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Weihnachtsgeschenke für Buchwürmer [SaSo]

In diesem Artikel soll es weniger darum gehen euch zu sagen: „Kauft dieses Buch zu Weihnachten für alle Menschen, die Bücher mögen.“, sondern darum echt Inspirationesquellen für gute Buchgeschenke zu geben. Dabei müssen Geschenke für Menschen, die Bücher mögen nicht zwingend Bücher sein, sondern können auch sehr schöne Dinge mit Buchbezug sein.

Etsy: Handgemachte Buchgeschenke

Etsy ist eine Fundgrube für kreative Geschenke. Sucht dort einfach nach dem Titel einer Lieblingsreihe, eines Lieblingsbuches oder eines Lieblingsautoren der zu beschenkenden Person. Auch das Wort „Buch“ alleine bringt euch viele schöne Ergebnisse. Besonders schön sind zum Beispiel Geschenke wie diese Poe-Tasse von JitterMug oder literarische Kerzen, wie jene von The Bookish Flame, bei denen Gerüche, die im Buch mit einem Ort oder einer Person assoziiert werden, in den Geruch einer Kerze umgewandelt werden.

Wichtig: Findet vorher heraus welche Reihen, Bücher, Autoren euer Buchwurm mag.

Redbubble: Kleidung und Kissen mit bedruckten Motiven

Auf Redbubble findet ihr ebenfalls viele kreative Geschenke. Während die Gegenstände bei etsy jedoch in der Regel handgefertigt werden, gibt es hier vor allem Print-Produkte. Dies können Poster und Postkarten sein, aber auch Aufdrücke auf T-Shirts, Pullis und Kissen. Eines meiner liebsten Fundstücke dort ist das Bedtime-Kissen von FandomizedRose. Dies definiert die Bettzeit als eine Zeit in der Fangirls sagen, dass sie schlafen gehen um dann die Nacht hindurch zu lesen.

Auch hier findet ihr viele schöne Geschenke, wenn ihr nach Autoren, Buchtiteln oder den Wörtern „Buch“ und „Book“ sucht.

Society6: Hochwertige Kunstdrucke

Society6 ist gar nicht so anders als Redbubble, denn auch hier findet ihr Drucke aller Art. Auch hier sucht ihr nach einem passenden Stichwort und findet dann so schöne Dinge wie dieses Hogwarts-Poster von Anne Lambelet@Society6.

Bücher

Wer hätte das gedacht, Buchwürmer mögen eventuell auch Bücher. Hier könnt ihr entweder den Buchwurm direkt auf einen Buchwunsch ansprechen – auch wenn dies eventuell verrät, was ihr vorhabt – gucken ob er bei Goodreads (einem Sozialen Netzwerk für Bücher) angemeldet ist und eine Liste mit Buchwünschen angelegt habt, oder sein Buchregal durchstöbern um Inspirationen zu finden.

Wenn ihr nun immer noch keine Ahnung habt, was ihr verschenken sollt, so empfehle ich diese beiden Bücher / Reihen:

Wenn der Rabe ruft / The Raven Cycle

Die Raben-Reihe / the Raven-Cycle ist definitiv eine der besten Reihen, die ich seit langem gelesen habe und meine Lieblingsreihe aus 2016. Es erzählt die Geschichte von Blue, die als einziger Mensch ohne besondere Fähigkeiten in einem Haus voller Wahrsager groß wird. Von Ronan dem Träumer. Von Noah, dem Besorgten. Von Adam, der mehr in seinem Leben erleben will. Und natürlich Gansey, der einen vor Jahrhunderten gestorbenen König finden und auferwecken möchte um sich einen Wunsch erfüllen zu können. Man könnte es als Schicksal bezeichnen, dass sich diese fünf in einer kleinen Stadt über den Weg laufen um gemeinsam das Abenteuer ihres Lebens zu erleben.

Die Reihe ist abgeschlossen und besteht aus vier Bänden. Bald soll es einen dreiteiligen Ableger geben.

The love that Split the world

The love that split the world ist von allen Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, mein absoluter Favorit. Die Highschoolschülerin Natalie ist seit Jahren in Psychologischer Behandlung, da die Dinge, die sie sieht, nicht zu einem gesunden Verstand zu passen scheinen. Bis sie Beau trifft, der scheinbar die Antworten auf all ihre Fragen bereithält und gleichzeitig viel mehr aufwirft. Ein fantastisches Buch über die Frage was real ist. Eine Frage, die bis zum Ende des Buches offen bleibt. Emotional, grandios geschrieben und einfach großartig.

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Die Stahlhöhlen: Ein Kriminalroman im 30. Jahrhundert [Buchreview]

Die Stahlhöhlen von Isaac Asimov, dem legendären Sci-Fi-Autor, von 1954 verbindet nicht nur die Roboter-Trilogie mit dem Foundation-Zyklus, es baut auch die fiktive Zukunft Asimovs aus und führt uns in eine Welt, die unserer erstaunlich gleicht und ihr gleichzeitig vollkommen widerspricht.

Die Stahlhöhlen: Sci-Fi Roman von Isaac Asimov

Auf Mörderjagd mit Roboter-Begleitung

Wir befinden uns im 30. Jahrhundert. Die Menschheit steht vor einem gewaltigen Überbevölkerungsproblem, welches dazu geführt hat Städte vollkommen neu zu denken und den Einsatz von Robotern in vielen Bereichen unerlässlich macht. In ihren Höhlen aus Stahl lebend, sehnen sich die Menschen danach wie die Spacer leben zu können. Jene Menschen sind vor Jahrhunderten aufgebrochen um bewohnbare Planeten zu finden und dort Kolonien zu gründen, die nun leicht besiedelt sind und in großem Wohlstand leben. Ein Wohlstand den sie sich hart erkämpft haben und die sie nun unter allen Umständen zu schützen versuchen.

Mitten in all diesen politischen Verstrickungen, die immer wieder zu Aufständen der Erdbewohner führen, wird plötzlich ein Spacer auf der Erde getötet und ausgerechnet Elijah Baley, ein Komissar des NYPD und Erdenbewohner soll nun in diesem Fall ermitteln. Nicht nur das, nein, er bekommt auch noch den vermutlich abwegigsten Partner zur Seite gestellt, den er sich vorstellen kann: Einen Roboter der Spacer. Wenn Menschen etwas mehr hassen als die Spacer dann definitiv die Roboter, die Menschen ihre Arbeitsplätze wegnehmen und dafür sorgen, dass tausende Menschen in Armenhäusern gelandet sind.

Stahlhölen: Asmiovs Beschreibung einer Zukunftsvision

Was Asimov’s Werke eint ist definitiv seine sehr präzise und kohärente Beschreibung der Zukunft. Wie auch in seinen Vorgängerwerken, in denen beispielsweise seine berühmten Roboter-Gesetze beschrieben wurden, die beispielsweise die Grundlage für den Kinofilm I Robot bildeten, versucht er auch in Die Stahlhöhlen die fiktive Welt und deren Gesellschaft in vielen Details zu beschreiben. So leben die meisten Menschen nun in Gemeinschaftssälen oder winzigen Einzimmerwohnungen um Platz in der Überbevölkerten Mega-Cities zu sparen. Wer fleißig arbeitet kann zusätzliche Privilegien für seine Familie dazugewinnen. Wer sich gegen die Regierung auflehnt landet dagegen schnell im Armenhaus. Bestrafung und Belohnung sind zwei der wichtigsten Mittel der Regierung um die Menschheit kontrollieren zu können.

Zusätzlich werden detailliert die technischen Neuerungen beschrieben. So können Nachrichten über Breitbandkabel verschickt werden. Was Asimov im Jahre 1954 sich ausgedacht hat, ist ganz klar so etwas wie das Internet. Auch seine Schnellverkehrsstraßen erinnern an die Magnetzüge die heute im Einsatz sind oder der geplante Hyperloop.

Aufhalten an Details hindert die Handlung am voranschreiten

Leider steckt Asmiov fiel zu fiel Energie, Tinte und Seiten darein um die Zukunft und ihre gesellschaftlichen Veränderungen zu beschreiben und verliert sich dabei an zu vielen Stellen in Details. Diese unterbrechen häufig die Handlung, so dass diese nur langsam und stockend voranschreitet. Dies könnte man ihm natürlich locker verzeihen, da seine Zukunftsvision wirklich interessant ist, jedoch verliert er sich auch an anderen Stellen in absurd detaillierten Rückblicken, die die Beziehung einzelner Personen etablieren soll, sie aber nur unnötig streckt und den Eindruck erweckt, dass Asimov den Roman künstlich verlängern wollte. Ein Beispiel hierfür ist ein Kapitel in dem Baley, der Protagonist, und seine Frau über die Herkunft und Bedeutung ihrer Namen diskutieren und dadurch eine Art Ehekrise hervorrufen. Das Kapitel trägt dabei absolut gar nichts zur Handlung bei und unterbricht dazu einen der einzigen spannenden Momente des ersten Drittel des Buches.

Warum man Asimov trotzdem eine Chance geben sollte

Unterm Strich ist dieses Buch etwas anstrengend zu lesen, dennoch sollte man dem 288 Seiten langen Roman eine Chance geben, schließlich ist Asimov einer der Begründer der modernen Sci-Fi-Literatur. Seine Zukunftsvision ist sehr spannend und interessant und der Konflikt rund um Roboter, die menschliche Arbeit übernehmen und dadurch die Arbeitslosigkeit ansteigen lassen, ist eine Debatte, die nicht nur spannend ist, sondern langsam auch Teil unserer Wirklichkeit wird. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Was macht eigentlich einen Menschen aus und was unterscheidet ihn von einer Maschine, die die gleichen Aufgaben erledigen kann wie er selbst.

Trotz seiner Bedeutung für die Literaturgeschichte kann ich der neuen Übersetzung von Asimovs Klassiker nicht mehr als 3/5 Punkten geben, denn was es an Bedeutung und philosophischen Diskursen enthält, macht es durch zu viele unnötige Details wieder kaputt, die die Handlung stark daran hindert sich zu entfalten und immer wieder in Diskussionen und Handlungsfragmente abgleitet, die nichts zur eigentlichen Geschichte beitragen.

Die Neuübersetzung von Die Stahlhöhlen von Isaac Asimov ist 2016 im Heyne Verlag erschienen und kann bei Amazon kaufen als Taschenbuch gekauft werden.


Das Buch wurde mir freundlicher Weise von Heyne zur Verfügung gestellt. Nein, dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Ich und Earl und das (sterbende) Mädchen [Buchreview]

Einmal vorweg verstehe ich nicht, warum der Titel des Buches, welches im Original Me and Earl and the dying Girl heißt in der Deutschen Variante geändert wurde. Der Originaltitel fasst in sehr, sehr wenigen Worten zusammen worin es in dem Debütroman von Jesse Andrews geht. Bereits 2012 erschienen und in der ersten Deutschen Version 2013 publiziert (damals noch mit dem vollständigen Titel), gibt es – passend zum Film – nun auch eine Taschenbuchausgabe.

Ich und Earl und das Mädchen

Cut, cut, alles zurück auf Anfang! In Ich und Earl und das Mädchen erzählt Greg, die fiktive Erzählerstimme, von seinem letzten Highschool-Jahr, seiner Freundschaft zu Earl – mit dem er seit er 11 ist Filme des Neuen Deutschen Films, der Nouvelle Vague und anderer Kunstbewegungen nachdreht – und natürlich über Rachel, die an Leukämie erkrank ist.

In einem fast schon viel zu heiteren Ton beschreibt Greg dabei wie er versucht sich mit allen Schulgruppen zu verstehen, die Nachmittage damit zubringt abgedrehte Filme zu gucken und sich um Rachel kümmert, mit der er eigentlich seit er zwölf ist gar nicht mehr befreundet ist, aber das ist seiner Mutter egal, denn schließlich braucht das sterbende Mädchen jeden Freund, den es kriegen kann.

Immer wieder schwankt die Erzählung zwischen einem fast schon tagebuchartigen Stil hin zu einer Art Drehbuch, welches kurz Dialoge und Szenen zusammenfasst. Diesen Mix fand ich zu Beginn des Buches sehr eigenartig und fast schon etwas störend, sobald man jedoch erfährt, dass Greg eigentlich Filme macht ergibt der Stil plötzlich einen Sinn und fügt sich nahtlos in die sehr chaotische Szenerie ein.

Kein Buch für jeden

Ich finde es sehr spannend und mutig sich mit einem schweren Thema wie Leukämie bei Kindern auf eine sehr humorvolle, beinahe schon beiläufige Art zu nähern. Es zeigt, dass man ernste Themen behandeln kann, ohne auf gängige Klischees einzugehen. Dies ist auch etwas, dass immer wieder innerhalb des Buches thematisiert wird, wenn Greg zum Beispiel beschreibt, dass er in einem dramatischen Film sic unendlich in Rachel verlieben würde und sie sich in ihn und sie tragisch in seinen Armen sterben würde. Gerade der Verzicht auf diese Klischees und der satirische Umgang mit ihnen, macht dieses Buch sehr besonders. Ja, es hat einen bösen Humor und ja, deswegen wird es nicht jedem Leser gefallen, aber es zeigt auch, dass Jugendbücher sich nicht immer mit den gleichen Themen auseinandersetzen müssen und das nicht jede Freundschaft zwischen Jungs und Mädchen zu einer Liebesgeschichte führen muss.

An vielen Stellen wirkt der Schreibstil noch etwas holperig und ich kann nicht wirklich beurteilen ob dies daran liegt, dass es Andrews Erstlingswerk ist oder ob es ein gewolltes Stilmittel ist. So oder so wirkt der Ich und Earl und das Mädchen gerade dadurch authentisch und ergreifend.

Den Roman könnt ihr zum Beispiel bei Amazon in der neusten Version von Heyne kaufen.

Kein Film für irgendwen

Leider habe ich den Fehler gemacht und mir danach die Verfilmung von Alfonso Gomez-Rejon angetan. Ein sehr großer Fehler. Die chaotische Familie von Earl, die im Roman einen Großteil der wirklich absurden Szenen liefert, wurde für den Film komplett herausgestrichen. Dafür wurden zusätzliche Szenen eingefügt, die allen gängigen Highschool-Klischee-Dramen entspricht. Es gibt sogar eine schreckliche „Ich-wäre-so-gerne-mit-dir-zum-Abschlussball-gegangen“-Szenen, die wirklich nicht hätte sein müssen. Offenbar hat irgendwer den Roman gelesen und beschlossen, dass dies ein wunderbarer Jugendfilm sein könnte, wenn man fast den kompletten dunklen Humor – der den Roman auszeichnet – durch Kitsch – der dankenswerter Weise im Roman fehlt – ersetzt.


Das Buch wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Owlcrate: Eine Box voller Buchliebe

Can’t get enough YA in your life?
OwlCrate to the Rescue!

Ist der Aufmacher auf der Seite von Owlcrate, der Subscribtion-Box für Jugendbücher und Gegenstände mit Buchbezug. Jeden Monat gibt es ein neues Thema.

Seit ich die Box entdeckt habe, wollte ich sie unbedingt ausprobieren. Ihre Themen reichen von Fantasy, über Parallel Worlds, bis hin zu Leading Ladies. Ich finde es spannend, wie diese sehr unterschiedlichen Themen immer wieder mit Material befüttert wurden und natürlich mit sehr großartigen Büchern.

Meine erste Box war die mit dem Thema Dystopia.

Owlcrate Box: Eine Abobox voller wundervoller Buchdinge. Diesen Monat mit dem Buch Flawed, einen Hunger Games-Armband und Gegenständen zu Shatter Me, Maze Runner und 1984.

Als Buch gab es dieses Mal Flawed von Cecelia Ahren (ja, genau die Kitschromanautorien), dessen Handlung sich grob mit: Wenn du nicht perfekt bist, wirst du aus der Gesellschaft ausgeschlossen, zusammenfassen lässt. Die Wahl finde ich etwas überraschend, da Ahren bisher weder für ein junges Publikum, noch dystopische Romane geschrieben hat, aber das muss ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein.

Daneben gab es ein Armband und einen Magneten mit Hunger Games-Bezug, einen Maze Runner-Aufnäher, ein 1984-Notizbuch (yuhu!), einen Shatter Me-Untersetzer und einen wundervollen Print.

Ich bin fast ein bisschen enttäuscht, dass es nur Bezüge zu neueren dystopischen Roman gibt. Andererseits richtet sich diese Box auch an sehr junge Leser, die vermutlich mehr mit Maze Runner anfangen können. So oder so liebe ich die Hunger Games-Artikel, den Print, das Notizbuch und den Untersetzer. Das Buch hab ich noch nicht begonnen, aber die Handlung um ein Mädchen, welches durch einen kleinen Fehler an den Rande der Gesellschaft gedrängt wird, klingt spannend.

Die Boxen gibt es übrigens in drei verschiedenen Abo-Varianten:

  • Monatlich – 29,99$ pro Monat
  • 3 Monate – 86,98$
  • 6 Monate – 167,94$

Ich habe für den Anfang das monatliche Modell gewählt um erst einmal verschiedene Boxen auszuprobieren. Das nächste Thema wir Steampunk sein und ich bin sehr gespannt, welches Buch es dieses Mal geben wird. Der große Vorteil der Box ist nämlich, dass man auch Bücher entdecken kann, die gerade erst publiziert werden oder es sich um Sondereditionen handelt, die man in Deutschland gar nicht kaufen kann.

Generell finde ich das Konzept der Buchbox sehr cool und freue mich sehr auf meine zweite Box. Gleichzeitig finde ich die 30$ schon etwas teuer, vor allem wenn man bedenkt, dass noch Lieferkosten dazukommen.

So oder so, falls ihr euch entscheiden solltet euch selbst eine Owlcratebox zu bestellen, dann bestellt bitte über diesen Link (https://owlcrate.com/refer/Dana-FXOWSDTK) und helft mir damit eine Owlcrate-Box umsonst zu erhalten. ;)

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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki: Vom Unterschied zwischen Außen- und Innenwahrnehmung [Review]

Haruki Murakami ist ein begnadeter Autor, der von Kritikern seit Jahren als potenzieller Nobelpreisgewinner gehandelt wird. Wie bei vielen Autoren seines Kalibers stößt man bei Rezensionen schnell auf Extreme. Die Leser liebe oder hassen seine Werke. Die kafkaesken Erzählungen und absonderlichen Ereignisse, die seinen Protagonisten immer wieder passieren sind eben nicht jedermanns Sache.

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich immer auf der Seite seiner Bewunderer stand. Die Art wie er psychologische Debatten in fantastische Geschichten goss, hat mich von Anfang an begeistert. Bis zu 1Q84, dass mir so gar nicht gefiel und welches ich sogar mittendrin abgebrochen habe, weil ihm die Leichtigkeit, die Murakamis Werken inne wohnt, vollkommen fehlte. Die Worte waren sperrig und es gab zu Beginn direkt zu viele verschrobene Handlungsstränge, die nicht so recht zusammenpassen wollte – nicht etwa wie bei Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt.

Entsprechend kritisch stand ich also seinem neusten Roman Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki gegenüber. Vielleicht war Murakamis Stimmfarbe für immer erloschen, so wie auch Herr Tazaki mit seiner Farblosigkeit kämpfen muss.

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Eine Reise in die Vergangenheit

Tsukuru Tazaki führt mehr oder weniger ein relativ unspektakuläres Leben. Mit seinen 36 Jahren arbeitet er als Ingenieur und entwirft Bahnhöfe. Zwar ist er nicht verheiratet, doch gerade hat er die Frau gefunden, mit der er sich vorstellen kann sesshaft zu werden: Sara. Doch während zunächst alles gut zu laufen scheint, bemerkt Sara immer wieder, dass ihm etwas auf der Seele brennt.

Tazaki ist sofort klar, was sie meint, schließlich weiß er immer noch nicht, weshalb seine besten Freunde vor 16 Jahren plötzlich ohne jede Begründung jeglichen Kontakt zu ihm eingestellt haben. Und so beginnt ein Ausflug in seine Vergangenheit, bei der er feststellen muss, dass seine Innenwahrnehmung nicht immer dem entsprechen muss, was andere Menschen über ihn denken und manche Situationen komplizierter sein können, als sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Eine Handlung viele Erzählungen

Der Roman wird von Tsukuru selber erzählt, der seiner Freundin von seiner Schulzeit, seinen vier besten Freunden und seiner Universitätszeit berichtet. Dabei springt er zwischen reinen Berichten und Erzählungen, die er teilweise von seinen Freunden gehört oder die ihm selber widerfahren sind.

So beginnt Murakami viele Erzählungen mit einer Handlung zu verknüpfen, die für sich gesehen spannend und mysteriös sind, und immer wieder ohne richtige Aufklärung bleiben. Da ist zum Beispiel die Geschichte des Pianospielers, der angeblich unter einem Fluch leidet und dann genauso unerwartet verschwindet wie er aufgetaucht ist. Oder die sonderbareren Erlebnisse mit seinem besten Freund Haida, die eventuell nur ein Traum oder Wirklichkeit sind.

Über allem schwebt jedoch immer die Frage, weshalb Tsukurus farbenfrohe Freunde, den jeder von ihnen hat in seinem Namen ein Zeichen für eine Farbe verborgen, nicht mehr mit ihm sprechen wollten. Sind sie seiner überdrüssig geworden? Hat er sie beleidigt? Wollten seine Freunde lediglich Pärchen bilden und er war das fünfte Rad am Wagen? Die Suche nach diesem letzten Mysterium seines Lebens zieht sich als großer roter Faden durch das Buch und verbindet die einzelnen Ereignisse und Erzählungen zu einer stringenten Handlung.

Im Grunde ist diese Technik für Murakami nichts neues. In Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt werden zwei unterschiedliche Welten, zwei Protagonisten und zwei Abenteuer geschildert, die sich nach und nach annähern und verschmelzen. Auch in Kafka am Strand schwangt die Geschichte zwischen Kafka und Saturo hin und her.

In Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki bleibt es beim gleichen Protagonisten, aber die Geschichten stammen aus diversen Zeitabschnitten und fügen sich nach und nach zu einem Bild zusammen.

Ein farbloser Roman?

Während ich mit 1Q84 einige Probleme hatte, weil es zu viele Handlungsstränge aufgriff, handelt es sich bei Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki um einen sehr reduzierten Roman. Dies mag zu einen an seiner Länge liegen – mit 320 Seiten ist es deutlich kürzer als 1Q84, dessen drei Romane jeweils gut 500 Seiten lang sind. Zum anderen verzichtet Murakami auf zu viele Parallelentwicklungen und erzählt einen sehr lediglich eine Handlung, die mit diversen Erzählungen angereichert wurde. Dadurch kann man ihr leichter folgen, sie verliert jedoch etwas an dem Charm, den Murakamis Werke ansonsten ausstrahlen.

Auch die fantastischen Ereignisse finden wenn dann nur in Träumen und Erzählungen statt. Während in einigen anderen seiner Romanen tatsächlich sonderbare Dinge passieren, bleibt es hier der Fantasie der Leser überlassen darüber zu urteilen ob die Geschichten wahr oder eben nur genau das, Geschichten, sind und bleiben.

Nichts desto trotz ist dieses wieder einmal ein Werk Murakamis, welches mich von Anfang an abgeholt und begeistert hat. Tsukuru ist eine gute Erzählstimme, die mal an sich selbst zweifelt und kurz darauf entdeckt, dass nicht alle seine Zweifel wirklich dem entsprechen, wie andere Menschen ihn wahrnehmen. Dieses Spiel zwischen Innen- und Außenwahrnehmung verleit diesem Roman eine Besonderheit, die einen sehr guten von einem guten Roman abheben.

Für 11€ könnt ihr den Roman übrigens bei Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki bei Amazon kaufen.


Das Buch wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Noch mehr Buchwünsche: Hübsche Cover [SaSo]

Viele hübsche Buchcover: Shadow and Bone, Wildwood, The Last boy and girl in the world, The princess and the pony, Geschichten für einen Augenblick, When we collide

Jaja man soll Bücher nicht nach ihrem Cover bewerten, aber diese sechs Bücher würde ich ohne zu zögern direkt im laden mitnehmen, einfach, weil sie hübsch oder interessant aussehen. Ein Blick hinter den Einband verrät jedoch oft auch, dass das Buch mehr kann als nur gut auszusehen. Deshalb sind diese sechs Romane auf meiner Leseliste gelandet.

Shadow and Bone [Reihe]

Shadow and Bone, Band eins der Grisha-Trilogie, welches zu Deutsch Goldene Flammen heißt, hätte ich mir ohne zu zögern in der englischen Fassung gekauft. Das Cover sieht mysteriös aus und verspricht eine märchenhafte Geschichte. Der Deutsche Klappentext lautet wie folgt:

Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Unscheinbar und still lebt sie im Schatten ihres Kindheitsfreunds Maljen, dem erfolgreichen Fährtenleser und Frauenschwarm. Keiner darf wissen, dass sie heimlich in ihn verliebt ist, am allerwenigsten er selbst. Erst als sie ihm bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich Alinas Dasein auf einen Schlag. Man munkelt, sie hätte übermenschliche Kräfte, und nicht zuletzt der Zar selbst wird nun auf sie aufmerksam… (siehe Amazon)

Sowohl das deutsche Cover, als auch die etwas komische Zusammenfassung, könnten mich tatsächlich davon abhalten das Buch zu kaufen. Wie gut, dass mir das Internet bereits verraten hat, dass es sich um eine sehr gute Buchreihe handelt.

Wildwood [Reihe]

Auch bei Wildwood handelt es sich um eine Reihe dessen Coverdesign mir sehr gefällt. Es erinnert an Wo die Wilden Kerle wohnen und sieht aus, als würde es sich um eine gute Abenteuergeschichte handeln. Der deutsche Klappentext dazu lautet:

Das Leben der zwölfjährigen Prue verläuft völlig normal. Zumindest bis ihr geliebter kleiner Bruder Mac eines Tages von einer Schar Krähen in die Lüfte gehoben und in die Undurchdringliche Wildnis verschleppt wird, ein großes und dicht bewachsenes Waldgebiet am Rande von Portland. Um ihren Bruder zu retten, überschreitet Prue die Grenzen des Waldes und entdeckt eine unglaubliche Welt … Colin Meloy ist mit seinem Debütroman ein zauberhaftes Leseerlebnis für Jung und Alt gelungen. (siehe Amazon)

In diesem Fall bin ich zwar auch nicht zu hundert Prozent von dem Klappentext überzeugt, aber ein guter Abenteuerroman ist immer wieder eine gute Sache um sich die Zeit – zum Beispiel bei einem entspannten Strandurlaub – zu vertreiben

The Last Boy and Girl in the World

Ist erst dieses Jahr erschienen und hat somit noch keine deutsche Übersetzung. Das Cover ist sehr grafisch und einfach gehalten, besitzt jedoch gleichzeitig auch eine gewisse Tiefe. Der Inhalt lässt sich etwa so zusammenfassen: Während das Örtchen Aberdeen von einem Sturm bedroht wird und die Erwachsenen beschließen ihre Habseligkeiten in Kisten zu verpacken und zu fliehen, wollen die Jugendlichen Aberdeens jeden letzten Moment, den sie noch in ihrer Heimat verbringen können, nutzen, als wäre es der letzte, der ihnen auf der Welt bleibt. Für Keeley bedeutet dies ihren Mut zusammenzunehmen und endlich dem Jungen ihre Liebe zu gestehen, in den sie seit Ewigkeiten verliebt ist.

Klingt vielleicht etwas kitschig, könnte jedoch eine sehr spannende Coming of Age-Geschichte in einem etwas absurden Szenario sein.

The Princess and the Pony

The Princess and the Pony ist ein etwas anderes Bilderbuch, welches sich fast schon eher an Erwachsene, als an Kinder richtet. Es erzählt die Geschichte einer Prinzessin, die unbedingt ein Pferd haben möchte und stattdessen mit einem tollpatschigen, fetten Pony auskommen muss.

Das Buch sieht sehr niedlich aus und die Geschichte ist knuffig. Irgendwie stehe ich auf absurde Bilderbücher. Leider gibt es auch von diesem Buch noch keine Deutsche Fassung.

Geschichten für einen Augenblick

Das Cover dieses Buches verrät so gut wie nichts über dessen Inhalt und gleichzeitig sehr viel, wenn man einmal den Klappentext gelesen hat. Im ersten Moment dachte ich, dass es sich um eine Sammlung mysteriöser oder märchenhafter Erzählungen handeln könnte.

»Hallo! Ich heiße Nao, und ich bin ein Zeitwesen. Weißt du, was ein Zeitwesen ist? Wenn du einen Moment hast, erzähl ich es dir.« So beginnt das Tagebuch des japanischen Teenagers Nao, das eines Tages am Strand einer kanadischen Pazifikinsel angespült wird. Nao schreibt von Einsamkeit und Mobbing, vom depressiven Vater, von ihrer schillernden Urgroßmutter Jiko und den Geheimnissen des Zen. Die Autorin Ruth, die das Tagebuch gefunden hat, ist bald wie gebannt von Naos Notizen und beginnt zugleich um ihr Leben zu fürchten – hat Nao letztlich Selbstmord begangen? Ist sie im Tsunami gestorben? Die Suche nach Antworten gerät für Ruth zu einer magischen Reise durch die Gegenwart, die am Ende auch den Blick auf ihr eigenes Leben verwandelt. (siehe Amazon)

Auch so finde ich den Klappentext sehr einladen und werde das Buch wohl bald lesen.

When we Collide

Hat wohl das am wenigsten auffälliste Cover dieser Sammlung, wurde jedoch in letzter Zeit so häufig von Bloggern und Bookstagram-Instagramern geteilt, dass ich um dieses Cover gar nicht mehr herumzukommen scheine. Meine Aufmerksamkeit hat es also eher durch eine Art Dauerpräsenz auf sich gezogen. Auch dieses Buch hat noch keine Deutsche Fassung, da es erst 2016 erschienen ist. Deswegen bekommt ihr einfach mal den Englischen Klappentext:

Seventeen year old Jonah Daniels has lived in Verona Cove, California, his whole life, and only one thing has ever changed: his father used to be alive, and now he’s not. Now Jonah must numbly take care of his family as they reel from their tragedy. Cue next change: Vivi Alexander, new girl in town. Vivi is in love with life. A gorgeous and unfiltered hurricane of thoughts and feelings. She seems like she’s from another planet as she transforms Jonah’s family and changes his life. But there are always consequences when worlds collide …A fierce and beautiful love story with a difference, When We Collided will thrill fans of All the Bright Places and I’ll Give You the Sun. (siehe Amazon)

Die Handlung könnte etwas kitschig oder sehr gut sein. Bei tragischen Geschichten ist es leider nie besonders einfach dies vorher vorherzusagen. Da das Buch wirklich sehr gute Kritiken bekommen hat, gebe ich ihm jedoch gerne eine Chance.

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Der Radio-Schocker auf CD: Krieg der Welten [Review]

Wir schreiben das Jahr 1938. Aus dem Radio erklingt eine aufgeregte Stimme: „Es gab eine Explosion!“ Dann plötzlich Stille. Die Verbindung zum Experten ist verloren. Der Nachrichtensprecher weiß nicht recht wie er reagieren soll und spielt stattdessen Orchestermusik. Während langsam Panik in der Redaktion des Radiosenders ausbricht, bemüht sich der Sprecher ruhig zu bleiben um die Zuhörer nicht zu verängstigen, doch zu dem Zeitpunkt dämmert es langsam beim Publikum: Die Erde wird angegriffen und der Feind ist dieses Mal niemand anderes als Bewohner des Mars.

Mit Hilfe der damals möglichen Technik, versuchte Orson Welles, der später als Regisseure von Citizen Kane weltweiten Ruhm erlangen sollte, ein vorher so noch nie dagewesenes Hörspiel zu gestalten. Auf Basis von H.G. Wells Krieg der Welten inszenierte er einen Angriff auf die Erde im gängigen Nachrichtenformat der 30er-Jahre. Die Wirkung der ersten Ausstrahlung ist heute zu einer modernen Legende geworden. Bereits kurz nach der Ausstrahlung werden Gerüchte von Massenpanik und Selbstmorden breit. Einige Zuschauer, die erst später das Radio angeschaltet haben, hielten das Hörspiel für eine echte Nachrichtensendung, hieß es. Bei CBS seien hunderte Anrufe von verstörten Zuhörern eingegangen.

Doch ebenso wie das Hörspiel vorgab etwas zu sein, was es nicht war, sind auch die meisten Legenden rund um den kalten Abend des Jahres 1938 eben nur das: Legenden. Zwar gab es leicht erhöhte Anruferzahlen, doch kaum jemand konnte wirklich glauben, dass es sich bei diesem Hörspiel wirklich um die Realität handelte.

So war damals das Buch aus dem Jahre 1898 recht bekannt unter dem amerikanischen Zielpublikum und das Hörspiel ist nicht weit von der Romanhandlung entfernt. Zudem wird immer wieder deutlich, dass es sich um künstliche, im Studio entstandene Geräusche handelt. Auch das ausbleiben von anderen Berichten auf anderen Radiosendern konnte kaum hilfreich gewesen sein in dem Versuch die Menschen von der Wahrhaftigkeit der Ereignisse zu überzeugen.

Spätestens ab dem zweiten Drittel sollte dann allen Zuschauern klar gewesen sein, dass es sich hier eindeutig um ein Hörspiel handelt. Die Handlung macht einen Sprung. Einige Monate sind seit der Invasion vergangen und erzählt wird nun beinahe in Romanform aus Sicht eines Überlebenden.

Es ist erstaunlich wie mystifiziert dieses Hörspiel mittlerweile wird. Dabei ist Welles größte Errungenschaft nicht etwa, dass er einige Menschen für einen Moment davon überzeugen konnte, dass die Erde von Außerirdischen angegriffen wird. Es ist schlicht und einfach die Tatsache, dass man diesem Hörspiel auch beinahe 80 Jahre nach seiner Entstehung voller Spannung folgen kann. Das Tempo der Erzählung ist angenehm und man kann den Ereignissen gut folgen. Die Soundeffekte klingen an wenigen Stellen etwas künstlich, schaffen es jedoch ansonsten eine sehr naturalistische Tonumgebung entstehen zu lassen. Zu guter Letzt ist da natürlich auch noch Orson Wells Stimme, die zunächst in ruhiger Nachrichtensprecher-Manier von Erschütterungen auf dem Mars berichtet, dann langsam hektischer wird und schließlich in Angst und Panik verfällt.

Das "The War of the Worlds"-Hörspiel vom Hörverlag. Wunderschöne Radio-Verpackung.

Das „The War of the Worlds“-Hörspiel vom Hörverlag. Wunderschöne Radio-Verpackung.

Bisher hatte ich leider immer das Pech, dass ich nur einen Teil dieses wirklich empfehlenswerten Hörspiels im Radio mitbekommen habe. Wie gut, dass es mittlerweile eine Ausgabe dieses Hörspiels aus dem Hörverlag als CD gibt, die ich jedem Hörspiel- und / oder Sci-Fi-Fan wirklich ans Herz legen möchte. Die Tonqualität dieser Version ist leicht angepasst, aber nicht albern digital remastert oder gar mit neuen Geräuschen unterlegt worden.

Alles in allem sehr schön für einen gemütlichen Hörspielabend!

Bei Amazon kaufen: The War of the Worlds

Hört ihr gerne Hörspiele? Und wenn ja: kauft ihr euch welche, hört ihr sie im Internet oder tatsächlich noch im Radio?


Dieses Hörspiel wurde mir von Random House zur Verfügung gestellt. Nein, diese Tatsache hat mein Urteil nicht beeinflusst.

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Die Luna Chroniken: Die beste Fantasie-Buchreihe seit Harry Potter

Wenn es um Bücher geht bin ich sehr kritisch. Ein gut geschriebenes Buch kann zwar einen Eindruck bei mir hinterlassen, weil es entweder einen guten Schreibstil verwendet, spannende Motive einbringt oder eine interessante Handlung besitzt – vielleicht sogar alles drei – meistens reicht es jedoch nicht um einen langfristigen Eindruck auf mich zu machen oder mich in irgendeiner Art und Weise emotional zu bewegen. Ganz anderes ist es mir hingegen bei den Luna Chroniken von Marissa Meyer ergangen. Und das zu meiner kompletten Überraschung.

Die vier Bücher der Luna Chroniken von Marissa Meyer.

Die Luna Chroniken sind eine vierbändige Fantasie- und SciFi-Buchreihe, die Motive aus diversen Märchen aufgreifen und diese mit Elementen aus Disney-Filmen und Sailor Moon mischen. Vermutlich ist dies die genauste Beschreibung, mit der man die Reihe innerhalb eines Satzes zusammenfassen kann, auch wenn sie nicht annähernd beschreibt worum es in dieser Reihe geht. Und gerade diese Schwammigkeit der Beschreibungen hat mich zunächst davon abgehalten die Reihe überhaupt zu beginnen.

Band 1 wurde mir häufig von Freunden, Bekannten, Amazon und Instagramern, denen in einen guten Buchgeschmack nachsagen würde, empfohlen, doch die Inhaltsangabe von Wie Mond so silber klang immer eher wie eine trashige Mischung aus SciFi und Märchen. Ein Blick auf Motive der kompletten Reihe ist also angebracht:

Die vier Bände sind in der Zukunft angesiedelt. Nach dem Vierten Weltkrieg herrscht Frieden auf der Erde. Dieser wird nur durch den Ausbruch der Blauen Pest gestört, die Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Bisher gibt es kein Gegenmittel gegen die Pandemie und niemand scheint sicher vor ihr zu sein. Gerade in diesen schweren Zeiten beschließt das Königreich des Mondes – Luna –, welches aus der ersten Kolonisierung des Mondes hervorgegangen ist, der Erde mit Krieg zu drohen, wenn nicht ein dauerhaftes Friedensbündnis zwischen einem Regenten eines der wichtigsten Staaten und Luna zustande kommt. Jeder der Bände greift nun Motive aus jeweils einem Märchen auf und fügt sie der Geschichte um Cinder, der Protagonistin der Romane, hinzu.

So beginnt die Geschichte in Band 1 mit Cinder, einem Cyborg und der besten Mechanikerin in Neu-Pekings. Während sie den ganzen Tag arbeitete hat ihre Stiefmutter, die nur Augen für ihre beiden eigenen Töchter hat, nur harte Worte für Cinder übrig. Doch da die Cyborg-Überwachungsgesetze immer weiter verschärft wurden, hat sie kaum eine andere Möglichkeit als auf ihre Stiefmutter zu hören. Ihre Leben beginnt sich jedoch zu verändern, als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai, der Thronerbe des Asiatischen Staatenbundes, an ihrem Reparaturstand auftaucht…

Diese Cinderella-Variation schaft es einzelne Motive des Märchens (hart arbeitendes Mädchen mit Stiefmutter und zwei Stiefschwestern trift zufällig Prinz) aufzugreifen und sie in einen vollkommen anderen Kontext zu setzen. Besonders gelungen finde ich dabei wie taff die Protagonistin der Reihe geraten ist. Sie ist kein verängstigtes Mädchen, das an Feen glaubt, sondern eine starke Frau, die sich als Mechanikerin ihren Lebensunterhalt verdient.

Die nächsten Bände greifen Motive aus Rotkäppchen, Rapunzel und Schneewittchen auf. Auch hier werden keine einfach gestrickten Disneyprinzessinnen porträtiert, die sich aus eigenem Antrieb nicht aus einer Gefahrensituation befreien können – außer, wenn sie wirklich in ziemlichen Schwierigkeiten stecken –, sondern starke Frauen, die sich zwar auch verlieben und weich sein können, aber nicht nur dafür leben um sich zu verlieben.

Besonders Scarlet aus dem zweiten Band der Reihe habe ich sehr in mein Herz geschlossen. Hier wird unter anderem erzählt wie Scarlet (Rotkäppchen) einen Straßenkämpfer namens Wolf kennenlernt, mit dem sie zusammen versucht ihre entführte Großmutter zu retten.

Was die Reihe wirklich fantastisch macht ist die gut ausgeklügelte Welt, die in sich logisch ist, in der sich tolle Figuren bewegen, sich begegnen und gemeinsam Abenteuer erleben. Dabei stimmt der Schreibstil, aber auch die Liebe zum Detail. Klar gibt es einige Dinge, die mich etwas gestört haben. Da wären zum Beispiel die vielen Male, bei denen man schon weiß, wie die Handlung weiter verlaufen wird, aber dies bleibt beim Aufgreifen von bekannten Motiven auch kaum aus.

Nichts desto trotz kann ich diese Reihe jedem Menschen, der Märchen faszinierend findet und Reihen wie Harry Potter oder die Hunger Games mochte, nur wärmstens empfehlen. Gerade für junge Mädchen ist es wichtig viel mehr großartige Heldinnen wie Cinder oder Scarlet zu haben, die zeigen, dass auch Frauen Abenteuer erleben, Prinzen retten und Kämpfe bestreiten können. Die Disney Prinzessin, die am ehesten in diese Buchreihe passen würde, wäre wohl Mulan, eben weil sie keine Prinzessin ist und nie eine sein wollte.

Im Carlsen-Verlag sind bisher die folgenden Titel erschienen:

In der englischen Variante heißen sie nach der jeweiligen neu auftauchenden Protagonistin des Romans:

Darüber hinaus sind im englischen Original bisher zwei Zusatzbände erschienen: