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2012 gelesen

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Ich habe mich einfach von Nin-chan inspirieren lassen und einmal nachgeschaut, was ich 2012 alles gelesen habe. Neben den vielen Büchern, die ich für die Uni lesen durfte und die größtenteils nicht in der Liste enthalten sind, habe ich folgende 24 Bücher gelesen:

Meine Favoriten:

Gerade bei der Hunger Games Trilogie war ich sehr überrascht, dass die Bücher ein so hohes Niveau hatten. Vorher hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass die Bücher in etwa so schlecht geschrieben sein wie die Twilight Bücher…

Die Bücher, die mir am wenigsten gefallen haben:

Durch Lady Chatterley’s Lover habe ich mich nur für ein Seminar durch gequält. Die erotischen Abenteuer einer Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben mich – trotz all der revolutionären Inhalte des Romans – absolut gar nicht gefesselt. Leider war der Erzählstil auch eher unterirdisch.

Ein langer Brief an September Nowak war ein vollständiger Fehlkauf. Die Zusammenfassung auf dem Buchrücken klang interessant, leider war es das Buch überhaupt nicht. Die vollkommen dämliche Protagonisten schwankt durch eine wirklich bedeutungslose Handlung.

Aktuell lese ich:

Cloud Atlas – David Mitchell

Ab nächstem Jahr nehme ich an einem Buchprojekt teil. Mehr dazu erfahrt ihr in einem der nächsten Blogeinträge ^^

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Ein Ausflug zum Rande der Zeit [Review]

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Der Roman Die Villa am Rande der Zeit von Goran Petrovic, wird auf seiner Rückseite beschrieben als „eine Liebeserklärung an das Lesen“. Als Zusammenfassung des Romans kann ich die Aussage nur unterstreichen, denn genau das ist der Roman.

In acht Abschnitten erzählt der Serbe Petrovic von Menschen, die in Büchern herumlaufen können und deren Schicksal durch das mysteriöse Buch „Mein Vermächtnis“ verwoben sind. Protagonist der Geschichte ist der Student Adam, der den Auftrag bekommt Änderungen in einem seltsamen, in Saffianleder gebundenes Buch vorzunehmen. Sowohl das Werk als auch der Autor, ein gewisser Anastas S. Branica, scheinen dabei vollkommen unbekannt zu sein. Doch das Seltsamste ist der Inhalt des Buches. Dieser besteht aus einer detaillierten Beschreibung einer Villa und ihres Umlandes. Daneben gibt es keine Personen, keine Handlung, nichts.
Während er sich daran macht das Werk zu ändern, begegnen ihm nach und nach andere Leser, die, wie sonst nicht üblich, ihn sehen können. Auch sie verfügen über die Gabe des vollständigen Lesens – also des Eintauchens in Romane.
Von hier an weicht der Roman immer wieder von der Haupthandlung um Adam und die Änderungen ab und geht hin zu den anderen Figuren, die er in der Villa trifft.

Da wäre unter anderem das Mädchen Jelena, die als Gesellschafterin bei einer alten Dame arbeitet und von ihr die Kunst des vollständigen Lesens lernt. Ausgerechnet auf sie trifft Adam dann auch noch in der Realität, so dass ihre Wege vollkommen verwoben sind.
Aber auch die alte Dame, Natalija, ist stärker mit dem Roman verbunden, als es auf den ersten Moment scheint. Und was ist eigentlich mit dem sonderbaren Gärtner und dem Professor los?
Je weiter der Roman voranschreitet, desto mehr erfährt nicht nur der Leser über die Figuren, sondern auch Adam. Gleichzeitig wird Adam jedoch auch immer stärker bewusst, dass es sich bei dem Roman nicht nur um ein gewöhnliches Buch handelt sondern, dass es eine besondere Bewandtnis damit haben muss.

„Wie sehr sich Bücher auch voneinander unterscheiden mögen, irgendwo hinter dem Horizont treffen sie sich.“ – Petrovic

Der Roman erschien bereits 2000 in Serbien, wo er ein großer Erfolg war, und erst 2010 in Deutschland. Es ist recht Schade, dass er erst so spät hier erschienen ist. Viel mehr bedaure ich, dass er hier so wenig Beachtung genießt, denn es ist einer der besten Romane, die ich seit langem gelesen habe. Die Art, wie er Bücher beschreibt, als wären sie lebendige Geschöpfe, ist erstaunlich. Viele seiner Beschreibungen des Lesens treffen die Gefühle, die man hat, wenn man sich ganz in einen Roman vertieft, so gut, dass ich des Öfteren dachte „Genauso ist es“.
Die Handlung dazu ist sehr gelungen und windet sich sehr dynamisch durch das Buch. Gleichzeitig wurde man also ‚Zeuge‘ einer wirklich spannenden und lebendigen Geschichte, während mein eine Ode auf das Lesen selbst las. Ich bin immer noch vollkommen begeistert von dem Gelesenen und werde das Buch definitiv noch einmal lesen. Was mich leider ein wenig enttäuscht hat, war das Ende. Man hätte die Geschichte sehr gut weiterentwickeln oder zumindest einige der offenen Fragen auflösen können. Stattdessen endet es ein wenig abrupt.

„Vielleicht lag es an dem Licht, das im Übermaß hereinströmte, und daran, dass die grobmaschigen Gardinen offenbar noch nie zugezogen worden waren. Das Zimmer schien den Glanz gewissermaßen zu speichern; an der Ostseite befand sich ein beeindruckend großes Sprossenfenster, dessen fünf Flügel in jeweils neun Felder unterteilt waren, so dass es mit seinen zahlreichen Scheiben an ein Gewächshaus im Botanischen Garten denken ließ, mit dem Unterschied, dass hier anstelle von Pflanzen Bücher gediehen.“
– Petrovic – Die Villa am Rande der Zeit

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