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Die besten Young Adult Bücher für deinen Sommer [Lesesommer / Sommerbücher]

Für den heutigen Sammlungssonntag bekommt ihr – ähm… naja… schon wieder… – eine Liste mit Büchern. Aber nicht irgendwelche Bücher, sondern Bücher, die man gut im Sommer lesen kann. Nicht alle der Bücher spielen gezwungenermaßen im Sommer, gehören alle jedoch eher zu der Kategorie „leichte Lektüre“.

Es gibt auch wieder einmal ein Video, indem ich dieses Mal etwas zu den Inhalten erzähle. Guckt es euch an! Außerdem findet ihr unten eine Liste der Bücher, die, wenn ich eine ich eine Rezension zu dem jeweiligen Buch geschrieben habe, mit einer Rezension verlinkt ist.

Oooooh, dass ist das erste Mal, dass ich ein Video mehr oder weniger komplett alleine geschnitten habe und ich bin ein bisschen stolz darauf. Leider war das Wetter doof und die Sonne ist so oft hinter den Wolken verschwunden, dass ich entweder überbelichtet wirke oder alles irgendwie grau aussieht. Args!

Wunderbare Sommerbücher für deine Lesesommer

Einzelne Bücher:

Reihen:
Rainbow Rowell

To all the boys I loved before

Die Luna Chronike

Harry Potter englische Komplettbox von Bloomsbury UK
[Bei Amazon kaufen]

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Black Rabbit Hall [Hörbuchrezension]

Der Geruch nach Bienenwachs, das Summen des Globusses, der Geschmack der Vergangenheit, salzig, köstlich auf der Zungenspitze – das ist Black Rabbit Hall.

Amber freut sich das ganze Jahr auf die Sommermonate, die ihre Familie in ihrem Landsitz in Cornwall verbringen wird. Hier wo sich die Familie nie so richtig voneinander entfernt und ihr Zwillingsbruder immer in ihrer Nähe ist. Für ein paar Wochen gibt es keine Nanny, die ihr sagt wie sie sich zu verhalten hat und für einen kurzen Moment kann sie sich wie das Kind fühlen, was sie gerade aufhört zu sein.

Doch nach einem erschütternden Unfall verändert sich alles im Leben der vier Geschwister und nichts scheint jemals wieder genauso zu sein, wie es einmal war. Die Luft liegt voller Geheimnisse und Erinnerungen über die niemals jemand spricht.

Das Hörbuch zum Roman Black Rabbit Hall von Eve Chase.

Black Rabbit Hall ist der erste Roman von Eve Chase. In bedachten, atmosphärischen Worten beschreibt sie das Leben Ambers, ihre Erlebnisse und deren Auswirkungen. Dabei wirkt die Geschichte wie ein sich zurücksehnen in alte Zeiten. Denn nicht nur muss Amber mit dem Wandel innerhalb ihrer Familie zurechtkommen und gleichzeitig Erwachsen werden, der Roman – bzw. das dazugehörige Hörbuch – spielen in einer Zeit der Veränderungen. Angesiedelt in den 1960er-Jahren findet auch ein Wandel in der Gesellschaft statt. Viele andere Familien haben ihre Familiensitze bereits aufgegeben oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und auch Amber fragt sich wie lange ihre Familie weiter ein Leben führen kann, welches den alten Traditionen gewidmet ist, und sich dabei immer weiter von der modernen Welt entfernt.

Eingefasst wird diese Handlung von der Geschichte rund um Lorna und ihrem Verlobten Jon, die Jahrzehnte später das verlassen aussehende Gebäude finden, welches alle Menschen nur als Black Rabbit Hall bezeichnen. In diesen alten Gemäuern voller Geschichten möchte sie ihre Hochzeit feiern. Um mehr über das Haus zu erfahren begibt sie sich auf eine Reise, die endlich den Schleier der Vergangenheit lüften soll.

Gut zu folgende Stimme, störende Rahmenhandlung

Wie sich aus dem Titel bereits ableiten lässt habe ich nicht den Roman gelesen, sondern stattdessen das Hörbuch, gelesen von Anna Thalbach, angehört. Das Hörbuch ist, genauso wie die deutsche Fassung des Romans, in diesem Jahr erschienen. Mit einer Laufzeit von gut sieben Stunden handelt es sich um eine gekürzte Fassung des Romans, der gut 400 Seiten umfasst.

Die Stimme von Anna Thalbach ist sehr klar und man kann ihr gut in ihrer Erzählung folgen. Sie schafft es nur durch ihre Worte eine Grundspannung aufzubauen, mit der man ihr an den Lippen hängt. Einziger Punktabzug hier: Anna Thalbach imitiert Kinder auf eine wirklich absurd nervende Art und Weise. Ihre Stimme wird seltsam quäkig, unangenehm und erweckt den Eindruck von wirklich anstrengenden Kindern, die man wirklich nicht in seiner Nähe wissen möchte. Besonders während einer Beerdigungsszene wirkt dies mehr als nur unpassend, denn den Kindern scheint – wenn man der Geschichte folgt – durchaus klar zu sein, in welcher Situation sie sich befinden.

Ein weiterer Störfaktor dieses Hörbuchs, der nichts mit Frau Thalbach zu tun hat, ist die sonderbare Rahmenhandlung. Lorna ist besessen davon die perfekte Hochzeit auszurichten und muss dafür nicht irgendeinen Veranstaltungsort finden, sondern am besten ein Schloss. Und wenn dies bedeutet Urlaub zu nehmen, durchs halbe Land zu reisen und dem eigenen Verlobten ziemlich auf die Nerven zu gehen, so ist dies eben der Preis, den man für eine perfekte Hochzeit zahlen muss. Vielleicht ist Lorna im Roman weniger anstrengend, aber wenn es nach mir gehen würde, könnte man ihre komplette Handlung wegstreichen.

Sie ist das Klischee der hysterischen Braut. In ihrer fast schon unaufmerksamen Art, stolpert sie ein wenig in der Vergangenheit herum, interessiert sich dabei jedoch eher für sich selbst.

Ganz anders Amber, die eine wirklich spannende Figur ist, der man gerne beim Erwachsen werden zuhört und deren Schicksal tatsächlich kein leichtes ist. Dennoch wirkt sie in den 60er-Jahren etwas deplatziert, so als müsste ihre Handlung etwa 100 Jahre früher spielen. Sicherlich wird dies auch immer wieder thematisiert, aber die Handlung voller Sommerresidenzen, Jagden und Pelzmänteln, hätte sicherlich gut in eine andere Zeit gepasst.

Kurzweiliges Hörbuch mit leichten Schwierigkeiten

Alles in allem ist das Hörbuch zu Black Rabbit Hall deutlich gelungen. Anna Thalbach kann man sehr gut zuhören und es macht Spaß sich von ihr die Geschichte „vorlesen“ zu lassen. Auch die Hörbuchregie hat einen guten Job gemacht. Obwohl es sich um die gekürzte Fassung des Romans handelt wirkt es nicht so, als würde man Handlung verpassen oder als gäbe es Lücken innerhalb der Geschichte.

Dennoch packt mich die Handlung an sich nicht ganz. Ja, die Geschichte um Amber und ihre Familie ist sehr spannend und sie ist eine tolle Protagonistin, jedoch wird ihre Handlung von Lorna, der sonderbaren Verlobten, überschattet und eingerahmt. Würde die Geschichte sich nur um Amber drehen, würde ich den Roman sicherlich um einiges interessanter finden. So wird die wirklich gute Handlung immer wieder durch eine sehr mäßige unterbrochen, die die Geschichte auch einfach nicht braucht. Es benötigt keinem Anlass um über Ambers Leben und die Sommer auf Black Rabbit Hall zu berichten.

Somit bekommt das Hörbuch leider nur 2,5 Sterne von mir.

Black Rabbit Hall | Hörbuch | 7 h 13 min | Random House Audio | Bei Amazon kaufen


Das Hörbuch wurde mir von Random House Audio zur Verfügung gestellt. Nein, dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Spring #13: Frauenbilder aus Deutschland und Indien [Review]

Das Spring Illustrationsmagazin von Mairisch geht in seine dreizehnte Runde und erzählt dieses Mal von Frauenbildern, -ideen und -problemen aus Deutschland und Indien. Wie gewohnt gibt es keine Artikel, sondern Comics und Illustrationen.

Das Cover des Spring Magazins Nummer 13 trägt, passend zum Titel The Elephant in the room, einen Elefanten auf dem Cover. Das Magazin ist im Mairisch Verlag erschienen.

Die Idee hinter Spring

Das seit 2004 einmal im Jahr erscheinende Spring Magazin versammelt für jede Ausgabe eine Gruppe verschiedener Illustratorinnen, Storytellerinnen und Zeichnerinnen, die einzeln oder gemeinsam sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen. Pro Ausgabe setzt sich das Team mit einer Idee oder einem Thema auseinander. Diese können „Wandlungen“, „Special Places“, „Verbrechen“ oder auch „Wunder“ sein. Immer geht es darum diese mit einem weiblichen Blick zu betrachten.

Spring #13: The Elephant in the room

Für die aktuelle Ausgabe ging es für acht deutsche Zeichnerinnen in die Nähe von Bangalore in eine Schriftstellerresidenz, wo sie auf acht ihrer indischen Kolleginnen trafen. Unter dem Titel „The Elephant in the Room“ beschäftigten sie sich mit Frauenbildern und gängigen Problemen von Frauen. Hierbei ging es weniger um die Frage von Gender Pay Gap, Genderunterschieden und ähnlichem, sondern viel mehr um die kleinen Dinge, die von Frauen erwartet werden und das moderne Frauenbild prägen.

Die Comics und Illustrationen beschäftigen sich daher mit Themen wie:

  • Warum reagiert die Gesellschaft so verwundert, wenn eine Frau keine Kinder haben möchte?
  • Braucht eine Frau einen Mann um glücklich zu sein?
  • Frauen und Karriere im Wandel der Zeit
  • Weibliche Körperbilder
  • Wieso wird von Frauen erwartet, dass sie einen BH tragen und sich komplett rasieren?

Darüber hinaus wird auch immer die Tatsache thematisiert, dass sie alle einen relativ unsicher Kreativjob gewählt haben und egal ob man aus Indien oder Deutschland kommt: Eltern erwarten mehr Sicherheit hinter einem Job, als ihn eine Illustratorinnenstelle scheinbar liefern kann.

Looking Up von Renshu Singh ist ein fein gezeichneter Comic, der ein indisches Leben in Braun- und Blautönen beschreibt.

Der Comic von Reshu Singh spricht über Vorbilder und fragt ob Vorbilder auch falsche Entscheidungen treffen können.

Bei allen Geschichten ist es sehr spannend, dass man sowohl bei der Themenauswahl oder den Zeichnungen nicht immer direkt sehen kann, ob es sich um eine indische oder deutsche Zeichnerin handelt. Viele Fragen scheinen unabhängig von unterschiedlichen Kulturen zu existieren und junge Frauen zu beschäftigen. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Comics die nur auf Grund dieser kulturellen Unterschiede entstehen konnten. Wie zum Beispiel die Geschichte „Looking up“, in der es um eine indische Großmutter geht, die lange das große Vorbild der Zeichnerin war, bis sie realisierte, dass ihre Großmutter eine relativ altmodische Einstellung zu Mädchen hatte und ihre Mutter dazu zu bewegen suchte mehr Kinder zu bekommen, damit sie endlich mindestens einen Sohn hätte.

Töchter ist ein Comic, der Scherenschnitt und Zeichnungen, oder lediglich nur Zeichnungen, die aussehen wie Scherenschnitte, mit der Frage nach dem idealen Beruf für kreative Menschen vermischt. Erzählt wird die Geschichte von Stephanie Wunderlich.

Stephanie Wunderlich spricht in ihrem Comic Töchter über ihre Kindheit, Berufsbilder oder finanzielle Sicherheit.

Oder auch die Geschichte „Töchter“, in der es unter anderem um eine Kindheit während der RAF-Attentate, Schlüsselkinder und die Frage ob ein sicherer Job besser ist als einer, der einen ausfüllt. Geprägt ist die Geschichte dabei vor allem von vielen sehr „Deutschen“ Ereignissen, die so nur ähnlich in anderen Kulturen geschehen konnten.

Es ist spannend zu sehen wie gleich viele weibliche Gesichtspunkte in zwei so unterschiedlichen Kulturen sind.

Illustrationen, Sprachbarrieren und Kooperationen

Die Illustrationen und Comics sind alle sehr, sehr unterschiedlich. Auch hierbei gilt: In vielen Fällen gibt es keinen „Deutschen-“ oder „Indischen“-Stil. Eher fällt in den Comics auf welche Form von Bekleidung die Figuren tragen um das Geschehen schnell einem der Länder zuordnen zu können. Natürlich ist auch Sprache ein fester Indikator für die Herkunft der Geschichten. Diese enthalten entweder Deutsche oder Englische Sprechblasen und zusätzlich Untertitel in der jeweils anderen Sprache.

Für die jeweiligen Illustrationen wurden so ziemlich alle Materialien verwendet, die man sich vorstellen kann. Aquarell-, Öl- und digitale Bilder finden sich in diesem Magazin, ebenso wie Scherenschnitte und Tinte.

Die meisten Themen werden in Form von Comics erzählt, während es zu manchen Ideen mehrere Einzelbilder gibt.

Anpu benutzt für ihren Comic Tusche um über leere Blätter und Katzen zu berichten. Der Comic Trapped von Anpu erzählt in wenigen Worten wie es sich anfühlt als kreativer Mensch auf ein weißes Blatt Papier zu starren.

Etwas Schade finde ich die Tatsache, dass keine der Geschichten in einer Kooperation entstanden zu sein scheint. Jede Zeichnerin erzählt ihren Standpunkt. Zwar in Absprache mit den anderen Illustratorinnen und von diesen inspiriert, dennoch arbeitet jeder an seiner eigenen Idee. Gemeinsam hätten sie sicherlich eine tolle Geschichte entwickeln können, in der sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstellen. Wie häufig hat man schon die Möglichkeit mit einer Indischen Zeichnerin zusammenzuarbeiten. Natürlich ist durch ihre gemeinsame Arbeit ein kohärentes Werk entstanden – keine Frage –, dennoch fehlt mir, dass sie zumindest ein ein oder zwei Geschichten zusammenarbeiten.

Spring #13: Fazit und Überblick

Alles in allem finde ich das Projekt hinter Spring super spannend. Den weiblichen Blick einzufangen ist keine leichte Aufgabe, gelingt diesen Zeichnerinnen jedoch fantastisch. Auch wenn mir nicht immer der Zeichenstil der Geschichten gefällt, schaffen sie es dennoch allesamt mit verschiedenen ästhetischen und kulturellen Blickwinkeln ein Thema wie role models – der erste Arbeitstitel der Ausgabe – zu betrachten und greifbar zu machen.

Gerade durch die Wahl einer so anders geprägten Kultur wie der indischen und der Auseinandersetzung mit den Erwartungen von modernen Frauen wird klar, dass wir alle gar nicht so verschieden sind und sich unsere Kulturen – ob nun zum Guten oder Schlechten – in vielen Fragen annähern, aber auch Grundfragen sind, die in allen Kulturen entstehen können.

Das sehr gelungene Magazin erscheint am 15. August im Mairisch Verlag.

250 Seiten | Deutsche / Englisch | Broschur | Vierfarbdruck | 20€

Es kann sowohl direkt bei Mairisch, als auch bei Amazon bestellt werden.


Das Magazin wurde mir vom Mairisch Verlag zur Verfügung gestellt. Nein, dies hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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Wenn der Sommer endet: Jugendhorrorbuch zwischen Fantasie und Geistern

Immer wenn der Oktober beginnt und der Sommer zu Ende geht, passieren den Mitgliedern der Familie Morris sonderbare Unfälle. Alice fällt die Treppe herunter, Cara ertrinkt fast im Meer und Sam bricht sich den Arm. Aber das sind nur die harmlosen Unfälle. Die wirklich schlimmen sind es, über die niemand sprechen möchte.

Das Cover von Wenn der Sommer endet von Moira Fowly-Doyle. Auf Deutsch im cbt-Verlag erschienen.

In der Deutschen Fassung wurde das sehr passende Originalcover verwendet. Unter dem Schutzumschlag befindet sich ein türkises Buch mit schlichter, edler weißer Prägung.

Wenn der Sommer endet ist der erste Roman der Französisch-Irischen Autorin Moira Fowley-Doyle. Protagonistin des Romans ist die 17-jährige Cara Morris, der schon allerhand Unfälle in ihrem Leben passiert sind. Doch während jeder in ihrer Familie die „Dunkle Jahreszeit“ als eine Art Familienfluch betrachtet, gegen den man ohnehin nichts ausrichten kann, versucht sie zu ergründen warum diese Unfälle geschehen. Und dann verschwindet auch noch die schüchterne Mitschülerin Elsie und taucht plötzlich auf allen Fotos von Cara auf.

Unfälle passieren, Knochen brechen, Haut reißt, Blutergüsse sprießen.

Was diesen Roman so spannend macht und ihn vor allem von den meisten anderen Horrorgeschichten abhebt, ist die Tatsache, dass man im Laufe der Geschichte nicht genau weiß ob die Familie einfach zufällig in dieser Jahreszeit sehr ungeschickt ist, ob es sich um übernatürliche Ereignisse handelt oder Cara einfach eine blühende Fantasie hat. Ständig scheint sie irgendwo Geister zu sehen oder versucht Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen, die andere Menschen vielleicht einfach als Zufälle wahrnehmen würden.

Dass ihre beste Freundin als „Hexe“ der Schule bezeichnet wird, in ihrer Freizeit Tarotkarten legt und versucht Probleme – nunja – mit Kräutern und Magie zu lösen, tut Caras Einbildungskraft vielleicht auch nicht gut.

Simple Young Adult-Horrorgeschichte mit viel Spannung

Grundsätzlich ist das Buch relativ simpel geschrieben. Einige Formulierungen wiederholen sich viel zu häufig und wirken beim Lesen, als hätte Fowley-Doyle eine Sammlung von Wörtern und Phrasen für mysteriöse Situation erstellt, die sie nun in unterschiedlicher Reihenfolge aneinander reiht. Hierbei darf man jedoch zwei Dinge nicht vergessen: Zum einen handelt es sich um ihren ersten Roman, so dass sie ohnehin einen gewissen Welpenschutz geniest, und zum anderen habe ich nur die übersetze Fassung gelesen, bei der eventuell Formulierungen verändert, angepasst und ausgetauscht wurden. So oder so ließt sich die Deutsche Version an manchen Stellen zu bemüht jugendlich und kommt mit etwas zu wenigen unterschiedlichen Worten aus.

Es scheint, als lebte sie ihr Leben am Rande der Buchseiten. Sobald man die Seiten umgeblättert hat, ist sie vergessen.

Trotz aller sprachlicher Mängel, schafft es Fowley-Doyle jedoch eine sehr spannende Geschichte zu erzählen, die versucht nicht alle gängigen Horrorklischees aufzugreifen. Auch wenn man sich ab und an fragen muss, warum sich die Protagonisten dennoch, gerade wo sie wissen, dass zu dieser Jahreszeit immer Unfälle geschehen, so unvorsichtig verhalten. Wenn ich mir schon beim Durchqueren meines Zimmers Schnittwunden zufüge und meine Mutter daher das ganze Haus in Luftpolsterfolie, Kissen und Teppiche wickelt, dann betrete ich vielleicht nicht unbedingt eine morsche Brücke, ein einsturzgefährdetes Gebäude oder geh auf einem See spazieren. Aber vielleicht gehört es einfach zu einer Horrorgeschichte dazu, dass man den Protagonisten ab und an zurufen möchte: „Geh nicht in die dunkle Gasse, in der alle Menschen umgebracht wurden!“

Was das Buchs so besonders macht – und dafür sorgt, dass ich es gleich noch einmal lesen möchte – ist die Tatsache, dass man die einzelnen Situationen nicht richtig einschätzen kann. Zwar wird Cara, die Protagonistin, als sehr verträumt charakterisiert, dennoch ist es nicht nur sie, der sonderbare Zusammenhänge auffallen oder die mit merkwürdigen Personen in Kontakt tritt. Durch das gleichzeitige Vorhandensein von Geistern und deren gleichzeitige Abwesenheit wird eine Spannung erschaffen, die so nicht in vielen Büchern herrscht. Einziger Wermutstropfen der Handlung: Es musste natürlich eine Liebesgeschichte mit in das Buch gezwängt werden, die so gar nicht zu den restlichen Ereignissen passt. Aber auch dies scheint ein Young Adult-Klischee zu sein, um welches kaum ein Autor drum herum zu kommen scheint.

Abschließend kann ich jedem das Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist ein leichtes Jugendbuch mit einem ordentlichen Schuss Horror und Mystery. Der Schreibstil ist etwas simpel, aber meine Güte es muss ja nicht jeder Autor auf einen Nobelpreis hinarbeiten. Ein spannendes Sommerbuch.

Gebunden Ausgabe oder Kindle-Edition bei Amazon kaufen

Wenn der Sommer endet, Moira Fowley-Doyle, Deutsche Erstauflage: 2016 cbt Verlag, Englisches Original: The Accident Season 2015


Das Buch wurde mir von cbt zur Verfügung gestellt, dies hat nicht meine Meinung beeinflusst.

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Jane Eyre: Ein Hörspiel darüber sich selbst treu zu bleiben [Rezension]

Jane Eyre von Charlotte Brontë gehört wohl zu einem der bekanntesten Romane der Welt. Die Geschichte um das Waisenmädchen Jane und ihre unübliche Liebe, den Kampf sich selbst treu zu bleiben und gleichzeitig einen Platz in der Gesellschaft zu finden, ist in vielen Filmen, Büchern und Theaterstücken aufgegriffen worden. Zum 200. Geburtstags Brontës ist nun ein neues Hörspiel erschienen, welches versucht 400 Seiten Buch in vier Stunden zusammenzufassen.

Das Buch Jane von Charlott Bronte als Hörspiel auf drei CD's vom Hörverlag herausgegeben.

Zur Handlung von Jane Eyre

Die in drei Teilen erzählte Geschichte, handelt von Jane Eyre, deren Eltern früh gestorben sind. Zu ihrem vollen Unwillen wächst sie bei der Familie ihres Onkels – Mr. Reed – auf. Von ihrer Tante verachtet und ihren Cousinen und ihrem Cousin getriezt, wächst sie unglücklich und ungeliebt aus. Ihr Leben beginnt sich erst zum positiven zu wenden als sie in das kalte und von strengen Lehrern geführte Internat Lowood geschickt wird. Zwar erlebt sie dort sehr düstere Episoden ihres Lebens, dennoch erfährt sie dort das erste Mal was Freundschaft ist und lernt, dass es nicht ihre Schuld ist, dass ihre Tante sie nicht geliebt hat.

Nach dem Abschluss beginnt sie selbst als Lehrerin zu arbeiten und erhält bald eine Stelle als Gouvernante in einem Privathaushalt bei dem Adelige Mr. Rochester. Schon bald entwickelt Jane Gefühle für den sonderbaren Herrn von Thornfield, den sie weder attraktiv findet, noch als angenehme Person wahrnimmt. Und dennoch ertappt sie sich immer wieder dabei, wie sie ihm heimliche Blicke zuwirft und in Episoden der Eifersucht schwelgt. Auch fragt sie sich ob er für seine kleine, unscheinbare und vollkommen verarmte Hauslehrerin nicht auch mehr empfindet als er ihr verraten möchte.

Schon bald beginnt für Jane eine dritte Episode in ihrem Leben, in der sie zu sich selbst finden muss um der Person, die sie liebt, ebenbürtig gegenüber treten zu können, ohne sich selbst zu verlieren.

Eine gelungene Hörspieladaption

Gerade bei klassischen Romanen, ist es oft eine sehr große Herausforderung die vielen Themen und Ideen in eine gekürzte Fassung zu übertragen, ohne sie vollständig zu verlieren. In den letzten Jahren haben viele Regisseure und Drehbuchautoren dies probiert. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist die neuste Verfilmung mit Michael Fassbender und Mia Wasikowska aus dem Jahre 2011. In zwei Stunden wurde versucht möglichst viel der Stimmung des Buches einzufangen und vor allem durch große Bilder zu untermalen. Sehr zu Lasten von Janes Entwicklung, die eher am Rande stattfindet.

Mit fast vier Stunden Laufzeit hat das Hörspiel von Christian Ohaus, der schon früher Klassiker vertonte, doppelt so viel Zeit um Jane eine Charakter-Entwicklung einzuräumen. Zudem setzt er keinen Ausschließlichen Fokus auf die Thornfield-Episode, wie es so oft geschieht um die Liebesgeschichte vollkommen in den Vordergrund zu rücken, sondern erzählt in jeweils gleich langen Episoden von Janes Kindheit, ihrem Leben bei Mr. Rochester und ihrer Selbstfindung.

Erzählt wird die Geschichte, wie schon der Roman, aus Sicht Jane Eyres, gesprochen von Theaterschauspielerin Sascha Icks. Um eine Atmosphäre zu schaffen, die den Zuhörer direkt ins 19. Jahrhundert versetzt, wird die Erzählung immer wieder mit Posaunen und Percussion untermalt. Außerdem werden die Stimmen der anderen Romanfiguren entweder als klassischer Dialog oder im Hintergrund als Echo erklingende Stimme eingespielt. Dies geschieht vor allem wenn die junge Jane spricht oder die Erzählstimme ein bestimmtes Ereignis noch einmal reflektiert.

Besonders der Stimme von Icks kann man sehr gut folgen. Ihre ausdrucksstarke Stimme belebt die Figur der Jane Eyre und macht aus ihr eine selbstbewusste junge Frau, die lieber auf Liebe verzichtet, als sich selbst zu verraten. Auch Christian Redl überzeugt in seiner Rolle als Mr. Rochester. Die meisten anderen Figuren erscheinen immer eher kurz am Rand oder geben einige der bekannteren Zitate des Romans zum besten. Im Vordergrund bleibt dabei immer wieder Jane Eyre mit ihren Gedanken.

Sehr schönes Hörspiel für ruhige Abende

Ich weiß, dass ich mich in diesem Punkt wiederhole, aber Hörspiele sind einfach eine der besten Möglichkeiten um sich vollkommen zu entspannen. Dieses Hörspiel stellt da keine Ausnahme. Die angenehmen Stimmen der beiden Hauptsprecher und die leise Untermalung mit wenigen Instrumenten, bilden eine sehr harmonische Einheit, der man gut lauschen kann. Gleichzeitig werden alle Hauptthemen des Romans aufgegriffen und gleichsam ausführlich und spannend dargestellt. Damit zeigt dieses Hörspiel, dass es durchaus gelingen kann einen Klassiker ein wenig einzukürzen ohne die wichtigen Themen vollends zu verlieren. Vor allem zeigt dieses Jane Eyre-Hörspiel, dass es in dem Roman von Charlotte Brontë um mehr als nur eine ungleiche Liebe geht, sondern um die Entwicklung einer jungen Frau, die zu sich selbst findet.


Das Hörspiel ist erstmals 2005 als Koproduktion des SR, Deutschland Radio, NDR und Radio Bremen erschienen. Zum 200. Geburtstag von Charlotte Brontë wurde das Hörspiel von dem Hörverlag auf CD und als Download herausgegeben.

Jetzt bei Amazon kaufen.

Das Hörspiel wurde mir von Der Hörverlag zur Verfügung gestellt. Dies hat nicht meine Meinung beeinflusst.

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Simply the (Papier)Rest: Ein DIY-Buch für Papierfans

Vermutlich jeder Mensch, der regelmäßig mit Papier bastelt kennt sie: Die Papierreste. „Sie lauern in den Schatten, sie ernähren sich von deiner Angst…“, um einmal Danny Phantom herbei zu zitieren. Immer fallen sie bei Bastelprojekten an, immer sind sie zu Schade um weggeworfen zu werden und nicht wirklich ausreichen für beinahe jede do it yourself-Anleitung. Statt einen wirklichen Zweck zu erfüllen, füllen diese Papierreste Schubladen, Kartons, bereits mit Papierresten verzierte Boxen oder sogar ganze Schränke.

Die DIY-Bloggerin Christin Pardun von Pfefferminzgrün kennt genau dieses Problem. Und da sie besonders viele Bastelprojekte erstellt, ist dieser Papierhaufen mittlerweile besonders groß. „Daraus sollte sich doch was basteln lassen.“, dachte sich die Kreativ-Bloggerin und erstellte kurzerhand einen Haufen Bastelanleitungen, die sich genau diesen Papierresten annehmen und aus ihnen Geschenke, Dekorationen und Accessoires zaubern.

Das Cover von Simply the (Papier)Rest, dem Bastelbuch für Papierfans.

In Simply the (Papier)Rest versammelt sie 18 Bastelanleitungen, die in sehr simpler und detaillierter Weise erklären wie man aus Papierresten beispielsweise Umschläge, eine Lampe, Schachteln für Urlaubserinnerungen und Picknickausstattung bastelt. Es ist bereits das zweite Bastelbuch Parduns, welches im EMF Verlag dieses Jahr erschienen ist.

Neben einem Foto des fertigen DIY-Projekts, enthält jede Anleitung einige Detailbilder, die die einzelnen Schritte näher erklären. Zudem sind die einzelnen Schritte wirklich sehr leicht verständlich beschrieben, so dass man die Anleitungen ohne Probleme nachbasteln kann.

Auch Accessoires lassen sich aus Papier basteln. So wie diese Papierkrone.

Auch Accessoires lassen sich aus Papier basteln. So wie diese Papierkrone. Nicht nur ein schönes DIY für Kinder. ;)

Der Schwierigkeitsgrad der Anleitungen ist alles in allem relativ einfach, so dass auch Anfänger die Projekte schnell nachbasteln können. An Materialien werden hauptsächlich Papierreste, Schere und Kleber verwendet. Ist ein Projekt einmal komplizierter und es werden Dinge benötigt, die man vielleicht nicht unbedingt zu Hause hat (eine Lochzange zum Beispiel), so werden potenzielle alternative Werkzeuge genannt, damit man sich nicht nur für ein Bastelprojekt ein Werkzeug kaufen muss, welches man später vielleicht nie wieder verwendet.

Was macht man aus sehr kleinen Papierresten? Geschenkanhänger!

Was macht man aus sehr kleinen Papierresten? Geschenkanhänger!

Ungewöhnliche Materialkombinationen: DIY’s, die um die Ecke denken

Etwas, was dieses Buch definitiv von anderen Papierbastelbüchern abhebt ist – einmal abgesehen auf die Fixierung auf Papierreste – der teilweise sehr ungewöhnliche Materialmix, den man vielleicht gar nicht bei Papierbastelprojekten vermuten würde. So kombiniert Pardun Stoff und Papier oder bringt Papier auf Porzellan auf.

Gerade der Fakt, dass sie die Papierreste nicht verwendet um daraus Karten, Collagen oder Notizbücher zu basteln – die Standard-Anleitungen, wenn man nach DIY-Projekten für Papierreste sucht –, die gut erklärten Anleitungen und das sehr liebevolle Design des Buches, machen dies zu einem sehr schönen DIY-Buch, welches sich wunderbar als Geschenk für Papierliebhaber eignet. Die Fotos sind allesamt sehr hell und harmonieren sehr schön mit dem pasteligen Buchlayout, welches das Buch jung und frisch wirken lässt.

Papier und Holz? Natürlich! Mit Papierresten lässt sich eine einfache Holzkommode schnell in einen Hingucker verwandeln.

Papier und Holz? Natürlich! Mit Papierresten lässt sich eine einfache Holzkommode schnell in einen Hingucker verwandeln.

Ich bin begeistert und freue mich auf viele, viele weitere Bastelprojekte von Christin Pardun. Das Buch könnt ihr übrigens unter anderem bei Amazon kaufen.


Das Buch wurde mir netter Weise vom EMF Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dies hat nicht mein Urteil beeinflusst.

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Die neue Pelican Shakespeare-Ausgabe: Eine Sammlung von wundervollen Buchcovern [SaSo]

Kann man Shakespeares-Werke in ein modernes Design kleiden ohne, dass es einen zu großen Bruch gibt? Genau vor dieser Frage stand das Team von Penguin Books, die zum 400. Geburtstag William Shakespeares die sogenannte Pelican-Edition in neuem Glanz erscheinen lassen wollten. Herausgekommen sind bisher zehn sehr bezaubernde, moderne Ausgaben, die um 30 weitere nach und nach erweitert werden.

Ein Teil der Cover der Neuauflage der Shakespeare Pelican-Edition.

Alle Bilder von Penguin Books

Die Cover kombinieren berühmte Motive aus den jeweiligen Geschichten mit kleinen Details für diejenigen, die die Texte bereits kennen. Das Cover für Romeo & Julia wird beispielsweise von zwei Särgen geziert. Auf dem Cover von Was ihr wollt sehen wir Viola in ihrer Doppelrolle und auf dem Cover von Hamlet spukt der Geist von Hamlets Vater. Auf den Rückseiten findet such jeweils ein ergänzendes Bild, welches die Handlung der Vorderseite weiterführt. Auf der Rückseite von Hamlet finden wir zum Beispiel Ophelia.

Designt wurden die neuen Ausgaben von Manuja Waldia, einer recht jungen Designerin, die erst vor kurzem ihr Studium beendet hat. Besonders ihre „An icon a day“-Kategorie gefiel dem Team von Penguin besonders, da sie auch dort mit minimalistischen Mitteln Handlungen und Ereignisse darstellte.

Was haltet ihr von der neuen Ausgabe? Ist sie euch zu modern oder seit ihr genauso verzückt wie ich?

Weitere Informationen zur Pelican Ausgabe findet ihr übrigens auf penguinrandomhouse.com

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Südlich der Grenze, westlich der Sonne: Eine Murakami Liebesgeschichte

Südlich der Grenze, westlich der Sonne von Haruki Murakami ist die Neuübersetzung von Gefährliche Geliebte.

Haruki Murakamis Gefährliche Geliebte gehört in Deutschland zu einem seiner umstrittensten Romane. Und dies liegt nicht allein, an der widerspenstigen Liebesgeschichte, die erzählt wird, sondern vor allem an der Reise die der Roman durchmachen musste um in seiner heutigen Form publiziert zu werden.

Eine Roman über vertane Chancen

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wird Hajime geboren. Er lebt ein unaufgeregtes Leben im Japan der 1950er Jahre und erlebt die Heftigkeit der Studentenproteste mit einer seltsamen Gleichgültigkeit. Nie schaft er es wirklich enge Freunde zu finden oder eine Beziehung lange zu erhalten. Man könnte gar sagen, dass Menschen ihn langweilen.

Die einzige Person mit der er jemals eine wirkliche Freundschaft pflegte war seine Kindheitsfreundin Shimamoto. Das hinkende Mädchen, mit welchem er sich nur anfreundete, weil es sein Lehrer von ihm verlangte, war die einzige Vertraute, die er jemals hatte und mit der er über alles sprechen konnte. Doch nachdem seine Familie umzog, verloren sich die beiden aus den Augen.

Nun mit 36, als glücklicher Familienvater, taucht sie plötzlich in seiner Bar auf und zeigt ihm auf, wie das Leben hätte sein können, wenn sie sich nicht aus den Augen verloren hätten. Und mit jeder ihrer Begegnungen wird für ihn die Frage danach, ob sein Leben aus einer Ansammlung verpasster Chancen und Möglichkeiten besteht größer.

Die komplizierte Irrfahrt von Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Bereits im Jahre 2000 wurde die damals noch umbenannte Gefährliche Geliebte von Murakami veröffentlicht. Schon damals galt er vieler Orts als einer der Anwärter für einen Nobelpreis, eine Einschätzung, die einige deutsche Feuilletonisten nicht gerade teilten und die unter anderem dafür sorgte, dass Sigrid Löffler nach einer heftigen Debatte mit Marcel Reich-Ranicki das Literarische Quartett verließ.

Ausgelöst wurde dieser Streit vor allem dadurch, dass einigen Kritikern die Sprache zu herb und unangemessen war. Während in dem Roman von Liebe, Tod und Verlangen gesprochen wurde, benutzte Murakami gleichzeitig scheinbar Wörter wie „vögeln“ und andere platte Ausdrücke um Handlungen zu beschreiben.

Während dies eher dafür sorgte, dass Kritiker etwas verwirrt waren und diese Wortwahl nicht wirklich zu den neueren Werken Murakamis zu passen schien, die eher durch eine starke Feinfühligkeit und sehr gewählte Wortwahl überzeugen, lag das Problem an einer ganz anderen Stelle: Der Roman wurde nicht aus dem Japanischen, sondern aus einer sehr vereinfachten Amerikanischen Fassung übersetzt. In dieser ging es nicht so sehr darum den Sprachrhythmus Murakamis wiederzugeben, sondern den Text dem amerikanischen Publikum möglichst leicht zugänglich zu machen.

„Wahrscheinlich fühlten wir beide, dass wir noch unfertige Geschöpfe waren, auf der Suche nach einem neuen, zu erreichenden Etwas, das uns erfüllen und vervollkommnen würde. Zeh Sekunden lang standen wir Hand in Hand vor dem Tor zu diesem Neuen. Nur wir beide. Im Schein eines trüben, flackernden Lichts.“
– Harumi Murakami, Südlich der Grenze, westlich der Sonne, Ende des ersten Kapitels

Ein typischer Fall von Lost in Translation, bei dem der Sinn und die Wortwahl bei der Übersetzung vom Japanischen ins Englische ins Deutsche einfach verloren gegen war. Und während sich zwischen den Worten erahnen lies, dass es sich um eine tiefgehenden Liebesgeschichte handelte, wurde diese durch Worte zerstört und überlagert, die nicht der Situation angemessen schienen.

Erst 2013, nachdem Ursula Gräfe bereits einige Werke Murakamis aus dem Japanischen übersetzt und neu übersetzt hatte, wurde auch die Gefährliche Geliebte, wie der Roman bis dahin hieß, neu übersetzt. Jetzt ist auch die Taschenbuchversion im btb-Verlag erschien.

Eine unpassende Liebesgeschichte und ein unsympathischer Protagonist

Man mag über dieses Buch sagen was man will, aber Hajime, der Protagonist, ist ein ziemlich mieser, arroganter Mensch. Seine erste Beziehung scheitert, weil er seine Oberschul-Freundin mehr oder weniger zum Sex drängen möchte. Als diese ihn immer wieder abweist, beginnt er kurzerhand eine Affaire mit ihrer Cousine. Auch in späteren Jahren ist er nicht wirklich eine treue Seele und man wundert sich, warum er kaum ein Problem damit hat seine Freundinnen oder später seine Frau zu betrügen.

Erst als plötzlich seine Kindheitsfreundin vor ihm steht und er sich auf immer neue Treffen mit ihr einlässt und sich dadurch auch emotional an sie bindet, beginnt er seiner Familie gegenüber ein schlechtes Gewissen zu entwickeln.

Doch auch mit diesem deutlich unsympathischen Protagonisten, der kaum selbst fassen kann, dass ihn sein Karma noch nicht eingeholt hat, ist dies eine wirklich schöne und sanfte Liebesgeschichte, die sich immer wieder mit der Frage beschäftigt: „Was wäre wenn?“

Was wäre gewesen, wenn er und Shimamoto sich auch nach seinem Umzug weiter getroffen hätten? Was wäre gewesen, wenn sie ihn hätte besuchen können? Was wäre gewesen, wenn er sie auf der Straße angesprochen hätte? Was, wenn, was, wenn,… ?

Immer wieder überkreuzen sich die Wege der beiden und dennoch scheint es das Schicksal nicht mit ihnen gut zu meinen, denn nie schaffen sie es den anderen zu erreichen, sei es durch fehlenden Mut oder durch wirkliche Hindernisse.

Sanft beschreibt Murakami, wie sich Hajime immer wieder neu in Shimamoto verliebt oder sich vielleicht auch niemals wirklich entliebt hat. Er erzählt die Geschichte in Hajimes Worten und aus seiner Sicht. Er beschreibt die wundervolle Liebe seines Lebens, die er nie wirklich zu erreichen scheint und die nun zum greifen nah vor ihm steht.

Und obwohl die wirklich gut gewählten Worte eine wirklich schöne Liebe beschreiben, wirken sie doch gleichzeitig berechnend. Sie wirken als würde sich Hajime zu rechtfertigen suchen. Als bräuchte es für ihn 224 Seiten um zu beschreiben, warum er seine Frau emotional betrügen möchte und weshalb es für ihn okay ist dadurch seine Familie und seine gesamte Existenz aufs Spiel zu setzen.

In seiner Erzählweise ein sehr unmukamiesker Roman

Auch wenn sich die Worte und Beschreibungen wie eines von Murakamis Werken lesen, so fehlt das vollkommen absurde Momentum, indem Shimamoto plötzlich nur noch ein Geist aus der Vergangenheit ist, der nicht nur im übertragenen Sinne ein ‚Geist der Vergangenheit‘ darstellt, sondern wortwörtlich zurückgekommen ist um Hajime etwas wichtiges vor Augen zu führen.

Gerade deshalb, weil Murakami in Südlich der Grenze, westlich der Sonne lediglich mit seiner Wortgewalt und den großen Metaphern für Leben und Tod, Liebe und Verlangen hantiert, ist dies einer seiner am leichtesten zugänglichen Romane. Die Liebesgeschichte fühlt sich vollkommen deplatziert an und gleichsam kann sie nur deshalb so intensiv wirken, weil sie zur vollkommen falschen Zeit sich entfaltet. Und auch wenn Hajime vermutlich der unsympathischste von Murakamis Protagonisten ist – und ja, dies schließt auch Kafka aus Kafka am Strand mit seiner eigenartigen Liebesgeschichte ein –, schafft er es dennoch die Geschichte so zu erzählen, dass man mit ihm mitfiebert und sich fragt, wann es endlich wieder anfängt zu regnen und Shimamoto zurückkommt.


★★★★☆ Südlich der Grenze, westlich der Sonne ist als Taschenbuch 2015 bei btb erschienen und kann unter anderem bei Amazon kaufen.

Das Buch wurde mir freudnlicher Weise von btb zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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„Haben Sie Young Adult-Bücher?“ – „Young-Was?“

Die Unterscheidung zwischen Jugendbuch und Young Adult oder auch YA wird in Deutschland noch gar nicht so lange getroffen, was die Schwierigkeit vieler Buchhändler erklärt die Bücher irgendwie sinnvoll einzuordnen. Aber warum ist die Einordnung so schwierig und was sind überhaupt Unterschiede zwischen den beiden Genres?

Young Adult Bücher

Young Adult vs. Jugendbuch: Eine Sprachliche und historische Annäherung

Betrachtet man die beiden Begriffe rein sprachlich, so stehen beide für junge Literatur, die sich vor allem an Jugendliche richtet. Während es im Englischen nur einen Begriff für diesen Bereich gibt – eben Young Adult – und dieser von den Kategorien Childrens Book und New Adult – worauf ich später kurz zu sprechen kommen werde – eingerahmt wird, trift das Deutsche Verlagswesen mittlerweile eine deutliche Unterscheidung zwischen dem klassischen Jugendbuch, welches sich an 12-18 Jährige Leser richtet, und den Romanen, die sich an Young Adults, also junge Erwachsene richten.

Doch warum ist es überhaupt notwendig eine Unterscheidung zwischen den beiden Kategorien im Deutschen aufzubauen, wenn sie in der Englischen Variante eben sowieso einer Kategorie entsprechen? Um diese Frage sinnvoll beantworten zu können, muss man sich die historische Entwicklung des Jugendbuches angucken. Während es schon früh Romane gab, die sich an Junge Erwachsene richteten, gab es dennoch lange Zeit keine klare Unterscheidung zwischen Romanen für Jugendliche und Erwachsenen und erst viel viel später überhaupt die Überlegung, dass es zwischen diesen beiden Gruppen eine weitere Leserschaft geben könnte, die irgendwie zwischen ihnen steht.

Laut einem Artikel der American Library Association gibt es den Begriff der Young Adult-Literatur seit den 1960er Jahren. Damals entstehen viele Romane, die sich explizit mit Themen rund um Probleme und Fragen von Jugendlichen beschäftigen. Die Leserschaft ist etwa 12-18 Jahre alt, die Autoren deutlich, deutlich älter. Angesprochen werden Themen wie Freundschaft, Gefühlsleben, Familienprobleme und Ähnliches.

Mit seiner Tiefe grenzt sich das Genre deutlich vom Kinderbuch ab, bleibt jedoch thematisch weit von denen der gewöhnlichen Romane entfernt, in denen es um Erwachsene und ihre Probleme geht. Die Protagonisten sind selber genauso jung wie die Leser und damit weit entfernt davon eine eigenen Scheidung durchzumachen oder über einen Jobwechsel nachzudenken.

Als ein Vorreiter dieser Bewegung kann zum Beispiel Der Fänger im Roggen genannt werden, auch wenn er natürlich bereits in den 1950er-Jahren und somit vor der Entstehung des Genrebegriffs entstanden ist. Geht man weiter zurück, zu den Anfängen der Romanbewegung, wird man immer wieder feststellen, dass hier Romane entstanden sind, die sich an ein eher jüngeres Publikum richten, ohne, dass diese zu einem konkreten Genres zusammengefasst wurden. Die Leides des jungen Werthers oder vielleicht sogar die Werke Jane Austens richten sich beide an sehr junge Menschen. So wundert es kaum, dass es bereits im Jahre 1802 eine Definition von Sarah Trimmer gab, die junge Erwachsene im Alter von 14-21 als eine potenzielle Leserschaft zusammenfasste.

Das Überraschende an dieser Definition: Sie fast junge Erwachsene wortwörtlich als junge Erwachsene zusammen, also Menschen die dabei sind Erwachsen zu werden oder diesen Zustand soeben erreicht haben. Ganz anders als die Beschreibung aus den 1960er-Jahren, die vom Verlagswesen festgelegt wurde, und bei der es sich ausschließlich um Jugendliche oder teenager handelt, die schon bei zwölfjährigen beginnt, aber spätestens mit dem Alter von 18 aufhört. Die Idee der Verlage dahinter: Kinder in diesem Zeitabschnitt teilen die meisten Interessen. Leser die älter sind wenden sich eher den Romanen für Erwachsene zu.

Und diese Definition hatte lange Bestand, auch weil Verlage viele Romanvorschläge ablehnten, die sich an ein Zielpublikum richtete, welches vielleicht eher in einer Übergangsphase zwischen Kind und Erwachsenem steckt. Doch wie so viele Umbrüche, begann auch in der Literatur ein Wandel in den 1990er Jahren. In Umfragen stellte man fest, dass auch Menschen bis mindestens 25 noch Jugendbücher lasen und sich als young adults definierten. Schließlich befassten sie sich häufig noch stark mit Themen, die dem des High School Lebens mehr ähnelten, als denen der eigentlichen Erwachsenen. Für sie ging es mehr um die erste Liebe, als um Hochzeit, Ehe und Scheidung.

Genreumdenken durch Kinohits und Selfpublisher

Zögerlich begannen erste Verlage also nun auch Geschichten ins Programm zu nehmen, die sich vielleicht eher an 18-21 Jährige Leser richteten oder in denen düstere Themen behandelt wurden. 1997 veröffentlichte der am Rande der Existenz stehende Verlag Bloomsbury in sehr kleiner Auflage ein Jugendbuch, welches den Markt vollkommen umkrempeln sollte. Der zunächst auf England beschränkte Erfolg von J.K. Rowlings Romanreihe Harry Potter breitete sich bald auf der ganzen Welt aus und wurde durch die Kinofilme weiter verstärkt. Was dieser Roman deutlich zeigte: Jugendbücher werden in einem weitaus größerem Rahmen von Menschen über 25 konsumiert, als es Verlage jemals gedacht hätten. Bald wurde dies auch durch neuerliche Studien immer wieder bestätigt, die sogar darauf hinwiesen, dass Leser die über 50 waren noch young adult-Bücher konsumierten.

Ein Fakt, den viele Verlage nicht wirklich erklären konnten und der vor allem nicht in das feste Schubladendenken ihrer Programme passte. Noch weniger schienen die Buchhändler mit den nun entstehenden Publikationen anfangen zu können, die nicht wirklich in das Kinderbuchregal, aber eben auch nicht in die Abteilung für Erwachsene Literatur passte. Und so wurden die Bücher entweder gar nicht ins Sortiment aufgenommen oder auf irgendeinem Tisch mit anderen uneinordbaren Büchern zusammengefasst.

Doch mit dem Beginn der 2000er-Jahre waren Leser nicht mehr darauf angewiesen ein Buch im lokalen Buchhandel finden zu müssen. Das 1994 gegründete Internetunternehmen Amazon begann 1995 Bücher über das Internet zu verkaufen. Ab 1998 konnten auch in Deutschland erste Bücher über die Seite bestellt werden. Bald schon kauften immer mehr Menschen ihre Bücher online und nicht nur das: Mit dem Kindle konnte man ab 2007 nun sogar sehr einfach Bücher als E-Book lesen.

Dabei waren es vor allem die Selfpublisher, die das E-Book schnell für sich entdeckten. Über ePubli können hierzulande beispielsweise Bücher seit 2008 veröffentlicht werden. Das veröffentlichen von eigenen Büchern bot damals wie heute Autoren die Chance Bücher zu veröffentlichen, die von Verlagen bis dato nicht etwa wegen mangelnder Qualität, sondern auf Grund von mangelnder Einordbarkeit abgelehnt worden waren. Ein Schicksal, welches 1997 beinahe dazu geführt hätte, dass Harry Potter nicht veröffentlicht worden wäre.

Mittlerweile bekannte und von Verlagen unter Vertrag genommene YA-Autoren wie K.A. Tucker oder Amanda Hocking haben beide als Selfpublisher angefangen. Erst als ihre Bücher sich sehr gut verkauften – Hocking verkaufte beispielsweise Bücher im Wert von über 2 Millionen Dollar – wurden Verlage auf sie aufmerksam. Die Tatsache, dass sich Bücher verkauften, von denen Verlage jahrelang gesagt hatten, dass es für sie einfach keinen Markt gebe, sorgten für ein massives Umdenken im Verlagswesen.

Auch Kinoerfolge wie Twilight oder die Hunger Games-Serie zeigten noch einmal deutlich, dass der Bereich der Young Adult-Literatur Anhänger aus allen Altersgruppen begeistern kann, dadurch aber auch Themen ansprechen kann, die bis dahin nicht zu dem Genre zu passen schienen.

Auch der Bereich der New Adult-Texte wurde in diesem Zusammenhang deutlich erweitert. Er richtet sich eher an Leser, die etwa mindestens Anfang oder Mitte 20 sind und thematisiert stärker Themen wie Sex, Unileben oder den ersten Job. Der Roman 50 Shades of Grey, der ebenfalls ein erfolgreiches Beispiel für Selfpublishing ist, kann diesem Genre zugeordnet werden, da es die 21-Jährige Protagonistin auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden begleitet.

Und wo finde ich Young Adult-Bücher jetzt in der Buchhandlung?

Heute zeigt sich deutlich, dass YA deutlich von Lesern aller Altersgruppen gefordert wird. Laut einer Statistaauswertung hat sich der Anteil an Verkauften Kinder- und Jugendbüchern am Gesamtbüchermarkt von 2004 bis 2015 von 13% auf 18% erhöht. Natürlich umfast dieser Bereich sehr viel mehr als nur die Young Adult-Bücher, doch kann man den Anstieg der Verkaufszahlen durchaus mit dem Erfolg der YA-Bücher in Verbindung bringen. 2011 gab es zum Beispiel einen rasanten Anstieg. Zu diesem Zeitpunkt wurde der letzte Band der Hunger Games-Trilogie in Deutschland veröffentlicht und auch der letzte Twilight-Film lief gerade im Kino. Auch die Maze Runner-Reihe wurde ab diesem Jahr in Deutschland veröffentlicht.

Auch auf der LitBlog Convention – einer Veranstaltung für Buchblogger, die unter anderem von Dumont, Egmont und Bastei Lübbe veranstaltet wurde – wurde das Thema heftig diskutiert. In dem Workshop „A difference a word makes“ ging es vor allem um den Unterschied zwischen Young Adult– und New Adult-Texten aber auch darum, wie LYX beschlossen hat das Angebot der gewöhnlichen Jugendbücher (12-18 Jahre) um den Bereich YA (14-21 Jahre – wir erinnern uns, dass war bereits die Definition von Trimmer aus dem Jahre 1802) zu erweitern. Auch hier hieß es lange, dass es für die Bücher einfach keine Leserschaft geben würde. Außerdem passten viele der Themen – Sex und Gewalt – nicht in das Bild, welches man von jugendlichen Lesern hatte. Schließlich sollten diese vor Gewaltszenen beschützt werden. Spätestens mit den Hunger Games sollte diese Definition wohl aber der Vergangenheit angehören.

das Verlage wie LYX nun anfangen ihr Angebot zu erweitern stellt die Buchhändler gerade vor ein ernstes Problem, denn wo sollen die Bücher eingeordnet werden? Wie schon bei der ersten ‚Revolution‘ der YA-Literatur in den 1990er-Jahren, gibt es auch heute keinen Wirklich Ort für diese Literatur. In die Kinderabteilung passen sie nicht wirklich und auch nicht zu den Erwachsenen Regalen. Oft werden sie daher also nach Lust und Laune nach Handlungsgenre oder eventuell doch nach Alter der Protagonisten einem Regal zugeordnet. Das Suchen nach einem Roman aus dem YA-Bereich gleicht daher in vielen Buchhandlungen eher einer Schnitzeljagd. Bis es endlich ein eigenes Regal für Young Adult-Bücher gibt, werde ich weiterhin orientierungslos herumirren, nur um dann festzustellen, dass es keinen der Romane auf meiner Leseliste gibt, da die Buchhandlung keinen der Titel bestellt hat, denn es gibt in vielen Köpfen der Buchhändler immer noch keinen Platz oder eine Leserschaft für die sonderbare Zielgruppe der jungen Erwachsenen.

Lest ihr YA-Literatur? Kauft ihr sie online oder in einer Buchhandlung?

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Scandi do it yourself: Das skandinavische Bastelbuch [Review]

Scandi Do it Yourself: Das skandinavische Bastelbuch.

Skandinavische Einrichtung und Deko steht für Minimalismus, klare Linien und dekorative Einfachheit. Alles Elemente die Astrid Algermissen in ihrem DIY-Blog CreativLIVE vereint. Nun ist ihr erstes Bastelbuch Scandi Do it yourself im DVA-Verlag erschienen.

Inhaltsverzeichnis von Scandi Do it yourself: Basteln mit Glas, Holz und vielen weiteren Materialien.

Basteln mit allen Materialien des Haushalts

Gebastelt wird im Buch mit fast allen nur denkbaren Materialen. Diese bilden auch das Ordnungssystem des Buches und sind unterteilt in Glas, Holz, Metall, Papier, Plastik, Stein & Keramik und Stoff & Leder. Aus diese werden vor allem kleine Dekogegenstände wie Dosen und dekorative Gläser gebastelt, aber auch Möbel und Lampen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Jede Anleitung ist in etwa gleich aufgebaut und enthält zum einen die benötigten Materialen und Werkzeuge, eine Angabe zum Schwierigkeitsgrad und zur benötigten Zeit. Besonders schön ist hierbei, dass viele Materialen verwendet werden, die man ohnehin zu Hause hat oder die wenig kosten. Auch die Werkzeuge beschränken sich meist auf so etwas wie Klebeband oder eine Schere.

Die eigentliche Anleitung beschreibt in wenigen Schritten wie man zum Beispiel aus Kronkorken hübsche Magneten bastelt oder einen Bilderrahmen in einen Leuchtkasten umwandelt. Dazu gibt es allgemeine Tipps wie man mit bestimmten Materialen umgehen sollte um das beste Resultat zu erzielen oder welche Materialen man alternativ verwenden kann, wenn einem eine bestimmte Sache fehlt.

Ein genauer Blick auf die Bastelanleitungen

Soweit so gut. Leider finde ich die Anleitungen an der ein oder anderen Stelle etwas zu kurz. Wenn man mit einem bestimmten Material schon häufiger gearbeitet hat, reicht es sicherlich aus lediglich grob zu beschreiben, wie das Resultat später aussehen soll, ansonsten sollte man jedoch etwas detaillierter darauf eingehen wie man das Material verarbeiten muss. Auch wirken manche Erklärungen als würden die dazugehörigen Bilder fehlen, die deutlich machen was getan werden soll. Natürlich sorgt dies nicht dafür, dass man die Anleitungen nicht nachbasteln kann, dennoch hätte man einige Anleitungen sicherlich durch ein paar zusätzliche Sätze ergänzen können.

So zum Beispiel das Bank-DIY, welches für jeden Menschen, der noch nie ein Möbelstück gebaut hat, eine ziemliche Herausforderung sein sollte. Vor allem weil es so gut wie keine Angaben dazu gibt wie lang oder breit Bretter zugeschnitten werden sollten oder wie man überhaupt den unteren Teil der Bank baut. Dafür wird sehr schön in der Anleitung erklärt, wie man das Holz zu wirken lässt, als wäre es älter. Vielleicht hätte man sich nur darauf konzentrieren sollen.

Betrachtet man den Blog findet man sogar eine recht gute Erklärung für die fehlenden Details bei den Holztutorials: Wie sie selber häufiger erwähnt ist es eher ihr Mann, der die Holzarbeiten erledigt, während sie hilft und das fertige Objekt später dekoriert. Außerdem werden viele Arbeiten eher improvisiert, was beim späteren Beschreiben der einzelnen Schritte natürlich schwierig werden kann.

Schöne Ideen für erfahrene Bastler

Nichts desto trotz sind die Ideen sehr schön und zeigen, dass man mit wenig Aufwand oder Geld sich einen Hauch von Skandinavien in die eigenen vier Wände holen kann. Die Anleitungen könnten etwas detaillierter sein oder sich auf einen Punkt konzentrieren, statt gleichzeitig zwei bis drei DIY’s in einem zu sein, dennoch sind sie für erfahrene Bastler genau das richtige. Sie bieten genug Erklärungen an um den abgebildeten Gegenstand nachzubasteln und geben Tipps um das Erlernte auch auf andere Bastelprojekte übertragen zu können. Wer eher weniger Erfahrungen hat wird an der ein oder andere Stelle eher stutzen und sich zusätzlich ein Video im Internet angucken müssen.

Zusammen mit dem gelungenen Design des Buches, den wirklich schönen abgebildeten Fotos und den frischen Ideen ergibt dies alles in allem drei von fünf Sternen für das skandinavisch wirkende Bastelbuch Scandi Do it Yourself, welches ihr zum Beispiel bei Amazon kaufen könnt.