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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki: Vom Unterschied zwischen Außen- und Innenwahrnehmung [Review]

Haruki Murakami ist ein begnadeter Autor, der von Kritikern seit Jahren als potenzieller Nobelpreisgewinner gehandelt wird. Wie bei vielen Autoren seines Kalibers stößt man bei Rezensionen schnell auf Extreme. Die Leser liebe oder hassen seine Werke. Die kafkaesken Erzählungen und absonderlichen Ereignisse, die seinen Protagonisten immer wieder passieren sind eben nicht jedermanns Sache.

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich immer auf der Seite seiner Bewunderer stand. Die Art wie er psychologische Debatten in fantastische Geschichten goss, hat mich von Anfang an begeistert. Bis zu 1Q84, dass mir so gar nicht gefiel und welches ich sogar mittendrin abgebrochen habe, weil ihm die Leichtigkeit, die Murakamis Werken inne wohnt, vollkommen fehlte. Die Worte waren sperrig und es gab zu Beginn direkt zu viele verschrobene Handlungsstränge, die nicht so recht zusammenpassen wollte – nicht etwa wie bei Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt.

Entsprechend kritisch stand ich also seinem neusten Roman Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki gegenüber. Vielleicht war Murakamis Stimmfarbe für immer erloschen, so wie auch Herr Tazaki mit seiner Farblosigkeit kämpfen muss.

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Eine Reise in die Vergangenheit

Tsukuru Tazaki führt mehr oder weniger ein relativ unspektakuläres Leben. Mit seinen 36 Jahren arbeitet er als Ingenieur und entwirft Bahnhöfe. Zwar ist er nicht verheiratet, doch gerade hat er die Frau gefunden, mit der er sich vorstellen kann sesshaft zu werden: Sara. Doch während zunächst alles gut zu laufen scheint, bemerkt Sara immer wieder, dass ihm etwas auf der Seele brennt.

Tazaki ist sofort klar, was sie meint, schließlich weiß er immer noch nicht, weshalb seine besten Freunde vor 16 Jahren plötzlich ohne jede Begründung jeglichen Kontakt zu ihm eingestellt haben. Und so beginnt ein Ausflug in seine Vergangenheit, bei der er feststellen muss, dass seine Innenwahrnehmung nicht immer dem entsprechen muss, was andere Menschen über ihn denken und manche Situationen komplizierter sein können, als sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Eine Handlung viele Erzählungen

Der Roman wird von Tsukuru selber erzählt, der seiner Freundin von seiner Schulzeit, seinen vier besten Freunden und seiner Universitätszeit berichtet. Dabei springt er zwischen reinen Berichten und Erzählungen, die er teilweise von seinen Freunden gehört oder die ihm selber widerfahren sind.

So beginnt Murakami viele Erzählungen mit einer Handlung zu verknüpfen, die für sich gesehen spannend und mysteriös sind, und immer wieder ohne richtige Aufklärung bleiben. Da ist zum Beispiel die Geschichte des Pianospielers, der angeblich unter einem Fluch leidet und dann genauso unerwartet verschwindet wie er aufgetaucht ist. Oder die sonderbareren Erlebnisse mit seinem besten Freund Haida, die eventuell nur ein Traum oder Wirklichkeit sind.

Über allem schwebt jedoch immer die Frage, weshalb Tsukurus farbenfrohe Freunde, den jeder von ihnen hat in seinem Namen ein Zeichen für eine Farbe verborgen, nicht mehr mit ihm sprechen wollten. Sind sie seiner überdrüssig geworden? Hat er sie beleidigt? Wollten seine Freunde lediglich Pärchen bilden und er war das fünfte Rad am Wagen? Die Suche nach diesem letzten Mysterium seines Lebens zieht sich als großer roter Faden durch das Buch und verbindet die einzelnen Ereignisse und Erzählungen zu einer stringenten Handlung.

Im Grunde ist diese Technik für Murakami nichts neues. In Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt werden zwei unterschiedliche Welten, zwei Protagonisten und zwei Abenteuer geschildert, die sich nach und nach annähern und verschmelzen. Auch in Kafka am Strand schwangt die Geschichte zwischen Kafka und Saturo hin und her.

In Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki bleibt es beim gleichen Protagonisten, aber die Geschichten stammen aus diversen Zeitabschnitten und fügen sich nach und nach zu einem Bild zusammen.

Ein farbloser Roman?

Während ich mit 1Q84 einige Probleme hatte, weil es zu viele Handlungsstränge aufgriff, handelt es sich bei Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki um einen sehr reduzierten Roman. Dies mag zu einen an seiner Länge liegen – mit 320 Seiten ist es deutlich kürzer als 1Q84, dessen drei Romane jeweils gut 500 Seiten lang sind. Zum anderen verzichtet Murakami auf zu viele Parallelentwicklungen und erzählt einen sehr lediglich eine Handlung, die mit diversen Erzählungen angereichert wurde. Dadurch kann man ihr leichter folgen, sie verliert jedoch etwas an dem Charm, den Murakamis Werke ansonsten ausstrahlen.

Auch die fantastischen Ereignisse finden wenn dann nur in Träumen und Erzählungen statt. Während in einigen anderen seiner Romanen tatsächlich sonderbare Dinge passieren, bleibt es hier der Fantasie der Leser überlassen darüber zu urteilen ob die Geschichten wahr oder eben nur genau das, Geschichten, sind und bleiben.

Nichts desto trotz ist dieses wieder einmal ein Werk Murakamis, welches mich von Anfang an abgeholt und begeistert hat. Tsukuru ist eine gute Erzählstimme, die mal an sich selbst zweifelt und kurz darauf entdeckt, dass nicht alle seine Zweifel wirklich dem entsprechen, wie andere Menschen ihn wahrnehmen. Dieses Spiel zwischen Innen- und Außenwahrnehmung verleit diesem Roman eine Besonderheit, die einen sehr guten von einem guten Roman abheben.

Für 11€ könnt ihr den Roman übrigens bei Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki bei Amazon kaufen.


Das Buch wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Loveweek

loveweek

Was werdet ihr morgen wohl tun? Morgen ist einer dieser Tage, der die Geister scheidet. Entweder findet man es süß an einem besonderen Tag mit einer Person, die man mag, Zeit zu verbringen oder man tut das ganze als Kommerzmüll ab. So oder so bekommt fast jeder mit, dass morgen Valentinstag ist. Die Blog laufen über voller süßer Geschenke und rosa-gefärbter Kuchen. All dieses Kitschchaos möchte ich gerne nutzen um diese Woche Dinge zu zeigen, die ich wirklich sehr mag. Und weil es einfach nicht genug Tage in dieser Woche gibt um zu zeigen, was ich alles mag liste ich hier schon einen Teil auf.

Ich mag/ liebe/ bete an:

Bücher, Filme (vor allem gute!), Schokolade, Kuchen, roten Wackelpudding mit Vanillesauce, Alice im Wunderland, Regen, süße Kleider, T-shirts, zu viele Magazine, Haruki Murakami, Franz Kafka, Alfons Mucha, Grafikdesign, Videospiele, rote Gegenstände, zu viel andere Kleidung, selbstgemachtes, Muffins (oh ja, neben Kuchen!) und Cupcakes, Her fearful symmetry, Finn Ole-Heinrich, Minis (ja, die Autos), Panda, Katzen, leider zu viele Manga, CLAMP, Rory Gilmore, Fotos, hübsche alte Städte, Paris, London, Prag, Amsterdam, Köln, Eis im Winter, Pfannkuchen, selber etwas basteln, Tee, warmen Kakao, zu viele wundervolle Internetseiten, Blogs und meinen lieben Katerboy!

Euch allen morgen einen wundervollen Tag. Auch gerne mit den tausenden neuen Rezepten, die ihr ausprobieren könnt. Bitte macht 200.000 pinke Kuchen und verlinkt sie alle unter diesem Eintrag. Das würde mich innerlich schon sehr glücklich machen :3
Morgen bin ich dann mal ruhig. Bis Mittwoch!

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„Don’t let them closer to this secret…that I may love you“

Hallo ihr lieben, lieben Leserlein! Heute gibt es eher eine Mix von verschiedenen Kleiderexperimenten. Sinnvoller Inhalt kommt hoffentlich ab nächstem Sonntag wieder. Dann ist zum einen die Prüfung vorbei und zum anderen auch die internationalen Spieletage 2011 (die weltweit größte Messe für Gesellschaftsspiele) vorbei. Wird dann also alles besser.

Experiment 1: schwarz mit einem Hauch Alice im Wunderland

schwarze Alice

Jumpsuit H&M, Häschensocken Gina Tricot, Tassen- und Teekannenring SIX, Uhr Fossil

Experiment 2: Romantik im Herbst

Romantik

Kleidung H&M, Herzring und -ohrringe Accessorize, Schuhe Converse

Im Ohr:
Sheepdog von Mando Diao (Weil es einfach nur wunderschön ist, man dazu aber auch wunderbar abrocken kann!)
Gerade gelesen:
1Q84
Lese ich mal wieder oder viel besser immer noch… Inhalt: Eine junge Auftragmörderin beginnt an ihrer Realität zu zweifeln, ein junger Mann soll einen merkwürdigen Roman bearbeiten. Mysteriöser Roman von Haruki Murakami.
Album:
Hurricane Bar
Alte Musik von Mando Diao auf dem Album Hurricane Bar. Sehr gut, da es sowohl sehr schnell, als auch sehr langsam ist, dabei ansprechende Texte beinhaltet und sowohl Down in the Past, als auch God Knows, als auch All my Senses hat!
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„She said I like just lying in the bed beneath the ceiling with her head upon my pillow“

Ach, ich liebe Long before rock’n’roll von Mando Diao abgöttisch. Vermutlich eines ihrer besten Lieder. Gestern wollte ich so viel machen und dann bin ich auf diese geniale Seite gestoßen. Dort erstellt Cloaks besonders wunderbare Textures.

Also ist mein Ressourcenvorrat nett aufgestockt worden. Zusätzlich hab ich auch verschiedene Stockfotos, Bases, Brushes und anderen sinnvollen Kram gefunden. Heute hab ich dann endlich wieder eigenen Textures erstellt. Das Set könnt ihr hier herunterladen (noch bevor es auf Scarletsreich erhältlich ist).

Des Weiteren kann ich meine Liste der tollen Ereignisse im Herbst noch ergänzen:
1) Ich geh definitiv mit meiner Mum in Wicked- Die Hexen von Oz
2) Haruki Murakamis neues Buch 1Q84 erscheint in Deutsch
3) Kimi ni Todoke erscheint als Manga in Deutsch
4) Der K-On! Manga erscheint im englischsprachigen Bereich

Konsumopfer ich -_-

Getragen?

Tag 55: Schal Ostermarkt, Oberteil Mister*Lady, Jeans H&M

Tag 55: Schal Ostermarkt, Oberteil Mister*Lady, Jeans H&M


Tag 56 (31.08.2010): Strickjacke unbekannt, T-shirt Mister*Lady, Rock Avanti, Strumpfhose Pimkie

Tag 56 (31.08.2010): Strickjacke unbekannt, T-shirt Mister*Lady, Rock Avanti, Strumpfhose Pimkie

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„Und alles, was wir sind, im Labyrinth der Zeit verrinnt, ist morgen schon verschwunden.“ – Alexander Frank Spreng

Und nach deinem Tod willst du als Geschichte oder als Bild in ihr Herz eingebrannt sein. Und Nachts in der Erinnerung von ihr geliebt werden. Du stehst wirklich vor einem Dilemma. Du bist in ein Mädchen verliebt, das es nicht mehr gibt, und auf einen Jungen eifersüchtig, der bereits tot ist. Das herzzerreißende an deinen Gefühlen ist jedoch, dass sie viel realer sind als jedes Gefühl, das du bisher in der Realität erfahren hast. Deine Lage ist ausweglos. Es existiert nicht einmal eine Möglichkeit. Du hast dich im Labyrinth der Zeit verirrt. Das größte Problem ist allerdings, dass du nicht einmal den Wunsch hegst, den Ausgang zu finden.

Harumi Murakami – Kafka am Strand (Kapitel 25)

Sowohl das Zitat in der Überschrift (es stammt übrigens aus Offährte von ASP) als auch das Kafka am Strand Zitat mag ich sehr gerne. Kafka am Strand lese ich im Moment. Es ist bisher sehr gut (bin schon fast durch) und sehr surrealistisch. Das Buch handelt vom fünfzehnjährigen Kafka Tamura, der von zu Hause wegläuft und sich in einer Bibliothek versteckt. murakamitypisch denkt er dort viel über das Leben nach. Parallel wird die Geschichte von Nakata erzählt, der nicht lesen kann, dafür aber die Katzensprache beherrscht. Bisher ist der Zusammenhang zwischen beiden Geschichten nur angedeutet…
Auf der Heimreise habe ich heute ein wirklich super geniales Mangazeichenbuch entdeckt. Ich ärger mich wirklich, dass ich es da nicht mitgenommen habe, aber zumindest war ich dieses Mal so schlau das Cover mit meinen Fotoapparat zu fotografieren (sonst mach ich das ständig mit meiner Handykamera, aber da kann man später meistens den Titel gar nicht erkennen -_-). Die Zeichnungen und Erklärungen waren wirklich sehr gut und wahrscheinlich werde ich es bestellen, wenn ich auch das Filmanalysebuch bestelle. Das Buch heißt übrigens Manga Skizzen zeichnen, ist bei Carlsen erschienen und gehört zu einer Reihe von drei Bänden. Der Preis ist ein bisschen böse, aber da das Buch scheinbar etwas taugt überlege ich ob ich es mir holen soll.
Tja~tja was ist sonst so passiert? Ich hab endlich wieder drei Reviews für Slowmotion verfasst und natürlich The O.C. weitergeguckt (was ich jetzt gleich auch machen werde). Getragen hab ich übrigens heute Folgendes:

Tag 35: T-shirt Review, Jeans Blind Date, Ring Accessorize (London)

Tag 35: T-shirt Review, Jeans Blind Date, Ring Accessorize (London)


Wie angekündigt noch ein Nachtrag zum letzten Artikel. Diese Sachen hab ich mit Sa-chan zusammen geholt:

Mütze und T-shirt von H&M

Mütze und T-shirt von H&M


super süßer Rock von ZARA

super süßer Rock von ZARA


Blumentops von Pimkie

Blumentops von Pimkie