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Selfie Outfits [OuMi]

Im Endeffekt seht ihr fast jeden Mittwoch auf diesem Blog ein Selfie. Ein Foto von mir selbst, welches ich mit Hilfe des Selbstauslösers aufgenommen habe. Wobei man den Begriff Selfie heutzutage natürlich eher für Fotos dieser Art verwendet:

Generation Selfie

Und damit bekommt auch ihr einen Überblick über Outfits die ich so im Alltag trage und die nicht irgendwie möglichst optimal dargestellt und womöglich später noch leicht angepasst werden, sondern die so von einer Person zur anderen gesendet werden. Dieses Vorgehen hat unserer jungen Generation mittlerweile – neben so vielen anderen Bezeichnungen (Generation Y!!!) – den Namen Generation Selfie eingebracht. Dabei geht es noch nicht mal mehr nur um die kleinen Handyfotos, die die aktuelle Stimmung oder Kleidung festhalten sollen, sondern um die Selbstdarstellung im Netz.

Netzpiloten titelt beispielsweise:

„Smartphone-Selfies: Narzisstische Selbstporträts der Generation“

Sie fragen ob wir alle nur narzistisch sind oder ob unsere Generation wirklich so verunsichert ist, dass wir ständige Selbstbestätigung brauchen.

Auch jungle-world fragt ob beispielsweise

„Sixpacks [quasi nur] existieren, wenn sie anderen auffallen“

Die Warnhinweise für unsere Generation und die befremdlichen Äußerungen der Elterngeneration gehen immer so weiter. Die Sozialen Netzwerke haben schlimme Auswirkungen auf uns. Sie verunsichern, sind gleichzeitig Spielwiese und laden zum Vergleich ein. Und ja, vielleicht haben sie Recht mit dieser Aussage. Vielleicht suchen wir ständig nach Anerkennung. Vielleicht brauchen wir jemanden, der uns sagt ob unser Outfit gut aussieht, ob die Frisur einem steht und ob man Trainingsfortschritte gemacht hat oder sich das nur einbildet. Vielleicht.

Vielleicht sollten die lieben Vierzigplusler sich einfach mal fragen wieso dies so ist. Wir sind eure Kinder. Eure Erziehung hat uns in großem Maße beeinflusst und zum Teil die Personen aus uns gemacht, die wir heute sind. Unsere Generation wurde dabei auf Vergleiche getrimmt. Wir werden dazu erzogen immer alles zu geben. Im Pisatest sollen wir besser abschließen, als alle anderen Länder. Im Stufenvergleich sollen wir besser abschließen, als alle anderen Klassen. In den Arbeiten, Klausuren und Tests sollen wir besser sein als jeder andere. Alles was wir machen wird mit Punkten bewertet und bringt uns – am Ende des Tages – weiter in unserem Leben. Und wenn nicht unsere schulischen Leistungen bewertet werden, dann diejenigen, die wir in Vereinen und Wettbewerben erzielen. Es reicht nicht nur Spaß am Turnen zu haben, nein, man muss die Medaille gewinnen. Nebenbei nimmt man an Lesewettbewerben teil und gewinnt mit der Blockflöte jedes Vorspielen.

Und nun stehen wir zu Hause, in unserem Lieblingsoutfit, und fragen uns ob wir damit konkurrenzfähig sind. Werden wir gegen die Massen an anderen Kindern bestehen können? Wer gibt uns unsere Note dafür, dass wir den süßen Rock mit dem neuen Pulli kombiniert haben? Wer sagt uns ob man heute hübsch aussieht und damit den Wettbewerb gewonnen hat? Wer?

In einer Zeit in der alles bewertet wird, sind wir plötzlich mit den alltäglichen Dingen des Lebens überfordert. Wir können nicht auswendig lernen, wie man auszusehen hat. Es gibt am Ende der Woche keinen Test, der bestanden werden muss. Und somit wenden wir uns an das (teilweise) anonyme Internetkollektiv und lassen uns von dieser Jury bewerten. Um zu hören ob man alles richtig gemacht hat oder sich weiter optimieren kann. Um den Lob abzubekommen, der schon seit Kindergartentagen unsere Währung ist.

Ich bin da nicht anders. Ich stehe morgens vor dem Spiegel und bin manchmal einen Moment überfordert. Ich schicke ein Selfie an eine Freundin und bekomme direkt ein Feedback. So einfach kann es gehen. Oder ich fühle mich nicht gut und lasse mein Selbstwertgefühl von fremden Menschen aufbauen, die auf der Straße sich niemals trauen würden, zu mir herüber zu kommen und zu sagen, dass mein Outfit gut aussieht, die aber im Internet fleißig kommentieren, liken und mit Herzen um sich werfen.

Vielleicht ist das der Punkt an dem sich die Babyboomer fragen sollten, warum unsere Generation so traurig ist und wie man uns helfen kann. Oder an der sie feststellen, dass wir, trotz allem, alle ein wenig freundlicher werden, wenn wir feststellen, dass auch andere Menschen verunsichert sind und gerne anderen ein wenig dieser Unsicherheit nehmen.


Auf den Fotos trage ich übrigens:
Einen Haufen Kleidung von H&M, einen Blazzer von Primark, ein Top vom Camden Market, Socken von Pimkie, einen sehr großen Wanderrucksack von Amazon, ein Pandatop von New Yorker, eine Jeggins von Tezenis und eine Streifenbluse von Pimkie.

DIY Wichteln

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Ungelungene Outfitfotos [OuMi]

Leider habe ich viel zu oft das Problem, dass ich keinen Fotografen für meine Outfitfotos zur Hand habe und dann versuche Bilder per Selbstauslöser zu machen. Das dies nicht immer gut ausgeht habt ihr sicherlich in meinem Handbuch für Selbstauslöserfotos gemerkt. Leider habe ich immer sehr, sehr viele Fotos übrig, die nicht gut geworden sind und all zu oft verwerfe ich sogar alle gemachten Fotos, weil mir das Konzept nicht gefiel oder das Licht einfach schon viel zu schlecht war.

Dem Wearing Today-Projekt, bei dem ich jeden Tag ein Foto meines Outfits gemacht habe, merkt man an, dass ich damals absolut keine Rücksicht darauf genommen habe und vor allem auch nicht nehmen konnte. Seit dem – huch, das war 2010! – hat sich jedoch einiges getan. Mittlerweile verwerfe ich fleißig Bilder.

Da ich heute wieder einmal vor dem Problem stand, dass ich erst nach Hause gekommen bin, als das Licht schon viel zu schlecht war, dachte ich mir, dass ich ein paar der aussortierten Fotos einmal präsentieren könnte. Mit irgendwas möchte der Mittwoch schließlich befüllt werden. ;D

Aussortierte Outfitfotos

Diese vier Bilder wurden beispielsweise aus ganz verschiedenen Gründen aussortiert. Bei Bild eins war ich so sehr damit beschäftigt Tiger an der Flucht zu hindern, dass meine komplette Körperhaltung irgendwie komisch aussieht und man das Outfit lediglich erahnen kann.

Bei Bild zwei hab ich mit diversen Spiegeln und Spiegelungen experimentiert. Im Endeffekt sah jedes Foto aus wie ein verrücktes Selfie. Und das ist ein Stil, den ich hier auf keinen Fall etablieren möchte.

Bei Bild drei wollte ich diverse Bildausschnitte ausprobieren. So furchtbar schlimm finde ich das Bild gerade nicht mehr, aber es sieht auch nicht annähernd so aus, wie es aussehen sollte.

Bild vier ist tatsächlich das Bild von heute. Was man hinter dem Filter und in der kleinen Größe gar nicht so stark bemerkt ist die Tatsache, dass man ein ziemlich fieses ISO-Rauschen im Bild sieht, was sich auch nicht wirklich entfernen ließ. Da ich jedoch Fotos mit Blitz noch viel schrecklicher finde, blieb mir bei dem schlechten Licht nur die Möglichkeit den ISO-Wert anzuheben.

[Was ich trage: Bild 1 – einen Kater, Rock und Top von H&M, Strickjacke von Pimkie; Bild 2: Stirnband, Leggins, Rock und Top von H&M, rosa Haare, Strickjacke von Tezenis; Bild 3: Kleid und Kette von einem Markt, I-Ah aus dem Disney Store; Bild 4: Blazzer und Top von H&M, Bluse von Pimkie, Leggins von Tezenis, Pandicorn Rucksack]

Die Photoshopaktion stammt von Bloody Cross