Generationskonflikte

Whao, ein Telefonat mit meiner Mutter, hat mir mal wieder gezeigt wie weit die Generationen auseinanderdriften.
Ich: „Aber es ist so praktisch, wenn alle Freunde immer bei Facebook/ ICQ … online sind. Man verliert den Kontakt nicht und bekommt immer mit, was die anderen tun.“
Mum: „Telefonieren geht aber besser und ist viel persönlicher. Außerdem will ich auch mal meine Ruhe haben.“
Ich: „Aber so kann man am Leben anderer teil haben, auch wenn man sie nicht immer sieht…“
Mum: „Möchte ich aber gar nicht und wenn, dann rufe ich sie an…“

Genau solche Gespräche ergeben sich auch immer, wenn es um die Blogosphäre geht. Irgendwie kommen immer so Fragen auf wie: „Warum machst du das?“ „Warum liest du Blogs von anderen?“ Und dann denkt man selber darüber nach…
Wieso tut man das überhaupt? Warum stellt man Bilder ins Netz, verlinkt andere Seiten und liest Blogs von Menschen, die man nicht kennt und die man wahrscheinlich niemals kennen lernen wird? Wenn man ein bisschen sinnvoll darüber nachdenkt gibt es so viele gute Gründe:
1) Es ist näher als Magazine. Magazine kosten zum einen Geld, zum anderen schreiben auf Blogs häufig Personen, die wie man selber quasi nur als „normaler“ Mensch bloggt und nicht damit Geld verdient. Betrachtet man Modeblogs von ganz normalen Modebloggerinnen, so findet man dort Tipps, die man selber nachmachen kann. Die vorgestellten Dinge sind eher im Rahmen dessen, was man selber bezahlen oder eben selber machen kann. Tipps in Magazinen hingegen beziehen sich oft auf teure Gegenstände oder richten sich an ein Fachpublikum (klar, das gibt es auch bei Blogs…).
2) Die nähe zur Person ist wiederum auch ein gutes Kriterium um Blogs zu folgen. Fängt man einmal an etwas über eine Person zu lesen, so beginnt man etwas über diesen Menschen zu lernen. Bei einer Kolumne in einer Zeitung oder im Fernsehen erfährt man genauso etwas über einen Menschen, jedoch kann man mit diesem meist nicht so einfach Kontakt aufnehmen. Dadurch wirkt die Person nicht nur statisch und unerreichbar.
3) Versicherung der Normalität: Dieser Punkt mag wohl am abgedrehtesten klingen, doch in der heutigen Zeit, in welcher man immer und überall damit überhäuft wird wie man sein sollte und was man alles leisten könnte sind viele Menschen verwirrt. Zudem sieht man all diese Menschen und erfährt nur von einem minimalen Anteil, wie dieser lebt, was sie denken oder sogar fühlen. Was tue ich? Ist das normal? denken andere so? Diese aufkommenden Fragen werden durch Blogs beantwortet. Zu sehen, dass es anderen genauso geht wie einem selbst kann als Bestätigung für die eigene Normalität genutzt werden. Klingt sehr emomäßig, ist aber in der heutigen Gesellschaft, denke ich, ein nachvollziehbares Argument.

Ein schönes Beispiel hierfür ist zum Beispiel die Tumblrseite Things we do. Dort findet man nette Tatsachen, die auf viele Menschen zutreffen, wie zum Beispiel:

things we all do
things we all do
things we all do
things we all do

Und nun zum Schluss noch einmal zum Anfang des Eintrags: Natürlich muss man nicht immer wissen, was gerade andere Menschen machen, aber wenn man wirklich lange Zeit keine Möglichkeit hat Freunde aus der Schulzeit zu treffen, dann ist es sehr angenehm einfach zwischendurch etwas von allen Menschen zu erfahren, als jeden Einzelnen, jeden Tag anzurufen, denn das ist zeitaufwendig und vor allem lässt es sich nicht parallel in das normale Leben integrieren.

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