„Das klingt ja interessant. Ein Fantasyroman?“- „Sowas in der Art.“

Hui, hui, ein neuer Tag, eine neue Woche. Meinen ersten Unitag hab ich schon überstanden und heute hab ich (wie jeden Dienstag) frei. Wie könnte man da die Zeit besser verbringe, als die nächste Episode zu schreiben? Bis jetzt hab ich die ersten 8 fertig und muhaha, jetzt passieren endlich die fiesen Dingen. Naja, noch dümpelt die Geschichte nett vor sich hin und nach der letzten Episode [Serafin erscheint in Manos Welt] geht es jetzt rapide steigend kitschig weiter. Aaaaber bald wird sich das Blatt wenden und dann ist da gar nichts mehr nett. Naja, zumindest so in der Art. Das Lied zur 6. Episode sollte eigentlich Call to Arms von Angels and Airwaves sein, aber im letzten Moment hab ich mich dann doch noch unentschieden, da das Zitat viel zu dramatisch war und es daher besser zu einem der Episoden nach 8 passt. Erst wenn Mano ganz unten angekommen ist darf die Musik das auch verraten. Ieks, es macht so Spaß die Geschichte zu schreiben, weil ich jetzt endlich wieder einmal alles zertrümmern kann, nachdem alles so nett aufgebaut wurde. Und es gibt die ersten Andeutungen, wer die Erzählstimme ist. Aber das verrate ich noch nicht.
Noch einmal zurück zum Zitat für diese Episode. Der Ausschnitt stammt aus einem Beyonce Lied. Ich mag ihr Musik nicht wirklich, aber es passt nun einmal. Also was soll’s?


Episode 6: Déjà-vu

Seeing things that I know can’t be
Am I dreaming
When I saw you walkin‘ past me
almost called your name
got a better glimpse
and then I looked away
it’s like I’m losing it
Beyonce- Déjà-vu

Jane und Emily klopften immer wieder gegen die Badezimmertür. „Was ist los Mano? Alles in Ordnung? Komm raus, bitte.“, sagten sie immer wieder. Nach knapp einer Stunde kam Mano schließlich aus dem Badezimmer und fragte Emily, ob sie sie nach Hause bringen könnte. „Ich glaub der Unfall hatte doch größere Auswirkungen auf mich.“, sagte sie. Wieder eine Lüge mehr, aber darauf kam es jetzt ja nicht an.
Bei Mano angekommen brachte Emily sie herein und kochte einen Tee. „Meine Großmutter sagt immer ‚Tee hilft gegen alles‘.“, meinte sie und machte sich in der Küche zu schaffen. Mano legte sich auf das kleine Sofa, welches in dem winzigen Wohnraum/ Küche stand. „Was ist gestern Abend eigentlich genau passiert?“, fragte Emily noch einmal. „Ich wollte… ähm…“, stotterte Mano nur und starrte dann weiter geradeaus die gegenüberliegende Wand an. Ihre Augen waren gerötet. „Du bist gerade gar nicht ins Bad gegangen wegen dem Unfall, stimmt‘s?“, fragte Emily. Erwischt. Was soll’s. „Hm.“, machte Mano nur. „Okay, du willst es mir nicht verraten. Hm.. mal schauen. Du vermisst deine Freunde und das ist dir klar geworden, als du Williams Freunde gesehen hast?“, fragte Emily vorsichtig. Mano wandte ihren Kopf und starrte sie an. Ihr Blick flackerte leicht. „Das ist es wohl nicht? Denkst du, dass du die Nacht alleine hier verbringen kannst, oder soll ich hier bleiben?“ Mano wandte ihren Kopf zurück. „Also eher nicht? Ich fahr dann nach Hause und lass dich allein, okay? Morgen geht es dir sicherlich besser.“ Im Vorbeigehen berührte Emily leicht Manos Arm und verließ dann die Wohnung.
Wie hatte er sie nur nicht erkennen können? Klar, ihre Haare waren anders, aber ihre Statur und ihre Bewegungen waren gleich geblieben. „Argggg, was ist eigentlich los mit mir?! Es war dunkel, das ist alles.“, rief sie sich selbst zu. Erschöpft bedeckte sie sich mit der dünnen Decke, die auf dem Sofa lag und schlief ein.

„Ich wollte fragen, ob es dir besser geht?“, fragte Jane am Telefon.
„Ja, alles bestens. Ich glaub der Unfall hatte doch größere Auswirkungen auf mich als gedacht.“
„Das hast du gestern schon gesagt, ne? He, komm rüber zu Will, wir machen alle zusammen ein großes Frühstück. Von gestern Abend sind noch Berge an Baguettes und Salat da.“
„Okay, bin gleich da.“, antwortete Mano und stand auf. Bevor sie rüberfuhr ging sie noch schnell duschen und zog sich etwas Frisches an. Ihr Rücken war bösartig verspannt. Vielleicht hätte sie nicht auf dem winzigen Sofa schlafen sollen, sondern in ihr Bett gehen sollen.

„Ach, da bist du ja wieder! Endlich wieder aus dem Bad gekommen?“, fragte William und grinste. Mano wusste warum sie ihn unsympathisch fand. Er hatte ein Talent dafür unpassende Dinge zu sagen. „Yup. Ich bin durch einen magischen Tunnel wieder in meiner Wohnung gelandet.“, antwortete sie genervt. „Okay… ähm… da vorne ist Essen. Bedien dich einfach.“, sagte er. Offensichtlich hatte ihr genervter Ton ihn überrascht.
In dem Raum waren noch eine Handvoll von Williams Freunden. Dazu Emily, Jane und – Mano stockte der Atem- Serafin. Er stand dort und plauderte ganz lässig mit Emily. „Huhu!“, rief Emily und winkte Mano herüber. Langsam durchquerte sie den Raum und merkte dabei, wie ihr Herz anfing heftig zu schlagen.
„Guten Morgen! Alles wieder in Ordnung?“, fragte Serafin.
„Ja, alles Bestens.“, brachte Mano mit Mühe hervor.
„Ich geh mir eben was zu essen holen.“, meinte Emily und ließ die beiden allein zurück.
„Ich hoffe, du bist gestern nicht vor mir geflohen…“
„Nein, nein!“, unterbrach Mano ihn. „Mir ging es nur nicht so gut und da…“
„Bist du geflohen. Schon okay. Wie hießt du noch einmal?“, fragte er.
„Mano.“
Keine Regung. Er wirkte nicht so, als würde der Name ihm irgendetwas sagen. Er blickte sie nur einfach weiter freundlich an. Zu dumm, dass dies das einzige Wort war, welches er nicht mehr kannte.
„Ein ungewöhnlicher Name.“, sagte er und lächelte.
„Wo kommst du eigentlich her?“, fragte sie.
„Ach, eine ganz kleine Stadt. Die kennt fast niemand. Ist auch recht weit entfernt.“, meinte er verlegen. Er log. Dass merkte Mano sofort. Er fasste sich verlegen ans Ohr. So reagierte er immer. Sie wusste es, schließlich kannte sie ihn schon seit Jahren.
„Achso.“, sagte sie nur. Lass ihn nicht auffliegen. Spiel mit.
„Ich weiß, dass das ein bisschen übereilt kommt, aber du wohnst doch auch hier in der Gegend, nicht? Zumindest hat Emily sowas erzählt. Würdest du mir vielleicht ein bisschen die Gegend zeigen? Ich bin nicht so der Partymensch oder der Postpartymensch.“
„Klar, warum nicht.“, antwortete Mano. Sie war sich sicher, dass wenn sie beide nur einen Moment ungestört sein könnten, dass er sie direkt wiedererkennen würde.

„Dort gibt es gutes Brot.“, sagte Mano und deutete auf ein kleines Geschäft. „Da ist ein netter kleiner Park.“ Ein Fingerzeig nach links. „Und hier gibt es super viele Bücher.“, meinte sie und blieb vor einer Buchhandlung stehen. Er strahlte sie begeistert an. Natürlich gefiel es ihm. In all den Jahren hatte er offenbar nichts anderes getan als zu lesen. „Weißt du, ich hab hier letztens ein Buch gefunden, indem ging es um Menschen, die in Träumen herumgelaufen sind. Und irgendeine der Personen konnte sogar in besonders verborgene Träume herein. Dann hat die Person aber festgestellt, dass es immer nur bei der gleichen Person funktionierte.“ Ein Frontalangriff. Irgendwie musste er darauf reagieren.
„Das klingt ja interessant. Ein Fantasyroman?“, fragte er. Nichts. Gar nichts. Wie konnte er nicht überrascht sein.
„Sowas in der Art.“, meinte Mano und starrte ihn an. Ihre Augen trafen sich. Er blickte einfach nur freundlich zu ihr hinüber. „Es war so lustig, wie die beiden Protagonisten sich zum ersten Mal trafen. Er hat sie angeschrien, dass sie doch nicht einfach in seinen Traum eindringen darf.“
Verwunderung. Einen Moment blitzte so etwas in seinen Augen auf. „Ich glaub, ich hab gerade ein Déjà-vu. Vielleicht hab ich den Roman doch gelesen.“
Klar, nur ein Déjà-vu. Idiot, du hast das doch selber erlebt.
„Wir sollten wieder zu den Anderen zurückgehen.“, sagte er noch und wand sich schon zum gehen.

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