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Das war 2012

Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Schon wieder ist ein Jahr herum und 2013 steht vor der Tür. Wie jedes Jahr gibt es daher einen kleinen Jahresrückblick auf das, was in der Welt passiert ist und was parallel auf diesem Blog geschah.

Januar

Das Jahr begann bereits mit einer starken Weltuntergangsstimmung. Viele befürchteten das Ende unserer Erde. Erste Vorkehrungen wurden getroffen und die Medien hatten endlich ein großes Thema über welches sie berichten konnten. Gleichzeitig fanden starke Proteste gegen den „Stop Online Piracy Act“ statt. Viele befürchteten starke Einschränkungen in der Benutzung des Internets. Eine Debatte, die sich bis heute erstreckt und die wiedereinmal dafür sorgte, dass die Probleme des Urheberrechts im Kontext des Internets überprüft werden mussten.

Anfang des Jahres war ich noch Studentin, hatte einen Mitbewohnern – der mittlerweile ausgezogen ist, sodass die Wohnung nun Katerboy und mir alleine gehört – und relativ wenige Sorgen. Ich hatte gerade ein Praktikum angefangen – mittlerweile arbeite ich Vollzeit für das Unternehmen – und einigermaßen viel Zeit. Gleich zu beginn des Jahres gab es eine erste Blogreihe mit dem Titel Seven days of color, gefolgt vom ersten Classic Film Friday und dem ersten Im Gespräch mit…-Eintrag.

Februar

Wulff trat nach einigen Skandalen und einer sehr kurzen Amtsperiode zurück, ein starkes Erdbeben erschüttert die Philippinen und Whitney Houston verstirbt.

Ich hab darüber berichtet wie man eine Reise plant, eine Woche lang über Dinge geschrieben, die ich liebe und den Oscars entgegengefiebert.

März

Der März war recht unereignisreich. In Russland wurde gewählt und die Partein der USA begannen mit ihrer ersten Wahlkampfphase.

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Mein Praktikum neigte sich seinem Ende zu und wieder einmal stand eine mündliche Prüfung an der Uni an. Blogmässig verliebte ich mich in einen Hasenrock, kritisierte den Schlankheitswahn und färbte meine Haare Erdbeerblond.

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April

Im April schrieb ich darüber worauf es beim Bloggen ankommt und gab ein paar Tipps für Neulinge, bastelte ein Blognotizbuch, verliebte mich in den Laden Cotton On und begann Instagramfotos zu machen.

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Parallel wählte Südkorea ein neues Parlament und die Eurokrise zog weitere Kreise, als zunächst erahnt.

Mai

In London wurden auf Hochtouren die Olympischen Spiele vorbereitet und auch in den USA wurde der Wahlkampf immer spannender. In Deutschland stiegen die Temperaturen und ließen den Sommer nicht nur erahnen, sondern sorgte dafür, dass er einige Monate vorher begann. Zusätzlich fand der Eurovision Songcontest statt, aus dem Schweden als Sieger hervorging.

Ich fand viele neue, großartige Blogs, Reise nach Paris und verliebte mich neu in die Serie Prinzessin Fantaghiro.

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Juni

Während es immer wärmer wurde dachte ich darüber nach, was aus den Harry Potter Darstellern geworden ist, stellte fest, dass in letzter Zeit viele Filme über Superhelden gedreht wurden, erstellte selber Eis, verliebte mich in die Hunger Games Trilogie und aktualisierte das Layout des Blogs.

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Das Thronjubiläum von Queen Elisabeth II wurde gefeiert (ein guter Monat für GB) und Ray Bradbury verstarb.

Juli

Zu beginn des Monats verstarb Andy Griffith und in London fanden die XXX. Olympische Spiele statt.

Hier fand ein Sommergewinnspiel statt, meine Haare wurden rosa, ich erklärte den Unterschied zwischen Tumblr und Pinterest, stellte Eufloria vor und besuchte das Juicy Beats-Festival.

August

Der August war ein sehr ruhiger Monat. Hier wurde über mein erstes Kletterparkerlebnis berichtet, ich wunderte mich über alte Leute in junger Kleidung, besuchte die Gamescom und erklärte euch Photoshopgrundfunktionen.

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September

Im September fand das Oktoberfest statt, während Romney und Obama die USA bereisten um sich für die anstehende Wahl zu rüsten.

Ich beendete mein Studium und genoss die letzten Tage meiner freien Zeit. In der Uni durfte ich ein Videospiel programmieren. Auf dem Blog stellte ich euch viele DIY Projekte vor, darunter Galaxy Briefumschläge und ein Teetassennotizbuch. Außerdem fuhr ich in den Freizeitpark Efteling.

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Oktober

In den USA verwüstete Hurrikane Sandy weite Teile der Ostküste. Die gute Reaktion Obamas sicherste ihm die Wiederwahl. In Frankfurt wurden die neusten Bucherscheinungen vorgestellt.

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Gleichzeitig begann ich zu arbeiten, brachte die erste Ausgabe des Blogmag heraus und zeigte euch wundervolle Illustrationen aus dem Internet.

November

Obama gewann die Wahl, Heidi Klum musste ihre Hallowe’enparty nachfeiern (eine Katastrophe, die es auf Grund ihrer Lächerlichkeit in diesen Beitrag geschafft hat) und die Situation im Gazastreifen verschlechterte sich weiter.

Hier wurden fleißig Sammlungen erstellt. Zum Beispiel eine mit Musik oder auch mit abgedrehten Geschenkideen. Und damit war der Sammlungssonntag geboren.

Dezember

Der Dezember stand ganz im Zeichen weihnachtlicher Vorfreude. In diesem Jahr nahm ich wieder an dem Adventskalenderprojekt Adobento teil, bastelte fleißig Weihnachtsgeschenke, freute mich über die Wii u, brachte die zweite Ausgabe des Blogmag heraus und erstellte eine Kalendern für 2013.

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Danke für die gute Zeit, die wir zusammen hatten. Danke dafür, dass ihr immer wieder gekommen seit. Ihr belebt diesen Blog ein Stück weit und sorgt dafür, dass ich weiter mach!

Ich wünsche euch allein einen sehr schönen Silvesterabend, einen guten Rutsch und ein großartiges Jahr 2013!

Eine Übersicht über die Jahresprojekte:

CFF

Classic Film Friday Filme des Jahres:
Top Hat
Citizien Kane
Funny Face
Casablanca
Schneewittchen und die sieben Zwerge
Achteinhalb
Scarface
Cinderella
Nosferatu
Das siebte Siegel
Die Reise zum Mond

Im Gespräch mit…
Nin-chan
Pietsmiet
Satsuki
One in a Googolplex
Shizoo Design

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CFF: Fahrraddiebe

CFF

Nach dem zweiten Weltkrieg herrschte in weiten Teilen Europas Armut. Häuser waren zerstört worden, Lebensmittel gab es nur begrenzt und Arbeit war eine Mangelware. Es galt die Städte wieder aufzubauen und zurück zu finden zu einem ’normalen‘ Leben. In dieser Zeit entstand der Trümmerfilm, der versuchte die Nachkriegszeit möglichst detailgetreu zu dokumentieren, während er gleichzeitig Einzelschicksale beschrieb. In Italien lief diese Art von Film unter der Bezeichnung Neorealismus.

Die Filme wurden – anders als in Italien sonst üblich – nicht im Studio, sondern größtenteils vor Ort gedreht. Der normale Ton wurde verwendet und einige der Darsteller waren nicht einmal Schauspieler. Die daraus entstandene Bewegung findet sich heute noch in den Dogma90 Filmen und hatte einen großen Einfluss auf das europäische Kino.

Bild von: anfibiamente.blogspot.de

Bild von: anfibiamente.blogspot.de

Einer der bekanntesten Vertreter dieses Genres ist Vittorio de Sica (1901 – 1974). Mit seinem Film Fahrraddiebe schuf er 1948 einen unglaublich authentischen Film, der mit seiner eigentlich recht einfachen Handlung ein klares Bild der damaligen Zeit zeichnet.

Er erzählt die Geschichte von Antonio Ricci, der nach dem zweiten Weltkrieg Probleme hat seine Familie zu versorgen. Immer wieder nimmt er kleine Arbeiten in Rom an. Während des Geld immer weiter zu schwinden droht und Antonio immer verzweifelter wird, wird ihm plötzlich ein sehr lukrativer Job angeboten. Dafür muss er lediglich mit seinem Fahrrad durch Rom fahren und Plakate anbringen. Doch die einfache Arbeit verkompliziert sich, als ihm bereits am ersten Tag sein Fahrrad gestohlen wird. Ohne dieses kann er jedoch seine Arbeit nicht ausführen.

Also begibt er sich auf eine erfolglose Suche nach seinem Fahrrad, versucht ein neues zu leihen oder gar zu kaufen und muss dabei immer wieder feststellen, dass er in einem Teufelskreis gefangen ist. Er hat kein Geld und damit auch keine Möglichkeit ein Fahrrad zu kaufen, jedoch braucht er ein Fahrrad um Geld verdienen zu können. Die Verzweiflung treibt ihn immer weiter voran.

Dies mag zunächst nicht sonderlich spannend klingen, ist es jedoch! Denn während er sich quält und immer weniger weiß, wie er zurecht kommen soll, begleitet ihn sein Sohn, vor dem er sein Gesicht nicht verlieren möchte. Man kann also beobachten, wie der starke Italiener langsam in Panik ausbricht, diese jedoch so weit verstecken möchte, dass er immer wieder in unliebsame Situationen gedrängt wird.

Besonders beeindruckend ist dabei, dass Lamberto Maggiorani – Antonios Darsteller – zum Zeitpunkt des Films keinerlei schauspielerische Erfahrungen nachweisen konnte. Dennoch schafft er es seine Rolle mit so viel Leben zu füllen, dass man sich als Zuschauer an vielen Stellen fragen kann wie viel Maggiorani selbst im zweiten Weltkrieg durchgemacht hat und wie ihn der Krieg beeinflusste. Die harten Zeiten, die gerade erst angebrochen waren, zeigen sich in seinem Gesicht und seinen Posen so stark, dass man beinah nicht von Schauspiel sprechen kann, da er nicht die Emotionen nachahmt, sondern viele von ihnen selbst gespürt haben wird.

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Blogmag

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Whao, lange, lange möchte ich dies schon umsetzten und jetzt kann ich euch endlich die erste Ausgabe des Blogmag vorstellen. Der Titel, der sich aus den Wörtern Blog und Magazin zusammensetzt verrät um was es sich handelt: ein Bloggermagazin. Oder zumindest soll es einmal eins werden, wenn es einmal groß ist. Für die erste Ausgabe bekommt ihr Artikel von Kirschkuchen, Publicenemy und aus dem Wonderland.

Nach und nach sollen mehr Blogs, mehr Artikel, mehr Themen und vor allem ein wirklich viel besseres Layout dazukommen. Geplant ist, dass das Magazin alle 2-3 Monate erscheinen soll und die Ereignisse der letzten Blogmonate zusammenfasst.

Lange Rede, kurzer Sinn: hiermit präsentiere ich euch die erste Ausgabe des Blogmag als pdf.

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Einfach anklicken, downloaden und mit Adobe Reader lesen (hier kostenlos downloadbar).

Ihr habt einen Blog und möchtet Artikel von euch im Magazin wiederfinden? Dann hinterlasst einen Kommentar unter diesem Artikel oder schickt mir eine E-mail an <a href="mailto:charon-89@freenet.de"charon-89@freenet.de.

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Hugo Cabret

Selten hat mich ein Filmtrailer so in die Irre geführt, wie bei diesem Film. Der Trailer erzählt eine Art Abenteuergeschichte zwischen zwei Kindern, die sich im Pariser Bahnhof kennenlernen und einen mysteriösen Roboter zu Beginn des 20. Jahrhunderts dazu bringen möchten zu funktionieren. Leider hat mich dies im Ersten Moment wirklich gar nicht begeistert und leider kenne ich recht viele Menschen, denen es ähnlich ging. Dabei erzählt der Film eine wirklich wundervolle Geschichte, die weit über dies hinausgeht und mein kleines Filmwissenschaftlerherz höher schlagen lassen hat.

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Picture by Paramount Pictures

Also werfen wir doch einmal einen Blick darauf, was unterhalb dieser Abenteuergeschichte liegt. Martin Scorsese (Aviator, Shutter Island, Gangs of New York) zeigt das Leben von Hugo Cabret, der nach dem Tod seines Vater zusammen mit seinem Onkel im Pariser Bahnhof lebt und die Uhren aufzieht. Nachdem sein Onkel plötzlich verschwindet bleibt der knapp zehnjährige Hugo alleine zurück. Der einzige Freund, der ihm zur Seite steht, ist ein ausrangierter Jahrmarkt-Roboter, der nicht funktioniert. Da er jedoch ein Erinnerungsstück an seinen Vater ist bemüht sich Hugo ihn irgendwie dazu zu bringen wieder zu funktionieren.

Nach einer Weile lernt er Isabelle kennen. Zusammen mit dem aufgeweckten Mädchen beginnt er nach einer Lösung für das Roboterproblem zu suchen. Gleichzeitig entdeckt er eine Leidenschaft für das Kino und seine Geschichte, die ihn auf ein Rätsel stoßen lässt, welches größer ist, als alles was er erwartet hätte…

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Picture by Paramount Pictures

Die Liste an Gründen, warum man den Film einfach lieben muss, ist für mich wirklich wahnsinnig lang. Zum Einen ist Scorsese einer der genialsten Regisseure, der lebt. Seine Bildsprache ist einfach nur sehr, sehr genial und spiegelt sich in vielen Momenten des Films wieder. Ich liebe seine Farbgebung, die vor allem aus Blau- und Orangetönen besteht (wie bereits in Aviator). Zum Anderen sind die Darsteller unglaublich gut. Neben sehr renommierten Darstellern wie Christopher Lee und Ben Kingsley zeigen Asa Butterfield – Hugo – (Der Sohn von Rambow) und Chloë Grace Moretz – Isabelle – (500 days of summer), dass sie wirklich ernst zu nehmenden Darsteller sind. In ihren Rollen gehen sie vollkommen auf, auch wenn Chloë für mich ein bisschen zu bemüht britisch klang.

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Picture by Paramount Pictures

Was mich daneben jedoch wirklich gefesselt hat waren die Verweise auf die Filmgeschichte. Ungefähr alle wichtigen, ersten Filme wurden in den Film eingebaut und Georges Méliès (Die Reise zum Mond) – genau der Mann des heutigen CFF – wurde näher beleuchtet. Dadurch lernt man nicht nur etwas über die ersten Filme, sondern auch über ihre Produktion. Das gerade Méliès gewählt wurde finde ich so großartig, da seine Werke einfach nur bildschön sind. Hach, ich wirke so, als würde ich übertreiben, aber sucht einmal nach seinen Filmen bei youtube und ihr werdet meine Begeisterung verstehen!

Wahrscheinlich war es viel fachliches Interesse (schließlich hab ich mich in meinem Studium auf Filme spezialisiert – zumindest soweit es ging), welches meine Begeisterung vorangetrieben hat, dennoch kann ich den Film auch rein von seiner Handlung, seinen Bildern und den wirklich wunderbaren Darstellern empfehlen.

All pictures belong to Paramount Pictures.

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CFF: Die Reise zum Mond

CFF

Oder auch Le Voyage dans la Lune ist wahrscheinlich einer der ältesten Filme, die ich euch jemals am Classic Film Friday vorstellen werde, da es einer der ältesten Filme überhaupt ist. Dieses kleine Werk von Georges Méliès aus dem Jahre 1902 erzählt Jules Vernes Von der Erde zum Mond nach.

Die Handlung dieses Films ist relativ begrenzt, da er eben nur 16 Minuten lang ist, versucht jedoch in dieser Zeit zu zeigen wie Wissenschaftler mit einer Rakete zum Mond und wieder zurück reisen. Auf dieser Reise begegnen die Wissenschaftler sonderbaren Kreaturen und lernen das Universum kennen.

Bild von: deutsches-filminstitut.de

Bild von: deutsches-filminstitut.de

Was diesen Film so außergewöhnlich macht ist zum einen, dass es einer der ersten Filme ist, der eine vollständige Handlung erzählt. Darüber hinaus – und das ist wirklich unglaublich für die Zeit – benutzt Méliès wahnsinnig beeindruckende Special Effects. Ein fliegendes Raumschiff, welches später ins Meer stürzt, eine fantastische Welt, bestehend aus wirklich liebevoll gefertigten Kulissen und dazu eine sehr kreativer Umgang mit Illusionen.

Wie wunderbar dieser Film ist lässt sich gar nicht wirklich beschreiben – und dies schreibe ich nicht nur weil ich zu faul bin näher auf die Effekte einzugehen -, daher kann ich euch wirklich nur empfehlen diesen sehr kurzen Film anzugucken. Es ist dabei faszinierend zu sehen, dass viele Effekte, die wir heute für selbstverständlich halten, hier ihren Ursprung haben. Durchaus berechtigt wird Méliès daher als Pionier der Filmgeschichte bezeichnet, denn er schaffte es als einer der Ersten aus dem Nichts Filme entstehen zu lassen, während Andere noch zweifelten ob der Film überhaupt eine Zukunft haben würde.

Meistens wird dieser Film nur als schwarz-weiß-Version gezeigt und verbreitet – naheliegend bei einem Erscheinungsdatum, das bei 1902 liegt – dabei wurde der Film bereits damals per Hand nachcoloriert. Dies ergibt zusätzlich einen wirklich interessanten Effekt, der damals zwar immer wieder verwendet wurde, jedoch zu umständlich war, als das er für längere Filme verwendet wurde.


Irgendwie ist der letzte Classic Film Friday leider schon viel zu lange her. Ab jetzt versuch ich sie wieder stärker zu befüllen. Wirklich ö_ö

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CFF: Das siebte Siegel

CFF

Wenn man über große, bedeutende Filme spricht fällt irgendwann immer der Titel Das siebte Siegel, also warum sollte es nicht auch einen Classic Film Friday über diesen 1957 erschienen Film von Ingmar Bergman geben?

Picture by filmreporter.de / I don't own this picture

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Det sjunde inseglet, wie der Film im Original heißt, ist im schwedischen Mittelalter angesetzt. Im Laufe der Handlung werden verschiedene Figuren vorgestellt, welche versuchen vor der Pest zu fliehen. Darunter der Ritter Antonius Block mit seinem Gefolgsmann und eine Gauklerfamilie. Es trifft sich, dass diese Figuren sich zufällig begegnen und gemeinsam die Flucht antreten, immer in dem Wissen, dass sie nicht entkommen können. Symbolisiert wird dies durch die wahrscheinlich bekanntest, weil meistzitierte, Szene des Films: das Schachspiel zwischen dem Ritter Antonius Block und dem Tod.

Dieses äußerst düstere Grundstimmung wird durch die schwarz-weiß Aufnahmen, die öde Landschaft, das wirklich sehr kalt aussehende Meer und immer wieder neue Figuren, welche das Mittelalter durchleiden, untermalt. Die sehr melancholischen Gespräche und die traurig gehaltenen Lieder tun ihr Übriges. Um es kurz zu machen: Wer einen lustigen Abend verbringen möchte, der sollte sich weit, weit weg von diesem Film aufhalten.

Warum man ihn dennoch sehen sollte? Weil er eben filmisch sehr beeindruckend erstellt ist und es schafft eine beinah schon traumartige Stimmung über den ganzen Film zu legen. Was ist Real und was nur Fiktion? Dazu kommen einige Bildzitate, wirklich gute Dialoge und eine sehr schöne Bildsprache. Und wem dies alles nicht reicht, der wird zumindest nach diesem Film sehr viele Filmzitate verstehen, denn der Film wird ziemlich häufig in Filmen, Serien und sogar Videospielen zitiert. Klingt doch nicht schlecht, oder?

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CFF: Nosferatu

CFF

Es ist Nacht, die Dunkelheit senkt sich schwer über das Land. Eine Frau windet sich in ihrem Bett hin und her. Ein Alptraum plackt sie. Ein Alptraum, der näher ist als sie denkt…

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Am heutigen Classic Film Friday wird es gruselig! Mit dem Film Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens erschuf Friedrich Wilhelm Murnau 1922 einen der ersten Leinwandvampire. Weit entfernt von Knuddelvampiren wie der Twilight-Gang, jagte dieser Vampir Menschen auf der ganzen Welt Angst ein.

Geplant als Verfilmung des Weltbestsellers Dracula, plante Murnau seinen schrecklichen Vampir. Als es zu Copyrightkonflikten kam beschloss er kurzerhand die Namen und Orte umzubenennen und einige Szenen zu verändern. Mit diesem Kniff konnte er sich, ohne weitere Probleme, an die Verfilmung machen.

Erzählt wird die Geschichte des Vampirs Graf Orlok – gespielt von Max Schreck – der mit seiner Macht die junge Ellen verzaubert und sie in Alpträumen besucht. Schließlich verfällt sie ihm gänzlich.
Als ihr Verlobter erfährt, was mit ihr geschehen ist, versucht er alles um den Vampir zu besiegen und Ellen zu retten…

Trotz seiner – durch die Zeit bestimmten – Einschränkungen in den filmischen Möglichkeiten, schafft es der Film eben diese Probleme sehr gut zu umgehen. Die schwarz-weiß-Kontraste werden eindrucksvoll genutzt um Spannung aufzubauen. Licht und Schatten inszenieren die Fähigkeiten des Vampirs auf äußerst gekonnte Art und Weise und zeigen, dass zum Vampirsein mehr dazu gehört, als nur in der Sonne zu glitzern. Da es sich bei dem Film um einen Stummfilm handelt, ist er Streckenweise etwas anstrengend zu gucken. Dies wird jedoch schnell durch die wirklich spannenden Szenen mit Graf Orlok ausgeglichen.

Alles in allem zeigt der Film, dass die Kombination von Licht, Schatten und einem wirklich überzeugenden Vampirdarsteller, ausreicht um einen wirklich spannenden und gruseligen Film zu inszenieren, von dem sich viele Elemente auch in heutigen Filmen finden lassen.