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Die Maske – Japanische Literatur, so finster wie die Nacht [Buchrezension]

Fumihiro wird in einer der mächtigsten Klans Japans hineingeboren. Doch ihre Macht wurde mit Blut und Skrupellosigkeit erkauft und nun soll Fumihiro seinem Vater auf dem Weg in die ewige Dunkelheit folgen.

Die Maske von Fumihiro Nakamura. Japanische Literatur in ihrer Höchstform.

Auch Fumihiro Nakamuras neuster Roman Die Maske setzt sich mit den Abgründen der menschlichen Existenz auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei Fumihiro, der von seinem Vater zur Satt des Teufels ausgebildet werden soll. Ein Mensch, so skrupellos und abgestumpft wie er selbst. Allen Versuchen seines Vater zum Trotz, versucht der Protagonist sein eigenes Glück zu finden und aus der Dunkelheit seiner Familie auszubrechen, ohne zu merken, dass er damit immer weiter in das Netz seines Vaters stolpert, bis es nur noch einen Ausweg gibt, der Fumihiros Leben für immer verändern wird.

Ein Drama auf dem Höhepunkt der japanischen Literatur

Genau dieses Spiel von Schicksal und dem Versuch einen eigenen Weg zu finden ist es, was Nakamuras Roman so spannend macht. Man möchte, dass Fumihiro seinem Vater entkommen kann und gleichzeitig wird einem beim Lesen bewusst, dass der Preis dafür zu hoch sein könnte. Und wir auch dem Protagonisten selber langsam klar wird, wie die Handlung weitergehen wird, kann sich auch der Leser nicht den Erzählungen entziehen und wird immer weiter in die komplizierte Welt des Kuki-Klans hineingezogen, der irgendwo zwischen Yakuza und dem Gesetzt existiert.

Doch es ist nicht nur die Handlung, die diesen Roman so außergewöhnlich macht, sondern Nakamuras Umgang mit Sprache, Metaphern und Zeit. Immer wieder spielt er mit großen Bildern und philosophischen Fragen, die uns wundern lassen wie weit man selber gehen würde um seinem eigenen Schicksal zu entkommen.

Gleichsam ist der Roman in unterschiedlichen Zeitabschnitten erzählt, die uns Teile der Vergangenheit und Zukunft erzählen und dabei immer wieder die Frage aufwerfen: Wie konnte es dazu kommen? Vor allem anderen zeigt Nakamura durch sein Erzählgeschick, dass man seiner Zukunft nicht entkommen kann und das jede unserer Entscheidungen Konsequenzen mit sich zieht.

Einer der spannendsten Romane des Jahres

Als ich Nakamuras Die Maske in die Hand nahm, konnte ich mir kaum vorstellen, dass ich den Roman erst zwei Tage später wieder aus der Hand legen könnte. Die Geschichte ist beinahe schon absurd spannend und zieht den Leser langsam in einen dunklen Abgrund, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint und der so endlos ist, dass man sich kontinuierlich fragt wie Fumihiro diese Zeit überstehen kann. Jedes Kapitel führt weiter hinab in eine Welt voller Verrat und Verbrechen, die weit außerhalb der eigenen Vorstellungskraft liegen. Brutal dunkel und abscheulich schön.

Die Maske | Fumihiro Nakamura | Diogenes Verlag | 352 Seiten | Japanische Literatur | 2018 | Bei Amazon kaufen

Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.