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Das Zentrum von Kyoto – Abenteuer Japan Teil 14

Mit dem Shinkansen geht es an Tag sechs sehr früh los nach Kyoto. Die frühere Hauptstadt hat heute knapp 1,5 Millionen Einwohner und ist damit deutlich kleiner als Tokyo mit seinen 9 Millionen im Zentrum, bzw. 37 Millionen in der kompletten Metropolenregion.

Bereits in Deutschland haben wir für den Shinkansen Zugtickets gesorgt, denn nur außerhalb Japans kann man den sogenannten JR-Pass kaufen, mit dem man fast alle Züge, Fähren und sonstigen öffentlichen Verkehrsmittel in Japan nutzen kann. Für eine Woche kostet er knapp 200€, was in etwa der Hin- und Rückfahrt nach Kyoto entspricht. Da wir von Kyoto diverse andere Städte besuchen möchten ist diese Lösung die deutlichst günstigste, wenn man nicht auf Fernbusse setzen möchte. Wollen wir nicht.

Mit dem Shinkansen fährt man etwa drei Stunden nach Kyoto und das bei einer Strecke, die in etwa der zwischen Köln und München entspricht. Am Bahnhof in Tokyo müssen wir lediglich zunächst unsere Tickets aus Deutschland gegen den richtigen JR-Pass umtauschen. Die Zugreservierungen werden kostenlos von einem Bahnmitarbeiter für uns gemacht.

Der Zug selbst ist sehr gemütlich. An Board kann man viele leckere Gereichte kaufen und man kann auch als Europäer seine Beine fast vollkommen ausstrecken. Besonders spannend finde ich die Sitze, die sich mit einem Hebel umdrehen lassen, so dass man entweder mit oder gegen die Fahrrichtung fahren kann. Und selbst im Zug sind die japanischen Toiletten wieder einmal unheimlich sauber und gemütlich.

In Kyoto wird schnell klar, dass wir an einem ganz anderen Ort sind, als in Tokyo. Die Luft ist viel klarer und die Häuser sind deutlich flacher. Ab und zu sieht man ein Gebäude, welches mehr als zwei Stockwerke hat, aber dies ist eher die Ausnahme.

Auch das umherfahren ist in Kyoto deutlich einfacher und preiswerter. Man kommt zu allen Sehenswürdigkeiten schnell mit den Stadtbussen. Für eine Fahrt zahlt man 230 Yen (etwa 2 Euro) und für eine Tageskarte 500 Yen (etwa 4,50 Euro). Bezahlt wird beim Ausstieg aus dem Bus beim Fahrer. Auch Tageskarten können hier gekauft werden.

Die Unterkunft in Kyoto.

In Kyoto besteht unsere Unterkunft aus einem klassischen japanischem Haus, welches wir fast für uns alleine haben.

Mit dem Bus fahren wir durch die Stadt zu unserer Unterkunft im Norden, die in der Nähe des Ninnaji-Tempels liegt. Das klassische japanische Haus hat Tatami-Matten auf dem Boden, die in dunkles Holz übergehe. Die minimalistische Einrichtung ist sehr gemütlich. Neben dem Schlafzimmer gibt es eine kleine Küche, die wir benutzen können. Die Schiebetüren unseres Zimmers können wir komplett aufmachen und kommen dann in den begrünten Innenhof.

Die Nachbarschaft.

Die Nachbarschaft in Kyoto ist deutlich ruhiger.

Die Umgebung ist sehr, sehr ruhig. Uns kommen direkt Kinder entgegengelaufen, die sich mit uns unterhalten wollen. Leider können wir kein japanisch und die Kinder sind verwirrt.

Ninnaji-Tempel

Der Ninnaji-Tempel ist nur wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt.

Da wir erst gegen fünf Uhr losziehen um die Stadt zu erkunden, schließt der Ninnaji-Tempel, wie fast alle Tempel, Schreine und Parks in Japan, bereits. Auch von außen ist er jedoch sehr beeindruckend.

Kyoto, die Stadt der flachen Häuser.

Die Häuser sind so viel flacher und klassischer. Die Stadt ist fast vollständig von Wäldern umgeben.

Wir streifen etwas durch das Zentrum Kyotos.

Einkaufspassage

Die Teramachi Einkaufspassage in Kyoto.

Und stoßen schließlich auf die Teramachi Einkaufspassage. Hier finden sich viele Geschäfte für Jugendmode und Second Hand-Geschäfte.

Kleiner Schrein Mitten in Teramachi.

Mitten in der Einkauspassage steht ein kleiner Schrein, der vollkommen von Geschäften umrahmt ist.

Auch hier zeigt sich wieder einmal wie die japanischen Städte wachsen. Schreine werden einfach in Gebäude eingefügt.

Hanami im Tempel.

Auch in diesem Tempel wird unter den beleuchteten Kirschblüten Hanami gefeiert.

Nach einer Weile entdecken wir einen Tempel der noch geöffnet ist und in dessen Innern Hanami, das Kirschblütenfest, gefeiert wird. Die Kirschblüten werden beleuchtet und überall sind Essensstände aufgebaut.

Oktopusbällchen

An den Ständen im Tempel gibt es allerhand Essen. Zum Beispiel Oktopusbällchen.

Ich möchte unbedingt Oktopusbällchen probieren. Leider sind sie nicht ganz mein Geschmack. Der Teig wird nur von außen gebacken, so dass er im Innern noch roh ist und dadurch eine etwas komische Konsistenz hat.

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In welche Städte soll es eigentlich gehen? – Abenteuer Japan Teil 2

Hat man erst einmal einen Flug nach Japan gefunden ist der Rest ein Klacks. Denkst de! Einen Flug zu finden ist mit Abstand das einfachste Unterfangen bei der Planung einer Reise nach Japan. Gerade Unterkünfte sind meistens teuer oder direkt ausgebucht. Außerdem muss möglichst viel in der Zeit unternommen werden, denn schließlich ist man nicht alle Tage in Japan und da soll sich die Reise auch lohnen.

Ein Reisetage nach Japan und zurück

Leider musste ich dies recht schnell feststellen, nachdem ich mit der Planung der Reise begonnen habe. Schlimmer noch: Im April kosten alle Unterkünfte – Dank der Kirschblüte – sehr viel mehr und sind schon Monate vorher weg. Trotz allem möchte ich unbedingt die Kirschblüte sehen, so dass ich dieses Hindernis in Kauf nehme. Schließlich finde ich bei einem groben Blick in die bunten Hotelinternetportale einen Haufen preiswerter Hotels. Ich kann mir also mit dem Buchen Zeit lassen. Oder etwa nicht? Schon wenige Tage später sind fast alle preiswerten Unterkünfte ausgebucht. Übrig sind nur noch Hotels in Yokohama, Raucherzimmer und Kapselhotels.

Je länger ich suche, desto klarer wird mir, dass es nicht so leicht ist viele Unterkünfte in Japan zu finden, denn natürlich möchte ich im Land umherreisen und viele verschiedene Städte entdecken. Es muss also ein neuer Schlachtplan her.

Den Shinkansen nicht unterschätzen

Bevor ich also weiter nach Hotels suche, eine Suche, die nach vier Stunden immer noch kein richtiges Ergebnis geliefert hat, beginne ich darüber nachzudenken welche Orte ich überhaupt sehen möchte. Meine Liste besteht schnell aus:

  • Tokyo
  • Kyoto
  • Nara
  • Osaka
  • Hiroshima

Allein durch dauerndes Ein- und Auschecken würde ich furchtbar viel Zeit verlieren, wertvolle Zeit, die ich besser damit verbringen kann im Pokémon Mega Center zu shoppen oder Taiyaki zu essen, bis mir schlecht ist. Und dann kommt die Erleuchtung: Der Shinkansen soll angeblich alle Städte super schnell miteinander verbinden.

„Shinkansen (jap. 新幹線, [ɕĩŋkaãsẽɴ], dt. „neue Stammstrecke“) ist sowohl der Name des Streckennetzes japanischer Hochgeschwindigkeitszüge der verschiedenen JR-Gesellschaften als auch der Züge selbst.

Dabei ist „Shinkansen“ im ursprünglichen Sinn der Name des ab 1964 eingeführten Normalspur-Schienennetzes und nicht der Züge selbst. Er wird gebildet aus den Schriftzeichen shin (新) für „neue“, kan (幹) für „Stamm/Haupt-“, sen (線) für „Strecke, Linie“, und bezeichnet damit die Rückgratfunktion für das übrige Schienennetz, über das die japanischen Großstädte mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h verbunden werden.“ (Quelle)

Und siehe da, von Tokyo nach Kyoto braucht man knapp zwei Stunden. Von dort aus erreicht man Nara und Osaka in knapp einer halben Stunde und auch Hiroshima ist „nur“ noch zwei Stunden entfernt. Ich entscheide mich also dafür eine Weile in Tokyo zu bleiben, dann in Kyoto einige Tage zu verbringen und von dort Tagesausflüge in die übrigen Städte zu unternehmen. Danach geht es wieder zurück nach Tokyo, von wo auch der Flug zurück geht.

Praktischerweise können Europäer den sogenannten JR-Pass außerhalb von Japan kaufen. Dieses Zugticket erlaubt es Touristen beinahe alle Züge in Japan zu benutzen. Für eine Woche kostet er, je nach Umrechnungskurs, etwa 200-260€. Hier sollte man also einen wirklich guten Wechselkurs abwarten um möglichst günstig weg zu kommen.

Den JR-Pass kann mann online oder in diversen Reisebüros kaufen. Den Gutschein löst man dann in Japan ein und reist daraufhin eine Woche mit dem Shinkansen durchs Land. Sollte euch der Preis abschrecken, so muss euch klar werden, dass ihr für die Zugstrecke Tokyo-Kyoto und zurück in etwa 200€ berechnen könnt. Der Pass lohnt sich also extrem, wenn ihr plant auch noch andere Städte zu besuchen.

Nun muss ich also nur noch Unterkünfte finden, mir überlegen was ich eigentlich alles sehen möchte, mich über wichtige kulturelle Unterschiede informieren und ein wenig mehr wichtige Sprachkenntnisse aneignen. Puh!


Insgesamt komm ich somit für den ersten Teil der Reiseplanung auf folgende Ausgaben:
606€ Flug & Versicherung
210€ JR-Pass
Insgesamt: 816€

Alle nützlichen Links auf einen Blick:
JR-Pass