.

zeiDverschwÄndung
Abschließend fragt Bela B. ob man wirklich nichts besseres zu tun, als die Ärzte zu hören?
Klare Antwort: Nein!

Alle Lieder und Videos können auf bademeister.com angehört werden.

Zu jedem Lied gibt es auch ein Animationsvideo: In dieser Playlist