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Gut Gegen Nordwind und Alle sieben Wellen

Zwischendurch einmal kitschige Trivialliteratur zu lesen kann schon unterhaltend sein. Vor allem wenn man einen anstrengenden Tag hatte und dann beim lesen einfach das Gehirn ein bisschen herunterfahren kann. Zumindest sagen das recht viele Menschen die ich kenne immer. Im Endeffekt war das letzte kitschige Ding, welches ich gelesen habe The Time Travlers Wife. Soweit also zu meiner Einstellung gegenüber kitsch Romanen. Dieses Mal werde ich jedoch trotz allem einen (bzw die beiden Teile eines Romans) empfehlen. Oder vielmehr das auf dem Roman basierende Hörspiel.
Bei den Hörspielen handelt es sich um Gut Gegen Nordwind und die Fortsetzung Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer. Emmi Rothner will darin eigentlich nur ihr Abo für ein Magazin kündigen. Dabei landet ihre e-mail jedoch ausversehen bei Leo Leike. Diese beantwortet ihre e-mail freundlich und weißt sie darauf hin, dass sie die falsche Adresse eingegeben hat. Kurze Zeit später erhält er erneut eine e-mail von ihr. Wieder versucht sie ihr Abo zu kündigen. Aus dieser neuerlichen Verwechslung entspinnt sich bald eine e-mail Freundschaft, die immer tiefer und intimer wird. Die komplette Geschichte besteht nur aus den e-mails, welche zwischen den beiden hin- und hergeschickt werden. Diese werden im Hörspiel von Andrea Sawatzki und Christian Berkel vorgelesen.
Besonders im digitalen Zeitalter ist diese Geschichte wirklich sehr schön. Sie zeigt Möglichkeiten und Probleme von e-mails. Der sonderbare Zustand, dass sich Menschen kennen ohne sich persönlich getroffen zu haben und die daraus resultierenden Gefühle werden sehr gut beschrieben. Hinzu kommen die wirklich guten Leser, welche die Geschichte leidenschaftlich und emotional vortragen. Daher kann dieses Hörspiel jedem (nicht nur Mädchen) empfohlen werden.