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Das Krokodil: Eine Sammlung von Dostojewski-Erzählungen [Review]

Wenn man über Dostojewskis Werke spricht, geht es kaum mehr um die Frage ob sie gelungen sind oder nicht. Fjodor Michailowitsch Dostojewski ist einer der bekanntesten Autoren Russlands. Werke wie Schuld und Sühne oder Die Dämonen sorgten dafür, dass seine Werke zu Klassikern wurden. Mit klaren Worten beschreibt er seine Welt, versucht sich an verschiedenen Erzählformen und behält dabei immer einen nachdenklichen, beinah schon melancholischen Ton bei. An manchen Stellen blitzt ein Lächeln zwischen den Sätzen durch und zieht den Leser in seinen Bann.

Das Krokodil: Eine Erzählungssammlung von Fjodor Dostojewski

Wer einen guten Überblick über sein Handeln bekommen möchte, der ist mit Das Krokodil mehr als nur gut bedient. Das Buch – im Manesse-Verlag erschienen – enthält fünf Erzählungen Dostojewskis aus seinen verschiedenen Lebensphasen.

Die Sammlung beginnt mit dem Roman in neuen Briefen von 1845. Die Anspielung an A.A. Bestuschews Roman in sieben Briefen ist ein klassischer Briefroman, der jedoch erst nach Arme Leute veröffentlicht wurde und daher von den Kritikern sehr schlecht aufgenommen wurde. Dies mag vor allem daran liegen, dass der Roman in neun Briefen eben nicht im Laufe eines Jahres, sondern mehr oder weniger in einer Nacht geschrieben wurde. Auch der satirische Unterton und die Anspielungen sorgten bei Kritikern eher für Verunsicherung.

Das Krokodil von 1865 ist zwar nur das Fragment einer Erzählung, gilt heute jedoch als eine der bekanntesten Geschichten Dostojewskis. Die Erzählung nimmt – wie so oft in den Handlungen des Autoren – eine etwas absurde Wendung, die aktuelle Strömungen der Philosophie kritisiert und parodiert. Eine Ehepaar geht mit einem Freund aus um ein Krokodil zu betrachten. Als die Ehefrau das Tier als hässlich und enttäuschend degradiert, möchte der Familienfreund Iwan beweisen, dass das Tier sehr viel interessanter ist und reizt es solange, bis das Krokodil ihn verschluckt. Das Ehepaar fordert sofort die Ermordung des Tieres, doch Iwan plädiert, aus dem Bauch des Krokodils heraus, dafür das Tier am Leben zu lassen. Schließlich könne er seine Tätigkeit als Beamter auch von dort ausüben und er möchte keinen wirtschaftlichen Schaden entstehen lassen.

Die kafkaeske Wende – obwohl man sich anhand der Lebensdaten immer wieder Fragen muss ob Kafka nicht eher von Dostojewski beeinflusst wurde – ist ein Kunstgriff, den der Autor viele Male benutzt.

Geschichten aus der Verbannung und emotionaler Höhepunkt

Vor allem anderen war Dostojewskis Leben davon geprägt, dass er die Vorgehen der Regierung immer wieder kritisierte. Sowohl in seinen journalistischen, als auch literarischen Texte hinterfragt er Gesetzte, Bestimmungen und Einschränkungen. So auch in seiner Erzählung Eine peinliche Geschichte von 1862, in der er über die Auflösung der Leibeigenschaft spricht.

Werke wie dieses und seine durchweg kritische Haltung sorgten dafür, dass er inhaftiert und zum Tode verurteilt wurde. Während der Gefangenschaft entstand unter anderem die Erzählung Ein kleiner Held. Erst viel später – nachdem sein Urteil in Verbannung umgewandelt wurde und er nach seiner Zeit in Sibirien wieder nach Russland zurückkehren durfte – wurde er auch im eigenen Land als wichtiger Autor wahrgenommen.

Unter anderem geschah dies durch seine Berichte und Erzählungen in Literaturzeitschriften. Dazu gehört auch Die Sanftmütige von 1876. Es ist eines seiner letzten Werke, welches klar im Hintergrund immer noch unter dem Zeichen des ‚Hinterfragens‘ geschrieben wurde. Auch wenn es hier sein Protagonist ist, der die Fragen stellt. Die fiktive Schilderung beschreibt wie der Protagonist seine Frau kennenlernte und mir ihr zusammenlebte. Am Anfang, wie am Ende steht dabei ihr Selbstmord und die offene Frage: „Wieso hat sie sich in den Tod gestürzt?“ Innerhalb der Sammlung ist dies durchweg die emotionalste. Sie versucht mit dem Mittel der Rationalität Emotionen zu ergründen, zu bündeln und zu erklären.

Schmuckeinband fühlt sich ‚unschmuck‘ in der Hand an

Wie bereits zu Beginn gesagt, geht es bei den Werken von Dostojewski schon lägst nicht mehr darum sie in gut oder schlecht einzuteilen und sie mit Sternchen von eins bis fünf zu bewerten. Die einzelnen Erzählungen zeigen alle auf ihre Weise einen Ausschnitt aus dem Können und Leben Dostojewskis. Somit hat der Herausgeber der Sammlung einen guten Blick für das Gesamtwerk bewiesen. Auch die Erläuterungen zu den einzelnen Texten sind überaus hilfreich und auf einem für diese Art von Texten angemessenem Niveau.

Was ich leider nicht nachvollziehen kann, ist die Wahl des Einbandes. Wer beschließt einen Roman in Kunstleder zu binden? Selten habe ich ein Buch gelesen, welches sich so unangenehm in der Hand angefühlt hat. Obwohl ich das kleine Format des gebundenen Buches – es ist ungefähr handgroß – durchaus schätze, hätte mich der Einband in seinem kalten, glatten, fast schon klebrigen Einband definitiv davon abgehalten diese Ausgabe in einem Geschäft zu kaufen. Auch finde ich – ich weiß, man sollte ein Buch nicht nach seinem Cover bewerten –, dass das Cover nicht so wirklich zu einer Klassikersammlung wie dieser passt. Schwarzes Kunstleder mit neongrünem Aufdruck sagt leider nicht gerade: Ich bin ein wichtiger Teil der russischen Literaturgeschichte, sondern versucht auf absurde Art und Weise jung und frech zu wirken.

Vermutlich ist dies das erste Buch, bei dem ich lieber die E-Book-Ausgabe gelesen hätte. Sowohl die Auswahl als auch die Stimme der Übersetzerin gefallen mir sehr. Die Geschichten sind ein toller Einstieg in Dostojewskis Werk und genau deshalb werde ich es auch immer wieder gerne weiterempfehlen. Dennoch hat der Verlag mit dem Einband und der Gestaltung des Buches durchaus eine sehr ungünstige Wahl getroffen, die mich dazu verleiten würde dieses Buch mit zwei Sternen zu versehen, wenn ich der Gestaltung ebenso große Bedeutung beimessen würde, wie dem Inhalt.

Das Krokodil | Manesse Verlag | 2016 | 448 Seiten | Bei Amazon kaufen und das Wonderland unterstützen


Das Buch wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt. Dies hat nicht meine Meinung beeinflusst.

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Leseliste: Fanfiction, Fantasy und sommerliche Bücher [SaSo]

Jaja, so wirklich kürzer wird meine Leseliste ja nie, aber ich hab schon wieder einen Haufen neuer Bücher gefunden, die ich unbedingt lesen möchte. Dieses Mal haben es sogar zwei Fanfiction-Reihen mit auf meine Liste geschafft weil ich, nunja, etwas enttäuscht von Harry Potter and the cursed child war.

James Potter and the Hall of Elders‘ Crossing

Die James Potter-Reihe von G. Norman Lippert erzählt von den Abenteuern von Harry Potters Sohn James. Im ersten Band trift er dabei auf Abgesandte einer amerikanischen Zaubererschule und versucht eine Verschwörung aufzuhalten, bei der Muggle und Magier in einen krieg gestürzt werden sollen.

Bei Goodreads hat Band eins (von bisher vieren) eine durchschnittliche Bewertung von vier Sternen erhalten und wird dort immer wieder lobend erwähnt. Von dem, was ich bisher über die Reihe gelesen habe, scheint es eine bessere Alternativgeschichte zu The cursed child zu sein, in dem auch Lupins Sohn und das Portrait von Snape vorkommen.

Harry Potter and the Methods of Rationality

Auch hierbei handelt es sich um eine Harry Potter-Fanfiction-Reihe. Erzählt wird die Geschichte von Harry Potter in einem alternativen Universum von Eliezer Yudkowsky. Das mit 4,5 Sternen bei Goodreads bewertete erste Buch wurde sogar von J.K. Rowling „approved“.

In einem anderen Zeitstrang hat Petunia eine Biochemie-Professor der Universität Oxford geheiratet, der Harry wie seinen eigenen Sohn behandelt und ihn umgeben von Büchern und Wissen aufwachsen lässt. Als Harry nach Hogwarts kommt ist er eine Art Wunderkind, welches in seiner Freizeit allerhand Fantasy-Romane gelesen hat und schnell Dumbledores Plan durchschaut.

The Girls

Der Roman von Emma Cline ist erst dieses Jahr erschienen und wurde nicht nur von der Goodreads-Community mit 4 Sternen belohnt, sondern auch in der internationalen Presse besonders oft hervorgehoben – was mehr als nur ungewöhnlich ist für einen Young Adult Roman.

In den 1960er Jahren trifft Evie zufällig auf eine Gruppe von starken und frei wirkenden Mädchen. Schnell wird sie in die Gruppe aufgenommen, die sich schnell als eine Art Kult entpuppt. Doch je mehr Zeit sie mit der Gruppe verbringt, desto schwieriger wird es sich auch nur vorzustellen aus der Gruppe auszutreten. Selbst an dem Punkt, an dem Gewalt die Überhand ergreift.

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The Color of Magic

The Color of Magic von Terry Pratchett oder wie es in der Deutschen Version heißt Die Farben der Magie ist der erste Band von Pratchetts Scheibenwelt-Reihe. Die Reihe umfasst 41 Romane und ist damit nicht nur eine der längsten, sondern vor allem eine der erfolgreichsten Fantasy-Reihen aller Zeiten.

Band eins beschäftigt sich vor allem mit der Beschreibung der Welt, die als Scheibe auf dem Rücken einer Riesenschildkröte existiert. Allerhand Hexen und Zauberer bewohnen diese Welt, aber auch eine Art Polizeigarde und sonstige Kreaturen.

Allein auf Grund seiner Bedeutung sollte jeder Fantasyliebhaber mindestens einen von Pratchetts Romanen lesen.

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Dreamology

Alice verbringt ihre Nächte davon von Max zu träumen. Gemeinsam erleben sie dabei Abenteuer und sind wie perfekt füreinander geschaffen. Doch dann steht Max plötzlich in der Schule wirklich vor ihr. Doch im wahren Leben ist er alles andere als perfekt, geschweige denn, dass er und Alice auch nur annähernd auf einer Wellenlänge wären.

Auch dieser Roman von Lucy Keating hat bei Goodreads eine Bewertung von vier Sternen erhalten. obwohl die Handlung etwas kitschig klingt, habe ich bisher viel gutes über ihn gehört.

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The Square Root of Summer

Dieses Buch fasziniert mich vor allem auf Grund seines Titels, denn wer baut schon mathematische Zeichen in einen Romantitel ein? √of summer von Harriet Reuter Hapgood kommt nur auf 3,5 Sterne bei Goodreads, klingt aber ungemein spannend:

Die Welt um Gottie löst sich langsam auf. Der Stoff aus dem ihre Welt besteht scheint langsam aufzuribbeln und sorgt dafür, dass sie plötzlich in der Vergangenheit landet: im letzten Sommer. Dem Sommer in dem ihr Großvater starb, sie sich verliebte und ihr bester Freund die Stadt verlies. Nun hat sie eine neue Chance die ereignisse zu verändern, doch wie wird sich dies auf ihre Gegenwart und Zukunft auswirken?

Ich liebe ja Zeitreiseromane, wenn sie gut gemacht sind. Hoffentlich gehört dieser dazu!

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Gamescom Special: Gebt mir diese Games! [SaSo]

Ab heute bin ich also aus meiner Blogger-Sommerpause wieder zurück [hurra!] und ich bringe euch eine Sammlung von neuen Videospielen, die ich auf der Gamescom 2016 entdeckt habe und auf die ich mich wirklich freue. Eine kleine Vorwarnung: es sind keine Titel von EA, Blizzard oder 2K enthalten. Außerdem handelt es sich um Titel die man eher auf einer Konsole spielen kann [weil ich ein Konsolenkind bin] bzw. um Titel, die ebenfalls für den PC erscheinen. Wer also auf Fifa, Hearthstone und einen langen Bericht über WoW wartet ist hier leider falsch. [Sorry Guys ;(]

Mario Party Star Rush

Die letzten Spiele der Mario Party-Serie waren leider alles andere als überzeugend. Klar, der Bowser-Modus war nett, aber im Grunde gab es in den letzten Jahren immer die gleiche Kritik: Gebt die Serie einem neuen Entwicklerteam und lasst Spielfiguren wieder einzeln umherlaufen. Von dem was ich beim anspielen des neuen Mario Party Star Rush sehen konnte, hat sich Nintendo diese Kritik durchaus zu Herzen genommen.

So wurde das Entwicklerstudio Nd Cube, welches für Teil neun, zehn und Island Tour zuständig war und den Vorgänger Hudson Soft leider ablöste, durch Nintendo EPD ersetzt. Vom neuen Team stammen bisher sehr wenige Spiele. Zu ihnen gehören unter anderem The Legend of Zelda: Tri Force Heroes, welches ein sehr gutes Multiplayerspiel war, Star Fox Zero und Animal Crossing: Amiibo Festival, welches seine Schwächen hat, aber besonders durch eine sehr gute Atmosphäre überzeugt.

In Mario Party Star Rush spielen die Spieler nun wieder einzeln und gegeneinander. Jeder Spieler schlüpft dabei in die Rolle eines Toads. Gespielt wird gleichzeitig auf einem schachbrettartigen Spielfeld. Die Spieler würfeln gleichzeitig, markieren dann auf dem unteren Bildschirm des 3DS einen Pfad und bewegen sich auf diesem auf dem Spielfeld. Dabei kann es sein, dass Items von Spielern weggeschnappt werden, die eben zuerst auf einem Feld landen. Unterwegs sammeln Spieler wie gewohnt Items, Münzen und Sternen. Außerdem befinden sich auf dem Spielbrett Figuren aus dem Mario-Universum, die sich dem eigenen Team anschließen können, und Minispielluftballons, die ein Minispiel auslösen (es gibt keine Minispiele am Ende jeder bis zu vier in einer Runde). Das eigentliche Ziel des Spiels ist natürlich Sterne zu sammeln. Um dies zu schaffen muss man in Bosskämpfen möglichst viele Treffer mit der eigenen Spielfigur und den weiteren Teammitgliedern landen. Auch die Bosskämpfe sind Ereignisfelder auf dem Spielbrett, die von Spielern ausgelöst werden und an denen alle Mitspieler teilnehmen können.

Leider konnte ich nur diesen einen Modus anspielen, aber er hat definitiv Lust auf mehr gemacht und mir die Hoffnung wiedergegeben, dass endlich wieder ein gutes Mario Party auf den Markt kommt. Wieder einmal reicht es auch bei diesem Spiel, wenn einer der Mitspieler das Spiel besitzt. Die anderen Spieler brauchen lediglich einen 3DS über den Download-Modus am Spiel teilzunehmen.

> Von: Nintendo EPD, Nintendo
> Erscheint für: 3DS (Oktober 2016)

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Little Nightmares

Tarsier Studios (Little Big Planet-Serie) haben dieses Jahr ein vollkommen neues Spiel vorgestellt.Little Nightmares für Playstation 4, Xbox One und PC sieht dabei auf zunächst harmlose Weise so aus, als könnte man danach tagelang nicht mehr schlafen. Bandai Namco beschreibt das Spiel auf ihrer Internetseite selbst so:

Tauche ein in die Welt von Little Nightmares und erlebe eine düstere, verstörende Geschichte, die dich mit den Ängsten deiner Kindheit konfrontiert, während du einem jungen Mädchen namens Six hilfst, aus dem Schlund zu entkommen – einer mysteriösen, riesigen, treibenden Insel voller verlorener Seelen, die nur nach ihrer nächsten Mahlzeit suchen.

Der Trailer verspricht definitiv eine sehr gruselige, mysteriöse Atmosphäre, bei der man nie genau weiß ob sich hinter der nächsten Ecke ein Monster verbirgt, ob das seltsame Rascheln nur der Wind ist und ob die dunklen Schatten nicht mehr sind als nur leblose Schatten am Boden…

> Von: Tarsier Studios, Bandai Namco Entertainment
> Erscheint für: Playstation 4, Xbox One, PC (Frühjahr 2017)

Robinson: The Journey

Für Robinson: The Journey habe ich dieses Jahr, mit knapp drei Stunden Wartezeit, definitiv am längsten angestanden. Das VR-Spiel muss man jedoch einmal mit einer VR-Brille testen um es wirklich erleben zu können. In dem exklusiven Playstation 4 spiel landet man auf einem verlassenen Planeten und beginnt diesen zu entdecken. Schnell wird klar, dass der Planet zwar nicht von Menschen bewohnt wird, dafür jedoch von allerhand Dinosauriern bewohnt wird, von denen einer gefährlicher als der andere zu sein scheint.

Das Spiel lebt definitiv davon, dass es gewaltige Landschaften, beeindruckende Grafik und eine relativ stabile Kamera einsetzt. Gespielt wird ausschließlich mit der Playstation VR-Brille vor den Augen. Durch umgucken kann die Umgebung entdeckt werden. Interagiert wird mit jener weiter klassisch über den Kontroller. Während mir bei den meisten VR-Spielen bisher sehr schlecht war, ging es mir nach diesem Spiel recht gut, was auch daran gelegen haben kann, dass ich das erste mal mit einer VR-Brille sitzen durfte und nicht stehen musste. Obwohl die Kameraführung hier definitiv sehr viel angenehmer als bei vielen vergleichbaren VR-Spielen war – dank dem Verzicht einer Wackelkamera –, hatte auch dieses Spiel einige Schwierigkeiten, die das Spielgefühl sicherlich verbessern würde. Da wäre zum Beispiel der Kameraschwenk: Möchte man den Körper der Spielfigur nach links und rechts drehen, so geschieht dies über den Controller. Die Drehung ist dabei jedoch keine fließende Bewegung, sondern ein abruptes nach rechts oder links springen. Auch wenn man sich nach unten oder oben über eine Kante bewegt ist dies eine abrupte Bewegung, die dafür sorgt, dass der eigenen Gleichgewichtssinn mehr als unglücklich ist.

So oder so ist dies ein sehr schönes, atmosphärisches Spiel von dessen Kauf ich allein dadurch abgeschreckt bin, dass man die beinah 400€ teure VR-Brille von Sony dafür kaufen muss.

> Von: Crytek
> Erscheint für: Playstation 4 (TBC)

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Breath of Wild konnte ich leider nicht anspielen, da man dafür einen Termin über die Nintendo-Seite hätte ausmachen müssen. So oder so ist es ein gut aussehendes neues Legend of Zelda, welches vermutlich in der Nintendo NX-Version in meinem Regal landen wird. Große Landschaften, tolle Grafik und eine scheinbar riesige Welt, die frei erkundbar ist, versprechen Nintendo-Spielern ein fantastisches neues Spiel. Und seien wir einmal ähnlich: Wer eine Nintendo-Konsole hat, kauft ohnehin beinahe jedes Spiel der Super Mario– und Legend of Zelda-Serie. Ich mag es übrigens sehr, dass die Texturen ein wenig gemalt aussehen.

> Von: Nintendo Entertainment Analysis & Development, Nintendo Entertainment Planning & Development, Nintendo
> Erscheint für: Wii U, Nintendo NX (2017)

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Armello

Das erste Indie-Spiel dieser Liste stammt von League of Geeks und ist deren erstes Spiel. Obwohl es bereits 2015 erschienen ist, war es dieses Jahr noch einmal auf der Gamescom vertreten und ist bisher – leider – von mir übersehen worden. Das Spielprinzip orientiert sich an klassischen Brettspielen, bei denen man sich über ein Waben-Spielfeld bewegt und mit Hilfe von Würfeln kämpft. Dabei überzeugt das Spiel durch sehr gute Grafik, viele Details und unglaublich niedliche Spielfiguren.

Ein bisschen mehr zum Gameplay erfahrt ihr in diesem Video von northernline:

> Von: League of Geeks
> Erscheint für: PC, Mac, Linux, Playstation 4 (bereits erschienen)

Typoman: Revised

Auch Typoman ist ein bereits erschienen Indiespiel. Bei diesem Adventure-Spiel müsst ihr Level klassischerweise von links nach rechts durchlaufen und unterwegs Rätsel lösen um voran zu kommen. Die Rätselmechanik besteht hierbei aus Worten. Aus Buchstaben und Worten, die ihr unterwegs entdeckt, müsst ihr dabei neue Wörter bilden um beispielsweise eine Treppe entstehen zu lassen oder einen Schlater zu aktivieren. Das Gameplay ist zugleich altbekannt, bietet aber gleichzeitig eine spannende neue Komponente durch die Worträtsel. Auch die Optik und Musik des Spiels überzeugen sehr und lassen eine tolle Atmosphäre entstehen.

Auch für Brainseed Factory, das Entwicklerteam aus Bonn, ist dies das erste Spiel.

> Von: Brainseed Factory
> Erscheint für: PC, Wii U (bereits erschienen)

Vermutlich werde ich mir alle diese Spiele holen. Nur Robinson: The Journey hat sich als VR-only-Titel etwas ins Abseits gedrängt. Auf welche Gamescom-Spiele freut ihr euch? Gab es Titel, die ihr vermisst habt? Ich hätte gerne das neue Paper Mario ausprobiert, aber entweder habe ich es übersehen oder es fehlte tatsächlich.

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Harry Potter Tag [Challenge]

Uuuuuuuuuh, heute ist es endlich soweit: Harry Potter and the Cursed Child erscheint als gedruckte Fassung. Das Theaterstück von Joanne K. Rowling feierte gestern seine Premiere. In ihm wird erzählt was Harry, Ron und Hermine nach ihrer Schulzeit in Hogwarts passiert ist.

Haha, zu viele Harry Potter Bücher, Filme und Merchandising-Artikel.

Zur Feier des Tages beantworte ich heute die 30 Fragen des Harry Potter Tags und fordere alle von euch, die die Fragen noch nicht beantwortet haben, dazu auf es mir gleich zu tun. Lang lebe der Junge der überlebt hat.

1) Welches Buch magst du am meisten?
Definitiv Der Gefangene von Askaban. Ich liebe Sirius Black und die Herumtreiber. Außerdem ist es toll ein Buch zu haben, welches nicht vollkommen auf Voldemort fixiert ist!

2) Welches Buch magst du am wenigsten?
Das ist eine fiese Frage, aber ich denke wenn ich mich entscheiden muss, dann wähle ich Der Stein der Weisen. Als ich das Buch das erste mal gelesen habe, hat es ganz schön lange gebraucht, bis es mich mitgerissen hat.

3) Lieblingsfilm?
Der Orden des Phönix. Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung sehr alleine dastehe, da vieles an diesem Film nicht stimmt und er atmosphärisch einen starken Bruch zu den anderen Filmen darstellt, dennoch mag ich wie sehr dieser Film die Schüler und ihren Kampf gegen Umbridge in den Mittelpunkt stellt. Dadurch wirken Harry und Co. wie normale Kinder, die gegen einen Lehrer rebellieren (auch wenn es darum geht sich gegen Voldemort zu wappnen). Gerade die Weasley-Szene mit den Feuerwerkskörpern, Luna und alle DA-Szenen sind toll. Die Mysteriumsabteilung hätte definitiv erschreckender sein können. Gerade der Gehirnraum hätte einen krassen Bruch zu der vorherigen Stimmung dargestellt.

4) Welchen Film magst du am wenigsten?
Der Gefangene von Askaban. Ich hatte so hohe Erwartungen und war von den ersten beiden Filmen von Chris Columbus sehr begeistert. Der Regiewechsel hin zu Teil drei war alles andere als erfreulich. Ungefähr alles an diesem Film finde ich schrecklich. Ich mochte Gary Oldman zunächst überhaupt nicht als Sirius Black und finde ihn immer noch unglücklich gewählt. Die Atmosphäre des Films ist sonderbar. Der Austausch vieler Requisiten, die in Teil eins und zwei vorkamen (Die fette Dame!!!) hat absolut keinen Sinn gemacht und sorgte sogar optisch für einen Bruch. Die Entscheidung Harry, Ron und hermine regelmäßig in Muggel-Kleidung herumlaufen zu lassen, die neuen Uniformen (was ist euer Problem?!), Harry’s Haare (!!!), die überdrehte und viel zu schnelle Erzählung und vor allem der sonderbare Twist, indem Remus Harry erzählt, dass er auf Lily stand und mehr oder weniger andeutet, dass er zumindest mit ihr befreundet war. Und das sind nur ein paar der gröbsten Dinge, die mich stören. Args!

5) Lieblingszitat?

„Tell me one last thing,“ said Harry. „Is this real? Or has this been happening inside my head?“

Dumbledore beamed at him, and his voice sounded loud and strong in Harry’s ears even though the bright mist was descending again, obscuring his figure.

„Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?“
– Harry Potter and the Deathly Hollows

6) Lieblingsweasley?
Fred und George.

7) Lieblings weibliche Figur?
Hermine. Punkt.

8) Lieblings Schurke?
Bellatrix Lestrange.

9) Lieblings männliche Figur?
Sirius Black. Er war auf so vielen Ebenen eine wunderbare Figur, die in den Filmen viel zu kurz gekommen ist.

10) Liebklingsprofessor?
McGonagall und Remus. Beide waren wundervolle Lehrer, die bemüht waren Kindern mehr als nur ihren Unterrichtsstoff beizubringen.

11) Würdest du eher A) Snapes Haare waschen oder B) einen Tag damit zubringen dir Lockharts Geschichten anzuhören?
B. B. B. Ich hasse es Haare von fremden Menschen zu berühren. Und Lockhart ist sicherlich unterhaltsam.

12) Würdest du eher in einem Duell gegen A) eine freudig erregte Bellatrix oder B) eine wütende Molly antreten wollen?
Ich möchte mich mit beiden nicht anlegen, aber da ich auf Mollys Seite wäre, würde ein Duell mit ihr sicherlich nicht tödlich ausgehen.

13) Würdest du lieber nach Hogwarts mit A) dem Hogwarts Express oder B) einem fliegenden Auto reisen?
Hogwarts Express. Wie großartig muss es sein mit einem Zug zu fahren, der pünktlich ist und in dem es einen Wagen voller Süßigkeiten und Butterbier gibt?

14) Würdest du eher A) Voldemort küssen oder B) Umbridge ein Schaumbad geben?
Moment muss ich das Badewasser für sie einlassen, Kerzen aufstellen und Seife in das Wasser füllen, oder muss ich sie waschen und nackt sehen? Wenn es Teil zwei ist, dann definitiv der Kuss für Voldemort. Ansonsten wäre das Bad die weniger schlimme Alternative.

15) Würdest du eher A) einen Hippogreif oder B) den Feuerblitz fliegen?
Hippogreif! Die sind sicherlich total kuschelig, warm und gemütlich.

16) Gibt es eine Figur, über die du nach den Filmen anders denkst?
Neville. In den Büchern fand ich ihn immer irgendwie langweilig und nervend. Er war dieses doofe Kind, welches lieber zu einem Lehrer geht, als ein Abenteuer zuzulassen. In den Filmen fand ich ihn viel offener, in die Gruppe integriert und mutiger, auch wenn ich es Schade finde, dass Harry in Teil fünf nicht seine Eltern kennen lernt.

17) Gibt es einen Film, den du besser fandest als das jeweilige Buch?
Der Stein der Weisen. Wie bereits oben gesagt, habe ich mich mit dem Buch etwas schwer getan. Der Film wiederum hat einen sofort in die Welt der Zauberer entführt.

18) Richard Harris oder Michael Gambon als Dumbledore?
Richard Harris war der perfekte Dumbledore, weil er gleichzeitig fürsorglich, weise, kämpferisch und auf eine gute Art und Weise verrückt war. Gambon war mir immer zu aggressiv und ist quasi gar nicht auf Harrys Gefühle eingegangen.

19) Welche Person oder welches Ereignis fehlte definitiv in einem der Filme?
Die Szene am Ende des Ordens des Phönix, in welcher Harry nach Sirius Tod in Dumbledores Büro ausrastet. Die Szene war unglaublich emotional innerhalb des Buches und zeigte wie verletzt Harry war. Im Film wirkt es so, als hätte er einfach mit Sirius‘ Tod abgeschlossen. Auch B.ELFE.R-Aktionen wären schöne Szenen geworden.

20) Wenn du einen der Filme neu drehen könntest, welcher wäre es?
Der Gefangene von Askaban, aus allen oben genannten Gründen. Jedoch nur, wenn ich den Film mit den gleichen Schauspielern im richtigen Alter machen könnte. Ich brauche also eine Zeitmaschine.

21 In welchem Haus wolltest du früher immer sein?
Gryffindor. Das Haus wirkte immer so, als würde es am meisten Spaß machen dort zu sein und man konnte viele Abenteuer erleben. Heute würde ich wohl eher Ravenclaw wählen.

22) In welches Haus wurdest du per Pottermore einsortiert?
Ravenclaw. :)

23) An welchem Fach hättest du am meisten Spaß?
Ich armer kleiner Streber würde wohl fast alle Fächer spannend finden. Geschichte der Zauberei, Zaubertränke und Zaubersprüche währen wohl ganz vorne.

24) Welchen Zauberspruch würdest du am praktischsten finden?
Episkey um einfache Wunden zu heilen, weil ich erstaunlich häufig mich an irgendeinem Blödsinn verletze. Ansonsten Wingardium Leviosa um nie wieder irgendetwas tragen zu müssen.

25) Mit welcher Figur würdest du dich direkt anfreunden?
Hermine um mit ihr den ganzen Tag über Bücher zu reden und Luna um mit ihr auf verrückte Entdeckungstouren zu gehen.

26) Wenn du eines der Heiligtümer haben könntest, welches wäre es?
Der Umhang, da der Stein mehr oder weniger Fake ist und ich keinen übermächtigen Zauberstab brauche.

27) Gibt es etwas in den Büchern, was du ändern möchtest?
Die komplette letzte Szene, in der Harry seinen Kindern sonderbare Namen gibt und alle Schüler untereinander heiraten und nun miteinander verwandt sind…

28) Lieblingsherumtreiber?
Sirius.

29) Wenn du eine Person wiederbeleben könntest, wer wäre es?
Sirius!!!

30) Heiligtümer oder Horcruxes?
Um sie zu jagen? Horcruxe für das höhere Wohl. Um sie selber zu machen / zu besitzen: Heiligtümer.

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Black Rabbit Hall [Hörbuchrezension]

Der Geruch nach Bienenwachs, das Summen des Globusses, der Geschmack der Vergangenheit, salzig, köstlich auf der Zungenspitze – das ist Black Rabbit Hall.

Amber freut sich das ganze Jahr auf die Sommermonate, die ihre Familie in ihrem Landsitz in Cornwall verbringen wird. Hier wo sich die Familie nie so richtig voneinander entfernt und ihr Zwillingsbruder immer in ihrer Nähe ist. Für ein paar Wochen gibt es keine Nanny, die ihr sagt wie sie sich zu verhalten hat und für einen kurzen Moment kann sie sich wie das Kind fühlen, was sie gerade aufhört zu sein.

Doch nach einem erschütternden Unfall verändert sich alles im Leben der vier Geschwister und nichts scheint jemals wieder genauso zu sein, wie es einmal war. Die Luft liegt voller Geheimnisse und Erinnerungen über die niemals jemand spricht.

Das Hörbuch zum Roman Black Rabbit Hall von Eve Chase.

Black Rabbit Hall ist der erste Roman von Eve Chase. In bedachten, atmosphärischen Worten beschreibt sie das Leben Ambers, ihre Erlebnisse und deren Auswirkungen. Dabei wirkt die Geschichte wie ein sich zurücksehnen in alte Zeiten. Denn nicht nur muss Amber mit dem Wandel innerhalb ihrer Familie zurechtkommen und gleichzeitig Erwachsen werden, der Roman – bzw. das dazugehörige Hörbuch – spielen in einer Zeit der Veränderungen. Angesiedelt in den 1960er-Jahren findet auch ein Wandel in der Gesellschaft statt. Viele andere Familien haben ihre Familiensitze bereits aufgegeben oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und auch Amber fragt sich wie lange ihre Familie weiter ein Leben führen kann, welches den alten Traditionen gewidmet ist, und sich dabei immer weiter von der modernen Welt entfernt.

Eingefasst wird diese Handlung von der Geschichte rund um Lorna und ihrem Verlobten Jon, die Jahrzehnte später das verlassen aussehende Gebäude finden, welches alle Menschen nur als Black Rabbit Hall bezeichnen. In diesen alten Gemäuern voller Geschichten möchte sie ihre Hochzeit feiern. Um mehr über das Haus zu erfahren begibt sie sich auf eine Reise, die endlich den Schleier der Vergangenheit lüften soll.

Gut zu folgende Stimme, störende Rahmenhandlung

Wie sich aus dem Titel bereits ableiten lässt habe ich nicht den Roman gelesen, sondern stattdessen das Hörbuch, gelesen von Anna Thalbach, angehört. Das Hörbuch ist, genauso wie die deutsche Fassung des Romans, in diesem Jahr erschienen. Mit einer Laufzeit von gut sieben Stunden handelt es sich um eine gekürzte Fassung des Romans, der gut 400 Seiten umfasst.

Die Stimme von Anna Thalbach ist sehr klar und man kann ihr gut in ihrer Erzählung folgen. Sie schafft es nur durch ihre Worte eine Grundspannung aufzubauen, mit der man ihr an den Lippen hängt. Einziger Punktabzug hier: Anna Thalbach imitiert Kinder auf eine wirklich absurd nervende Art und Weise. Ihre Stimme wird seltsam quäkig, unangenehm und erweckt den Eindruck von wirklich anstrengenden Kindern, die man wirklich nicht in seiner Nähe wissen möchte. Besonders während einer Beerdigungsszene wirkt dies mehr als nur unpassend, denn den Kindern scheint – wenn man der Geschichte folgt – durchaus klar zu sein, in welcher Situation sie sich befinden.

Ein weiterer Störfaktor dieses Hörbuchs, der nichts mit Frau Thalbach zu tun hat, ist die sonderbare Rahmenhandlung. Lorna ist besessen davon die perfekte Hochzeit auszurichten und muss dafür nicht irgendeinen Veranstaltungsort finden, sondern am besten ein Schloss. Und wenn dies bedeutet Urlaub zu nehmen, durchs halbe Land zu reisen und dem eigenen Verlobten ziemlich auf die Nerven zu gehen, so ist dies eben der Preis, den man für eine perfekte Hochzeit zahlen muss. Vielleicht ist Lorna im Roman weniger anstrengend, aber wenn es nach mir gehen würde, könnte man ihre komplette Handlung wegstreichen.

Sie ist das Klischee der hysterischen Braut. In ihrer fast schon unaufmerksamen Art, stolpert sie ein wenig in der Vergangenheit herum, interessiert sich dabei jedoch eher für sich selbst.

Ganz anders Amber, die eine wirklich spannende Figur ist, der man gerne beim Erwachsen werden zuhört und deren Schicksal tatsächlich kein leichtes ist. Dennoch wirkt sie in den 60er-Jahren etwas deplatziert, so als müsste ihre Handlung etwa 100 Jahre früher spielen. Sicherlich wird dies auch immer wieder thematisiert, aber die Handlung voller Sommerresidenzen, Jagden und Pelzmänteln, hätte sicherlich gut in eine andere Zeit gepasst.

Kurzweiliges Hörbuch mit leichten Schwierigkeiten

Alles in allem ist das Hörbuch zu Black Rabbit Hall deutlich gelungen. Anna Thalbach kann man sehr gut zuhören und es macht Spaß sich von ihr die Geschichte „vorlesen“ zu lassen. Auch die Hörbuchregie hat einen guten Job gemacht. Obwohl es sich um die gekürzte Fassung des Romans handelt wirkt es nicht so, als würde man Handlung verpassen oder als gäbe es Lücken innerhalb der Geschichte.

Dennoch packt mich die Handlung an sich nicht ganz. Ja, die Geschichte um Amber und ihre Familie ist sehr spannend und sie ist eine tolle Protagonistin, jedoch wird ihre Handlung von Lorna, der sonderbaren Verlobten, überschattet und eingerahmt. Würde die Geschichte sich nur um Amber drehen, würde ich den Roman sicherlich um einiges interessanter finden. So wird die wirklich gute Handlung immer wieder durch eine sehr mäßige unterbrochen, die die Geschichte auch einfach nicht braucht. Es benötigt keinem Anlass um über Ambers Leben und die Sommer auf Black Rabbit Hall zu berichten.

Somit bekommt das Hörbuch leider nur 2,5 Sterne von mir.

Black Rabbit Hall | Hörbuch | 7 h 13 min | Random House Audio | Bei Amazon kaufen


Das Hörbuch wurde mir von Random House Audio zur Verfügung gestellt. Nein, dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Wenn der Sommer endet: Jugendhorrorbuch zwischen Fantasie und Geistern

Immer wenn der Oktober beginnt und der Sommer zu Ende geht, passieren den Mitgliedern der Familie Morris sonderbare Unfälle. Alice fällt die Treppe herunter, Cara ertrinkt fast im Meer und Sam bricht sich den Arm. Aber das sind nur die harmlosen Unfälle. Die wirklich schlimmen sind es, über die niemand sprechen möchte.

Das Cover von Wenn der Sommer endet von Moira Fowly-Doyle. Auf Deutsch im cbt-Verlag erschienen.

In der Deutschen Fassung wurde das sehr passende Originalcover verwendet. Unter dem Schutzumschlag befindet sich ein türkises Buch mit schlichter, edler weißer Prägung.

Wenn der Sommer endet ist der erste Roman der Französisch-Irischen Autorin Moira Fowley-Doyle. Protagonistin des Romans ist die 17-jährige Cara Morris, der schon allerhand Unfälle in ihrem Leben passiert sind. Doch während jeder in ihrer Familie die „Dunkle Jahreszeit“ als eine Art Familienfluch betrachtet, gegen den man ohnehin nichts ausrichten kann, versucht sie zu ergründen warum diese Unfälle geschehen. Und dann verschwindet auch noch die schüchterne Mitschülerin Elsie und taucht plötzlich auf allen Fotos von Cara auf.

Unfälle passieren, Knochen brechen, Haut reißt, Blutergüsse sprießen.

Was diesen Roman so spannend macht und ihn vor allem von den meisten anderen Horrorgeschichten abhebt, ist die Tatsache, dass man im Laufe der Geschichte nicht genau weiß ob die Familie einfach zufällig in dieser Jahreszeit sehr ungeschickt ist, ob es sich um übernatürliche Ereignisse handelt oder Cara einfach eine blühende Fantasie hat. Ständig scheint sie irgendwo Geister zu sehen oder versucht Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen, die andere Menschen vielleicht einfach als Zufälle wahrnehmen würden.

Dass ihre beste Freundin als „Hexe“ der Schule bezeichnet wird, in ihrer Freizeit Tarotkarten legt und versucht Probleme – nunja – mit Kräutern und Magie zu lösen, tut Caras Einbildungskraft vielleicht auch nicht gut.

Simple Young Adult-Horrorgeschichte mit viel Spannung

Grundsätzlich ist das Buch relativ simpel geschrieben. Einige Formulierungen wiederholen sich viel zu häufig und wirken beim Lesen, als hätte Fowley-Doyle eine Sammlung von Wörtern und Phrasen für mysteriöse Situation erstellt, die sie nun in unterschiedlicher Reihenfolge aneinander reiht. Hierbei darf man jedoch zwei Dinge nicht vergessen: Zum einen handelt es sich um ihren ersten Roman, so dass sie ohnehin einen gewissen Welpenschutz geniest, und zum anderen habe ich nur die übersetze Fassung gelesen, bei der eventuell Formulierungen verändert, angepasst und ausgetauscht wurden. So oder so ließt sich die Deutsche Version an manchen Stellen zu bemüht jugendlich und kommt mit etwas zu wenigen unterschiedlichen Worten aus.

Es scheint, als lebte sie ihr Leben am Rande der Buchseiten. Sobald man die Seiten umgeblättert hat, ist sie vergessen.

Trotz aller sprachlicher Mängel, schafft es Fowley-Doyle jedoch eine sehr spannende Geschichte zu erzählen, die versucht nicht alle gängigen Horrorklischees aufzugreifen. Auch wenn man sich ab und an fragen muss, warum sich die Protagonisten dennoch, gerade wo sie wissen, dass zu dieser Jahreszeit immer Unfälle geschehen, so unvorsichtig verhalten. Wenn ich mir schon beim Durchqueren meines Zimmers Schnittwunden zufüge und meine Mutter daher das ganze Haus in Luftpolsterfolie, Kissen und Teppiche wickelt, dann betrete ich vielleicht nicht unbedingt eine morsche Brücke, ein einsturzgefährdetes Gebäude oder geh auf einem See spazieren. Aber vielleicht gehört es einfach zu einer Horrorgeschichte dazu, dass man den Protagonisten ab und an zurufen möchte: „Geh nicht in die dunkle Gasse, in der alle Menschen umgebracht wurden!“

Was das Buchs so besonders macht – und dafür sorgt, dass ich es gleich noch einmal lesen möchte – ist die Tatsache, dass man die einzelnen Situationen nicht richtig einschätzen kann. Zwar wird Cara, die Protagonistin, als sehr verträumt charakterisiert, dennoch ist es nicht nur sie, der sonderbare Zusammenhänge auffallen oder die mit merkwürdigen Personen in Kontakt tritt. Durch das gleichzeitige Vorhandensein von Geistern und deren gleichzeitige Abwesenheit wird eine Spannung erschaffen, die so nicht in vielen Büchern herrscht. Einziger Wermutstropfen der Handlung: Es musste natürlich eine Liebesgeschichte mit in das Buch gezwängt werden, die so gar nicht zu den restlichen Ereignissen passt. Aber auch dies scheint ein Young Adult-Klischee zu sein, um welches kaum ein Autor drum herum zu kommen scheint.

Abschließend kann ich jedem das Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist ein leichtes Jugendbuch mit einem ordentlichen Schuss Horror und Mystery. Der Schreibstil ist etwas simpel, aber meine Güte es muss ja nicht jeder Autor auf einen Nobelpreis hinarbeiten. Ein spannendes Sommerbuch.

Gebunden Ausgabe oder Kindle-Edition bei Amazon kaufen

Wenn der Sommer endet, Moira Fowley-Doyle, Deutsche Erstauflage: 2016 cbt Verlag, Englisches Original: The Accident Season 2015


Das Buch wurde mir von cbt zur Verfügung gestellt, dies hat nicht meine Meinung beeinflusst.

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Jane Eyre: Ein Hörspiel darüber sich selbst treu zu bleiben [Rezension]

Jane Eyre von Charlotte Brontë gehört wohl zu einem der bekanntesten Romane der Welt. Die Geschichte um das Waisenmädchen Jane und ihre unübliche Liebe, den Kampf sich selbst treu zu bleiben und gleichzeitig einen Platz in der Gesellschaft zu finden, ist in vielen Filmen, Büchern und Theaterstücken aufgegriffen worden. Zum 200. Geburtstags Brontës ist nun ein neues Hörspiel erschienen, welches versucht 400 Seiten Buch in vier Stunden zusammenzufassen.

Das Buch Jane von Charlott Bronte als Hörspiel auf drei CD's vom Hörverlag herausgegeben.

Zur Handlung von Jane Eyre

Die in drei Teilen erzählte Geschichte, handelt von Jane Eyre, deren Eltern früh gestorben sind. Zu ihrem vollen Unwillen wächst sie bei der Familie ihres Onkels – Mr. Reed – auf. Von ihrer Tante verachtet und ihren Cousinen und ihrem Cousin getriezt, wächst sie unglücklich und ungeliebt aus. Ihr Leben beginnt sich erst zum positiven zu wenden als sie in das kalte und von strengen Lehrern geführte Internat Lowood geschickt wird. Zwar erlebt sie dort sehr düstere Episoden ihres Lebens, dennoch erfährt sie dort das erste Mal was Freundschaft ist und lernt, dass es nicht ihre Schuld ist, dass ihre Tante sie nicht geliebt hat.

Nach dem Abschluss beginnt sie selbst als Lehrerin zu arbeiten und erhält bald eine Stelle als Gouvernante in einem Privathaushalt bei dem Adelige Mr. Rochester. Schon bald entwickelt Jane Gefühle für den sonderbaren Herrn von Thornfield, den sie weder attraktiv findet, noch als angenehme Person wahrnimmt. Und dennoch ertappt sie sich immer wieder dabei, wie sie ihm heimliche Blicke zuwirft und in Episoden der Eifersucht schwelgt. Auch fragt sie sich ob er für seine kleine, unscheinbare und vollkommen verarmte Hauslehrerin nicht auch mehr empfindet als er ihr verraten möchte.

Schon bald beginnt für Jane eine dritte Episode in ihrem Leben, in der sie zu sich selbst finden muss um der Person, die sie liebt, ebenbürtig gegenüber treten zu können, ohne sich selbst zu verlieren.

Eine gelungene Hörspieladaption

Gerade bei klassischen Romanen, ist es oft eine sehr große Herausforderung die vielen Themen und Ideen in eine gekürzte Fassung zu übertragen, ohne sie vollständig zu verlieren. In den letzten Jahren haben viele Regisseure und Drehbuchautoren dies probiert. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist die neuste Verfilmung mit Michael Fassbender und Mia Wasikowska aus dem Jahre 2011. In zwei Stunden wurde versucht möglichst viel der Stimmung des Buches einzufangen und vor allem durch große Bilder zu untermalen. Sehr zu Lasten von Janes Entwicklung, die eher am Rande stattfindet.

Mit fast vier Stunden Laufzeit hat das Hörspiel von Christian Ohaus, der schon früher Klassiker vertonte, doppelt so viel Zeit um Jane eine Charakter-Entwicklung einzuräumen. Zudem setzt er keinen Ausschließlichen Fokus auf die Thornfield-Episode, wie es so oft geschieht um die Liebesgeschichte vollkommen in den Vordergrund zu rücken, sondern erzählt in jeweils gleich langen Episoden von Janes Kindheit, ihrem Leben bei Mr. Rochester und ihrer Selbstfindung.

Erzählt wird die Geschichte, wie schon der Roman, aus Sicht Jane Eyres, gesprochen von Theaterschauspielerin Sascha Icks. Um eine Atmosphäre zu schaffen, die den Zuhörer direkt ins 19. Jahrhundert versetzt, wird die Erzählung immer wieder mit Posaunen und Percussion untermalt. Außerdem werden die Stimmen der anderen Romanfiguren entweder als klassischer Dialog oder im Hintergrund als Echo erklingende Stimme eingespielt. Dies geschieht vor allem wenn die junge Jane spricht oder die Erzählstimme ein bestimmtes Ereignis noch einmal reflektiert.

Besonders der Stimme von Icks kann man sehr gut folgen. Ihre ausdrucksstarke Stimme belebt die Figur der Jane Eyre und macht aus ihr eine selbstbewusste junge Frau, die lieber auf Liebe verzichtet, als sich selbst zu verraten. Auch Christian Redl überzeugt in seiner Rolle als Mr. Rochester. Die meisten anderen Figuren erscheinen immer eher kurz am Rand oder geben einige der bekannteren Zitate des Romans zum besten. Im Vordergrund bleibt dabei immer wieder Jane Eyre mit ihren Gedanken.

Sehr schönes Hörspiel für ruhige Abende

Ich weiß, dass ich mich in diesem Punkt wiederhole, aber Hörspiele sind einfach eine der besten Möglichkeiten um sich vollkommen zu entspannen. Dieses Hörspiel stellt da keine Ausnahme. Die angenehmen Stimmen der beiden Hauptsprecher und die leise Untermalung mit wenigen Instrumenten, bilden eine sehr harmonische Einheit, der man gut lauschen kann. Gleichzeitig werden alle Hauptthemen des Romans aufgegriffen und gleichsam ausführlich und spannend dargestellt. Damit zeigt dieses Hörspiel, dass es durchaus gelingen kann einen Klassiker ein wenig einzukürzen ohne die wichtigen Themen vollends zu verlieren. Vor allem zeigt dieses Jane Eyre-Hörspiel, dass es in dem Roman von Charlotte Brontë um mehr als nur eine ungleiche Liebe geht, sondern um die Entwicklung einer jungen Frau, die zu sich selbst findet.


Das Hörspiel ist erstmals 2005 als Koproduktion des SR, Deutschland Radio, NDR und Radio Bremen erschienen. Zum 200. Geburtstag von Charlotte Brontë wurde das Hörspiel von dem Hörverlag auf CD und als Download herausgegeben.

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Das Hörspiel wurde mir von Der Hörverlag zur Verfügung gestellt. Dies hat nicht meine Meinung beeinflusst.

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6 Monate – 20 Bücher – 1 Outfit am Rande [Outfitmittwoch]

Auf dem Bild zu sehen, die Bücher, die ich in der ersten Hälfte 2016 geschafft habe. Darunter die Luna Chroniken, ein paar Bücher von Rainbow Rowell & Haruki Murakami und ein paar Young Adult-Romane. Außerdem meine Ballett-Schuhe und meine Fuchstasse, denn was passt besser zu Bücher, als Tee?

Oh ja, ihr werdet vermutlich nie den Tag erleben, an dem ich wirklich wieder ein Outfitfoto an einem Mittwoch poste. Trotzdem kommen viele von euch Mittwochs hier hin. Heute gibt es zumindest am Rande so etwas wie ein Foto eines Outfits. Ich trage mein absolutes Lieblingskleidungsstück dieses Jahres: Einen Faltenrock von H&M. Ich liebe Faltenröcke. Vermutlich, weil sie mich immer etwas an Schuluniformen erinnern und ich als Kind, nachdem ich zunächst zu viele Folgen von Hanny und Nanny gesehen und später zu viele Harry Potter-Bücher gelesen habe, unbedingt eine Uniform tragen wollte. Dazu meine wunderbaren neuen Grinsekatzesocken (Primark), eine Leggings, da es immer noch super kalt ist, (ebenfalls Primark) und meine Ballettschuhe, weil ich damit angeben wollte, dass ich immer noch zum Ballett gehe und damit einen meiner eher aufwendigeren Vorsätze des Jahres einhalte.

Und wenn wir schon bei Vorsätzen sind, können wir auch gleich zu dem Hauptbestandteil dieses Fotos übergehen: Meinen Büchern. Oder eher einem Teil meiner Bücher, nämlich dem Teil, den ich bereits dieses Jahr gelesen habe. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen dieses Jahr zwölf Bücher zu lesen, nachdem ich letztes Jahr gerade so auf zehn gekommen bin. Ein Buch pro Monat erschien mir reichlich realistisch. Mittlerweile bin ich bei meinem einundzwanzigsten Buch angekommen. Meine Goodreads-Lesechallange habe ich also kurzerhand auf 45 Bücher aufgestockt – man soll sich ja anspruchsvolle Ziele setzen.

Deteialansicht der Bücher, die ich 2016 bisher gelesen habe. Darunter Südlich der Grenze Westlich der Sonne, The Love that Split the World, die To All the Boys I loved before-Reihe, Ich und Earl und das sterbende Mädchen, Disrupted, einige Werke von Murakami, Der Marsianer und die Luna Chroniken.

Foto: Screenshot von Goodreads „Your 2016 Challenge Books“

Ein genauer Blick auf die Bücher: Young Adult, Murakami und Technik

Naja, so oder so ähnlich ließen sich wohl die Bücher mehr oder weniger zusammenfassen. In chronologischer Reihenfolge habe ich dieses Jahr folgende Bücher gelesen:

Im Durchschnitt habe ich den Büchern knapp vier Sterne gegeben. Entweder bin ich nicht kritisch genug oder die Bücher waren wirklich alle sehr gut. Das müsst ihr jetzt entscheiden.

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Simply the (Papier)Rest: Ein DIY-Buch für Papierfans

Vermutlich jeder Mensch, der regelmäßig mit Papier bastelt kennt sie: Die Papierreste. „Sie lauern in den Schatten, sie ernähren sich von deiner Angst…“, um einmal Danny Phantom herbei zu zitieren. Immer fallen sie bei Bastelprojekten an, immer sind sie zu Schade um weggeworfen zu werden und nicht wirklich ausreichen für beinahe jede do it yourself-Anleitung. Statt einen wirklichen Zweck zu erfüllen, füllen diese Papierreste Schubladen, Kartons, bereits mit Papierresten verzierte Boxen oder sogar ganze Schränke.

Die DIY-Bloggerin Christin Pardun von Pfefferminzgrün kennt genau dieses Problem. Und da sie besonders viele Bastelprojekte erstellt, ist dieser Papierhaufen mittlerweile besonders groß. „Daraus sollte sich doch was basteln lassen.“, dachte sich die Kreativ-Bloggerin und erstellte kurzerhand einen Haufen Bastelanleitungen, die sich genau diesen Papierresten annehmen und aus ihnen Geschenke, Dekorationen und Accessoires zaubern.

Das Cover von Simply the (Papier)Rest, dem Bastelbuch für Papierfans.

In Simply the (Papier)Rest versammelt sie 18 Bastelanleitungen, die in sehr simpler und detaillierter Weise erklären wie man aus Papierresten beispielsweise Umschläge, eine Lampe, Schachteln für Urlaubserinnerungen und Picknickausstattung bastelt. Es ist bereits das zweite Bastelbuch Parduns, welches im EMF Verlag dieses Jahr erschienen ist.

Neben einem Foto des fertigen DIY-Projekts, enthält jede Anleitung einige Detailbilder, die die einzelnen Schritte näher erklären. Zudem sind die einzelnen Schritte wirklich sehr leicht verständlich beschrieben, so dass man die Anleitungen ohne Probleme nachbasteln kann.

Auch Accessoires lassen sich aus Papier basteln. So wie diese Papierkrone.

Auch Accessoires lassen sich aus Papier basteln. So wie diese Papierkrone. Nicht nur ein schönes DIY für Kinder. ;)

Der Schwierigkeitsgrad der Anleitungen ist alles in allem relativ einfach, so dass auch Anfänger die Projekte schnell nachbasteln können. An Materialien werden hauptsächlich Papierreste, Schere und Kleber verwendet. Ist ein Projekt einmal komplizierter und es werden Dinge benötigt, die man vielleicht nicht unbedingt zu Hause hat (eine Lochzange zum Beispiel), so werden potenzielle alternative Werkzeuge genannt, damit man sich nicht nur für ein Bastelprojekt ein Werkzeug kaufen muss, welches man später vielleicht nie wieder verwendet.

Was macht man aus sehr kleinen Papierresten? Geschenkanhänger!

Was macht man aus sehr kleinen Papierresten? Geschenkanhänger!

Ungewöhnliche Materialkombinationen: DIY’s, die um die Ecke denken

Etwas, was dieses Buch definitiv von anderen Papierbastelbüchern abhebt ist – einmal abgesehen auf die Fixierung auf Papierreste – der teilweise sehr ungewöhnliche Materialmix, den man vielleicht gar nicht bei Papierbastelprojekten vermuten würde. So kombiniert Pardun Stoff und Papier oder bringt Papier auf Porzellan auf.

Gerade der Fakt, dass sie die Papierreste nicht verwendet um daraus Karten, Collagen oder Notizbücher zu basteln – die Standard-Anleitungen, wenn man nach DIY-Projekten für Papierreste sucht –, die gut erklärten Anleitungen und das sehr liebevolle Design des Buches, machen dies zu einem sehr schönen DIY-Buch, welches sich wunderbar als Geschenk für Papierliebhaber eignet. Die Fotos sind allesamt sehr hell und harmonieren sehr schön mit dem pasteligen Buchlayout, welches das Buch jung und frisch wirken lässt.

Papier und Holz? Natürlich! Mit Papierresten lässt sich eine einfache Holzkommode schnell in einen Hingucker verwandeln.

Papier und Holz? Natürlich! Mit Papierresten lässt sich eine einfache Holzkommode schnell in einen Hingucker verwandeln.

Ich bin begeistert und freue mich auf viele, viele weitere Bastelprojekte von Christin Pardun. Das Buch könnt ihr übrigens unter anderem bei Amazon kaufen.


Das Buch wurde mir netter Weise vom EMF Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dies hat nicht mein Urteil beeinflusst.

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Kein Outfitfoto, etwas Geschwätz und viel Hurricane 2016

Oh, das hier wird wieder einer dieser Beiträge, bei dem ein Haufen Abonnenten abspringen, weil ich weder über Bücher, Film, DIY, Mode oder sonst etwas schreibe, über das ich sonst so schreibe. Heute bekommt ihr einen ‚klassischen‘ Blogeintrag.

Blog-Blabla

Kommen wir erst einmal zu einem Allgemeinen-Blabla rund um diesen Blog. Netter Weise hat sich der EMF Verlag bereit erklärt mich in seine Verteilerliste aufzunehmen. Ich könnte kaum glücklicher sein, denn ich liebe, liebe, liebe diesen süßen Kreativverlag, der besonders liebevoll gestaltete Koch- und Bastelbücher herausbringt. Wobei ‚Bastelbuch‘ schon fast ein wenig zu niedrig gegriffen ist. Er erklären ihre Bücher wie man mit sämtlichen auf der Erde erhältlichen Materialien kreative Dinge erstellt und das sowohl für Anfänger, als auch für Profis. Mein erstes Rezensionsexemplar habe ich bereits erhalten und nächsten Montag bekommt ihr hoffentlich die dazugehörige Rezension. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle für die nette Zusammenarbeit!

Auch von anderen Verlagen habe ich noch ein paar Bücher und Hörspiele herumliegen, die ich euch in nächster Zeit vorstellen werde. Hoffentlich werdet ihr also den Buchrezensionen nicht überdrüssig.

Wie euch schon vermutlich aufgefallen ist, gibt es wieder einmal, keinen Outfitmittwochbeitrag. Dies liegt schlicht und einfach an dem wirklich doofen Wetter und der Tatsache, dass ich nicht ewig Outfitfotos in meiner Wohnung schießen möchte. Irgendwie beginnt es immer dann zu regnen, wenn ich beschließe nach draußen zu gehen um ein paar Fotos zu machen. Also so viel dazu.

Außerdem arbeite ich gerade einem DIY-Artike, der eventuell eine kurze Reihe wird, und – passend zur Ferienzeit – an zwei Reiseartikeln, die hoffentlich bald fertig sind. Irgendwie unterschätze ich immer die Recherchearbeit. Huch!

Hurricane Festival 2016

Vor allem habe ich aber auch wieder mal ein Wochenende nicht zum schreiben nutzen können und dies aus dem einfachen Grund, dass das Hurricane Festival mal wieder stattfand. Wie schon in so vielen Jahren zuvor habe ich meine Luftmatratze und mein Zelt geschnappt und bin nach Scheeßel gepilgert.

Besonders witzig war bereits die Ankunft am Freitag, bei der mir einige Menschen entgegen kamen, die bereits abreisten. So gut war das Wetter in diesem Jahr. Und obwohl der Zeltplatz bei der Ankunft sehr, sehr matschig war, schien der Tag zumindest gut zu starten. Es war sehr sonnig und schwül und ich lief fleißig in einer kurzen Hose und einem Top herum, da es einfach viel zu warm für jegliche andere Kleidung war.

Am späten Nachmittag zogen dann die ersten Gewitter auf, die den Veranstalter zur ersten Räumung des Festivalgeländes bewegten. Zumindest hatten wir bis dahin schon Zebrahead (Punk) und Royal Republic (Rock’n’Roll) gesehen. Abends wurden die Konzerte kurzerhand etwas nach hinten verschoben und wir konnten noch einen Teil von The Hives (Selbstironie-Punk), ANNENMAYKANTEREIT (Indie-Pop) und Rammstein (Industrial) sehen.

Auf ANNENMAYKANTEREIT hatte ich mich wirklich sehr gefreut, da sie auch schon auf dem Apple Tree Garden-Festival sehr gut gewesen waren. Der Sänger war sichtlich überwältigt von den Menschenmassen, die ihm nun lauschten. Nichtsdestotrotz war dies eines der besten Konzerte des Festivals.

Rammstein sind natürlich absolute Profis, was Auftritte angeht. Das merkt man der Band in jedem Moment an, aber es macht sie eben auch soooooo gut, wie sie eben sind. Selbst wenn man mit der Musik an sich nichts anfangen kann, muss man die Show schon beeindruckend finden. Ich war zwar reichlich geschafft von dem Tag, aber ich konnte nicht anders als in meinen Gummistiefeln mitzuhoppsen.

Der Samstag viel dann wortwörtlich ins Wasser und mit ihm die Auftritte von Boy (Indie-Pop), The Offspring (Punk), Editors (Post-Punk, Elektro) und The Prodigy (Rave), auf die ich mich wirklich gefreut hatte. Der Tag begann schon recht sonderbar mit einer Nachricht der Mutter meines Freundes, die uns schrieb, dass es ja blöd sei, dass das Festival abgesagt wurde. Naja, zu solchen Nachrichten wird man gerne wach.

Die Realität sah dann doch etwas entspannter aus: Durch die starken Regenfälle der Nacht sollte der Einlass zum Festivalgelände etwas verschoben werden. „Weitere Infos gibt es auf Camp FM und in der App.“ Und hier lag dann das eigentliche Problem: Während wir im Regen im Zelt hockten hatten wir weder Radio- noch Internetempfang und mussten uns – wie schon vor drei Jahren – damit behelfen, dass wir Freunde zu Hause per SMS anschrieben und sie uns die neusten Nachrichten aus der App oder den Sozialen Netzwerken als SMS zusammenfassten.

Und während wir im Zelt hockten verschob sich der Einlass immer wieder, denn nach jeder trockenen Stunde, folgten mindestens zwei vollkommen durchnässte. Am Ende wurde der Tag aus Sicherheitsgründen dann abgesagt, damit Verletzte wie bei Rock am Ring vermieden werden konnten.

Der Sonntag brachte dann wieder Sonne und obwohl der Einlass leicht nach hinten verschoben werden musste – in der Nacht hatte es natürlich wieder geschüttet –, fanden die Sonntagskonzerte dann schließlich doch statt. Unser straffes Programm enthielt X Ambassadors (Alternativ), Highasakite (Indie-Pop, Elektro), ein wenig Tom Odell (Indie-Pop), The Subways (Rock), Bosse (Pop), The Wombats (Britpop), Prinz Pi (HipHop), etwas Deichkind (ähm Elektro-HipHop?!) und Mumford and Sons (Folk).

Besonders auf The Wombats (die ich schon zum zweiten Mal sehen durfte), Bosse und Mumford and Sons hab ich mich besonders gefreut. Leider war ich von Bosse mehr als unterwältigt. Also einmal den Text zu vergessen ist als langjähriger Künstler schon nicht so prima, aber beim dritten Mal bin ich demonstrativ weggegangen. Alles in allem wirkte der Auftritt so, als würde er ihn nicht wirklich ernst nehmen.

Ganz anders als bei den Wombats, deren Instrumente beim Regen nass geworden waren und die dennoch mit viel können diese Probleme überspielten. Ein wirklich tolles Konzert, ebenso wie Mumford and Sons.

Insgesamt war es, trotz Regen, ein wirklich tolles Festival, auch wenn die Musik dieses Jahre deutlich härter war. Während es in den letzten sechs Jahren eher Indie-Pop, mehr und mehr HipHop und etwas Alternativ gab, wurde dieses Jahr viel Punk und Industrial angeboten. Was ich persönlich etwas Schade finde, war doch bisher so etwas wie Rock am Ring eher der richtige Ort dafür. Ich bin gespannt, welche Bands nächstes Jahr da sein werden.