I hate Girls!

Gefühlt hat jeder schon darüber geschrieben. Und alle sagen sie nur das eine: Girls ist eine der großartigsten Serien der letzten Jahre. Nachdem ich das ungefähr hundertmal gelesen habe, habe ich tatsächlich die komplette erste Staffel geguckt.

Girls represents an exciting moment in television history because, like a handful of other shows (MTV’s „Awkward,“ most notably) it not only makes great use of the medium but has the creative guts to realign it for a new century and a new generation. – San Francisco Chronicle/ David Wiegand

Am Ende stand die große Ernüchterung: Es gibt zu viele Menschen, die keinen Geschmack haben oder zumindest einen, der weit, weit weg von meinem liegt. Dann erschien Staffel zwei und wieder überschlugen sich die Kritiker vor Freude. Also schaute ich mir auch Staffel zwei an, denn wenn alle Kritiker sagen, dass es noch besser wird, dann können sie doch nicht noch ein zweites mal komplett an meinem Geschmack vorbeischreiben, oder? Doch, sie können es!

Die Geschichte von und irgendwie auch über Lena Dunham, erzählt vom Leben einer jungen Autorin in New York. Nach ihrem Studium findet sie keinen Job und auch das Schreiben klappt eher schlecht als recht. In all diesem Chaos erklären ihr ihre Eltern, dass sie ihre Mitzwanziger Tochter nicht mehr finanziell unterstützen werden. Wie gut, dass sie drei gute Freundinnen hat, die ihr gerne unter die Arme greifen. Zu erwarten wäre, dass das Mädchen nun den Ernst ihrer Lage erkennt, ein Buch schreibt, Arbeiten geht oder einfach gesagt: Irgendetwas tut. Stattdessen hat sie viel Sex mit ihrem ziemlich gestörtem Freund, bei dem Lena Dunham, die nicht nur Autorin ist, sondern auch die Hauptdarstellerin der Serie, ihren nackten Körper vor gefühlt jede Kamera hält, die irgendwo auftaucht.

Daneben wird am Rande erwähnt, was die drei Freundinnen treiben: Sex haben, Männer Probleme haben, über Sex und Männerprobleme reden und und und. Hierbei besteht die Riege der Freundinnen aus einer Karrierefrau, die mit ihrer Langjährigen Beziehung nicht zufrieden ist; einem Mädchen, welches sich teilweise kleidet, als wäre sie zehn und noch nie Sex hatte und einer Art Nymphomanin.

Prima, die Serie wurde angekündigt als eine moderne, realistische Form von Sex and the City. Mh, Sex kommt zu viel vor – check! New York wird ab und an erwähnt – check! Oh ja, es ist ungefähr eins zu eins die gleiche Sendung! Wäre da nicht der geringe Unterschied, dass man bei Sex and the City tatsächlich Figuren hat, die sich weiterentwickeln, die etwas in ihrem Leben tun und man ihnen dabei gerne zuschaut. Man beneidet die Figuren um ihre Outfits, ihren Ruhm und ihre Abenteuer. Bei Girls hingegen frage ich mich durchgehend, wie die Figuren überhaupt es schaffen zu überleben. Zudem würde ich für kein Geld der Welt mit einer diese flachen, uninteressanten und teilweise einfach nur sehr anstrengenden Figuren tauschen wollen. Ganz besonders wäre ich nicht gerne die Protagonistin und noch viel unlieber wäre ich mit dieser selbstverliebten, ichbezogenen Person befreundet. Ich erwarte sehnlichst eine dritte Staffel, in der niemand mehr mit ihr spricht, sie sich endlich mit jedem Menschen zerstritten hat, den sie kennt und vor allem auf der Straße landet, weil ihr endlich niemand mehr Geld für ihre Faulheit gibt!

6 Gedanken zu “I hate Girls!

  1. Witzige Review! :) Komischerweise mag ich die Serie genau aus dem Grund, aus dem du sie nicht magst. Ich finde es angenehm, wenn die Figuren zur Abwechslung mal alles andere als perfekt sind.

    • Ich finde auch nicht, dass Figuren perfekt sein müssen – das macht eine Serie eher langweilig -, aber die vier sind einfach zu übertrieben unperfekt.

      • Ich finde, es absolut inspirierend, dass jemand wie Lena Dunham (die zugegebenermaßen auch öfter mal nervt) die Serie schreibt, produziert, die Hauptrolle spielt, und sich dabei ungeniert in ihrem Körper wohlfühlt. Aber kann es auch verstehen, wem das einfach too much ist.

      • Ich finde sie als Person auch sehr spannend. Gerade in Hollywood muss es echt hart sein sich gegen etablierte Männer durchzusetzen. Aber: Muss sie dabei nackt sein?

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