Die Luna Chroniken: Die beste Fantasie-Buchreihe seit Harry Potter

Wenn es um Bücher geht bin ich sehr kritisch. Ein gut geschriebenes Buch kann zwar einen Eindruck bei mir hinterlassen, weil es entweder einen guten Schreibstil verwendet, spannende Motive einbringt oder eine interessante Handlung besitzt – vielleicht sogar alles drei – meistens reicht es jedoch nicht um einen langfristigen Eindruck auf mich zu machen oder mich in irgendeiner Art und Weise emotional zu bewegen. Ganz anderes ist es mir hingegen bei den Luna Chroniken von Marissa Meyer ergangen. Und das zu meiner kompletten Überraschung.

Die vier Bücher der Luna Chroniken von Marissa Meyer.

Die Luna Chroniken sind eine vierbändige Fantasie- und SciFi-Buchreihe, die Motive aus diversen Märchen aufgreifen und diese mit Elementen aus Disney-Filmen und Sailor Moon mischen. Vermutlich ist dies die genauste Beschreibung, mit der man die Reihe innerhalb eines Satzes zusammenfassen kann, auch wenn sie nicht annähernd beschreibt worum es in dieser Reihe geht. Und gerade diese Schwammigkeit der Beschreibungen hat mich zunächst davon abgehalten die Reihe überhaupt zu beginnen.

Band 1 wurde mir häufig von Freunden, Bekannten, Amazon und Instagramern, denen in einen guten Buchgeschmack nachsagen würde, empfohlen, doch die Inhaltsangabe von Wie Mond so silber klang immer eher wie eine trashige Mischung aus SciFi und Märchen. Ein Blick auf Motive der kompletten Reihe ist also angebracht:

Die vier Bände sind in der Zukunft angesiedelt. Nach dem Vierten Weltkrieg herrscht Frieden auf der Erde. Dieser wird nur durch den Ausbruch der Blauen Pest gestört, die Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Bisher gibt es kein Gegenmittel gegen die Pandemie und niemand scheint sicher vor ihr zu sein. Gerade in diesen schweren Zeiten beschließt das Königreich des Mondes – Luna –, welches aus der ersten Kolonisierung des Mondes hervorgegangen ist, der Erde mit Krieg zu drohen, wenn nicht ein dauerhaftes Friedensbündnis zwischen einem Regenten eines der wichtigsten Staaten und Luna zustande kommt. Jeder der Bände greift nun Motive aus jeweils einem Märchen auf und fügt sie der Geschichte um Cinder, der Protagonistin der Romane, hinzu.

So beginnt die Geschichte in Band 1 mit Cinder, einem Cyborg und der besten Mechanikerin in Neu-Pekings. Während sie den ganzen Tag arbeitete hat ihre Stiefmutter, die nur Augen für ihre beiden eigenen Töchter hat, nur harte Worte für Cinder übrig. Doch da die Cyborg-Überwachungsgesetze immer weiter verschärft wurden, hat sie kaum eine andere Möglichkeit als auf ihre Stiefmutter zu hören. Ihre Leben beginnt sich jedoch zu verändern, als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai, der Thronerbe des Asiatischen Staatenbundes, an ihrem Reparaturstand auftaucht…

Diese Cinderella-Variation schaft es einzelne Motive des Märchens (hart arbeitendes Mädchen mit Stiefmutter und zwei Stiefschwestern trift zufällig Prinz) aufzugreifen und sie in einen vollkommen anderen Kontext zu setzen. Besonders gelungen finde ich dabei wie taff die Protagonistin der Reihe geraten ist. Sie ist kein verängstigtes Mädchen, das an Feen glaubt, sondern eine starke Frau, die sich als Mechanikerin ihren Lebensunterhalt verdient.

Die nächsten Bände greifen Motive aus Rotkäppchen, Rapunzel und Schneewittchen auf. Auch hier werden keine einfach gestrickten Disneyprinzessinnen porträtiert, die sich aus eigenem Antrieb nicht aus einer Gefahrensituation befreien können – außer, wenn sie wirklich in ziemlichen Schwierigkeiten stecken –, sondern starke Frauen, die sich zwar auch verlieben und weich sein können, aber nicht nur dafür leben um sich zu verlieben.

Besonders Scarlet aus dem zweiten Band der Reihe habe ich sehr in mein Herz geschlossen. Hier wird unter anderem erzählt wie Scarlet (Rotkäppchen) einen Straßenkämpfer namens Wolf kennenlernt, mit dem sie zusammen versucht ihre entführte Großmutter zu retten.

Was die Reihe wirklich fantastisch macht ist die gut ausgeklügelte Welt, die in sich logisch ist, in der sich tolle Figuren bewegen, sich begegnen und gemeinsam Abenteuer erleben. Dabei stimmt der Schreibstil, aber auch die Liebe zum Detail. Klar gibt es einige Dinge, die mich etwas gestört haben. Da wären zum Beispiel die vielen Male, bei denen man schon weiß, wie die Handlung weiter verlaufen wird, aber dies bleibt beim Aufgreifen von bekannten Motiven auch kaum aus.

Nichts desto trotz kann ich diese Reihe jedem Menschen, der Märchen faszinierend findet und Reihen wie Harry Potter oder die Hunger Games mochte, nur wärmstens empfehlen. Gerade für junge Mädchen ist es wichtig viel mehr großartige Heldinnen wie Cinder oder Scarlet zu haben, die zeigen, dass auch Frauen Abenteuer erleben, Prinzen retten und Kämpfe bestreiten können. Die Disney Prinzessin, die am ehesten in diese Buchreihe passen würde, wäre wohl Mulan, eben weil sie keine Prinzessin ist und nie eine sein wollte.

Im Carlsen-Verlag sind bisher die folgenden Titel erschienen:

In der englischen Variante heißen sie nach der jeweiligen neu auftauchenden Protagonistin des Romans:

Darüber hinaus sind im englischen Original bisher zwei Zusatzbände erschienen:

7 Gedanken zu “Die Luna Chroniken: Die beste Fantasie-Buchreihe seit Harry Potter

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