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Blood & Ink: Die Bücher von Timbuktu [Buchrezension]

In einer Zeit, die geprägt ist von Furcht vor dem Islam, versucht Stephen Davies in seinem Jugendbuch Blood & Ink Motive bon Attentätern und Besetzern, den arabischen Frühling und dessen Konsequenzen und die wirkliche Ausrichtung des Islam für Kinder und Jugendliche aufzubereiten.

Blood & Ink: Die Bücher von Timbuktu

Der Roman Blood & Ink erzählt die Geschichten von Kadija und Ali, die sich 2012 zufällig, sich als Gegner gegenüberstehen und versuchen die Beweggründe des jeweiligen anderen zu verstehen. Kadija ist dabei ein fünfzehnjähriges Mädchen, welches mit seiner Familie in Timbuktu lebt und auf einen Teil der wertvollen Handschriftsammlung aufpasst, die über tausende von Jahren überliefert wurden.

Der sechszehnjährige Ali wiederum ist Mitglied der Dschihadisten, die Timbuktu innerhalb kürzester Zeit einnehmen und alles zerstören wollen, was ihrer Meinung nach nicht Teil des wahren Glaubens ist. Dazu gehört das zerstören der Nachtclubs, das Verbot Musik zu hören oder als Frau unverschleiert umherzulaufen. Und natürlich sind auch die bösartigen Handschriften etwas, dass die Verteidiger des Glaubens keinesfalls innerhalb der Stadtmauern dulden können.

Doch so schwarz-weiß, wie die Motive der einzelnen Beteiligten zu Beginn wirken, sind sie gar nicht. Für Ali ist der Kampf gegen den falschen Glauben tatsächlich eine Herzensangelegenheit und gleichsam eine Möglichkeit seiner verarmten Familie eine bessere Zukunft zu bieten. Zudem muss er schnell feststellen, dass seine Vorstellungen wie man den islamischen Glauben weiter verbreiten und reformieren kann, weit von dem entfern, was die Dschihadisten vorhaben, die am liebsten alle Ungläubigen mit Gewalt und wenn es sein muss auch dem Tod bestrafen wollen.

Die Einzelheiten der Invasion habe ich erfunden und dabei die Hauptregel des Romanschreibens verwendet: Im Zweifelsfall Ninja hinzufügen.

Die Geschichte von Davies basiert hierbei lose auf wahre Begebenheiten. Timbuktu wurde 2012 tatsächlich eingenommen und es gab viele Verbote, die mit großer Gewalt durchgesetzt wurden. Auch die Handschriften, die eine äußerst wichtige Bedeutung für die Stadt innehaben, gibt es wirklich und sie wurden unter großen Mühen beschützt.

Doch nicht nur setzt er auf realen Ereignissen auf, er versucht auch zu erklären welche Motive die beiden Seiten haben. Weshalb melden sich junge Menschen freiwillig für einen Glaubenskrieg, ist nur eine der Fragen, die er zu antworten versucht. Vor allem versucht er zu zeigen, dass der Islam als solches eine Religion wie jede andere ist, der selbst von Fanatikern ebenso bedroht wird, wie jede andere Kultur der Welt.

Hierbei konzentriert er sich in klaren Worte darauf zu zeigen wie die Bevölkerung unter den Regeln leidet und mit welchen Mitteln Dschihadisten gegen Anhänger ihrer eigenen Religion vorgehen. fast möchte man meinen, dass jene „ungläubige“-Muslime noch mehr hassen, als alle Anhänger anderer Religionen. So schafft es Davies noch einmal darauf hinzuweisen, dass wir im Kampf gegen Fanatiker und deren Terror alle auf der selben Seite stehen, egal welcher Religion wir angehören und gerade viele Muslime sehr viel mehr unter Dschihadiste zu leiden hatten als Christen und Juden.

Besonders beeindruckend wird seine Leistung dadurch, dass er diese Tatsachen für Kinder und Jugendliche zusammenträgt und sie vereinfacht, ohne die Komplexität der Problematik zu untermauern. Ein fantastischer Roman, der perfekt in unsere Zeit passt und der für mehr Frieden unter den Menschen wirbt.

Blood & Ink | Stephen Davies | Aladin Verlag | 2016 | 288 Seiten | Bei Amazon kaufen


Blood & Ink wurde mir freundlicher Weise vom Aladin Verlag (Carlsen) zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung über diesen Roman nicht beeinflusst.

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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind [Filmrezension]

Neun Jahre nachdem J.K. Rowling ihr letztes Werk der Harry Potter-Reihe veröffentlicht hat, entführt sie uns nun in ein vollkommen neues Abenteuer rund um den Magiezoologen Newt Scamander: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Newt und Tina müssen zusammenarbeiten.

Credits: Warner Bros.

Rowling entführt uns nun in das Jahr 1926 – also eine Zeit gut 70 Jahre vor der Handlung der Harry Potter-Reihe – in der der Britische Forscher Newt Scamander gerade mit einem Koffer voller magischer Wesen in New York eingereist ist. Es kommt wie es kommen muss: Newt und ein Muggle namens Jakob verwechseln ihre Koffer und der überraschte Nichtmagier sieht sich plötzlich einem Haufen sonderbarer Kreaturen gegenüber, die er nun gemeinsam mit Newt wieder einsammeln muss.

Beiläufig hören wir immer wieder, dass die ersten Nichtmagier vermuten, dass es noch immer Magier gibt, so dass eine Art Hexenjagd veranstaltet werden soll. Auch wird darüber spekuliert wo Grindelwald, ein schwarzer Magier, der jahrelang ganz Europa terrorisiert hat und nun plötzlich verschwunden ist, eigentlich steckt und ob er als nächstes Amerika attackieren möchte.

Genau soviel hat auch der erste vollständige Trailer über Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind verraten. Auch wusste man zu dem Zeitpunkt bereits, dass David Yates, der als Regisseur bereits für die letzten vier sehr guten Harry Potter-Filme verantwortlich war, auch mindestens den ersten Teil dieser fünfteiligen Reihe umsetzen würde. Die Musik kommt von James Newton Howard, der als neues Mitglied dem Harry Potter-Team beitritt und vorher beispielsweise die epische Musik für die Tribute von Panem-Filme oder für Nightcrawler schrieb.

Auch neu im Team ist Kameramann Philippe Rousselot – Sherlock Holmes (2009 / 2011). Dafür kommt der Schnitttechniker Mark Day zurück, der bereits an den letzten vier Harry Potter-Filmen mit Rowling und Yates arbeitete.

Auch überraschend natürlich ist die Tatsache, dass dieser Film nicht auf einem von Rowlings Büchern basiert, sondern auf einem von ihr alleine verfassten Drehbuch. Ein Novum für sie. Die bisherigen Drehbücher entstanden immer in Zusammenarbeit mit anderen Autoren oder wurden – im Falle von Das verwunschene Kind – von anderen Autoren verfasst.

Aber ist Phantastische Tierwesen nun wirklich ein guter Film?

Die Befürchtung, die die meisten Leser der Reihe bisher umgetrieben hat, war natürlich nach der Frage der Qualität des Films und der Handlung. Natürlich, dass Team hinter dem Film ist fantastisch und wir wissen, dass es großartige Schauspieler, schnelle Schnitte, eine angenehme Kameraführung und natürlich epische Musik haben wird. All dies könnte jedoch auch einen Film wie Transformers hervorbringen, wenn die Handlung nicht gut erzählt wird. Außerdem muss diese Erzählung nicht nur für einen Film, sondern für ganze fünf reichen und somit eine komplett neue Serie ins Rollen bringen.

Kurz gesagt: Dieser Film ist wirklich phantastisch. Eddie Redmayne ist ein sehr sympathischer Newt Scamander, der sich so leicht von nichts aus der Ruhe bringen lässt, aber eigentlich sich lieber in aller Ruhe um seine Tierwesen und deren Erhalt einsetzen würde, als gegen Grindelwald in die Schlacht zu ziehen. Katherine Waterston war eine tolle Tina, die den Film um tolle emotionale Momente bereichert hat und natürlich darf man Dan Fogler als Jacob – den ersten Nichtmagier in einer wichtigen Rolle – nicht vergessen, der alleine durch seine Gesichtsausdrücke für einen Großteil der wirklich komischen Momente verantwortlich war.

Gemeinsam erzählen diese Figuren – und ihre Schauspieler – eine sehr viel leichtere Handlung als die, die den Harry Potter-Filmen zu Grunde liegt, da es eben nicht darum geht Voldemort aufzuhalten, sondern lediglich ein paar Tierwesen wieder einzufangen. Und dies in dem wirklich sehr schönen Szenario der 20er-Jahre.

Gleichzeitig schafft es Rowling eine Gefahr mit einzubringen, die im Hintergrund immer wieder sichtbar ist und über allen Handlungen der Protagonisten schwebt, denn die Ruhe täuscht. Genau dieser Kunstgriff ist es, der dafür sorgt, dass man zuversichtlich sein kann, dass ihre Geschichte auch über vier weitere Filme hinweg erzählt werden kann. Dabei werden wir vermutlich sehr viel über Dumbledore und Grindelwald erfahren, über die Vergangenheit der magischen Welt und vielleicht sogar mehr über die Zeit erfahren, die Voldemort hervorgebracht hat. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten Teil zwei zu sehen.


Wer nicht immer wieder ins Kino gehen mag, kann sich die englische Fassung des Scripts übrigens bei Amazon bestellen.

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London: Ein Uralte Metropole Roman [Rezension]

Einmal abgesehen vom Inhalt des Romans, um den es natürlich später noch gehen wird, ist London von Christoph Marzi ein fantastisches Beispiel dafür wie wichtig ein gutes Cover, ein ausgeklügelter Klappentext und das restliche Layout eines Romans sind. Denn erst nachdem ich mit dem Lesen des Romans begonnen hatte, fiel mir auf, dass er scheinbar ein Teil einer Reihe sein müsste. Dabei weißt weder der Klappentext, noch eine Auflistung innerhalb des Buches darauf hin. Es gibt keine Liste von „weiteren Büchern“ des Autors, wie man sie für gewöhnlich vorne in Büchern findet, wenn es sich um eine Reihe handelt, oder einen Klappentext, der Sätze wie „Das Ende einer Saga“ enthält.

Die Hinweise „Der Autor von Lycidas“, oberhalb des Autorennamen auf dem Cover kann lediglich darauf verweisen, dass es sich hierbei um einen weiteren Roman Marzis handelt und auch „Ein Uralte Metropolen Roman“ schreit nicht unbedingt „Ich bin ein Teil einer Reihe“, zumal heutzutage viele Bücher einen Zusatz unter dem Titel besitzen und dieser Roman eben – wie der Klappentext zusammenfasst – in den Uralten Metropolen spielt.

Christophs Marzis neuer Roman über die Uralte Metropole, die sich unter den Straßen Londons erstreckt.

Natürlich, ich hätte vorher recherchieren können wer der Autor ist, was er vorher geschrieben hat und ob dieses Werk ein Teil einer Reihe sein könnte. Doch wer tut dies, wenn man ein Buch in einer Buchhandlung sieht. Zum Glück für Heyne lässt sich dieses Buch auch als eigenständiger Fantasie-Roman lesen, dessen Vorgängerbücher somit eine Art Prequel darstellen können.

Alles auf Anfang: London ist verschwunden!

Emily Lainge wartet in Cambridge auf einen Zug nach London, der niemals erscheint. Wie sie bald feststellen muss ist sie die einzige Person, die sich an die Stadt London erinnert, während alle anderen Menschen zu glauben scheinen, dass Oxford die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs ist. Einzig die beiden seltsamen alten Damen, die plötzlich vor Emily auftauchen scheinen ihr zu glauben, doch bevor sie die beiden weiter befragen kann, wird sie von ihnen betäubt und wacht plötzlich in einer Londoner U-Bahn-Station auf.

Wittgenstein, ein Alchemist und Emilys Mentor, widmet sich, als die vollkommen verwirrte Emily in sein Haus stürmt, gerade einem viel wichtigeren Problem, denn so wie es aussieht scheint sich London nach und nach aufzulösen. Ganze Stadtteile scheinen zu verschwinden und in den restlichen kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Bevölkerung, die bereits erste Tode mit sich gezogen haben.

Um zu klären ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen gibt müssen Emily und Wittgenstein weit hinab in die Tiefen von Londons Untergrund steigen. Dorthin wo sich die Uralte Metropole mit ihren geheimen Geschäften, Häusern und Wesen verbirgt.

Reihe oder Roman: Emily ist erwachsen geworden

Marzis fünfter Roman der Uralten Metropolen-Reihe liest sich wie eine sehr gut durchdachte Fantasiegeschichte. Die Uralte Metropole, ihre Bewohner und ihre Dynamik ergeben ein sehr gutes Gesamtbild. Die Figuren werden jeweils eingeführt, ihre Fähigkeiten, ihre Vergangenheit und ihre Beziehungen erklärt, bevor sie sich richtig ins Abenteuer stürzen.

Dies ist nicht nur für diejenigen wichtig, die den Roman als Einzelwerk lesen, sondern auch jene, die die Reihe gelesen haben. Schließlich liegen zwischen dem Erscheinen von Somnia, dem Vorgängerwerk von London, und dem fünften Roman acht Jahre. Eine Zeit in der Leser sich durchaus an einige Details nicht mehr erinnern können und die Auffrischung durchaus gerne hinnehmen. Außerdem hat sich die Protagonistin weiterentwickelt. Sie ist erwachsen und unabhängig geworden. Das kleine Mädchen, was einst gerettet werden musst, kann sich nun selber retten und beschützen.

Und mit ihr ist auch der Erzählstil gereift. Erzählt wird keinesfalls eine fantastische Geschichte für Kinder, sondern ein ausgeklügelter Fantasieroman indem es um Macht und Politik, Verschwörungen und dunkele Machenschaften geht. Trotz aller Politik und Realität streut Marzi dennoch genug fantastisches in seine Geschichte ein nicht ganz echte Welt zu erschaffen. Eine Welt, die gerade nur wegen der Existenz der Uralten Metropolen existieren kann. Eine Welt in der sich Elfen in Bibliotheken arbeiten und magische Fähigkeiten dort schlummern, wo man sie nicht erwartet.

Kurzum handelt es sich bei London um einen wirklich spannenden Roman, der als Einzelwerk oder Teil einer Reihe gelesen werden kann – so wie er eigentlich erdacht wurde. Die Handlung ist spannend und wortgewand erzählt und zieht den Leser direkt in die Geschichte aus der man gar nicht mehr auftauchen möchte. Bravo, Marzi zeigt, dass Deutsche Fanatsie-Romane nicht kitschig sein müssen, sondern klug und postmodern erzählt werden können.

London | Christoph Marzi | 704 Seiten | Fantasie | 2016 | Heyne | Bei Amazon kaufen

Andere Romane der Reihe:
Lycidas
Lilith
Lumen
Somnia


London wurde mir vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Nest: Ein Kinderbuch für Erwachsene [Buchrezension]

Selten hat mich ein Buch so sehr emotional berührt wie Esther Ehrlichs Nest. In ihrem Erstlingswerk entführt sie uns in das Cap Code der 1970er Jahre. Dort wo alle anderen Familien während des Urlaubs hinfahren lebt die elfjährige Naomi mit ihrer älteren Schwester und ihren Eltern – einem Psychologen und einer ausgebildeten Tänzerin. Doch das friedliche Leben in der Nähe der Dünen wird sich bald für immer ändern, denn Naomis Mutter leidet unter Multipler Sklerose, eine Krankheit, die für die Tänzerin nicht nur das Ende ihrer Karriere bedeutet, sondern vor allem das Ende eines Traums. Durch den Schock der Diagnose fällt sie in eine tiefe Depression.

Ein Zustand den Naomi mit ihren elf Jahren nicht nachvollziehen oder verstehen kann. Sie weiß nicht, was dieses MS ist über das die Erwachsenen die ganze Zeit sprechen und sie versteht nicht, warum ihre Mutter nicht mehr vom Sofa aufstehen möchte. Auch ihre Schwester verhält sich plötzlich merkwürdig und geht Naomi aus dem Weg. Und somit versucht sich die fantasievolle Protagonistin selber zu erklären, was gerade passiert. Doch wie kann man all die seltsamen Ereignisse erklären und warum soll ihre Mutter plötzlich in ein Krankenhaus gebracht werden, welches ihre Schwester schnippisch als Klapsmühle bezeichnet?

Nest, ein emotionales Kinderbuch von Esther Ehrlich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Kinderbücher sind nicht immer nur für Kinder

Obwohl dieses Buch aus dem Aladin-Verlag sich durch seine Verlagspositionierung an Kinder richten müsste, ist dieses Buch auch für Erwachsene geeignet. Auf der einen Seite ist die Protagonistin sehr jung, so dass sie Kindern die Möglichkeit gibt sich mit ihr zu identifizieren und zu versuchen nachzuvollziehen was in Naomis Leben passiert. Auf dieser Ebene versucht das Buch seinen jungen Lesern vor Augen zu führen was eine solche Krankheit für Auswirkungen auf eine Familie haben kann, und dies in kindgerechten Bildern.

Auf der anderen Seite könne Erwachsene viel besser die Situation durchschauen und verstehen. Man benötigt keine Erklärung dazu was Multiple Sklerose ist oder was für Auswirkungen eine Depression haben kann. Man durchschaut die Situation auf einer Metaebene und kann gleichzeitig bewundern wie stark Naomi für ihre elf Jahre ist.

Diese Komplexität hätte ich niemals von einem Kinderbuch erwartet. Das Thema ist sehr anspruchsvoll, wird jedoch mit sehr viel Feingefühl behandelt. Diese Qualität ist wirklich beeindruckend und lässt mich darauf hoffen bald mehr von Ehrlich zu lesen. Auch wenn ich mich während des Lesens immer wieder gefragt habe wie gut Kinder wirklich mit diesem Lesestoff zurechtkommen würden. Dies scheint auch der Verlag zu vermuten, der das Buch für Kinder zwischen 12 und 15 Jahren empfiehlt.

»Ich glaube, Mom hätte es bestimmt gern, wenn wir ihr zujubeln. Meinst du nicht, Rach?«, fragte ich. […] Rachel schüttelte den Kopf, schaute mich aber nicht an, als hätte ich irgendwas Falsches getan.
»Los, Mom, los«, flüsterte ich und sprang mit überkreuzten Beinen in die Luft wie ein Cheerleader.
»Hör auf, Chirp«, sagte Rachel. »Du benimmst dich wie ein Kleinkind. Dad weiß viel besser, was Mom will, als du.« Dann verschränkte sie die Arme und schaute aufs Wasser hinaus, als wäre sie tief in Gedanken versunken. Ich stierte sie an, um sie dazu zu bringen, mich doch noch anzuschauen.

Vorsichtige Wortwahl und ein Funken der Hoffnung

Wie sich aus der Handlung bereits erschließen lässt, handelt es sich bei diesem Buch nicht um eine der Geschichten, die man unbedingt mit Vergnügen liest. In ihrer sehr behutsamen Art erzählt Ehrlich in Nest eine Geschichte, die von Anfang an klar macht, dass die Familie keine großen Chancen hat zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Und so sehr sich die kleine Protagonistin auch bemüht mit der Situation klarzukommen, so ist ihr Kampf aussichtslos. Jede Bemühung wird direkt durch einen weiteren Rückschritt niedergeschmettert.

Und dennoch schafft es Ehrlich mit dem kleinen Funken der Hoffnung, mit der sie ihre Geschichte immer wieder anreichert, dafür zu sorgen, dass man weiterlesen möchte. Dass man erfahren will, wie die Geschichte um Naomi ausgeht und sie durch das schwere Jahr in ihrem Leben begleitet. Auch der Junge von nebenan, der immer im richtigen Moment für Naomi da zu sein scheint, hilft diese Geschichte weiterzuentwickeln.

All diese Elemente sorgen schlussendlich dafür, dass dies eine der berührensten Geschichten ist, die ich seit langem lesen durfte.

Nest | Esther Ehrlich | 320 Seiten | Aladin Verlag | Bei Amazon kaufen


Dieses Buch wurde mir vom Aladin Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Halloween: Spieleabend des Grauens [Sammlungssonntag]

Morgen ist bereits Halloween und während es von Jahr zu Jahr ein immer größeres Fest in Deutschland wird, haben vielleicht nicht alle von euch Lust ein gruseliges Kostüm anzuziehen und um die Häuser zu ziehen oder einen Haufen Horrorfilme zu schauen. Wie wäre es also stattdessen mit einem gruseligen Spieleabend? In der heutigen Sammlung findet ihr sechs Gesellschaftsspiele die gerade die richtige Portion Horror in euer zu Hause bringen:

Gruselige Spiele eignen sich nicht nur für Halloween.

Bilder: amazon.de

Die blutige Herberge

Bei der Blutigen Herberge schlüpft ihr in die Rolle eines Mitglieds einer Herbergenfamilie. Jedes Mitglied möchte sich möglichst schnell an den Gästen bereichern und dies funktioniert besonders gut, wenn der jeweilige Gast tot ist. Gleichsam wollt ihr jedoch nicht von der Polizei erwischt werden, so dass ihr möglichst schnell die toten Gäste verschwinden lassen müsst…

Ein sehr unterhaltsames Spiel, bei dem ihr ein wenig strategisches Geschick braucht und welches sich am besten mit mindestens drei Spielern spielen lässt.

Bei Amazon kaufen | 1-4 Spieler | 45-60 Minuten | ab 14 Jahren

Black Stories

Black Stories ist mittlerweile ein Spieleklassiker. Jede Karte des Spiels berichtet von einem mysteriösem Verbrechen. Nur einer der Spieler weiß was geschehen ist. Die anderen Spieler stellen diesem abwechselnd Fragen um herauszufinden, was geschehen ist.

Für das Spiel braucht ihr mindestens zwei Spieler, die Maximalanzahl ist nicht begrenzt, so dass sich dieses Spiel auch für größere Gruppen eignet.

Bei Amazon kaufen | Ab 2 Spielern | 5-15 Minuten | ab 12 Jahren

Zombies

Zombies ist der Wirklichkeit gewordene Traum aller Zombiejäger. In Zombies sind die Zombies los und eure einzige Möglichkeit zu überlebe ist den Hubschrauberlandeplatz vor euren Mitspielern zu erreichen. Um dies zu schaffen müsst ihr euch nicht nur durch Horden von Zombies kämpfen, sondern auch euren Gegenspielern ausweichen, die ebenfalls die einzige Person im Hubschrauber sein wollen…

Zombies ist ein fantastisches Spiel, welches jedes Mal eine ganz eigen Dynamik entwickelt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Erweiterungen, die das Spiel verändern, doch auch mit dem Grundspiel alleine kann man sehr viel Spaß haben.

Bei Amazon kaufen | 2-6 Spieler | ab 60 Minuten | ab 12 Jahren

Betrayl at house on the Hill

Mit euren Freunden zusammen betretet ihr ein mysteriöses, verlassenes Haus auf einem sonderbaren Hügel. In den Schatten scheinen sich Gestalten zu bewegen obwohl ihr wisst, dass ihr die einzigen in dieser Villa seid. Außerdem verhält sich einer eurer Freunde plötzlich seltsam…

In Betrayl at House on the Hill entdeckt ihr mit mindestens zwei weiteren Spielern gemeinsam ein Haus. Erst nach einiger Zeit wird über einen Zufallsmechanismus das Spielziel bekanntgegeben und von da an spielt ihr entweder in einem oder mehreren Teams gegeneinander. Mal wird nur einer von euch zum Verräter oder ihr spielt plötzlich alle gegeneinander.

Bei Amazon kaufen | 3-6 Spieler | 30-60 Minuten | ab 12 Jahren

Werwölfe Vollmondnacht

Werwölfe Vollmondnacht ist eine Abwandlung des beliebten Werwolf- / Mafia-Spiels. Zu Beginn des Spieles erhält jeder Spieler eine Rollenkarte, die ihm sagt, dass er ein Mensch, ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten oder ein Werwolf ist. Die Menschen müssen nun herausfinden wer ein Werwolf ist. Schaffen sie es mindestens einen Werwolf zu identifizieren gewinnen sie, ansonsten gewinnen die Werwölfe.

Bei dieser Variante des Spiels wird lediglich eine „Nacht“ lang gespielt. Dabei schließen alle Spieler die Augen. Abwechselnd öffnen alle Spieler die Augen und dürfen bestimmte Aktionen (Karten von anderen Spielern angucken, Karten austauschen, etc.) durchführen. Danach öffnen alle die Augen und versuchen mit Hilfe der gesammelten Hinweise herauszufinden bei wem es sich um einen Werwolf handelt. Durch dieses Spielprinzip ist das Spiel sehr viel schneller als der Klassiker.

Bei Amazon kaufen | 3-10 Spieler (es gibt sogar Karten für 16 Spieler) | 10-30 Minuten | ab 9 Jahren

Mysterium

1922: Einige Medien haben sich in einem alten Haus versammelt um herauszufinden wer den Besitzer des Hauses in welchem Raum mit welchem Gegenstand getötet hat. Verschwommene Visionen führen die Medien immer näher an die Lösung des Falls heran…

Dieses Spiel ist ganz klar Cluedo und Dixit in einem. Ein Spieler schlüpft in die Rolle des Geistes, während alle anderen Spieler von diesem Hinweiskarten erhalten, die ihnen verraten sollen wie das Verbrechen durchgeführt wurde. Die Hinweiskarten sind dabei sehr schön gestaltete Bilder, die surrealistische Orte, sonderbar Figuren und traumartige Szenen zeigen. Kein Hinweis also, der eindeutig sagt: „Es war die Lehrerin.“

Ein sehr schönes und liebevoll gestaltetes Spiel mit einem spannenden Spielmechanismus.

Bei Amazon kaufen | 2-7 Spieler | 30-60 Minuten | ab 10 Jahren

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Dragon Ball Super [Opening / Kurzrezension]

Es gibt endlich eine Fortsetzung zu Dragon Ball Z, die – so wie es aussieht – den Platz von Dragon Ball GT einnimmt und so tut, als ob es diese schlimme Fortsetzung niemals gegeben hätte. Bisher gibt es rund 60 Folgen, die alle auf einer Handlung von Akira Toriyama basieren. Diesen Unterschied zu GT, wo er vor allem für das Characterdesign zuständig war, merkt man sofort, denn die Geschichte fühlt sich wieder an wie ein Teil der Dragon Ball-Handlung. Ich bin wirklich gespannt wie es weitergeht, denn der Anfang der Handlung umfasst mehr oder weniger die Geschichte zweier Dragon Ball-Filme, die bereits vor einiger Zeit veröffentlicht wurden.

Wie das Opening bereits verrät spielt diese Serie direkt im Anschluss nach dem Sieg über Boo, also Beginnt vor dem Ende der alten Mangareihe, die nach einem Zeitsprung ansetzt, der etwa vier bis sechs Jahre nach dem Sieg über Boo spielt.

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Skizzieren jeden Tag [Buchrezension & DIY]

Momentan scheint es einen Boom für diverse Tagebuchformen zu geben. Schon lange wird nicht mehr einfach niedergeschrieben, was man erlebt hat. Stattdessen wird es in To Do-Listen und Bullett-Journaln abgehackt, mit kunstvollen Fotosammlungen dokumentiert oder eben gezeichnet. Und obwohl gerade letzteres immer sehr beeindruckend aussieht, schreckt es doch viele Menschen ab, denn zeichnen kann nicht jeder. Zeichnen kann nicht jeder? „Das stimmt nicht!“, hat sich Karoline Pietrowski gedacht und kurzerhand das Buch Skizzieren jeden Tag geschrieben.

Skizzieren jeden Tag, ein Inspirationsbuch von Karoline Pietrowski.

In diesem spricht die Illustratorin und Autorin über Material und Inspirationsquellen. Vor allem versucht sie jedoch zu zeigen, dass jeder Mensch zeichnen kann, wenn er sich einmal dazu überwunden hat, denn zeichnen, skizzieren und rumkritzeln tut jeder von uns. Gerade für ein privates Tagebuch muss niemand von uns ein begabter Künstler sein, aber ein kleiner Comic, Strichmännchen oder eine kleine Skizze von etwas, dass wir gesehen haben, kann eine gute Möglichkeit sein einen Moment festzuhalten.

Nach dem Beginn des Buches, der vor allem eine Motivationsrede darstellt, teilt es sich in zwei Teile. Im ersten spricht Karoline Pietrowski über Zeichenmaterialien, den perfekten Bleistift, Papier, Farben und unterschiedliche Maltechniken. Der zweite, und größere Teil des Buches, stellt diverse Zeichner und Tagebuchschreiber und ihre Zeichnungen vor. Hierzu gehören gelernte Illustratoren, aber auch ganz normale Menschen, die einfach Spaß am rumkritzeln haben.

Zeichnungen müssen nicht aufwendig sein um einen Tag festzuhalten.

Zeichnungen müssen nicht aufwendig sein um einen Tag festzuhalten, wie diese Zeichnungen von Kim Hu zeigen.

Neben Zeichnungen werden in dem zweiten Teil vor allem die verwendeten Materialien der jeweiligen Zeichner und ihre Motivation vorgestellt. Außerdem geben viele von ihnen Tipps für Neulinge.

Gute Inspirationsquelle, zu wenig Pietrowski und ein Selbstversuch

Das Buch ist wirklich toll aufgebaut. Es hat eine klare Struktur, ein helles, freundliches Design und eine sehr gute Farbgebung. Besonders begeistert bin ich auch von der Haptik des Buches. Der Umschlag fühlt sich an wie ein Bogen grobes Zeichenpapier. Solche Details liebe ich ja!

Und wie man bereits oben heraushören konnte, finde ich den Inhalt wirklich sehr fantastisch. Die Auswahl an Zeichnern ist wirklich gut, da sie ein gutes Gleichgewicht zwischen wirklich Beeindruckenden Illustratoren und „jeder kann zeichnen“-Künstlern zeigt. Es ist super hilfreich immer direkt zu erfahren mit welcher Maltechnik die Bilder entstanden sind und vor allem auch mehr über Materialien zu erfahren.

Zum Schluss sehen wir noch ein paar von Karolines eigenen Zeichnungen.

Zum Schluss sehen wir noch ein paar von Karolines eigenen Zeichnungen.

Einziger Wermutstropfen für mich: es kommen nur relativ wenige Zeichnungen von Karoline Pietrowski selbst vor, deren Instagram-Account ich sehr schätze. Dort stellt sie täglich ihre Zeichnungen und Ausschnitte aus ihrem Tagebuch vor. Und während dies ein großes Verkaufsargument war – vor allem, weil ich mich auf neue Zeichnungen gefreut habe – beschränken sich ihre eigenen Inhalte auf einige wenige Zeichnungen, die man bereits online betrachten konnte.

Auf Karoline Pietrowskis Instagram-Account findet ihr noch mehr von ihren Zeichnungen.

Auf Karoline Pietrowskis Instagram-Account findet ihr noch mehr von ihren Zeichnungen.

Im Endeffekt soll es in dem Buch ja auch gar nicht nur um sie als Zeichnerin gehen, sondern viel mehr um ihre Inspirationen und Motivation, was im Grunde für jeden Hobby-Zeichner viel Hilfreicher ist als lediglich ihre Bilder in gedruckter Form kaufen zu können – auch wenn ich mir dieses buch auch holen würde.

Außerdem hat es zumindest bei mir dafür gesorgt, dass ich versucht habe ein eigenes gezeichnetes Tagebuch (bzw eher eine monatliche Zusammenfassung) zu zeichnen. Das Ergebnis sieht noch so lala aus, weil ich mit neuen Maltechniken rumexperimentieren wollte, aber es soll ja auch nicht nur darum gehen etwas hübsches zu malen, sondern vor allem darum eine Stimmung einzufangen:

Mein eigener Versuch von "täglichen Skizzen".

Skizzieren jeden Tag | Karoline Pietrowski | EMF | 144 Seiten | 16,99€ | Bei Amazon kaufen

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Ausblick & Rechtfertigungen

Hallo ihr Lieben! Wie gut, dass ich extra vor meinem Urlaub einige Artikel vorbereitet habe, ansonsten hätte es eine noch viel längere Pause auf dem Blog gegeben, denn ich habe mir im Urlaub meinen Arm gebrochen, musste operiert werden und bin jetzt vor allem damit beschäftigt wieder fit zu werden, denn der Heilungsprozess schlaucht mich ganz schön.

Sobald es mir etwas besser geht werdet ihr aber einige neue Artikel bekommen:

  • Review & Diy – Skizzieren jeden Tag: wunderbares Buch, welches versucht euch dazu zu motivieren (auch wenn man nicht zeichnen kann) seinen Alltag in Bildern oder Skizzen festzuhalten [inklusive Interview mit der Autorin]
  • Review – Nest: Fantastisches Kinderbuch über eine Mutter, die an Multipler Sklerose erkrankt und die Auswirkungen auf die Familie, aus Sicht der elfjährigen Tochter erzählt, die nicht versteht was überhaupt passiert und sich fantasievoll versucht zu erklären was geschieht
  • Review – Ink & Blood: Jugendbuch über die Besetzung von Timbuktu durch islamische Fanatiker und die Massnahmen der Bevölkerung um Widerstand zu leisten
  • Review – London: Fünfter Band der Fantasiereihe um die Uralten Metropolen, die sich unterhalb der Städte erstrecken und allerhand Fantasywesen beheimaten (kann auch als stand alone-Werk gelesen werden
  • Reisetipps für Rom
  • Reisetipps für München & Umgebung
  • DIY – Bullet Journal
  • Vorschau – Brettspiel-Neuerscheinungen

Heute geht es ersteinmal zur Frankfurter Buchmesse mit Nin-chan, die ich hoffentlich einigermaßen entspannt auf die Reihe bekomme. 

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Clean Eating To Go: Gesunde Rezepte für unterwegs [Review]

Basierend auf dem Eat Clean-Blog hat EMF in Kooperation mit dem Koch Anton Enns und dem Fitness- & Personaltrainer Michael Weckerle das Buch Clean Eating To Go herausgebracht. In ihm findet ihr 50 Rezepte für einen gesunden Lebensstil.

Clean Eating to Go, das Kochbuch für einen gesunden Lebensstil.

Die Philosophie hinter dem Buch ist nicht unbedingt neu: Ernähre dich gesund um fit und jung zu bleiben. Ich ernähre mich gesund, also st es für mich weniger eine Philosophie, als vielmehr ein logischer Hinweis. Weniger Zucker, weniger fertig verarbeitete Produkte und mehr frisches Gemüse ergibt eine gesunde Ernährung.

Auch Nachspeisen und gesunde Süßspeisen findet man in Clean Eating to Go.

Neben diversen Salaten, Suppen und Bento-Zusammenstellungen enthält das Buch auch Rezepte für Süßspeisen und Nachspeisen, die zwischendurch gegessen werden können. Hauptsache man verzichtet auf Zucker und verarbeitete Nahrungsmittel. Viele der Rezepte lesen sich dabei wie Rezepte von Attila Hildmann (Vegan for Fit) nur, dass hier Fleisch, Fisch und Honig gegessen werden dürfen. Trotz allem werden auch hier regelmäßig Mandel- und Erdnussmus in rohen Mengen verwendet.

Einkäufe für drei Rezepte aus Clean Eating to Go.

Für meine Rezension habe ich drei der Rezepte nachgekocht, den schließlich soll diese Rezension über: Das Layout ist toll, die Fotos sind super und alles ist super übersichtlich gestaltet, hinaus gehen. Nichts desto trotz ist das Buch toll gelayoutet, die Fotos sind hell, toll und machen einen hungrig und die Rezepte sind kurz und einfach erklärt.

Für meinen Test habe ich Zutaten für den „Avocado-Fenchel-Salat mit Grapefruit“, das „French Toast mit Chutney und Avocado“ und das „Summerrolls-Bento“ geholt. Die Zubereitung der Speisen, die für ein Abendessen für zwei Personen und eine Mittagspause für zwei Personen reichen sollte, hat in etwa eine Stunde gedauert.

Mein fertiges Clean Eating To Go-Bento.

Das fertige Resultat lässt sich durchaus sehen (auch wenn die Sonne leider weg war und das Foto daher nicht die beste Qualität hat). Aber es geht bei diesen Spiesen nicht um das aussehen, sondern vor allem um den Geschmack, schließlich versprechen die Speisen gesund, leicht zubereitbar und lecker zu sein. Während Punkt eins und zwei durchaus zutreffen, fand ich leider, bis auf das French Toast, nichts wirklich lecker. Der Salat war super unausgeglichen und bitter. Weniger Fenchel, weniger Grapefruit und vor allem weniger Minze hätten hier bestimmt einiges bewegt. Mein Freund hat den Rest des Salates tatsächlich einfach in einen grünen Smoothie verwandelt, da man ihn dann zumindest schnell herunterspülen kann. Warum man in den gesunden Salat sechs Esslöffel Öl reinschütten soll, kann ich übrigens nicht ganz nachvollziehen.

Der French Toast war wirklich lecker, auch wenn ich bezweifel, dass die vier Esslöffel Ahornsirup wirklich notwendig sind. Auch okay waren die Reispapierrollen mit der Erdnusssauce. Hier wurde das Gemüse einfach in Unmengen von Erdnusssauce versenkt. Nach allen drei Speisen war ich übrigens immer noch hungrig und selbst mein Freund, der sonst wirklich alles isst, hat den größten Teil des Salats nicht angerührt.

Vermutlich lassen sich alle der Rezepte leicht abändern um aus den Speisen etwas leckeres zu zaubern. Als Inspiration sind zumindest ein toller Ansatz, auch um Dinge miteinander zu kombinieren, die man sonst vielleicht nicht kombinieren würde (Die Grapefruit im Salat war an sich ein toller Ansatz). Aber die eigentlichen Rezepte fand ich leider so lala.

Als Inspiration und Ansatz für eine gesunde Ernährung ist dieses Buch dennoch gut geeignet.

Clean Eating to go | Anton Enns & Michael Weckerle | EMF | 2016 | Bei Amazon kaufen

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Doctor Who: Die Dynastie der Winter – Hörbuch [Review]

Wer nicht genug von den Abenteuern des zwölften Doctors und Clara bekommen kann, für den bringt Bastei Lübbe / Lübbe Audio gerade eine vierteilige Reihe rund um die beiden raus. Dank einer sonderbaren Karte werden der Doctor, Clara und die Tardis plötzlich zu einer erdähnlichen Kolonie befördert, die von den Golhearn bedroht wird. Dort treffen sie auf auf das kleine Mädchen Diana, die den Doctor „am schlimmsten Tag ihres Lebens“ um einen dringenden Gefallen bitten muss. Mister Fluffy, ihr Kater, ist verschwunden und der Doctor ist vermutlich als einziger im Stande ihn wieder zu finden.

Natürlich ist dieser Auftrag vollkommen unter dem Niveau des Doctors, doch es wird das Schicksal der Kolonie, von Diana und den Golhearn für immer verändern, wie der Doctor kurze Zeit später herausfinden wird…

Die Götter, Teil 1 von Doctor Who: Die Dynastie der Winter, einem Hörbuch von Lübbe Audio.

Das Hörbuch ist großartig! Von Anfang an hat mich die Stimme von Lutz Riedel an den Lautsprecher gefesselt. Immer wieder vergisst man, dass die Geschichte nur von einem Sprecher gesprochen wird und nicht von mindestens zehn. Was viele Hörspiele durch aufwendige Effekte und Geräusche erzielen müssen, schaft er vollkommen alleine. Dabei schaft er ein Kopfkino der besonderen Art. Natürlich muss man auch die Hörbuch-Regie loben, die diese Geschichte geschaffen hat. In klaren Worten schaffen sie Welten aus dem nichts. Dies ist vor allem noch beeindruckender, wenn man die Bilder von Doctor Who vor Augen hat, bei denen immer wieder große Welten und fantastische Schlachten inszeniert werden. Dies in ein Hörbuch umzusetzen kann keine leichte Aufgabe darstellen.

Meine einzige wirkliche Kritik an diesem Hörbuch, welches einfach von Riedels bestimmter, aber auch freundlicher Stimme lebt ist, dass Teil eins mit etwa 89 Minuten viel zu kurz ist. Statt die Reihe in vier Teile aufzuteilen, hätte man sicherlich auch das ganze Abenteuer in einer Box zusammen fassen können. Vor allem, weil nicht alle Teile gleichzeitig erscheinen und man somit nach jedem Cliffhanger gut einen Monat auf die Fortsetzung warten muss.

Falls ihr es noch nicht herausgelesen habt: Ihr müsst euch dieses Hörbuch holen. Selbst wenn ihr keine Ahnung von Doctor Who habt, ist dies ein sehr gutes Sci-Fi-Abenteuer, welches sich wunderbar anhören und nachvollziehen lässt. Für alle Doctor Who-Fans sind die vier CDs natürlich ein muss.

Doctor Who: Die Dynastie der Winter – Die Götter | 89 Minuten | 2016 | Lübbe Audio | Hörbuch | Bei Amazon kaufen

Ebenfalls in der Reihe erschienen:


Das Hörbuch wurde mir von Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.