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2012 gelesen

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Ich habe mich einfach von Nin-chan inspirieren lassen und einmal nachgeschaut, was ich 2012 alles gelesen habe. Neben den vielen Büchern, die ich für die Uni lesen durfte und die größtenteils nicht in der Liste enthalten sind, habe ich folgende 24 Bücher gelesen:

Meine Favoriten:

Gerade bei der Hunger Games Trilogie war ich sehr überrascht, dass die Bücher ein so hohes Niveau hatten. Vorher hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass die Bücher in etwa so schlecht geschrieben sein wie die Twilight Bücher…

Die Bücher, die mir am wenigsten gefallen haben:

Durch Lady Chatterley’s Lover habe ich mich nur für ein Seminar durch gequält. Die erotischen Abenteuer einer Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben mich – trotz all der revolutionären Inhalte des Romans – absolut gar nicht gefesselt. Leider war der Erzählstil auch eher unterirdisch.

Ein langer Brief an September Nowak war ein vollständiger Fehlkauf. Die Zusammenfassung auf dem Buchrücken klang interessant, leider war es das Buch überhaupt nicht. Die vollkommen dämliche Protagonisten schwankt durch eine wirklich bedeutungslose Handlung.

Aktuell lese ich:

Cloud Atlas – David Mitchell

Ab nächstem Jahr nehme ich an einem Buchprojekt teil. Mehr dazu erfahrt ihr in einem der nächsten Blogeinträge ^^

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Meat Market [Review]

Dank Lernen und Prüfung (die ich gestern übrigens bestanden habe!!!!) hat sich die Buchreview leider etwas verschoben.

Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass ich Anfang März einen Artikel über Frauen und die Konsumgesellschaft geschrieben habe, in dem es um die kritische Beleuchtung dessen ging, was sich Frauen heute antun.

Zu diesem Thema hat Laurie Penny (wesentlich professioneller, als ich das kann) ein Buch verfasst. Unter dem Titel „Meat Market – Femal Flesh under capitalism“ fast die junge Autorin, Journalistin, Forscherin und Bloggerin wichtige Thesen rund um das Thema Feminismus zusammen, teilt eigene Erfahrungen und versucht eine Begründung dafür zu finden, warum sich Frauen in der westlichen Gesellschaft zum Teil selber unterdrücken.

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Das Buch ist bereits 2011 in England erschienen und seit 2012 auch in deutscher Sprache erhältlich.

Kapitel 1 befasst sich mit Pornographie in der heutigen Gesellschaft. Vor allem wird hier thematisiert, wie „Sex-Symbole“, z.B. der Playboy-Bunny, sich bereits auf Kinderspielzeugen wiederfinden, gleichzeitig die Gesellschaft immer prüder wird. Daneben stellt sie die Frage, warum so viele Männer Prostitution verurteilen und versuchen sie zu verbieten, während sie nicht nach den Gründen fragen, was Frauen überhaupt in die Prostitution treibt.
Besonders bewegend fand ich hier das Beispiel der Studentinnen in England, die seit der Studiengebührenerhöhung teilweise ihr Geld mit dem horizontalen-Gewerbe verdienen.

Im folgenden Kapitel fragt sie sich, warum Frauen einen solchen Diätwahn entwickeln. Dabei beleuchtet sie nicht nur die Frauen, die abnehmen um schöner zu sein, sondern die vielen Facetten daneben. Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, welches einfach weniger weiblich aussehen wollte und sich daher bist zur Bewusstlosigkeit herunter-hungerte. Und sie beschreibt ihr eigenes Schicksal. Wie sie die Kontrolle über ihr Leben gewinnen wollte, indem sie sich über den Reflex des Hungers erhob.

Das vorletzte Kapitel geht auf Arbeit und Gehälter ein. Hier wird diskutiert, warum Frauen immer noch für die gleiche Leistung weniger Geld bekommen. Auch im vierten und damit letztem Kapitel geht es um Arbeit. Hier werden die Thesen aus den ersten Kapitel zusammengefasst zu der Frage, warum Frauen auch heute noch die Hausarbeit erledigen sollen, ohne dafür in irgendeiner Weise entlohnt zu werden. Und schlimmer noch, dass von manchen arbeitenden Frauen erwartet wird, dass sie nebenbei sich um das Haus, die Familie und das Essen kümmern, während der Mann tatenlos daneben sitzt.

Das Fazit des Buches überrascht am Ende recht wenig: Frauen sollten sich auflehnen und versuchen etwas zu verändern. Nicht in großen Demonstrationen, sondern im Alltag. Einfach den eigenen Körper nicht kritisieren, dem Chef sagen, dass man mehr Lohn verdient oder den Ehemann dazu auffordern im Haushalt zu helfen.

Alles in allem kann ich dieses knapp 70 Seiten lange Buche nur sehr empfehlen. Die Thesen sind gut aufbereitet, mit Interviews und Forscherzitaten belegt und schlüssig gebündelt. Es ist aber auch recht feministisch.

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Giraffenbabys haben dünne Beine

Nach dem „Oooooh ein Giraffenbaby!“-Eintrag von gestern – und ich will hoffen, dass ihr alle das Baby gefunden habt! – kommt heute Etwas seriöseres.
Es ist wieder GNTM Tag! Jaja, das Seriöse kommt noch! Und weil gleichzeitig Welt-Frauen-Tag ist, hat sich die Zeit etwas sehr nettes einfallen lassen und in einem Artikel über den Einfluss von Frau Klum auf junge Mädchen zu schreiben.
Jung, schön und dünn sollen sie sein. Wer zu dick ist, muss unter Tränen die Sendung verlassen. So sieht die Casting-Welt von Heidi Klum aus. Dabei geht es bei „zu dick“ um vielleicht 55kg. Dass dieses Bild nicht nur von Heidi Klum vermittelt wird, sondern auch von der restlichen Modeindustrie, lässt der Beginn des Artikels beinahe unter den Tisch fallen.
Natürlich hat die Modeindustrie nichts mit dem normalen Alltag zu tun. Wer zur Schule geht kann die Jungs um sich herum mit Maßen von 90-60-90 überzeugen. Das hat aber gar nichts mit Modelmaßen zu tun. Wer auf den Laufstegen der Welt begeistern möchte muss 1,80m groß sein, keine Hüfte besitzen und am besten auch nichts so etwas wie einen Brustumfang haben. Das sieht dann in couture Kleidern gut aus, im Alltag wirken die Mädchen aber eher, als würden sie jeden Moment durchbrechen.
Die 0-8-15 Mädchen von GNTM erfüllen dieses Bild oft bei weitem nicht. Bei der ein oder anderen kann man noch nicht einmal jeden einzelnen Knochen sehen und manche von ihnen besitzen sogar Brüste! Und dennoch wird der Kult um den weiblichen Körper weiter geschürt.
Die Kritik an den Weiblein unserer Zeit ist dabei durchaus gerechtfertigt. Wer mehr als 60kg wiegt muss aufs Laufband und darf ein Salatblatt pro Tag essen. Mädchen möchten so sein wie ihre Idole. Also hungern sie sich runter um annähernd so auszusehen, wie die Frauen, die sie jeden Tag im Fernsehen sehen.
Tut das dem Selbstwertgefühl junger Mädchen gut? Nein! Der Druck ist groß: Man muss schulische Leistungen erbringen um die Eltern nicht zu enttäuschen, und man muss seinen Körper dem allgemeinen Schönheitsideal anpassen um den Mädchen der eigenen Stufe zu gefallen. Es geht gar nicht so sehr darum Jungs zu begeistern, sondern zu sein wie alle anderen. Und wenn alle dürr sind, dann muss man dem Druck eben nachgeben, um dazu zu gehören.
Und natürlich weiß man als Mädchen, dass das nicht gut ist, aber interessiert es die Jugend? Nein, nein, nein! Man muss eben dazugehören, am besten mit Size-Zero. Dass ist dann das verrückteste. Zero würde der deutschen Größe 28 entsprechen. Als „normal“ dünnes Mädchen trägt man 34, vielleicht noch 32, aber 28 ist schon ein ganzes Stück darunter.
Und weil es mit dem ganzen Wahnsinn nicht weitergehen soll, hat die 25-jährige Bloggerin Laurie Penny das Buch „Meat Market“ geschrieben. Um zu zeigen, was Mädchen in der heutigen Zeit sich selbst antun. Damit man sieht, wie sie versuchen sich selber in die Konsumgesellschaft zu integrieren.

Da mein Exemplar noch unterwegs ist, müsst ihr noch auf eine ausführliche Review warten.