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Angstmädchen: Du kannst ihr nicht entkommen [Buchrezension]

Was wäre, wenn du wüsstest, dass in deiner Badewanne ein Mensch gestorben ist? Nicht vor Wochen, Monaten, Jahren, sondern gerade erst, vor ein paar Tagen? Und wie würdest du dich verhalten, wenn dieser Mensch dich plötzlich heimsuchen würde?

Genau mit diesem Gedanken spielt Angstmädchen der schwedischen Autorin Jenny Milewski. In ihrem Buch zieht Malin in ihr erstes Zimmer im Studentenwohnheim, nur um schnell zu bemerken, dass irgendetwas nicht stimmt. Vermutlich hätte sie Verdacht schöpfen sollen als plötzlich Mitten im Semester ein Zimmer frei wurde und dann auch noch eines mit Badewanne, doch im ersten Moment freut sie sich einfach nur darauf endlich ihre eigenen vier Wände zu bewohnen.

Doch dann häufen sich die sonderbaren Ereignisse: In ihrer Badewanne erscheinen sonderbare schwarze Haare und ständig bilden sich überall Fützen mit Wasser. Als dann auch noch die Küche verwüstet wird, wendet sie sich hilfesuchend an ihre Mitbewohner. Und diese wissen genau, wer hinter dahinter stecken könnte.

Klassische Horrorgeschichte mit guter Erzählstimme

Im Grunde handelt es sich bei Angstmädchen um eine klassische Horrorgeschichte. Ein sonderbarer Ort, merkwürdige Ereignisse, eine Tote, die Rache nehmen möchte und ein Haufen junger Menschen, die versuchen das Probleme alleine zu lösen.

Etwas nervend ist hierbei die Rahmenhandlung, die etwa zehn Jahre nach den Ereignissen spielt und uns verrät, dass Malin definitiv überleben wird, was auch immer passiert. Dies nimmt der Handlung von Anfang an etwas Schwung. Bis auf ein paar Wendungen in der Handlung, mit denen man vielleicht nicht unbedingt rechnen würde, geschieht dann doch einfach das was in jedem Horrorfilm passieren würde: die Ereignisse werden schlimmer, Menschen fangen an der Protagonistin zu glauben, Menschen sterben, zusammen wird versucht auf Geisterjagd zu gehen, der Geist wird wütender, etc.

Dabei beginnt die Handlung relativ vielversprechend und steigert sich nach und nach in einem Maße, bei dem man sich fragen kann ob Malin sich nicht einfach nur ein bisschen zu viele Sorgen macht. Dass danach ungefähr jedes Horror-Klischee erfüllt wird, bedeutet jedoch nicht, dass das Buch nicht spannend ist. Spannend bleibt es bis zum Schluss, denn schließlich lässt uns die Rahmenhandlung darauf hoffen, dass wir hier sehen wie eine gelungene Geisterjagd aussehen kann.

Sonderbare Verkaufsstrategie

Was mich an diesem Buch richtig ärgert ist die Strategie des Heyne Verlags, den ich an sich wirklich sehr sehr gerne mag, dieses Buch offensichtlich nicht verkaufen zu wollen. Warum der Titel von Yuko – dem namen des Geistes – auf so etwas plumpes wie Angstmädchen geändert wurde, kann ich nicht ganz nachvollziehen. „Vorsicht, hier passiert was gruseliges!“, wäre sicherlich weniger offensichtlich gewesen.

Doch das schlimmste ist das Cover, welches so gar nicht in das Programm des Verlags passen möchte, der sonst wirklich sehr schöne Cover hervorbringt. Komplett schwarz gehalten sehen wir nur eine Strähne goldenes Haares. Sowohl inhaltlich macht es keinen Sinn – es tauchen schließlich immer wieder schwarze Haare auf –, als auch äußerlich, den kurzgesagt ist es einfach hässlich. Die lieblose Umschlaggestaltung lässt das Buch billig wirken und setzt den Inhalt auf „irgendwas mit Angst“ herab. Dass es sich hierbei um eine gut erzählte Geschichte handeln könnte, lässt sich nicht aus der Umschlaggestaltung erschließen.

Hätte ich dieses Buch im Laden gesehen, hätte ich es niemals gekauft. Was wirklich Schade ist, denn dieses Buch erzählt eine wirklich bis zur letzten Seite spannende Geschichte, die ich zum Schluss gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Angstmädchen | Jenny Milewski | 336 Seiten | 2017 | Bei Amazon bestellen


Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt. Nein, es hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Special: Oscarvorhersage [SaSo]

Die „Sammlung“ um die es heute geht, ist eine Sammlung von Filmen. Nämlich den Filmen, die in den wichtigsten Oscar-Kategorien nominiert sind. Dabei sind vor allem La La Land (14 Nominierungen), Arrival (8 Nominierungen) und Moonlight (8 Nominierungen) die Anwärter mit den größten Chancen.

Oscarnominierungen für den Besten Film

  • Arrival
  • Fences
  • Hacksaw Ridge
  • Hell or High Water
  • Hidden Figures
  • La La Land
  • Lion
  • Manchester by the Sea
  • Moonlight

Für viele Kritiker steht fest, dass sich dieses Rennen zwischen dem Drama Fences, dem Musicalfilm La La Land und Moonlight entscheiden wird. Alle drei Filme konnten bereits einige wichtige Preise abräumen und traten dabei immer wieder gegeneinander an. Fences konnte dabei eher mit seinen Darstellern punkten und gewann bisher keinen Preis für den Besten Film. Anders sieht es da bei La La Land aus, der gleich acht der wichtigsten Preise für den Besten Film gewann. Darunter einen Golden Globe und den AACTA Award. Beide gelten als Hinweis darauf, welcher Film einen Oscar gewinnen wird. Moonlight ist mit einer Art Außenseiterrolle ins Rennen gegangen. Dabei enthält er sehr viele Elemente, die sich bei vielen oscarprämierten Filmen wiederfinden: Drama, basierend auf einem Buch und dann auch noch eine Geschichte, die über mehrere Jahre hinweg gefilmt wurde. Hiermit konnten bereits vier wichtige Filmpreise für den Besten Film gewonnen werden.

Dennoch denke ich, dass sich die Jury für La La Land entscheiden wird, welches Hollywood als solches feiert.

„And the Oscar for Best Director goes to…“

  • Damien Chazelle – La La Land
  • Mel Gibson – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge)
  • Barry Jenkins – Moonlight
  • Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea
  • Denis Villeneuve – Arrival

Auch im Kampf um den Oscar für die Beste Regie hat Damie Chazelle (Whiplash) mit La La Land gute Karten. Bisher gingen zumindest schon drei dieser Preise für diesen Film an ihn. Vor ihm liegt Moonlight mit vier Preisen. Auf dem dritten Platz, mit zwei Preisen, landet Mel Gibsons Kriegsfilm Hacksaw Ridge.

In dieser Kategorie kann ich mir gut vorstellen, dass Moonlight mit seinem extremen Regieaufwand gewinnen wird.

Bester Hauptdarsteller

  • Casey Affleck – Manchester by the Sea
  • Andrew Garfield – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge)
  • Ryan Gosling – La La Land
  • Viggo Mortensen – Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (Captain Fantastic)
  • Denzel Washington – Fences

Casey Affleckt wurde für seine Darstellung in dem relativ langweilig aussehenden Film Manchester at the Sea sehr von den Kritikern gelobt und zeigt wieder einmal, dass er keinesfalls im Schatten seines Bruders verschwindet. Natürlich gab es auch viel Lob für Ryan Gossling in La La Land, obwohl ich dies nicht so wirklich nachvollziehen kann.

Bei dieser Auswahl würde es mich wundern, wenn der Oscar nicht an Denzel Washington in Fances gehen würde.

Die Beste Hauptdarstellerin 2017

  • Isabelle Huppert – Elle
  • Ruth Negga – Loving
  • Natalie Portman – Jackie: Die First Lady
  • Emma Stone – La La Land
  • Meryl Streep – Florence Foster Jenkins

15 Auszeichnungen gingen bisher an Isabelle Huppert in Elle, von dem ich bis eben absolut nichts gehört habe. Auch Natalie Portman hat vier Auszeichnungen für Jackie gewonnen. Doch der Favorit in dieser Kategorie ist vermutlich klar Emma Stone, die zwar nur vier Preise als Beste Hauptdarstellerin gewonnen hat, dafür aber vor allem bei der Verleihung des ACCTA und Golden Globe überzeugen konnte.

Beste Hauptdarstellerin wird also vermutlich an Emma Stone gehen, die in La La Land wirklich sehr phantastisch war.

Der große Rest der Nominierungen

Ähm ja, der Favorit von oben Arrival fehlt in meiner Prognose fast vollständig. Dies liegt vor allem daran, dass er vor allem in Kategorien wie Bester Schnitt, Ton und in ähnlichen Postproduktionskategorien nominiert ist. Dies sind auch die Kategorien, in denen er bei anderen Verleihungen glänzen konnte. Dennoch muss man ehrlich zugeben, dass Arrival nicht unbedingt mit Preisen überschüttet wurde und vermutlich auch bei den Oscars gegen La La Land kaum eine Chance haben wird.

Gerade in den Produktionskategorien wünsche ich Jackie und Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind viel Erfolg in der Kostümkategorie, da dort der Sieg von La La Land – Entschuldigung, aber die Protagonisten tragen normale Kleidung! – recht unverdient wäre.

Auch Rogue One darf gerne für die Besten visuellen Effekte ausgezeichnet werden. Hail, Caesar! hat ein tolles Szenenbild, welches einen Preis verdient hat, und I Am Not Your Negro drücke ich alle Daumen für den Oscar als Beste Dokumentation.

Dennoch rechne ich fest damit, dass La La Land die meisten Preise abräumen wird. Vermutlich so ziemlich jeden Preis, der etwas mit Ton zu tun hat, der Oscar für den Besten Schnitt und das Beste Drehbuch.

Die eindeutigen Gewinner werden wir jedenfalls in dieser Nacht erfahren.

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P.S. I still love you: Die Liebe könnte so einfach sein, ist sie aber nicht [Hörbuch]

Lara Jeans Leben ist ganz schön aus den Fugen geraten. Sie und ihr Freund hatten einen riesigen Streit, der unüberwindbar zu sein scheint, ein vermeintliches Sexvideo taucht bei Instagram auf und dann antwortet John, Lara Jeans Kindheitsliebe, auch noch auf den letzten ihrer Liebesbriefe. Ja, in Band zwei der To all the boys I loved before-Reihe geht es hoch her.

P.s. I still love you von Jenny Han ist nun auch als Hörbuch erhältlich.

Nach den Ereignissen aus Band eins – zu denen ihr hier meine Rezension findet – hat sich Lara Jeans Leben nicht wirklich vereinfacht. Ihre geheimen Liebesbriefe, die heimlich von Kitty verschickt wurden, haben Lara Jean nicht nur mit dem Jungen, den sie liebt, zusammen gebracht, sie haben noch viel mehr Chaos angerichtet, als sie abschätzen kann. Denn plötzlich ist ausgerechnet John wieder in ihrem Leben. John, mit dem sie ihren romantischsten Moment erlebt hat. John, den sie heimlich besucht hat um zu sehen wie es ihm geht. John, den sie nicht ansprechen konnte.

Und doch ist es eigentlich Peter, den sie liebt. Oder nicht? Lara Jean muss eine Entscheidung treffen: Will sie mehr von John, als sie sich eingestehen will oder möchte sie um Peters Liebe kämpfen?

Halbzeit für die Liebe

Mit P.S. I still love you geht die Reihe rund um Lara Jean in die zweite Runde und wird mit Always and Forever, Lara Jean ihren Abschluss finden. Nachdem Jenny Han bereits in Band eins eine sehr turbulente Liebesgeschichte mit vielen witzigen Momenten erzählt hat, macht sie mit dieser Grundformel auch im zweiten weiter. Natürlich ist die Geschichte um die Highschool-Schülerin Lara Jean und ihr Liebesleben kein hochtrabendes Epos, aber dass muss es auch gar nicht sein.

Diese zuckersüße Geschichte unterhält auf ihre eigene Art und Weise und wirft uns mitten hinein in den Alltag einer amerikanischen Highschool mit all ihren eigenen Regeln und Verwickelungen. Gleichzeitig geht es im zweiten Band mehr um Lara Jeans Kindheit, ihre Freundschaften und wie sich diese weiterentwickelt haben.

Ein wirklich sehr gelungenes Hörbuch

Untermalt wird diese gut geschilderte Handlung, in die man sich schnell hineinfühlen kann, von Leonie Landa, die bereits für To all the boys I loved before Lara Jean ihre Stimme lieh. Ihre Stimme klingt sanft, nachdenklich, melancholisch und nachdenklich. Gleichzeitig schwankt sie zwischen dem kleinen Mädchen, welches Lara Jean gerne wäre, und der Frau, die sie gerade wird.

Ihre Stimme macht es einfach dem Geschehen nicht nur zu lauschen, sondern vollkommen in es einzutauchen und mitzufiebern. Auch fällt im zweiten Hörbuch weniger stark auf, an welchen Stellen gekürzt wurde. Während in Band eins John vollkommen fehlte, der beim zweiten Hörbuch scheinbar aus dem nichts auftaucht, fallen mir beim hören dieses Mal weniger Szenen auf, die gekürzt wurden. Und das, obwohl es sich wiederum um eine gekürzte Fassung handelt.

Natürlich kann man an dieser Stelle wieder einmal das Vorgehen des Verlags kritisieren, jedoch sind die fehlenden Szenen dieses Mal weniger entscheidend und sorgen eher dafür, dass das Tempo des Buches ein wenig beschleunigt wird, ohne unvollständig zu wirken.

Ein (Hör)Buch, dass Lust auf mehr macht

Ich kann es kaum erwarten in diesem Jahr die Fortsetzung zu P.S. I still love you zu lesen und ich hoffe sehr darauf, dass CBJ Audio sich wieder dafür entscheiden wird eine Hörbuchfassung mit Leonie Landa auf den Markt zu bringen.

Die Reihe im Überblick:


Dieses Hörbuch wurde mir von CBJ als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Nein, dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Hasen Yukata [OuMi]

Ich habe viel zu lange schon keinen Outfitmittwoch mehr gemacht. Ich traue mich gar nicht nachzugucken wann ich das letzte Outfit gepostet habe. Es gibt dafür viel zu viele schlechte Ausreden. Unter anderem das schlechte Wetter, welches dafür sorgt, dass man keine Fotos draußen machen kann und die vor allem dafür sorgen, dass das Licht viel zu schlecht ist. Auch mein verletzter Arm hat nicht unbedingt dafür gesorgt, dass ich Fotos machen wollte. Jetzt gibt es aber hoffentlich wieder wöchentlich ein neues Foto.

Strumpfhose, Rock und Top von H&M, Yukata mit Hasenmuster von Aliexpress

Heute trage ich einen kurzen Yukata mit Hasenmuster, den ich bei Aliexpress gefunden habe. Ich liebe solche Yukatas, die eigentlich zum Schlafen gedacht sind. Gerade die kurzen Jacken finde ich aber auch als Ersatz für Strickjacken besonders toll.

Hasen Yukata und schwarze Kleidung

Der Rest von meinem Outfit ist etwas schlichter gehalten. Sowohl die Strickjacke, das Top, als auch der Rock stammen von H&M. Der Rock stammt aus der aktuellen Divided-Kollektion und er ist wundervoll. Er schwingt sehr schön beim gehen.

Was bei mir passiert ist

In den letzten beiden Wochen war ich krankgeschrieben, da ich endlich den Draht, den ich nach dem Bruch in meinen Ellenbogen eingesetzt bekommen habe, entfernt bekommen habe. Endlich kann ich den Arm wieder ohne Schmerzen bewegen und fange nun auch wieder mit Yoga an, welches ich seit September nicht mehr gemacht habe.

Zumindest war ich nach der zweiten OP nicht so müde wie nach der ersten, so dass ich lesen konnte und einige Filme geschaut habe. Morgen geht es wieder zum Ballett-Unterricht. Yuhu!

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Odyssee: Gefeierte Übersetzung mit gruseligem Schriftsatz [Buchrezension]

„Muse, erzähl mir vom Manne, dem wandlungsreichen, den oft es
Abtrieb vom Wege, seit Trojas heilige Burg er verheerte.“
– Homer – Odyssee – Übersetzung Kurt Steinmann

Kurt Steinmanns gefeierte Ausgabe von Homers Odyssee.

Die Odyssee als solcher bedarf keiner Einleitung. Sie ist so bekannt, dass sie in ein geflügeltes Wort übergegangen ist und gerade so, wie es Odysseus, der Held des Heldengesangs, 20 Jahre brauchte um endlich den Weg zurück zu seiner Frau zu finden, so gibt es scheinbar auch keinen Leser, der diese Erzählung in weniger Jahren durchzulesen vermag.

Gerade diesen Zustand versucht Kurt Steinmann mit seiner Übersetzung zu ändern. Gleichzeitig versucht er sich möglichst nah an den Originaltext zu halten und ihn dennoch in Worten und Satzstrukturen wiederzugeben, die unserer Zeit entsprechen und die es dem Leser dadurch ermöglicht einen Zugang zum ohnehin schon schwierigen Text zu geben. Über dies hinaus bietet die Taschenbuchausgabe von 2016 56 Seiten mit allerhand Erklärungen zu einzelnen Worten, Begriffen und Personen, die das Verständnis weiterhin förder sollen.

Allein für das anfangs genannte Zitat finden sich gleich zwei Erklärungen, die zum einen die altertümliche Verwendung des Wortes wandlungsreich (jemand, der eine Situation zu seinem Vorteil zu wandeln weiß) und zum anderen eine Hilfestellung für die Anspielung auf den Untergang Trojas (es war Odysseus, der das hölzerne Pferd nach Troja schickte) bieten.

All dies kann jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Odyssee weiterhin einer der anspruchsvollsten Texte der Menschheit bleibt, der in seinem eigenwilligen Versmaß fast 400 Seiten umfasst. Aber dies wiederum wird jedem Leser klar sein, der sich auf dieses Werk einlässt. Es erwartet auch niemand Faust an einem Tag durchzulesen und ohne Schwierigkeiten zu verstehen.

Die Odyssee der Weißräume

Woran es dieser Ausgabe jedoch vor allem anderen mangelt, ist ein gut lesbares Layout. Die Zeilen sind fast vollständig an den Rand gequetscht und in einer etwas zu kleinen Schriftart gesetzt. Der einzige vorhandene Weißraum befindet sich jeweils rechts der einzelnen Verse, wenn ein Vers nicht lang genug ist um bis zur Versnummer zu reichen.

Dieses Vorgehen sorgt leider dafür, dass es äußerlich wirklich schön und edel gestaltete Buch, von innen relativ billig wirkt. Es erweckt den Eindruck, dass niemand wirklich darüber nachgedacht hat den hochwertigen Inhalt in eine Form zu bringen, die diesem entspricht. Fast hat man das Gefühl, dass Papier gespart werden sollte. Ein Rand von etwa ein bis zwei Zentimetern hätte sicherlich hier viel retten können und das Buch, welches ohnehin schon etwas wuchtiger ist als viele andere Taschenbücher, nur minimal vergrößert.

Auch die Anmerkungen wären sicherlich nicht im Anhang, sondern als Fußnoten praktischer gewesen, so dass man nicht ununterbrochen damit beschäftigt ist vor und zurück zu blättern, aber dies hängt wohl vom persönlichen Geschmack ab.

Preiswerte Variante einer sehr gelungenen Übersetzung

Gerade wer die Übersetzung von Johann Heinrich Voß kennt, wird überrascht sein, wie viele Unterschiede es zu dieser neuen Version von Steinmann gibt, die sich Näher an das Original zu halten sucht. Damit nimmt Steinmann, wie bei vielen neueren Übersetzungen klassischer Werke, von der Tradition Abschied ein poetisches Werk vor allem als poetischen Text zu übersetzen, der auch in der Deutschen Fassung ein eigenes Versmaß aufweist, welches Poesie über Textnähe stellt. Dies bringt mit sich, dass der Text nicht unbedingt immer so wohlklingend ist wie es beispielsweise bei Voß der Fall ist, dafür aber weniger Inhalt auslässt und hierdurch Zusammenhänge anders darstellen kann.

Wem es also nur darum geht diese wirklich gelungene neue Übersetzung zu lesen, der ist mit der Taschenbuchausgabe vom deutschen Penguin Verlag sehr gut bedient, da sie eine preislich wirklich gute Alternative zur Erstausgabe vom Manese Verlag darstellt, welche mit 129 Euro nicht unbedingt erschwinglich ist. Hier hingegen ist das Taschenbuch für bereits 12 Euro erhältlich. Dennoch muss man was den Lesekomfort angeht einige Abstriche machen.

Odyssee | 2016 | Penguin Verlag | 445 Seiten | Bei Amazon kaufen


Die Odyssee wurde mir vom Penguin Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Magisterium: Willkommen in Cassandra Clares Zauberschule [Buchrezension]

Sein ganzes Leben ist Callum Hunt von seinem Vater vor der Zauberschule – dem magisterium &ndach; gewarnt worden. Dem Ort, der für den Tod seiner Mutter und vielen anderen Menschen verantwortlich ist. Nun soll Call selber dorthin gehen und es gibt kein Entkommen vor den Magiern…

Magisterium: Eine Fantasy-Reihe rund um den jungen Magier Callum Hunt.

Mit der Magisteriums-Reihe erscheint eine neuerliche Kooperation von Cassandra Clare (The Mortal Instruments), dieses Mal zusammen mit Holly Black (Die Spiderwick-Geheimnisse). Bereits 2014 wurde der erste Band Der Weg ins Labyrinth publiziert und ist nun auch als Taschenbuch in Deutschland erschienen.

Grundlegend erzählt die Reihe von Callum und seinen beiden Mitstreitern Aaron und Tamara, mit denen er gemeinsam von Master Rufus im Magisterium in Magie unterrichtet. Anders als von seinem Vater immer beschrieben, handelt es sich hierbei jedoch um eine recht friedliche Schule, die mit ihren Schülern sehr verantwortungsvoll umgeht, sie gleichsam aber auch darauf vorbereitet die nicht magische Bevölkerung vor gefährlichen Magiern, wie dem Feind des Todes, zu beschützen.

Jeder der einzelnen Bände erzählt dabei von den Abenteuern, die die drei innerhalb eines Schuljahrs erleben. Bisher sind bisher drei Bände erschienen. Zwei weitere sind angekündigt.

„Ist doch nur ein Harry Potter rip off

Den größten Vorwurf, den sich Clare und Black für ihre Magisteriums-Reihe anhören dürfen ist sicherlich, dass es ein rip off von Harry Potter ist, also die beiden lediglich von Rowlings Erfolg zu profitieren suchen, indem sie eine ähnliche Geschichte erzählen.

Und ja, es gibt gewaltige Parallelen zwischen den beiden Reihen. Eine Zauberschule, drei Lehrlinge, ein Feind, der den Tod zu überwinden sucht, Aufgaben, die nicht von Kindern erledigt werden sollten und Bücher, die jeweils die Ereignisse eines Schuljahres zusammenfassen. Ach und um ein Internat handelt es sich bei beiden Schulen dann auch noch.

Jedoch trift dies auf beinahe jede Geschichte zu, die in irgendeiner Form etwas über magische Schulen, Internate oder Magier erzählt. Gerade die Kombination einer Gruppe bestehend aus zwei Jungs und einem Mädchen ist dabei im gesamten Bereich der Jugendbücher sehr beliebt. Zudem wirft es die Grundlegende Frage auf, ob jemals wieder ein Zaubererbuch geschrieben werden kann, ohne, dass jemand den Vorwurf erhebt, dass die Geschichte nur auf Basis von Rowlings-Geschichten entstehen konnte.

Nein, diese Geschichte ist nicht einfach eine weitere Harry Potter-Geschichte, auch wenn man sich natürlich vorstellen kann, dass Clare und Black durchaus die Geschichten um den berühmten Zauberlehrling gelesen haben. Dennoch ist ihr Universum durchweg anders geartet. Magie wird hier viel klassischer praktiziert. Es gibt die vier klassischen Elemente und das Chaos, die eher unter einem Alchemistischen Blickwinkel betrachtet werden. Magier müssen keine komplizierten Zaubersprüche lernen, sondern die vier Elemente anrufen und diese benutzen, indem sie sie verändern.

Auch die Handlung hat abgesehen von dem Kampf von Gut und Böse – der immer wieder als ein Kampf mit vielen Grautönen beschrieben wird – nur sehr wenig von Rowlings Geschichte. Grundsätzlich werden klassische Fantasy-Motive aufgegriffen und in kreativer Weise in eine neue Welt eingebettet. Dabei geht es um Fragen von Loyalität, Freundschaft und Vertrauen. Über allem schwebt dabei die Frage warum ein Mensch auf die dunkle Seite wechselt. Welche Motive kann jemand haben um einen Krieg zu beginnen und die Welt ins wortwörtliche Chaos zu stürzen.

Tolle Erzählstimme mit sarkastischen Momenten

Besonders die Erzählstimme von Callum macht diese Buchreihe so interessant. Callum ist kein braver kleiner Zauberlehrling, der für das Wohl der Menschheit ein paar Regeln zurechtbiegt. Callum ist eine durchweg sarkastisch angelegte Figur, die seinen eigenen Ideen mit einbringt und durchaus dunkle Pläne hinterfragt. Um noch einmal zu dem Harry Potter-Vorwurf zurück zu kommen: Er hätte in Band eins bereits Dumbeldores Vorgehen hinterfragt und ihn darauf angesprochen, weshalb ausgerechnet er gegen Voldemort kämpfen muss.

Auch seine spitzen Bemerkungen und die Kriegstreiberpunkte, die ab Band zwei vergeben werden, sorgen dafür, dass es unglaublich viel Spaß macht der Handlung zu folgen und tragen mit dazu bei, dass diese Reihe nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene interessant ist.

Ich jedenfalls kann gar nicht genug von den Abenteuern im Magisterium bekommen und warte gespannt auf Band vier der Reihe.

Bisher in der Reihe Magisterium erschienen

Band vier und fünf werden vermutlich „Die silberne Maske“ und „Der goldene Junge“ heißen. Band vier erscheint noch 2017 auf Englisch. Eine Deutsche Ausgabe ist noch nicht angekündigt worden.


Magisterium: Der Weg ins Labyrinth wurde mir als Rezensionsexemplar von Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Nintendo Switch Wunschliste [SaSo]

Abgesehen von den Spielen, die bereits für die Nintendo Switch angekündigt wurden und die ich bereits ausführlich letzte Woche vorgestellt habe, gibt es natürlich einige Reihen über die bisher noch nicht gesprochen wurde und auf die einige Fans schon lange warten. Deshalb bekommt ihr heute meine Wunschliste an Nintendo mit sechs Spielen, die ich wirklich gerne für die Nintendo Switch hätte.

Animal Crossing, Wario, Harvest Moon, Mario Party, Mario Kart und Pokémon sind nur sechs der Reihen, die hoffentlich auf der Nintendo Switch fortgesetzt werden.

Bilder: nintendo.de

Animal Crossing

Das letzte Animal Crossing-Spiel Animal Crossing: New Leaf stammt bereits aus dem Jahre 2012 und gehört zu einem der erfolgreichsten Spiele, die Nintendo herausgebracht hat. Kein Wunder also, dass alle Fans hofften, dass es ebenfalls eine Version für die Wii U geben würde, vor allem da die Reihe seit dem Game Cube zum festen Konsolen-Bestandteil zu zählen schien. Stattdessen gab es das Spiel des Lebens-artige Amiibo Festival, welches Fans nicht wirklich Zufrieden stellen konnte. Es wird also Zeit für ein neues Animal Crossing!

Wario Land

Wario Land ist vielleicht nicht so beliebt wie Animal Crossing gehört aber für viele Spieler fest zur Nintendo-Familie. Der seltsame Humor und die verrückten Spielmechaniken, die es auch in die Wario Ware-Titel schafften, haben es ebenfalls nicht auf die Wii U geschafft. Hier liegt die Erscheinung des letzten Titels (Wario Land: The Shake Dimension für die Wii) sogar schon neun Jahre zurück. Es wird Zeit für eine Rückkehr.

Harvest Moon

Ist zwar kein Exklusivtitel, doch viele von uns haben Harvest Moon vor allem als Nintendo-Titel kennengelernt. Auch hier gab es keine Version für die Wii U, sondern nur für seinen kleinen Bruder den 3DS. Dabei ist es klassischer Weise ein Konsolen-Spiel, welches über die Jahre gezeigt hat, dass es auch als Handheld-Titel funktioniert. Die Nintendo Switch könnte also die perfekte Plattform bieten.

Mario Party

Ja, es ist ein Mario Party für die Wii U erschienen. War es ein gutes Spiel? Naja. Was vielen Fans fehlt ist der klassische Party-Modus bei dem alle Spieler sich als einzelne Figuren über das Feld bewegen und am Ende einer Runde ein Minispiel gespielt wird. Stattdessen experimentiert Nintendo mit vielen verschiedenen Spielvariationen herum, ohne auf das zu hören, was Kritiker und Fans wollen. Gebt uns ein klassisches Mario Party!

Mario Kart

Ja, mit Mario Kart 8 Deluxe ist bereits ein Rennspiel für die Nintendo Switch angekündigt worden, aber es handelt sich hierbei lediglich um eine Zweitverwertung des Titels für die Wii U. Dadurch, dass es relativ nah nach der Erscheinung der Konsole auf den Markt kommen wird, stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch ein eigenes Mario Kart für die Nintendo Switch erscheinen wird.

Pokémon

Viele Gerüchte kursieren im Internet, dass es angeblich ein Spiel Namens Pokémon Star – analog zu Mond und Sonne – für die Nintendo Switch geben soll. Im Grunde würde dies bedeutet, dass man die Handlung noch einmal spielen würde. Das war schon bei Crystal und Gelb nur so lala toll, wenn man eines der anderen Spiele zuvor gespielt hat, und wäre auch nun nur eine Notlösung. Stattdessen hoffen Fans immer noch auf ein Pokémon-Spiel bei dem es sich um ein MMORPG handelt, man frei durch die Welt streifen und Pokémon online fangen und gegen andere Spieler spielen kann, denen man zufällig online begegnet. Ob dies jemals geschehen wird liegt allein bei Nintendo.

Welche Spiele fehlen für euch noch? Auf welche Titel möchtet ihr nicht verzichten? Pikmin? Wollyoshi? paper Mario?